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Versorgungskrise bei Schwangeren und Müttern: Schwere Geburt
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Geschlossene Kreißsäle, zu wenig Personal, keine Übersicht über Behandlungsfehler: Kinderkriegen ist in Deutschland zum Risiko geworden. Eine rasche Lösung der Probleme ist nicht einfach.

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guidomuc 01.05.2019, 20:04
40. Ja vielleicht...

Zitat von interessierter Laie
verlangen Sie von Volksvertretern, dass sie diametral gegen den überwiegenden Volkswillen entscheiden? Der Bürger ist überall daran interessiert, Verantwortung für allgemeine Risiken abzudrücken. Das wird also vermutlich nicht passieren. Und es ist eben leider schwierig. Klinik wird von Patient verklagt. Arzt-Patientengespräche sind vertraulich, im Kreissaal gibt es auch keine Kameras oder neutralen Zeugen. Und ein totes oder schwerst behindertes Kind ist eine Tragödie. Es ist zutiefst menschlich, dass Menschen in dieser Ausnahmesituation einen Schuldigen suchen.
...aber im Ergebnis werden sie künftig nur ärztliche Hilfe bekommen, wenn sie vorher ein 20-seitiges Enthaftungsdokument unterschreiben und notariell haben beglaubigen lassen. Also besser bei der Geburt diese Laufzeiten einplanen. Ansonsten gibt es nur Nothilfe. Und als Mann und Vater absolviert man am besten bei Schwangerschaftsbeginn eine Hebammenausbildung, es steht zu befürchten, dass es bald keine mehr gibt.

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Ulrich Württemberg 01.05.2019, 20:08
41. alles wird super

jahrelang wurde uns von Beratern gesagt, dass das Gesundheitssystem effizienter organisiert werden müsse und Heerschaaren an Unternehmensberatern haben für teures Geld die Kliniken umstrukturiert. Das Ergebnis bekommen wir zu sehen. Und selbstverständlich gibt es für jede Klage Fachanwälte und bei vielen Geburtszwischenfällen braucht es Schuldige....das Ergebnis sind horrende Versicherungsprämien, die den Beruf der Hebamme fast unmöglich machen. Vielleicht gilt es umzudenken, dass es Bereiche der Daseinsvorsorge gibt, die nicht marktwirtschaftlich funktionieren können.

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heinrich.busch 01.05.2019, 20:17
42. Antwort an #10 interessierter Laie

Ich bin kein Laie, sondern habe mich 38 Jahre mit diesen Fragen vor Ort rumgeschlagen. Es ist völlig simpel.Wenn die Ansprüche und die Risiken steigen, dann muss auch die Versicherungsprämie steigen. Es ist absurd mit Kleingeld Hightechmedizin einzufordern. Die Politik ist verantwortlich, das dem potentiellen Leistungsempfänger zu erklären. Falls er das nicht bezahlen kann oder will muss er verzichten. Politik drückt sich davor und gibt noch einen drauf in dem 100000 tausende ohne Einzahlung ebenfalls mit versorgt werden sollen.Sie sind ein Träumer, wenn die glauben irgendeine Gesellschaftsformation kann das ab. Ich kenne sogar in der Praxis den Unterschied einer weissen Asphyxie bei PKV und GKV Versicherten aus der Praxis. Ich kann Ihnen sagen die schlechter Zahlenden machen den grössten Terz . Das ist ein schicksalhaftes Ereignis weltweit. Den Rest bitte googlen.

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denkdochmalmit 01.05.2019, 20:25
43. Finde ich gut..

... neben der Wohnsituation in D nun der nächste Punkt bei dem die Leute die Politik bekommen die sie gewählt haben..

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interessierter Laie 01.05.2019, 20:32
44. @camshaft_in_head

Peine ist nicht überall in Deutschland, aber die Probleme schon. Egal ob privat oder staatlich - die Geburtshilfe lohnt sich angesichts der Vergütung kaum noch. Die Sätze reichen einfach nicht oder nur bei sehr hohen Zahlen und (zu) wenig Personal. Konzepte überlegt man sich schon - bspw. empfehlen Kliniken immer mehr Kaiserschnitte. Der Grund: Höhere Vergütung, der Eingriff ist planbar und verschiebbar, die Schwangere ist unter Narkose, der Gatte wartet draußen, das Vorgehen ist immer dasselbe, man braucht weniger Vor- und Nachsorge und das Risiko von Komplikationen ist geringer respektive man kann schneller reagieren, weil die Patientin schon im OP ist und nicht erst dahin verbracht werden muss. Mein Vorschlag an einen Kassenfunktionär wäre: Kaiserschnitt wird zur Standardleistung und die natürliche Geburt nur für rundum gesunde, fitte, normalgewichtige Ü30-Schwangere angeboten.

