Forum: Gesundheit
Umstrittene Prostataentfernung: "In Deutschland wird zu viel operiert"
Corbis

Die Diagnose Prostatakrebs führt bei vielen Männern zur Entfernung des Organs - oft mit schweren Folgen wie Impotenz. Mediziner streiten, ob der Eingriff nötig ist, da der Tumor meist langsam wächst. Ist Warten eine Alternative?

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dr.sod. 14.04.2014, 17:54
1. Mal wieder viel zu kurz gedacht

Da wird mal wieder eine Studie rausgehauen und die Sinnhaftigkeit der Prostataentfernung in Frage gestellt und das nach nur 22 Monaten. Im Schnitt werden aber nur Patienten operiert die eine Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren haben. Also was soll uns das jetzt wieder zeigen. Das Einzige was jetzt passiert ist, das wieder mehr Patienten total verunsichert werden. Die Entscheidung, ob und wie man den Krebs behandelt liegt letztlich beim Patienten. Der Arzt hat nur nach besten Wissen und Gewissen aufzuklären.

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herbert 14.04.2014, 18:12
2. Theorie und Praxis

Fakt ist!
Prostatakrebs ist in Deutschland einer der häufigsten Todesursachen bei Männer!

Fast jeder Mann ist von einer Vergrößerung der Prostata betroffen. Diese drückt auf den Harnleiter und das Pinkeln wird dann zur Qual.
Wenn die Blase nicht richtig entleert ist, kann es dann zu Blasenkrebs kommen.

Der PSA Wert ist ein Wert, der die Tendenz eines Karzinoms anzeigt.

Daher muss festgestellt werden warum und wo die Ursachen sind.

Ein Karzinom, welches noch auf der Prostata alleine sitzt ist gut zu behandeln.
Macht man es nicht, fängt es an zu streuen und schon sind alle Bereiche rund um die Prostata befallen bis hin zu den Knochen.

Das hat zur Folge, das ein Harnbeutel gelegt werden muss. Der Tumor wütet weiter und der befallene Mensch stirbt!
Ich habe selber meinen Vater zwei Jahre betreut mit einem Prostatakrebs, den man zu spät entdeckt hat.

Sein Arzt hat ganz einfach nie einen PSA Test gemacht, er wurde ja von der Krankenkasse nicht bezahlt.

Das Sterben mit einem Prostatakrebs gönne ich meinem schlimmsten Feind nicht. Es ist ein Verrecken bei vollem Verstand!

Daher egal welche Figuren darüber schreiben:
Vorsorge, Untersuchungen und mehr !

Letztlich kommt es auch immer auf den jeweiligen Fall an, was zutun ist.

Daher noch einmal !

Vorsorge !!!!

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phraseonym 14.04.2014, 18:19
3. @dr.sod

dem kann ich nur beipflichten. ICH entscheide und Der Arzt ist "lediglich" das Instrument. Ich bin bei meiner Krebserkrankung auch eher einen anderen als den allgemein propagierten Weg gegangen. Mein Arzt hat mich unterstützt, da er auch lieber so vorgehen wollte wie ich es mir wünschte, es sonst aber nicht Behandlungsschema 0-8-15 war. Patienten können selbstbestimmt entscheiden.

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at@at 14.04.2014, 18:27
4. Ich kann herbert nur zustimmen

denn auch ich habe erlebt, dass Prostatakrebs sehr aggressiv sein kann und einen Menschen innerhalb von nur drei Jahren zwischen Entdeckung und Tod dahinraffen kann. Auch in dem Fall hat der Krebs massiv gestreut, insbesondere in die Knochen. Der behandelnde Azrt war leider von einer langsam wachsenen Variante ausgegangen und ist die Behandlung am Anfang komplett falsch angegangen - irgendwann war es dann zu spät. Es mag die eher unproblematische Variante von Prostatalrebs geben, aber es gibt eben nicht nur diese Variante.

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hubertrudnick1 14.04.2014, 18:36
5. Es ist so gewollt

Zitat von sysop
Die Diagnose Prostatakrebs führt bei vielen Männern zur Entfernung des Organs - oft mit schweren Folgen wie Impotenz. Mediziner streiten, ob der Eingriff nötig ist, da der Tumor meist langsam wächst. Ist Warten eine Alternative?
Die Krankenhäuser sollen doch Gewinn machen und so muss man rund um die Uhr eben versuchen Geld zu machen und das kann man am besten mit unnötigen OPs.
Patienten zu pflegen bringt nicht die notwendige Summe ein, darum werden Patienten auch immer zu schnell entlassen, aber Ops werden doch sehr vielen aufgeschwatzt, ich kann da von ein Lied singen, konnte mich aber noch wehren, andere nehmen die Weißkittel eben als Götter hin und lassen mit sich was machen was ihnen Geld einbringt.
Es liegt am deutschen System, dass den Ärzten zwingt so zu handeln, die Politik ist gefragt.

