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Vermeintlicher "Babyspeck": Viele Eltern unterschätzen das Übergewicht ihrer Kinder
Kwanchai Chai-Udom/ EyeEm/ Getty Images

Selbst wenn sie deutlich zu viel auf die Waage bringen, halten Eltern ihre Sprösslinge häufig für normalgewichtig, zeigt eine aktuelle Analyse. Für die Kinder birgt das Gefahren.

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SusiWombat 29.04.2019, 12:47
1. Liebe macht blind

Das hat die Natur sicher aus guten Gründen so eingerichtet. Sonst würden Kinder, die der jeweils gültigen optischen Norm nicht entsprechen, gar nicht aufgezogen. Wenn man Glück hat, gilt das übrigens fürs ganze Leben. Es gibt so viele Männer, die sich unter "Cellulite" nichts vorstellen können - obwohl sie sie ständig vor Augen haben. Und auch das ist gut so.

Ich bin übrigens dankbar, dass ich als Kind "etwas übergewichtig" (so wurde das bei der Schuluntersuchung genannt) sein durfte. Den folgenden Wachstumsschub hätte ich sonst wahrscheinlich nicht geschafft.

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gumbofroehn 29.04.2019, 12:56
2. Dabei ist es relativ einfach ...

... seitens der WHO gibt es die Child Growth Standards (https://www.who.int/childgrowth/standards/bmi_for_age/en/). Da kann dann jeder, der eine Waage, einen Zollstock und einen Taschenrechner hat, feststellen, wo sein Kind liegt. Sollte gerade für Ärzte gut zu schaffen sein.

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whitewisent 29.04.2019, 13:29
3.

Was erwartet die Forscher, wenn über die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig ist, gibt das den Standard vor, was man für normal hält.

Es ist auch mal wieder erstaunlich, wie trotz aller Aufklärung hier indirekt die These unterstützt wird, daß "dünne Kinder" gesünder seien. Ein "Normalgewicht" gibt es nicht mehr, immer wird auf alle möglichen Werte abgestellt. Es gibt jedoch auch bei Kindern Unterschiede, zum Beispiel im Verhältnis der Größe des Rumpfes zu den Gliedmaßen. Und nicht jeder sieht es gern, wenn sein Sohn bereits in der Kita als Lauch abgestempelt wird, weil er weder Muskulatur noch Gewicht hat.

Dicke Kinder sind häufig auch größer als Gleichaltrige, was bis zu 2 Jahren ausmachen kann, was die körperliche Reife bei gleichen geistigen Fähigkeiten ausmacht. Liegt auch daran, dass viele "gesunde Lebensmittel" wie Obst und Milcherzeugnisse hochenergetisch sind, und die Portionen für Kinder nicht bedarfsgerecht sondern nach Laune der Kinder gestaltet werden.

Und ja, es wächst sich raus, das Zauberwort ist Pubertät. Etwas, was bei vielen Untersuchungen nicht wirklich einbezogen wird. Weil man eben nicht bereit ist darüber zu sprechen, dass heute bereits neunjährige Mädchen körperliche Veränderungen des Frauwerdens erleben. Da ist der Busenansatz kein Babyspeck, sondern schlicht eine Vorstufe der weiblichen Brust, die eben nicht bis zum 16.Lebensjahr auf Erbsengröße bleibt. Genauso Becken und Po. Wenn jedoch auf ein gesundes Körperempfinden der Eltern wie hier durch Experten so ablehnend reagiert wird, sollte man sich fragen, was schlimmer ist, nen zufriedener kleiner Fleischklops, oder eine magersüchtige Zwölfjährige voller Komplexe, die nach jeder Mahlzeit zum Erbrechen auf die Toilette rennt.

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vogelskipper 29.04.2019, 14:20
4. Wir essen auch viel zu viel

Das Problem ist doch, dass wir einfach viel zu viel essen! Wir essen morgens, weil es da Frühstück gibt, mittags und abends, weil es eben so Tradition ist und dann den Snack hier und da dazwischen. Wer ißt denn noch, weil er wirklich Hunger hat? Der Mensch hat aber hunderttausende von Jahren ganz anders gegessen. Er hatte immer wieder Hungerperioden, wenn nicht ausreichend Nahrung verfügbar war und deshalb ist er so gut Fettpolster anzulegen, wenn es Nahrung gibt, damit er davon zehren kann, wenn es nichts gibt. Ich war nie fett, habe jetzt aber doch meine 5-7 Kilo zu viel und mit Mitte 50 ist das fast nicht weg zu bekommen, trotz viel Ausdauersport, wenn man nicht die Ernährung umstellt. Ein großes Problem ist auch der ganze Verzehr von Fertiggerichten, die einfach nicht gesund sind. Da werden dann so viele Kalorien zu sich genommen, dass der Körper den Großteil als Fett einlagern muss, weil er sie gar nicht braucht. Und meine Beobachtung ist aber leider auch, dass die meisten fetten Kinder auch fette Eltern haben. Da wird es dann sehr schwierig etwas zu verändern.

