Forum: Gesundheit
Urteil: Bei Verschreibungsfehler haftet Apotheker wie Arzt
DPA

Ein Arzt macht Fehler beim Ausstellen eines Rezepts, der Apotheker bemerkt das nicht - der Patient wird schwer geschädigt. Jetzt hat ein Oberlandesgericht entschieden: Sowohl der Apotheker als auch der Mediziner haften dafür.

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yogibimbi 28.08.2013, 20:58
10. Und nun das Warum...

Zitat von lukapp
wie ein Apotheker ohne Kontakt mit dem Patienten eine solche Verantwortung übernehmen soll?
...das Wie haben Ihnen ja bereits andere hinreichend erklärt: Apotheker geniessen qua Gesetz einen besonderen Schutz ihres Gewerbes, konnten sich sogar lange Zeit erfolgreich gegen Konkurrenz aus dem Internet wehren und kassieren dick Kohle für etwas das bloss ein glorifizierter Verkäufer(innen)-Job ist.
Und plötzlich, wenn es darum geht, auch tatsächlich die Jahre des Studiums und die ganzen geldwerten Vorteile, die man durch gesetzlichen und standesrechtlichen Schutz geniesst, auch mal mit Übernahme von Verantwortung zu untermauern, dann ist plötzlich das Gewimmer gross, der Name Hase, und keiner will's gewesen sein.

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annibertazeh 28.08.2013, 21:03
11. Zu angemessener Verantwortung des Apothekers

Zitat von gwyar
....Wenn der Apotheker nicht in Verantwortung genommen werden kann - weshalb dürfen Medikamente dann nicht beim Supermarkt verkauft werden?
Händigt der Apotheker ein Medikament aus, das nicht auf dem vorgelegten Rezept vermerkt ist, so wird er zu Recht zur Verantwortung gezogen. Werden ihm aber Fehler der verordnenden Ärzteschaft angelastet, so ist das nicht in Ordnung und grobes Unrecht, ihn dafür haften zu lassen. Gleiches würde und müsste auch gelten, wenn der Supermarkt an die Stelle des Apothekers träte.

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windnase 28.08.2013, 21:34
12. Dosis unbekannt

Mag ja sein, dass der Apotheker auf das Geburtsdatum schauen sollte zur Kontrolle ob das Medikament an sich für das Alter geeignet ist.
ABER: er weiß doch auch nicht immer die Diagnose oder die Dosis, die der Arzt festgestellt bzw. angeordnet hat. Wie kann man ihn dann zur Rechenschaft ziehen???

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pro@fahrgemeinschaft.de 28.08.2013, 21:46
13. Sippenhaft ist eigentlich nicht drin bei uns, oder?

Nur weil der Apotheker im Rahmen seiner pharmazeutischen Ausbildung Grundkenntnisse in Medizin vermittelt bekam, heißt es noch lange nicht, daß er den Mediziner ersetzen kann und dem Mediziner in der Verantwortung gleich zu setzen sei.

Er gehört auch nicht zur Sippe der Mediziner. Den Apotheker dem verordnenden Mediziner gleich zu setzen, ist eine sehr vereinfachende und bequeme arrogante Sicht der Richter, die dem Problem, daß hier entstanden ist, keineswegs gerecht wird.

Es kann nicht sein, daß Apotheker für Fehler des Arztes mit in die Verantwortung gezogen werden.

Bevor jemand mir Nähe zu Apothekern unterstellt, nein ich habe nichts mit diesen zu tun und sehe durchaus manches kritisch innerhalb ihrer Vorzugsstellung gegenüber anderen Berufsgruppen.

Dennoch kann ich nicht akzeptieren, daß sie oder sonst wer für Fehler Anderer haften sollen.

Liebe Mitbürger, bleibt solidarisch miteinander, einig und stark!

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McGyver12 28.08.2013, 22:27
14. Bin Apotheker: Das Urteil ist richtig!

Ich bin Apotheker. Und ich bin der Meinung, dass das Urteil richtig ist.
Um solche ärztlichen Fehler zu erkennen, haben wir studiert und eine Approbation erhalten. Der Kollege, der diesen eklatanten Fehler eines Arztes nicht erkennt, hat seinen Beruf verfehlt, wird zu Recht verurteilt und gibt zu Recht seine Approbation (staatliche Zulassung) ab und darf nie wieder als Apotheker arbeiten.

Genau diese Erkennung von derartigen Tatsachen unterscheidet uns vom ach so billigen Internetversandhandel, bei der jeder Patient ohne Beratung das geliefert bekommt, was der Arzt verschrieben hat.