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JaciK 14.04.2014, 18:38
6. was immer wieder vergessen wird...

ist, dass die OP bei jungen Patienten (Diagnose mit z.B. 41) die einzige Alternative darstellt. Hier kann aktive Überwachung dazu führen, dass man dann mit 55 sich doch für die OP bzw. Bestrahlung entscheiden muss. Die Nebenwirkungen der OP sind dann meisten gravierender. Prinzipiell kann ich nur empfehlen sich im Vorfeld der OP sehr gut zu informieren. Hier gibt es Kliniken, die sich nur auf diese Eingriffe spezialisiert haben. Diese haben sehr gute Ergebnisse bzgl. Kontinenz und nervenschonender Prostataentfernung.
(die Erfahrung des Operateurs kann den Unterschied ausmachen!!!)

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hubertrudnick1 14.04.2014, 18:38
7. Stimmt nur zum Teil

Zitat von herbert
Fakt ist! Prostatakrebs ist in Deutschland einer der häufigsten Todesursachen bei Männer! Fast jeder Mann ist von einer Vergrößerung der Prostata betroffen. Diese drückt auf den Harnleiter und das Pinkeln wird dann zur Qual. Wenn die Blase nicht richtig entleert ist, kann es dann zu Blasenkrebs kommen. Der PSA Wert ist ein Wert, der die Tendenz eines Karzinoms anzeigt. Daher muss festgestellt werden warum und wo die Ursachen sind. Ein Karzinom, welches noch auf der Prostata alleine sitzt ist gut zu behandeln. Macht man es nicht, fängt es an zu streuen und schon sind alle Bereiche rund um die Prostata befallen bis hin zu den Knochen. Das hat zur Folge, das ein Harnbeutel gelegt werden muss. Der Tumor wütet weiter und der befallene Mensch stirbt! Ich habe selber meinen Vater zwei Jahre betreut mit einem Prostatakrebs, den man zu spät entdeckt hat. Sein Arzt hat ganz einfach nie einen PSA Test gemacht, er wurde ja von der Krankenkasse nicht bezahlt. Das Sterben mit einem Prostatakrebs gönne ich meinem schlimmsten Feind nicht. Es ist ein Verrecken bei vollem Verstand! Daher egal welche Figuren darüber schreiben: Vorsorge, Untersuchungen und mehr ! Letztlich kommt es auch immer auf den jeweiligen Fall an, was zutun ist. Daher noch einmal ! Vorsorge !!!!
Das ist was man uns jeden Tag erzählt, aber wenn man internationale Berichte nachliest, dann könnte man etwas dazulernen.

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hubertrudnick1 14.04.2014, 18:41
8. Nicht ganz richtig

Zitat von at@at
denn auch ich habe erlebt, dass Prostatakrebs sehr aggressiv sein kann und einen Menschen innerhalb von nur drei Jahren zwischen Entdeckung und Tod dahinraffen kann. Auch in dem Fall hat der Krebs massiv gestreut, insbesondere in die Knochen. Der behandelnde Azrt war leider von einer langsam wachsenen Variante ausgegangen und ist die Behandlung am Anfang komplett falsch angegangen - irgendwann war es dann zu spät. Es mag die eher unproblematische Variante von Prostatalrebs geben, aber es gibt eben nicht nur diese Variante.
Viele die sich gesund finden haben auch ein Prostatakarzinom und können damit sehr alt werden, Studien in den USA haben das schon aufgezeigt.
Ich kann das aus persönlicher Betroffenheit nur bestätigen.

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Owlyard 14.04.2014, 18:50
9. einige Anmerkungen eines Urologen

1. Der PSA Wert ist KEIN ein 'Entzündungswert'. PSA wird in jeder Prostata hergestellt um das Ejakulat zu verflüssigen, der Wert kann bei Entzündung, gutartiger Vergrößerung oder Krebs erhöht sein.
2. Für die active surveillance kommen nur Patienten mit einem Niedrigrisikotumor in Betracht (PSA unter 10, nicht mehr als drei von 12 Broben von Krebs befallen, keine Probe zu mehr als der Hälfte von Krebs befallen und in der feingeweblichen Untersuchung ein Gleason-Score (Maß für die Aggressivität) kleiner gleich 6 (geht bis 10).
3. Die Grafik zu Anfang des Artikels zeigt ein kapselüberschreitendes Wachstum, für die aktive Überwachung also nicht geeignet.
4. Die aktive Überwachung geht nicht bis zum Lebensende, sie wird mit etwa 75 Jahren bzw einer Lebenserwartung von weniger als 10 Jahren beendet.

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