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widower+2 29.04.2019, 14:22
5. Manchmal

Zitat von whitewisent
Und ja, es wächst sich raus, das Zauberwort ist Pubertät. Etwas, was bei vielen Untersuchungen nicht wirklich einbezogen wird. Weil man eben nicht bereit ist darüber zu sprechen, dass heute bereits neunjährige Mädchen körperliche Veränderungen des Frauwerdens erleben. Da ist der Busenansatz kein Babyspeck, sondern schlicht eine Vorstufe der weiblichen Brust, die eben nicht bis zum 16.Lebensjahr auf Erbsengröße bleibt. Genauso Becken und Po. Wenn jedoch auf ein gesundes Körperempfinden der Eltern wie hier durch Experten so ablehnend reagiert wird, sollte man sich fragen, was schlimmer ist, nen zufriedener kleiner Fleischklops, oder eine magersüchtige Zwölfjährige voller Komplexe, die nach jeder Mahlzeit zum Erbrechen auf die Toilette rennt.
Manchmal "wächst es sich tatsächlich aus". In den meisten Fällen aber nicht. Moderates Übergewicht ist weder in der Kindheit noch später ein gesundheitliches Problem.

Man sieht aber leider immer mehr stark übergewichtige oder sogar adipöse Kinder. Das mit einem "gesunden Körperempfinden" der Eltern zu verbrämen, ist lustig. Oder eigentlich doch nicht.

Was ich so bei den Klassenkameraden meiner Kinder sehe, wird sich nie mehr auswachsen, sondern ein ebenso lebenslanges wie lebensverkürzendes Problem sein.

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Teilzeitalleinerzieherin 29.04.2019, 14:26
6. Ich frage mich,

Wo denn diese sagenumwobenen dicken Kinder zu finden sind. Wir haben zwei Kinder. In der Klasse von Kind 1 ist nicht ein zu dickes Kind zu finden. Im Kiga von Kind 2 mit ca. 90 Kindern ist genau eines erkennbar übergewichtig. Dieses Kind macht aber sehr viel Sport. Und bevor man mir Betriebsblindheit vorwirft: Mein Nachwuchs darf sich bei jedem Arztbesuch auf die Waage stellen — wegen Untergewicht...

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Luemgi 29.04.2019, 14:35
7.

Viel ist auch einfach Veranlagung. Sorry, aber das IST so. Ich war immer ZU dünn und kam nur um eine stationäre Mästkur herum, weil das bei meinem Vater schon erfolglos war und er den Aufenthalt in ausgesprochen schlechter Erinnerung hatte. Schlank bin ich immer noch. Wenn kein grober Unfug mit den Kindern veranstaltet wird (jeden Tag Fast-Food und 15 Stunden Glotze), dann kann man sie auch einfach in Ruhe lassen. Es ist nämlich schade und auch ziemlich kontraproduktiv, wenn ein moppeliges Kind schon so überzeugt ist, dass sein Körper nicht in Ordnung ist, dass es sich an sportlichen Aktivitäten wie Schwimmen gar nicht mehr beteiligen mag.

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vogelskipper 29.04.2019, 14:44
8.

Zitat von Teilzeitalleinerzieherin
Wo denn diese sagenumwobenen dicken Kinder zu finden sind. Wir haben zwei Kinder. In der Klasse von Kind 1 ist nicht ein zu dickes Kind zu finden. Im Kiga von Kind 2 mit ca. 90 Kindern ist genau eines erkennbar übergewichtig. Dieses Kind macht aber sehr viel Sport. Und bevor man mir Betriebsblindheit vorwirft: Mein Nachwuchs darf sich bei jedem Arztbesuch auf die Waage stellen — wegen Untergewicht...
Lassen sie mich raten: Sie sind beide studiert, wohnen in einem gehobenen Stadtteil und ihre Kinder besuchen dort die Schule und Kita? Da ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Kinder normalgewichtig sind, denn Ernährung und gesundes Kochen ist für die meisten Eltern dort eine Priorität. Gehen sie dagegen in Schulen und Kitas von Stadtteilen, wo vorwiegend die "untere Mittelschicht" in Hochhäusern wohnt, dann werden sie da bestimmt weit mehr als ein dickes Kind pro Klasse antreffen.

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Zita 29.04.2019, 14:46
9.

Zitat von Teilzeitalleinerzieherin
Wo denn diese sagenumwobenen dicken Kinder zu finden sind.
In der (6.) Klasse meiner Kinder gibt's ca. 3 "moppelige" und einen deutlich Übergewichtigen - allerdings auch 2 deutlich untergewichtige Mädchen.

Die moppeligen haben noch die Hoffnung, in der Pubertät einen Schuss zu machen und dann nicht mehr zu viel auf den Rippen zu haben, aber der Übergewichtige nicht.

Wir wohnen in der Nähe mehrerer Schulen und am heftigsten ist die Berufschule, gefühlt ist da jedes 2. Mädchen übergewichtig. Und jetzt muss ich mal einen Satz so beginnen, wie ich es eigentlich hasse: Früher gab's das nicht, in meiner Jahrgangsstufe auf dem Gymnasium in den 80ern gab es exakt einen Jungen und ein Mädchen, die zu dick waren - aber bei Weitem nicht fettleibig. Niemand an der gesamten Schule war fettleibig.

Ich erinnere mich auch, dass ich 1993 das erste Mal in den USA war und damals gestaunt habe, wie dick, bzw. fett Menschen sein können - Heute sieht man solche Größen auch hier. Die Statistiken lügen nicht, da hat sich leider wirklich etwas verändert.

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