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fsinnz 01.05.2019, 20:44
45. Neuseeland ist anders

Wir wohnten in Neuseeland 2,5 Stunden (ja, richtig gelesen) vom Krankenhaus entfernt. Wenn hier in Deutschland über 25 Minuten Anfahrt gejammert wird, kann ich nur schmunzeln.
Hier fährt die Hebamme im Auto die 2,5 Stunden hinterher, für den Fall...

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odapiel 01.05.2019, 20:48
46.

Zitat von interessierter Laie
Peine ist nicht überall in Deutschland, aber die Probleme schon. Egal ob privat oder staatlich - die Geburtshilfe lohnt sich angesichts der Vergütung kaum noch. Die Sätze reichen einfach nicht oder nur bei sehr hohen Zahlen und (zu) wenig Personal. Konzepte überlegt man sich schon - bspw. empfehlen Kliniken immer mehr Kaiserschnitte. Der Grund: Höhere Vergütung, der Eingriff ist planbar und verschiebbar, die Schwangere ist unter Narkose, der Gatte wartet draußen, das Vorgehen ist immer dasselbe, man braucht weniger Vor- und Nachsorge und das Risiko von Komplikationen ist geringer respektive man kann schneller reagieren, weil die Patientin schon im OP ist und nicht erst dahin verbracht werden muss. Mein Vorschlag an einen Kassenfunktionär wäre: Kaiserschnitt wird zur Standardleistung und die natürliche Geburt nur für rundum gesunde, fitte, normalgewichtige Ü30-Schwangere angeboten.
Sie wissen aber schon, daß Kaiserschnitte negative Folgen für Mutter und Kind haben, nicht wahr? Nicht haben können, haben. Ich hoffe, daß sich Typen wie sie nicht weiter vermehren. Braucht niemand.

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Dokoqueen 01.05.2019, 20:56
47. Ironie?

Zitat von asentreu
Stundenlanges unwürdiges Leiden wie man es Patienten bei keinem anderen Ereignis zumuten würde, die Gefahr von Vaginal- und Dammrissen, die Gefahr von Harn- und Stuhlinkontinenz, ein eventuell nötiger Notfallkaiserschnitt, die mangelnde Planbarkeit die Bedarfsspitzen und mangelnde Auslastung erzeugt... Warum machen wir, wenn wir ein effizientes Gesundheitssystem wollen, nicht einfach den Kaiserschnitt zur Norm? Wer mag darf dann gern immer noch vaginal gebären, im Geburtshaus.
Ich hoffe, Ihr Beitrag war ironisch gemeint.
Falls ja, ist es gut.
Falls Nein, sollten Sie wissen, dass Kaiserschnittgeburten für die Frau auch heute noch gefährlicher sind als normale vaginale Entbindungen. Und auch für die Kinder ist eine Kaiserschnittgeburt nicht unproblematisch.
Was wir brauchen sind gut ausgebildete, ordentlich bezahlte Hebammen und genügend Entbindungskliniken und Geburtshäuser, so dass sich jede Frau frei entscheiden kann, wo sie ihr Kind zur Welt bringen möchte.

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odapiel 01.05.2019, 21:16
48.

Zitat von Dokoqueen
Ich hoffe, Ihr Beitrag war ironisch gemeint. Falls ja, ist es gut. Falls Nein, sollten Sie wissen, dass Kaiserschnittgeburten für die Frau auch heute noch gefährlicher sind als normale vaginale Entbindungen. Und auch für die Kinder ist eine Kaiserschnittgeburt nicht unproblematisch. Was wir brauchen sind gut ausgebildete, ordentlich bezahlte Hebammen und genügend Entbindungskliniken und Geburtshäuser, so dass sich jede Frau frei entscheiden kann, wo sie ihr Kind zur Welt bringen möchte.
Ich befürchte, daß eine Reihe "Herr"schaften hier keineswegs sarkastisch sind, sondern lediglich nachplappern, was sowohl in den USA als auch zunehmend hier als Ideallösung angesehen wird. Wir sind ja bereits bei Kaiserschnittzahlen, die fast die der USA erreichen. Aus denselben Gründen.

Ich hoffe wirklich inständig, daß sich Frauen, die solche Männer heiraten, zweimal überlegen, ob sie solche Grundhaltungen Frauen gegenüber auch noch mit Kindern unterstützen sollten.

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rockwater 01.05.2019, 21:29
49. Kunststück

Zitat von fsinnz
Wir wohnten in Neuseeland 2,5 Stunden (ja, richtig gelesen) vom Krankenhaus entfernt. Wenn hier in Deutschland über 25 Minuten Anfahrt gejammert wird, kann ich nur schmunzeln. Hier fährt die Hebamme im Auto die 2,5 Stunden hinterher, für den Fall...
Wenn man es darauf anlegt.
Das geht auf der Almhütten von Heidi oder auf einer Halligen in Deutschland auch.

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