Forum: Gesundheit
Uniklinik Magdeburg: Patienten wachten aus Vollnarkose auf
DPA

An der Uniklinik Magdeburg sind einem Bericht zufolge Erwachsene während Operationen aufgewacht. Es gab auch Vorfälle mit Kindern.

Seite 1 von 6
stefanmargraf 10.12.2017, 08:57
1.

Das Patienten aus Narkose aufwachen, dass passiert jeden Tag, lieber Spiegel. Ob der Zeitpunkt immer korrekt ist, ist das Problem. Ein weiteres Problem ist dass das ein Jahr zurückliegt und der Chef meint, es liegt an Propofol und offenbar nicht an fehlerhafter Punktion oder Dosis. Es liegt in der Verantwortung des Anästhesisten, da sollte man mal nachforschen. Und die Aussage, das sich kein Patient beschwert hat ist eine absolute Frechheit im Licht der retrograden Amnesie.

Beitrag melden
intelligenzbestie22 10.12.2017, 09:10
2. Typisch

Es passieren in Deutschland Pleiten, Pech und Pannen am laufenden Band, aber alle haben alles wie immer richtig gemacht.

Beitrag melden
canggu 10.12.2017, 09:22
3. Awareness?

Die sog. Awareness ist ein typisches Narkoserisiko und damit auch aufklärungspflichtig. Bewegungen können unter der Narkose vorkommen und sind aber nicht automatisch mit Wachheit assoziiert, sondern können Ausdruck spinaler Reflexe sein.
Es ist bekannt, dass Awareness unter Propofolnarkosen häufiger als unter Gasnarkosen auftritt. Allerdings führen Gasnarkosen zu anderen Nebenwirkungen , wie z.B. eine erhöhte Rate an Übelkeit und Erbrechen. Patientenfaktorem tragen im Übrigen auch zu Awareness bei: Nikotin- und Alkoholkonsum und der konsum von Drogen führen dazu, dass der Bedarf an Narkosemitteln um ein vielfaches erhöht sein kann. Die Schwierigkeit für den Anästhesisten besteht darin, dass Patienten oft keine realistischen Angaben dazu machen

Beitrag melden
fredadrett 10.12.2017, 09:31
4. was ist das für ein Journalismus?

Fälle liegen ein Jahr zurück; echt zeitnahe Information.
Wo bleibt die Aktualität? Wo die Fürsorgepflicht den Lesern gegenüber?

Beitrag melden
norsail 10.12.2017, 10:15
5. Wenn sich...

...der Patient während der Narkose bewegt, heisst das noch nicht, dass er wach ist, sondern nur, dass es sich bewegt und kein oder zu wenig Muskelerschlaffungsmedikent hat. Propofol ist ein ultrakurz wirkendes Narkosemittel, dass eine grosse Breite in der möglichen Dosierung hat und sehr individuell dem jeweiligen Patienten angepasst, dosiert werden muss. Da ist es „üblich“, dass Pat. schon mal in bestimmten OP-Phasen relativ unterdosiert werden und die Narkose nicht mehr so tief ist und sich auch bewegen können, besonders bei sehr kurzen Eingriffen oder am Ende einer Operation.

Beitrag melden
die-metapha 10.12.2017, 10:24
6. Es lebe die TCI?

