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Uniklinik Magdeburg: Patienten wachten aus Vollnarkose auf
DPA

An der Uniklinik Magdeburg sind einem Bericht zufolge Erwachsene während Operationen aufgewacht. Es gab auch Vorfälle mit Kindern.

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j.thaler 10.12.2017, 15:56
20.

Ist mir auch schon zwei mal passiert. Zumindest vom optischen Eindruck (milchige Flüssigkeit) war das beides mal Propofol.

Das eine mal, war ich einfach wach und da. Nachdem ich mich bemerkbar gemacht habe (und die Ärzte ziemlich große Augen machten), wurde nach dosiert und ich war wieder "weg". War in dem Fall nicht so schlimm. Schmerzen hatte ich keine, mich nur gehörig gewundert.

Das andere mal war ich nie wirklich "weg". Bemerkbar konnte ich mich nicht oder nur schlecht machen (Kiefer-OP), also hab ich mich einfach zusammengerissen und es ausgehalten (und mich geärgert, da ich für die Narkose, die nichts (oder weniger als erwartet) brachte, extra zahlen musste).

ist aber schon länger her als jene Vorfälle und weit weg von Magdeburg gewesen. Und in anderen Fällen hat es auch gewirkt. Als Laie würde ich vermuten "sola dosis facit venenum"...

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smuc 10.12.2017, 16:02
21.

Wissen die Autoren, wie sehr sie sich vor einem Fachpublikum blamieren? Offensichtlich haben sie nicht die leiseste Ahnung, wovon sie schreiben. Oder sie haben Ahnung und schreiben absichtlich reißerischen Käse, um medizinische Laien zu erschrecken. Unwürdig.

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der_durden 10.12.2017, 16:36
22.

Zitat von j.thaler
Ist mir auch schon zwei mal passiert. Zumindest vom optischen Eindruck (milchige Flüssigkeit) war das beides mal Propofol. Das eine mal, war ich einfach wach und da. Nachdem ich mich bemerkbar gemacht habe (und die Ärzte ziemlich große Augen machten), wurde nach dosiert und ich war wieder "weg". War in dem Fall nicht so schlimm. Schmerzen hatte ich keine, mich nur gehörig gewundert. Das andere mal war ich nie wirklich "weg". Bemerkbar konnte ich mich nicht oder nur schlecht machen (Kiefer-OP), also hab ich mich einfach zusammengerissen und es ausgehalten (und mich geärgert, da ich für die Narkose, die nichts (oder weniger als erwartet) brachte, extra zahlen musste). ist aber schon länger her als jene Vorfälle und weit weg von Magdeburg gewesen. Und in anderen Fällen hat es auch gewirkt. Als Laie würde ich vermuten "sola dosis facit venenum"...
Propofol ist ein reines Hypnotikum ohne jedwelche analgetische Wirkung. Bei einer Anästhesie werden in der Regel drei Medikamente verabreicht, ein Hypnotikum, ein Opioid zur Analgesie und ein Muskelrelaxans.
Somit kann es passieren, dass sie kurzfristig wach sind, aber weder Schmerzen empfinden, noch bewegungsfähig sind

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chalchiuhtlicue 10.12.2017, 18:09
23.

Zitat von stefanmargraf
Das Patienten aus Narkose aufwachen, dass passiert jeden Tag, lieber Spiegel. Ob der Zeitpunkt immer korrekt ist, ist das Problem. Ein weiteres Problem ist dass das ein Jahr zurückliegt und der Chef meint, es liegt an Propofol und offenbar nicht an fehlerhafter Punktion oder Dosis. Es liegt in der Verantwortung des Anästhesisten, da sollte man mal nachforschen. Und die Aussage, das sich kein Patient beschwert hat ist eine absolute Frechheit im Licht der retrograden Amnesie.
Retrograde Amnesie ist falsch. Richtig wäre anterograde Amnesie, also ab Zeitpunkt der Propofolgabe.

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Luemgi 10.12.2017, 18:30
24.

Ich hatte das Vergnügen bei einer Darmspiegelung unter Propofol und Dormicum. Bewegungsunfähigkeit, starke Schmerzen (bei einem Bauch voller Verwachsungen kein Wunder) und alles mitgehört. Als ich mich zwischendurch bemerkbar machen konnte, wurde ich mit den Worten "es ist gleich vorbei" in denselben Zustand zurückgespritzt und kam mir äußerst verarscht vor, weil es nicht gleich vorbei war, sondern ewig weiterging. Kurioserweise wurde auch nicht beim Zurückziehen geschaut, sondern beim Reinschieben, was diesen besonders schmerzhaften Teil der Prozedur noch verlängert hat. Ich habe mit der Ärztin später das Gespräch gesucht und sowas sei ihr noch nie passiert. Tja, toll. Später stellte sich heraus, dass ich generell auf Dormicum paradox reagiere, was zu diesem unschönen Vorfall führte. Die Kombination aus Propofol und Dormicum war höchst unglücklich. Das fällt aber wohl leider unter persönliches Pech und so bleibt mir nichts anderes übrig, als für allerlei untypische Reaktionen auf Medikamente meine Anästhesiepässe bei mir zu führen. Also jenseits aller Panikmache: natürlich kommt es vor, dass Patienten allerhand mitkriegen, ganz bestimmt in jeder Klinik, wir sind ja keine Maschinen.

