Forum: Gesundheit
Verhütung: Bitte schön still sein. Und schlucken
DPA

Bestürzt zeigt sich der Frauenärzteverband angesichts gestiegener Abtreibungszahlen. Wer sich das Statement zu möglichen Ursachen anschaut, entdeckt vor allem ein erschütterndes Frauenbild.

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murksdoc 08.03.2018, 22:20
40. @emeralda

Danke für die Erklärung. Und warum steigt damit die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche?

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marcaurel1957 08.03.2018, 22:21
41.

Unabhängig davon, welche Verhütungsmittel genommen werden und unabhöngig davon, wie oft diese versagen, sehe ich das Problem nicht, es ist wirklich irrelevant, ob es nun 95.000 oder 100.000 Abtreibungen gegeben hat.

Wichtig ist, dass wir ein vernünftiges System haben, in dem jede Frau über ihren Körper bestimmen kann ohne dass staatliche Instanzen oder Pfaffen sich in diese Entscheidungen einmischen.

Wichtig ist, dass dieses Recht gegen fanatische „Lebensschützer“ und ähnliche Typen verteidigt wird...

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Fritz WW 08.03.2018, 22:21
42. scheinheilige Debatte

Vor einiger Zeit war in der Rubrik bento der Bericht einer Frau, die einen Schwangerschaftsabbruch machen lassen hat (http://www.bento.de/gefuehle/abtreibung-so-verlaeuft-ein-schwangerschaftsabbruch-1904519/) - "Luisa hat täglich ihre Temperatur gemessen und so ihren Zyklus kontrolliert, doch irgendwas muss schief gegangen sein. Vielleicht war es Fieber." Ein autentischer Bericht, was passieren kann. Diese natürlichen Methoden sind geeignet für Paare, die im Notfall mit der Konsequenz leben können, d.h. mit der Schwangerschaft. Für diejenigen, bei denen es "auf keinen Fall passieren darf" sind sie eher nicht das Richtige, der Pearl Index ist deutlich schlechter. Der Bericht von Prof. Gigerenzer wurde im Forum schon erwähnt, dort ist alles gesagt. Selöbstverständlich muss man über Risiken aufklären. Dieser Bericht ist polemisch, er reiht sich leider in in die unendlichen"Pille Bashing" Artikel aus diversen Foren ein ein (... Lebensgefährliches Gerinnsel contra hübsches Haar) und ist für die Frauen keine Hilfe:

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aliof 08.03.2018, 22:37
43. Seltsamer Beitrag ..

Zitat von ohlala!
... Wie wäre es denn, wenn wir Männer uns mal ...
.. denn es geht doch 'nur' um 100.000 Abbrüche.

Also gehe ich mal davon aus, daß vielleicht nur in 50 000 Fällen pro Jahr ein Mann nicht 'aufgepaßt' hat.

Und bei 40 Millionen sexuell aktiven Männern (in D), zwischen 1 und 100 Mal pro Jahr lief alles wie geplant !

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Fritz WW 08.03.2018, 22:42
44. Nachtrag

Vielleicht noch ein kurzer Exkurs: Ja, die Pille wurde von Männern gemacht, der Anstoß / die Intiative zur Entwicklung der Pille kam maßgeblich von der Frauenrechtlerin Margaret Sanger (Sie hatte auch Kontakt zu "bösen Pharmafirmen"). Die Pille dient nicht der "Versklavung" der Frau sondern in erster Linie Ihrer Befreiung (jetzt hab ich auch mal was "Ideologisches" geschrieben).

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Gynexp 08.03.2018, 22:55
45. @Fritz WW

Natuerlich ist diese Methode nur etwas fuer Paare, denn ansonsten sollte man so oder so ein Kondom verwenden. Allerdings kann man sich bei der "natuerlichen Methode" nicht allein auf die Temperatur verlassen. Da gehoert ein bisschen mehr dazu, denn wie Sie richtig zitiert haben, kann dort einiges schief gehen, wenn z.B. die Temperatur aufgrund von Fieber steigt. Setzt man sich allerdings vernuenftig damit auseinander und bringt man es seinen Kindern bei, ist diese Methode so verlaesslich wie die Pille.

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geando 08.03.2018, 23:10
46. Wieso greifen Sie die ÄrztInnen an, Frau Weber?

