Forum: Gesundheit
Vorbild Schottland: Suchtexperten fordern höhere Preise für Alkohol in Deutschland
DPA

Schottland hat einen Mindestpreis für Alkohol eingeführt und erhofft sich davon weniger Tote. Nach Ansicht von Gesundheitsexperten sollte Deutschland nachziehen. Die Bundesregierung zeigt sich offen.

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m82arcel 04.05.2018, 07:29
1.

Warum muss man sich so in das Leben der Menschen einmischen? Jeder kennt die Gefahren des Alkoholkonsums und die Begründung, es würden andere geschädigt, zieht hier auch nicht.
Bleibt noch das Argument höherer Krankenkassenkosten - dann muss man aber so konsequent sein und gegen alles, was sich hier negativ auswirken kann, vorgehen: sämtliche ungesunden Lebensmittel (also fast alle), Sportarten mit hoher Verletzungsgefahr, Stress, sämtliche Emissionen von Autos, LKW und Fabriken, etc.
Die ewige Bevormundung nervt langsam wirklich. Insbesondere dann, wenn es wie hier wieder nur die ärmeren Teile der Gesellschaft trifft, während Politiker und andere Gutverdiener gar nicht merken, ob ihre Flasche Wein ein paar Euro teurer wird.

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trex#1 04.05.2018, 07:37
2.

Etwas sorgfältiger sollte man schon die Ursachen von hohem Alkoholkonsum untersuchen.

Wenn nur die besser Situierten sich Alkohol leisten können, scheint mir das keine Lösung zu sein. Trinken die weniger Alkohol als arme Mitbürger? Relativ gesehen ist für sie der Alkohol ja viel billiger.

Das Argument mit der Kosteneinsparung im Gesundheitssystem zieht auch nicht. Um mal zynisch zu sein: wenn wir lange gesund bleiben, fallen die Behandlungskosten später an, es sind dann andere Krankheitsursachen, billiger wird es nicht. Von den zusätzlichen Rentenzahlungen ganz zu schweigen. Können wir unserem Rentensystem überhaupt zumuten, die Lebenserwartung zu verlängern?

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effing 04.05.2018, 07:43
3. Kein Problem

Sollen die Steuern für Alkohol eben erhöht werden - Wenn dafür Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer befreit werden. Aber wir so oft scheint mir das nur mal wieder ein Mittel zu sein dem Fiskus ein paar zusätzliche Talerchen zuzuschustern. Alles unter dem Deckmantel des vermeintlichen Schutzes für den Bürger, was offensichtlich aber niemanden ernsthaft interessiert...

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ch@rybdis 04.05.2018, 07:50
4. Da werfen sich bei mir gleich mehrere Fragen auf ...

