Forum: Gesundheit
Vorstoß der FDP: Ärzte lehnen Verkauf von Suizid-Mitteln für Schwerkranke ab
DPA

Unheilbare Kranke haben in Extremfällen das Recht, eine tödliche Dosis Betäubungsmittel zu erhalten. Bislang verwehrt ihnen das Gesundheitsministerium den Zugang, die FDP will das ändern. Doch Ärzte halten dagegen.

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Sibylle1969 19.02.2019, 14:47
10.

Eine Bekannte arbeitet als Arzthelferin bei einem Onkologen und hat erzählt, dass es dort öfters vorkommt, dass Krebskranke, die nur noch palliativ behandelt werden, einen Teil der Schmerzmittel, die sie beim Onkologen bekommen, horten, um für den Fall der Fälle selbst bestimmen zu können, wann sie sterben wollen. Dafür würde wohl schon eine Wochendosis ausreichen. Was aber machen Patienten, die nicht so leicht an potente Mittel kommen wie Krebskranke im Endstadium?

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geotie 19.02.2019, 14:47
11.

Zitat von isar56
Ist das Ignoranz oder Größenwahn, Sterbenden mit extremen Schmerzen Hilfe zu verweigern? Ich habe einige Male Sterbende mehr oder weniger intensiv begleitet. Einige konnten einigermaßen friedlich und schmerzarm gehen. Zweimal erlebte ich ein unbeschreibliches Elend und Leid. Die Ärzte sagten, die schweren Schmerzen könnten nicht sein und ließen sich nicht mehr blicken. Ein qualvolles Verrecken war das und ganz nebenbei - ich bin bis heute, nach 24 Jahren, nicht darüber hinweg. Leider hatte ich nicht den Mut ein Kissen auf das Gesicht zu drücken oder anderweitig dem ausdrücklichen Wunsch des Sterbenden nachzukommen. Und dafür (Nebenbaustelle) bezahlen Krankenkassen tausende von Euro täglich. In Belgien und Holland wird Sterbehilfe praktiziert und es ist kein Fall von Missbrauch bekannt. Dagegen kann mit Vorsichtsmaßnahmen gut gegen gesteuert werden.
Vielen Dank für den Beitrag, denn hier sehe ich, dass nicht nur ich in solch einer Situation war. Meine Mutter hatte mich auch um Tabletten zum Sterben gebeten, damit die schlimmsten Schmerzen ihres Lebens, so wie sie sagte, beendet werden konnten. Für einen, der den Mitmenschen liebt und dem das Töten auf Verlangen unerträglich ist, eine schreckliche Zumutung. Die Tabletten hätte meine Mutter, in dieser Situation mit Sicherheit, sehr gerne selbst genommen.
Bei jedem Tier wird auf ein schnelles Ende ohne Schmerzen hingearbeitet (was auch gut so ist), warum sollten wir wenigstens auf unseren eigenen Wunsch nicht selbst ein leichtes und schmerzfreies Ableben ermöglichen?

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CancunMM 19.02.2019, 14:50
12.

Zitat von isar56
Ist das Ignoranz oder Größenwahn, Sterbenden mit extremen Schmerzen Hilfe zu verweigern? Ich habe einige Male Sterbende mehr oder weniger intensiv begleitet. Einige konnten einigermaßen friedlich und schmerzarm gehen. Zweimal erlebte ich ein unbeschreibliches Elend und Leid. Die Ärzte sagten, die schweren Schmerzen könnten nicht sein und ließen sich nicht mehr blicken. Ein qualvolles Verrecken war das und ganz nebenbei - ich bin bis heute, nach 24 Jahren, nicht darüber hinweg. Leider hatte ich nicht den Mut ein Kissen auf das Gesicht zu drücken oder anderweitig dem ausdrücklichen Wunsch des Sterbenden nachzukommen. Und dafür (Nebenbaustelle) bezahlen Krankenkassen tausende von Euro täglich. In Belgien und Holland wird Sterbehilfe praktiziert und es ist kein Fall von Missbrauch bekannt. Dagegen kann mit Vorsichtsmaßnahmen gut gegen gesteuert werden.
Ach Sie haben nicht den Mut den Leidenden umzubrigen, aber der Arzt soll ihn haben, ja ?
Das Verhalten der Ärzte damals war nicht hinnehmbar. Ich darf heutzutage die Schmerzmittel für den Patienten so weit dosieren, dass ich damit auch eine Verkürzung des Lebens in Kauf nehme. Das ist aber etwas ganz Anderes als jemand ein Medikamnet zu verabreichen, das einem sogleich ins Jenseits befördert.
Ich finde es immer überragend wie schnell man doch ein Urteil fällt, wenn man selbst nicht unmittelbar betroffen ist.

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CancunMM 19.02.2019, 14:51
13.

Zitat von kalim.karemi
warum sollten sich Ärzte die beste Einkommensquelle wegschießen. Was man im Leben nicht an Kosten und damit Einkünften dem Gesundheitssystem generiert hat, in den letzten drei Monaten kommt da nochmal ordentlich was zusammen. Da wird der halbtote nochmal ausgequetscht wie eine leere Zitrone, Selbstbestimmung steht da nur im Weg.
So etwas kann nur jemand schreiben, der absolut null Ahnung von der
Vergütung ärztlicher Leistung hat.