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annibertazeh 28.08.2013, 23:35
15. Ja, diese Art Sippenhaft wird betrieben!

Zitat von pro@fahrgemeinschaft.de
Nur weil der Apotheker im Rahmen seiner pharmazeutischen Ausbildung Grundkenntnisse in Medizin vermittelt bekam, heißt es noch lange nicht, daß er den Mediziner ersetzen kann und dem Mediziner in der Verantwortung gleich zu setzen sei. Er gehört auch nicht zur Sippe der Mediziner. Den Apotheker dem verordnenden Mediziner gleich zu setzen, ist eine sehr vereinfachende und bequeme arrogante Sicht der Richter, die dem Problem, daß hier entstanden ist, keineswegs gerecht wird. Es kann nicht sein, daß Apotheker für Fehler des Arztes mit in die Verantwortung gezogen werden. ...... Dennoch kann ich nicht akzeptieren, daß sie oder sonst wer für Fehler Anderer haften sollen. Liebe Mitbürger, bleibt solidarisch miteinander, einig und stark!
Höchst-richterliche Rechtsprechung ist, dass Heilmittelerbringer in Regress dafür genommen werden können, dass ein Weiß-Kittel auf einem Rezept ein Komma, ein Wort falsch oder nicht oder zu viel schreibt. Die Kranken Kassen (nicht meine, gleichwohl zutreffende Erfindung, dieses Wort) kassieren solche 'fehlerhaften' Rezepte in Gänze ohne ehrlich erbrachte Leistungen zu honorieren! --- Man kann es nicht deutlich und oft genug darstellen, dass die Schwarz- und Rot-Kittel in den Gerichten die Weiß-bekittelten in ganz unvertretbarer Weise schützen und betütteln. --- Nur Ärzte sind berechtigt (und befähigt) zu diagnostizieren. Nur sie sind deshalb für die von ihnen gemachten Fehler in Regress zu nehmen! Niemand sonst!

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Ecres 29.08.2013, 00:02
16. Richtig so

Apotheker haben bei uns eine privelegierte Stellung. Apothekerverbände werden nicht müde darauf hinzuweisen, wie wichtig es ist, dass Medikamente nur von gut ausgebildeten Apothekern ausgegeben werden dürfen. Gegen jede Art von Konkurrenz, z.B. aus dem Internet, wird rigoros vorgegangen um den Besitzstand zu wahren. Das Fachwissen und die "gute" Beratung werden oft dafür genannt. Dann muss man aber auch Fehler gegen sich gelten lassen. Sich darauf zu verlassen, dass der Arzt schon alles richtig macht, ist nicht in Ordnung. Wenn dass so einfach wäre, könnte man wirklich Medikamente im Supermarkt verkaufen. Eine geteilte Haftung zwischen Arzt und Apotheker ist meiner Meinung nach völlig gerechtfertigt.

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herkurius 29.08.2013, 00:16
17.

Wenn die mit der Reklame aufhören und endlich zugeben, dass sie auch nur in der Bedienung von Scannerkassen unterwiesen sind, aber doppelte Preise kassieren, dann kann man sie natürlich aus der Verantwortung entlassen. Bis dahin nicht ...

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gwyar 29.08.2013, 00:16
18. zu #11/12/13

Dann spricht ja nichts dagegen, das gegenwärtige Apothekerwesen in Deutschland ad acta zu legen und den Verkauf von Medikamenten in Supermärkten freizugeben, oder verstehe ich jetzt etwas fsksch?

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robertscheffler 29.08.2013, 00:19
19.

Es ist doch eher so, dass der Arzt keine Ahnung von Medikament hat, er hat es ja nie gelernt und macht vieles aus Erfahrung.
Deswegen sollte der Apotheker erst mal alles, was der Arzt verschreibt in Zweifel ziehen. Er sollte ja wissen, dass der Arzt nur Erfahrungswerte hat und in Wirklichkeit keine wissenschaftliche Ausbildung in diesem Feld.

Ich akzeptiere es ohne Probleme, dass bei bestimmten alltäglichen Medikamenten nicht nach geprüft wird, aber bei selten und für eine hochspezielle Personengruppe sollte man doch als Apotheker Vorsicht walten lassen.
Sonst können wir die Medikamente ja im Supermarkt verkaufen, dort akzeptiere ich es, wenn Sie keine Ahnung haben. Selbe gilt mit dem Internet, auch wenn ich dort vor solchen Fehlern gewarnt werden möchte. Sollte ja nicht zu schwer sein, ein System einzubauen, dass Alter und Dosierung querprüft.

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