Wer profitiert denn von besagtem "Mindestpreis"? Ist es der Staat, weil der Preis durch die Steuer reguliert wird (dann sollte das Ergebnis des Nachdenkens klar sein ...) oder sind es die Hersteller oder der Einzelhandel? Hinzu kommt: Schottland hat den Mindestpreis eingeführt, es liegen aber noch keine belastbaren Aussagen über dessen Wirksamkeit vor - aber schon rufen "Fachleute" in Deutschland, dass wir nachziehen müssten. Weiterhin: die skandinavischen Länder - allen voran Norwegen und Schweden - sind seit Jahrzehnten dafür bekannt, dass dort im Vergleich zu Deutschland horrende Preise für alkoholische Getränke verlangt werden. Haben diese einen Einfluss auf das Konsumverhalten der Menschen dort? Wie verhält sich der Anteil alkoholkranker Kranker Menschen in Skandinavien zu Deutschland oder Schottland? Und meine letzte Frage: wo bleibt die Eigenverantwortung? Ja - übermäßiger Alkoholkonsum schädigt die Gesundheit und verkürzt die Lebenserwartung. Ist bekannt. Diesem Risiko setzt man sich aber bewusst aus! Niemand stirbt vom "Passivtrinken". Ein verantwortungsvoller Umgang mit Suchtmitteln jeglicher Art kann gelernt und gelehrt werden. Hier passiert aber nichts. Und wenn ich am Wochenende einen Blick auf die Kölner Ringe werfe (oder andere Partyviertel in Deutschland) stellt sich mir die Frage: woher kommen die vielen minderjährigen Betrunkenen? Warum setzt man nicht dort an? Was machen die Kids überhaupt nach 22 Uhr auf der Straße??? Höhe Sanktionen für die Einzelhändler, die Alkohol an Minderjährige verkaufen, Sanktionen gegen Volljährige, die Minderjährigen Zugang zu Alkohol verschaffen und Sanktionen gegen die Erziehungsberechtigten, die ihre Minderjährigen nach 22 Uhr entgegen des Gesetzes auf die Straße lassen. Aber was bei allen Sanktionen viel, viel wichtiger ist: staatliche Einrichtungen, die diese Sanktionen auch durchsetzen können und dürfen! Vielleicht sollte - mit Blick z.B. auf Köln, denn da kann ich es beurteilen - das Ordnungsamt nicht um 3 Uhr in der Früh einen Strafzettel bei einem Falschparker ausstellen, sondern entsprechende Konsum-Kontrollen durchführen? Aber das würde dem Staat ja weniger Geld einbringen und zu mehr Personalkosten führen - was mich wieder zurück zur Eingangsfrage führt. Für mich hat dieser Mindestpreis des Geschmack, dass man weniger die Gesundheit der Bürger im Blick hat und mehr die Gesundheit des Staatshaushaltes ... In diesem Sinne: Prost! Es ist Wochenende. Ich muss meine 110 Gramm konsumieren ;)

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sYn Sunnyy 04.05.2018, 07:51
5. Zu teuer

Sollte in Deutschland eine ähnlich hohe Steuer wie in Schottland eingeführt werden würde das eine Preissteigerung von fast einem Euro je Flasche Bier (0.5l) bedeuten. Damit würde sich Bier zu einem "Luxusgut" verteuern.

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shotaro_kaneda 04.05.2018, 07:52
6.

Dem kann ich nur zustimmen. Weiterhin sollte ein Werbeverbot ähnlich dem Tabakwarenwerbeverbot erlassen werden.

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ambulans 04.05.2018, 07:54
7. nun,

wenn das stimmen sollte (höhere spritpreise - weniger suff), dann müssten ja auch steuern auf finanztransaktionen und, vor allem auf riskante, finanzprodukte wie derivate & co. geradezu wunder wirken, vielleicht sogar buchstäblich "leben" retten - warum also nicht einmal ausprobieren? mfg, dr. ambulans (alle kassen)

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dasfred 04.05.2018, 08:01
8. Alles teurer machen

Man weiß ja aus der Forschung, das Suchtabhängige sofort clean werden, wenn sich ihre Droge verteuert. Oder ob Alkoholiker nicht lieber ganz aufs Essen verzichten, um mit ihrem Geld über den Monat zu kommen. Immer soll alles nur über Geld geregelt werden. Die einen wollen Fleisch verteuern, andere Zucker, die nächsten Zigaretten und nun der Alkohol. Junge Leute unter 18 haben legal keinen Zugang zu Spirituosen und wer es haben will bekommt seinen Rausch, womit auch immer. Diese Forderung ist mal wieder so ein Schnellschuss, damit man sich nicht mit den wahren Ursachen für Alkoholismus befassen muss.

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MiguelD.Muriana 04.05.2018, 08:05
9. Herzzerreißend

was die Kulturdroge Alkohol aus Familien machen kann. Die Preise für Alkohol sind viel zu niedrig. Weniger als 10€ für einen Liter Wodka hat nichts mehr mit Genuss zu tun.
Das Beispiel Alkopops hats doch gezeigt. Was zu teuer ist wird weniger konsumiert. Gleiches zeigt sich beim Tabak. Es wird immer Menschen geben, die zuviel davon konsumieren, aber viele werden davon abgehalten. Die Mehreinnahmen sollten der Bekämpfung des Alkoholmissbrauch zugute kommen. Ach so, jegliche Werbung für Kulturdrogen gehört verbiten. Was Teil der Kultur ist braucht auch nicht beworben werden. Oder hat jemand sgeoße Plakate vin Kruzifixherstellern gesehen?

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