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Kanalysiert 19.02.2019, 14:54
14. Fassungslosigkeit

Unfassbar, dass man Menschen absprechen will, selbst über die Erträglichkeit ihres Leidens zu entscheiden. Ähnlich wie Organspendenverweigerer, bis sie auf einmal selbst Hilfe brauchen....und dann kommt die große Erkenntnis.

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iffelsine 19.02.2019, 14:56
15. Hier maßen sich Menschen an, anderen

in ihr Leben reinzuentscheiden ? Ärzte sind Dienstleister und Art und Umfang ihrer Dienstleistung entscheidet letztlich ihr Patient im Rahmen seiner ganz persönlichen Wünsche und Möglichkeiten. Jeder Mensch muss über die vorzeitige Beendigung seines Lebens selbst entscheiden und dann diese Dienstleistung beauftragen können.
Ärzte sind keine Götter, sondern eben Auftragnehmer !

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Flugzeugfreak1 19.02.2019, 15:00
16. Als Medizinstudent hat man seine eigene Meinung

Ein Arzt soll Leben erhalten. Das ist das oberste Gebot der ärztlichen Kunst, das ist mein und unser Anspruch.
Aber ich unterstütze den Vorschlag der FDP, dass das jeder Mensch für sich entscheiden darf, sein Leben zu beenden, wenn es nicht mehr geht (natürlich unter der Voraussetzung, der Patient ist geistig in der Lage eine solche Entscheidung zu fällen). Ich muss aber zugeben, ich kann mir assistierten Suizid im Moment nicht vorstellen. Das andere ist etwas profaner: Wer geht denn bitte zu einem Arzt der einen Teil seiner Arbeit damit verbringt, anderen Leuten den Tod zu ermöglichen?

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frame 19.02.2019, 15:00
17. Könnte man nicht

Ein Volksbegehren starten, das beinhaltet, dass ein Hausarzt einem eindeutig Sterbewilligen todbringende Medikamente verschreiben darf, nach Rücksprache und Begutachtung durch einen anderen Kollegen? Ich finde es unerträglich, dass suizidale Menschen sich vor einen Zug werfen müssen, um ihrem Leben ein Ende machen zu müssen. Und 10-15 % final tumorkranke Menschen können eben in einem Hospiz nicht schmerzfrei gepflegt werden, obwohl man alles versucht. Für diese Menschen bleibt eben nur der Freitod durch schmerzfreie Medikamenteneinnahme. Und das wird durch den Gesundheitsminister ihnen verwehrt, gegen die geltende Rechtslage. Das ist doch ein Skandal! Herr Spahn, schämen Sie sich!

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käthe 19.02.2019, 15:01
18. Über Sterbehilfe muss neu diskutiert werden...

... spätestens, wenn die geburtenstarken 60er-Jahrgänge (zu denen ich auch zähle) alt, krank und pflegebedürftig sind und hinten und vorne die Pflegekräfte fehlen. Meine Oma ist 98, sitzt im Rollstuhl, ist leicht dement, taub und fast blind und klagt bei jedem Besuch über ihre Situation - Zitat: "Wenn man so alt ist, gehört man doch weg". Obwohl sie in dem Pflegeheim sehr gut versorgt ist, kann ich das gut nachvollziehen. Ich möchte später, sollte ich jemals so alt werden, nicht so "dahinvegetieren", denn mit Lebensqualität hat das nichts mehr zu tun. Lieber eine Tablette und weg. Ist doch besser und würdevoller, als sich vor den Zug zu werfen oder sich mit dem Kohlegrill im Badezimmer einzuschließen.

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Flugzeugfreak1 19.02.2019, 15:03
19. Sie können jederzeit Ihr Leben beenden

Zitat von deufin
Die Möglichkeit für einen humanen Suizid sollte ein Grundrecht sein. Es ist geradezu Absurd, daß mir die Freiheit zu sterben nicht per Gesetzt zugestanden wird. Ich bin jetzt 41 und ich habe schlichtweg nicht vor ewig zu leben. Sobald meine körperliche oder geistige Leistung nicht mehr zulässt selbstständig zu leben, dann will ich bitte das recht haben mein Leben zu beendenm, weil ich es dann selbst nicht mehr als lebenswert erachte. Selbstbestimmt leben heißt eben auch, selbstbestimmt sterben zu dürfen.
Aber bitte beachten Sie, ein anderer Mensch muss Ihnen in diesem Falle ein Betäubungsmittel verschreiben. Dieser Arzt wird wissen, dass er bei einem Selbstmord assistierte. Das ist schon eine ganz andere Forderung als das Recht auf selbstbestimmten Tod (den jeder Mensch haben kann, auch der unfreiste). Was meinen Sie, macht es jemand gerne, jemanden bewusst ein Medikament zu verschreiben um zu sterben?

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