Wieso greifen Sie die ÄrztInnen an, Frau Weber? Sind diese nun schuld an diesen erschreckenden Zahlen? In Deutschland werden derzeit etwa 700.000 Kinder im Jahr geboren. Es wird also etwa jede 7. Schwangerschaft abgebrochen- aufs Jahr gerechnet die Einwohnerzahl einer ganzen Grossstadt wie Trier oder Würzburg. Auf zehn Jahre hochgerechnet, kommt man auf 1 Millionen vorzeitig beendeter Lebenswege in Deutschland. Ursprüglich wurde das Recht auf Abtreibung unter anderem mit dem Argument von Schwangerschaften nach Vergewaltigungen erkämpft. Doch diese "kriminologische Indikation" macht nicht mal mehr 0.1% der Fälle aus. Sicher fallen Abtreibungen den betroffenen Frauen oft nicht leicht, aber es gibt auch klare Tendenzen (häufig seitens des Feminismus) solche Schwangerschaftsabbrüche zu bagatellisieren und die Rechte des ungeborenen menschlichen Lebens zu negieren. Damit wird auch der Verantwortungsdruck gemindert und damit letztlich die Bereitschaft zur Abtreibung erhöht- ein ethisch hoch fragwürdiger und schwieriger Vorgang praktisch normalisiert. Also bevor die Ärztinnen angegriffen werden, sollte man mal fragen, welche gesellschaftlichen und geistigen Strömungen ein stetiges Wachstum der Abtreibungszahlen anschieben.

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geando 08.03.2018, 23:24
47. @marcaurel1957

Zitat von marcaurel1957
Unabhängig davon, welche Verhütungsmittel genommen werden und unabhöngig davon, wie oft diese versagen, sehe ich das Problem nicht, es ist wirklich irrelevant, ob es nun 95.000 oder 100.000 Abtreibungen gegeben hat. Wichtig ist, dass wir ein vernünftiges System haben, in dem jede Frau über ihren Körper bestimmen kann ohne dass staatliche Instanzen oder Pfaffen sich in diese Entscheidungen einmischen. Wichtig ist, dass dieses Recht gegen fanatische „Lebensschützer“ und ähnliche Typen verteidigt wird...
Hallo Marc Aurel

Haben Sie schon mal eine Schwangerschaft hautnah miterlebt und die dazugehörige Geburt? Die Ultraschallaufnahmen gesehen, vom Fötus, in dem schon nach wenigen Wochen das kleine, schlagende Herz zu sehen ist und der mit Ärmchen und Beinchen rudert? Vielleicht schon. Aber wie dem auch sei, ich verstehe nicht wie jemand so wenig Verantwortungsbewusstsein hat, dass "es irrelevent ist, ob es 5000 Abtreibungen mehr oder weniger gibt". Ich finde solche Aussagen extrem. Wollen Sie mit diesen Aussagen cool oder hart klingen? Man mag darüber sprechen, das es Fälle gibt, in denen Abtreibungen durchaus verständlich sind- im Fall von "nee, ich fühle mich noch nicht bereit für ein Baby mit meinen 33 Jahren", habe ich dafür kein Verständnis. Eine Gesellschaft, die keinen Respekt mehr vor dem vorgeburtlichen menschlichen Leben hat, hat keine Zukunft mehr, so sehe ich das. Ich habe selber 2 kleine Kinder und das dritte ist unterwegs. Ich würde übrigens auch geborenes Leben retten, wenn dies mal nötig ist, ohne zu zögern, so viel zu meinem Background als "fanatischer „Lebensschützer“ und ähnliche Typen"...

Freundliche Grüsse

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athanasia 09.03.2018, 00:05
48.

Welche Frau schonmal die Pille danach genommen hat wird gewiss gerne darauf verzichten es ein zweites Mal zu tun. Die hat nämlich auch Nebenwirkungen.
Und was den Rest angeht: liebe Männer, entweder beteiligt euch mit eurer Partnerin angemessen an dem Thema Empfängnisverhütung oder haltet einfach den Mund.

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Daander 09.03.2018, 00:15
49.

Warum die freiere Verfügbarkeit der "Pille danach" zu mehr Schwangerschaften führen soll, verstehe ich auch nicht. Die Vorstellung, bewußt auf Verhütung zu verzichten, weil sie ja nachträglich die Pille nehmen kann erscheint ziemlich krude wenn man sich auch nur rudimentär über die Nebenwirkungen informiert hat.

Aber dass eine kritischere Sichtweise auf die "normale" Pille dazu führt, dass mehr ungewollte Schwangerschaften entstehen (und damit in Konsequenz auch mehr Abtreibungen zu verzeichnen sind) ist nachvollziehbar. Die Pille ist (neben anderen hormonbasierten Methoden und der Spirale) das sicherste Verhütungsmittel. Andere Methoden mögen grundsätzlich vergleichbar sicher sein, haben aber bei der Anwendung ein höheres Fehlerrisiko. Ist nicht schön, ist aber so.
Das bedeutet *nicht* automatisch, dass die Pille das beste Mittel ist (eben wegen der Nebenwirkungen), aber dennoch ist der eingangs beschriebene Zusammenhang gegeben.
Bitte keine Fakten schönreden nur weil das Ergebnis doof ist. Das ist genauso falsch wie kritische Berichte und Diskussionen über die Nebenwirkungen der Pille zu unterbinden.

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