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dr-frank-0218 10.12.2017, 18:45
25. QM, postnarkotische Visite

Zitat von die-metapha
Natürlich lässt sich das nicht aus diesem Artikel ableiten - aber Awareness ist nun einmal ernst zu nehmen. Mit oder ohne Schmerz - es kann zu PTBS führen und auch das so oft gepriesene BIS führt nicht zu einer absoluten "Sicherheit" vor einer Awareness. Sie wissen das bestimmt selbst - das Thema muss man hier nicht vertiefen. Das der Hersteller des dort zum Einsatz gekommenen Propofols kontaktiert wurde sagt zumindest aus, dass man intern von einer zu niedrigen Dosierung ausgeht, welche letztlich zu den Fällen führte. Systemimmanent bezieht sich hier auch eher auf die dort üblichen Vorgehensweisen und Standards zur Vermeidung eines solchen Phänomens. In dem Haus, an welchem ich arbeite (CH) wird im Rahmen des Qualitätsmanagement im Rahmen einer Postmedikation nach 6 bis 8 Wochen per Fragebogen auch explizit dies bei jedem Patienten abgefragt. Zugegeben - diesen Aufwand betreiben nicht viele Abteilungen und das kostet auch etwas Geld. Aber erst so wird aus dem stumpfen Instrument "Qualitätsmanagement" etwas, was der Patientensicherheit dient und die Patienten dann auch ernst nimmt.
Sehr geehrter Herr Kollege,
ihrer Replik kann ich in dieser Form uneingeschränkt (und auch ein bisschen neidisch) zustimmen.

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der_weisse_wal 10.12.2017, 19:00
26.

Zitat von intelligenzbestie22
Es passieren in Deutschland Pleiten, Pech und Pannen am laufenden Band, aber alle haben alles wie immer richtig gemacht.
Menschen (Patienten) sind eben keine genormten Maschinen.

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matbhmx 10.12.2017, 19:18
27. Ist mir vor über 36 Jahren ...

... auch schon in einer Hamburger Klinik passiert. Man hatte mir offensichtlich zu früh das Aufwachmittel gegeben - jedenfalls war die Truppe noch am Vernähen des Oberschenkels, als einer der Operateure bemerkte, dass ich schon wach war und meinte, man müsse jetzt schnell arbeiten. War äußerst unangenehm! Und bei einer vorherigen OP hatte man mich ins Jenseits befördert - auf Strafanzeige der Krankenkasse ermittelte die Staatsanwaltschaft. Aus unerfindlichen Gründen war und blieb das OP-Protokoll verschwunden.

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die-metapha 10.12.2017, 19:57
28.

Zitat von Luemgi
Ich hatte das Vergnügen bei einer Darmspiegelung unter Propofol und Dormicum. Bewegungsunfähigkeit, starke Schmerzen (bei einem Bauch voller Verwachsungen kein Wunder) und alles mitgehört.
Endoskopische Untersuchungen wie eine Gastroskopie und - in Ihrem Fall - eine Rectosigmoidoskopie - werden in der Regel ganz ohne Beteiligung der Anästhesie gemacht.
Eine reine Sedation durch den Internisten, welcher auch die Untersuchung durchführt.
Ihr Fall hat nichts mit einer Awareness während einer Vollnarkose zu tun - obgleich dies für Sie sicherlich sehr unangenehm war.

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die-metapha 10.12.2017, 20:07
29.

Zitat von matbhmx
... auch schon in einer Hamburger Klinik passiert. Man hatte mir offensichtlich zu früh das Aufwachmittel gegeben -
Ein „Aufwachmittel“ wird gar nicht verabreicht! Es wird lediglich die Zufuhr des jeweiligen Hypnotikums gestoppt was zur Folge hat, dass man - bei Propofol - nach ca. 10 min - langsam wieder zur Besinnung kommt.
Zitat von matbhmx
Und bei einer vorherigen OP hatte man mich ins Jenseits befördert
Was meinen Sie mit „Jenseits“?
Der Einsatz eines Hypnotikums zur Allgemeinanästhesie soll ja eben eine schnelle, tiefe Bewusstlosigkeit herbeiführen.

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