Zitat von canggu
Bewegungen können unter der Narkose vorkommen und sind aber nicht automatisch mit Wachheit assoziiert, sondern können Ausdruck spinaler Reflexe sein. Es ist bekannt, dass Awareness unter Propofolnarkosen häufiger als unter Gasnarkosen auftritt. Allerdings führen Gasnarkosen zu anderen Nebenwirkungen , wie z.B. eine erhöhte Rate an Übelkeit und Erbrechen.
Auch nach etlichen Jahren stellt sich bei mir noch immer die Frage - Tool or Toy?
Awareness war zu Zeiten der Neurolept-Analgesie zu beobachten und verschwand - glücklicherweise - mit der volatilen Anästhesie.
Die Mär der vermehrten PONV nach volatiler Anästhesie ist bei der balancierten Anästhesie mit Desf**** statistisch ebenso hoch wie bei TCI/TIVA - ist aber bezüglich Awareness die sicherste Methode. Bei Kindern ist die TCI sowieso nicht zugelassen, wird aber von den ganz smarten der Branche trotzdem genutzt.
Sie sind vermutlich selbst vom Fach und wissen, welchen Hintergrund die niedrige Dosierung intraoperativ hat - möglichst schnelle Aufwachzeiten und damit schnellere Wechselzeiten.
Das es damit vermehrt zu Awareness kommt, wird zu Gunsten der Prozessoptimierung unter ökonomischen Gesichtspunkten einfach in Kauf genommen.
Und das muss man einfach auch so sagen und letztlich selbst vertreten - so ehrlich sollte man schon sein.
Die Interessen um den Marktanteil der Hersteller (Propofol - Braun/Fresenius und bei volatiler Anästhetika - Abbvie/USA) lassen wir besser mal außen vor.
Mit den spinalem Reflexen haben Sie natürlich Recht - es soll aber auch Anästhesisten der "new Generation" geben, die das dann gerne durch ein Relaxans "beseitigen", was dann noch schlimmere Folgen in Bezug auf Awareness haben kann.

Beitrag melden
die-metapha 10.12.2017, 10:40
7.

Zitat von fredadrett
Was ist das für ein Journalismus? Fälle liegen ein Jahr zurück; echt zeitnahe Information.
Das nennt man seriösen Journalismus.
Die Fälle wurden jetzt erst "öffentlich" - was sicher daran lag das erst geklärt werden musste, ob es sich um ein fehlerhaftes Präparat oder aber um einen Anwenderfehler handelte.
Ergo wird auch jetzt erst im SPON darüber berichtet.
Zitat von fredadrett
Wo bleibt die Aktualität? Wo die Fürsorgepflicht den Lesern gegenüber?
Die Aktualität liegt auf der Hand, da es sich eventuell um einen systemimmanenten "Fehler" handelt und sie noch heute oder in naher Zukunft ganz akut erkranken könnten, was wiederum eine Operation nach sich ziehen könnte und Sie dadurch ganz konkret davon betroffen sein könnten.

Beitrag melden
Lesender 10.12.2017, 11:27
8. Wo ist nun das Problem, die Recherche, die Wertigkeit der Meldung?

Die Meldung ist durchaus geeignet, Leser abseits des Fachgebiets zu verunsichern. Jedoch zumindest mit den hier publizierten Informationen stelle ich noch nichts ungewöhnliches fest.
Was meint der Autor mit "aus der Vollnarkose erwacht"? Jedenfalls sind "Bewegungen während einer Vollnarkose" nicht extrem ungewöhnlich und keinesfalls mit Wachheit gleichzusetzen. Der etwas Laienhafte Begriff der "Vollnarkose" soll den Zustand eines Patienten mit Schmerzfreiheit und Schlaf beschreiben. Allein die Bewegung ist hier nicht das Ausschlusskriterium, das den Patientenkomfort stören würde - und darauf kommt es an (Operation möglich machen: schmerzfrei und ggf. auch schlafend!. Somit: Dass die Bewegungen allein nicht besorgniserregend sind, wurde in Vorkommentaren schon erwähnt.

Beitrag melden
magenta1999 10.12.2017, 12:18
9. Mir ist es in MD auch passiert!!!

Ich wurde 1999 in der Uni-Klinik Magdeburg operiert und mir ist es selbst passiert, dass ich während der Narkose erwacht bin. Konnte mich natürlich nicht bemerkbar machen und meine Augen konnte ich auch nicht öffnen. Habe die Ärzte reden hören. Das ganze ging vielleicht 30 Sekunden. Als ich dann einen Schnitt merkte, war ich wieder weg. So meine Erfahrungen in Magdeburg. Ich habe es damals angesprochen aber es kamen keine Reaktionen dazu.

Beitrag melden
Seite 1 von 6
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!