Forum: Gesundheit
Umfrage: Deutsche sind beim Arzt immer selbstbewusster
Corbis

Halbgott in Weiß? Das war einmal. Eine neue Umfrage zeigt, dass die Deutschen heute genauer von Medizinern informiert werden wollen. Alarmierend ist die schlechte Pflegevorsorge.

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Nudelholz 10.10.2014, 11:47
50. ???

Zitat von wohlstandskoeter
der Befragten trinken kaum oder keinen Alkohol? Wenn ich diese Information mit den jährlich herausgegeben Infos zum Durchschnittsalkoholkonsum vergleiche, müssen die verbleibenden 20 Prozent allesamt Schwerstalkoholiker sein. Wobei "kaum oder gar nicht" natürlich auch sehr schwammig ist, die Definition von "kaum" dem Konsumenten zu überlassen ist nicht sehr hilfreich.
Fakt ist:
• 137,2 Liter pro Kopf
Im Jahr 2010 betrug der Pro-Kopf-Konsum an alkoholischen Getränken in der Bundesrepublik 137,2 Liter. Das entspricht 9,6 Liter reinem Alkohol.

• 96,4 Prozent trinken Alkohol
96,4 Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 18 und 64 Jahren trinken Alkohol.

• 2 Millionen trinken missbräuchlich

• 1,3 Millionen sind alkoholabhängig
Rund 1,3 Millionen Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren sind alkoholabhängig.

(Quellen: - Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, Jahrbuch Sucht 2012 )

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tadda 12.10.2014, 19:11
51.

Ich muss jedes Mal beim Thema Ärztebashing sehr schmunzeln. Ich bin Medizinstudentin und verstehe zum Teil den Ärger über einige Kollegen, allerdings ist das nunmal in jedem Beruf so, dass es gute und schlechte Vertreter der Zunft gibt. Der Großteil der Klinikärzte ist sehr kompetent und engagiert. Das Damoklesschwert der Ökonomie ist oft, nicht immer natürlich aber eben oft die Ursache für Fehler und nicht korrekte Behandlung der Patienten. Bei den niedergelassenen Kollegen ist es meist ähnlich!Informieren Sie sich nicht nur über ihre Krankheit sondern auch über gute Ärzte in ihrer Stadt!Sie werden einen finden!Als angehende Ärztin wünsche ich mir sogar einen Patienten,der sich mit seiner Krankheit beschäftigt und sich belesen hat, allerdings muss der Patient eben auch verstehen, dass ihm vielleicht doch etwas anderes fehlt, als seine Google Recherche ergeben hat oder mein Therapievorschlag ein anderer ist. Kein Arzt meint es absichtlich böse genauso wie kein Architekt absichtlich eine Brücke bauen will, die einstürzt. Klar darf sich ein Arzt nicht anmaßen fehlerlos zu sein oder den Patient nicht ernst nehmen zu wollen, allerdings kann man eben als Fachfremder die Medizin und komplexe Krankheitsbilder nicht in 5 Minuten googeln verstehen. Klar ist eine einzelne Diagnose nicht immer eine Wissenschaft aber es kommt öfter vor als Sie vielleicht denken, dass man eben doch etwas mehr Know how braucht. Die Medizin ist eine angewandte Naturwissenschaft, nicht mehr aber auch nicht weniger. Ein guter Arzt wird Ihnen erklären warum er zu der Diagnose kommt bzw warum er diese Therapie für Sie vorgesehen hat. Fragen sind erwünscht weil sie zu einer besseren Adhärenz beitragen. Geben Sie Ihrem Arzt eine Chance: -)

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Ingmar E. 25.10.2014, 11:32
52.

Zitat von tadda
Klar darf sich ein Arzt nicht anmaßen fehlerlos zu sein oder den Patient nicht ernst nehmen zu wollen, allerdings kann man eben als Fachfremder die Medizin und komplexe Krankheitsbilder nicht in 5 Minuten googeln verstehen.
Patienten bekommen eine Diagnose, und wenn man damit erstmal konform geht beschäftigen sich dann manche Patienten wochen- monatelang nur mit dieser einen Diagnose. Eine akademische Ausbildung, die einen befähigt sich wissenschaftlich gesichertes Wissen anzueignen, gibts auch in anderen Fachgebieten.
Als Mitarbeiter im Gesundheitswesen sollte man die Klienten ernst nehmen. Der bezahlt uns. Diese Grundhaltung als Dienstleister würde Vielen wirklich gut tun.
Und für die Gesundheit der Klienten wärs auch gut, weil sie in ihrer Selbstwirksamkeitserwartung enorm gestärkt werden würden, würde man ihre Ressourcen, die sie einbringen, anerkennen. Ein Patient hat viel mehr Zeit zu seinem Krankheitsbild die neuesten Erkenntnisse zu recherchieren, als sein Hausarzt.
Natürlich ist die Mehrheit der Leute die da ankommen mit Interneterkenntnissen nicht akademisch geschult und berufen sich auf Quellen, die ihre Aussagen nichtmal belegen oder argumentieren. Aber das kann man eben nicht auf alle Profi-Patienten verallgemeinern.

Ich als Krankenpfleger einer Intensivstation und bald fertiger Pflegewissenschaftler finde es sehr anstrengend, wie mit mir umgegangen wird, wenn ich meinen Beruf nicht angebe.

Ich mache zuhause feuchte Verbände nach stand der Wissenschaft, die Wunde sieht besser aus, als mit den viel zu trockenen Verbänden mit Gaze+Kompresse, und muss mir dann anhören, "Aber das war doch nicht falsch und die Wunde sieht gut aus?", "wenn jeder Patient das selbst enscheiden würde". Da hab ich dann doch mal gesagt, dass ich meinen Schein im Wundmanagement schon habe, dann wurde zugegeben, dass sich die Wunde optimal entwickelt hat. Die wollten bloß nicht zugeben, dass sie die optimalste feuchte Wundtherapie mit modernen Verbandsstoffen nicht zahlen wollen.

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Ingmar E. 25.10.2014, 11:44
53.

Zitat von Ingmar E.
Als Mitarbeiter im Gesundheitswesen sollte man die Klienten ernst nehmen. Der bezahlt uns. Diese Grundhaltung als Dienstleister würde Vielen wirklich gut tun.
Auch haben wir mit immer mehr chronischen Krankheiten des Alters zu tun. Heilung ist da eh nicht das große Thema, sondern Lebensqualität. Und genau deshalb ist es so wichtig, sich mit dem Patienten zu unterhalten und nicht nur Behandlungsleitlinien abzuarbeiten.
Dieser kurative Ansatz dem die Medizin oft hinterherhängt, ist auf den großen Bereich der chronischen Erkrankungen gar nicht anwendbar.
Wenn der Patient nicht mitmacht, nimmt er die Medikamente schlicht nicht. Ist ja auch seine gutes Recht, ist halt nur doof, wenn das Vertrauensverhältnis mit dem Arzt nicht dementsprechend ist, dass er ihm das sagen kann.

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