Forum: Gesundheit
Vorstoß der FDP: Ärzte lehnen Verkauf von Suizid-Mitteln für Schwerkranke ab
DPA

Unheilbare Kranke haben in Extremfällen das Recht, eine tödliche Dosis Betäubungsmittel zu erhalten. Bislang verwehrt ihnen das Gesundheitsministerium den Zugang, die FDP will das ändern. Doch Ärzte halten dagegen.

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Bondurant 19.02.2019, 15:03
20.

Es bestehe die Gefahr, dass eine Begrenzung auf extreme Ausnahmesituationen nicht möglich sei und eine "staatliche Pflicht zur Assistenz bei Suizid" geschaffen werden könnte.

das ist keine "Gefahr". auch der Suizid ist ein Aspekt des Selbstbestimmungsrechts. es sind Fälle bekannt, in denen "Lebensmüde" (nehmen Sie das Wort mal grundsätzlich und wörtlich, das gibt es nämlich und muss nicht unbedingt Ausdruck einer psychischen Erkrankung sein; das hört der Normalbürger aber nicht gern) lediglich deshalb nicht zur Tat geschritten sind, weil sie Angst vor den "sicheren Methoden" (Sprung vom Hochhaus oder vor einen fahrenden Zug) hatten und bei den unsicheren fürchteten, sie könnten "nicht klappen" und der Versuch den Menschen schwerst behindert zurücklassen. Erst als es ihnen gelungen war auf verschlungenen Umwegen die richtigen Medikamente zu finden, haben Sie es dann sofort getan. Wieso und mit welchem Recht erlaubt sich unsere Regierung, die Selbstbestimmung des Menschen so einzuschränken? (Btw: Die religiöse Begründung kann ich übrigens verstehen, aber die darf auch nur für die gelten, die selbst religiös sind.)

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mckberlin 19.02.2019, 15:03
21. Geld

Mit den kranken kann man noch Geld machen wenn sie tot sind nicht mehr

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Flugzeugfreak1 19.02.2019, 15:04
22. Genau meine Meinung

Zitat von CancunMM
Und ? Das ist doch etwas ganz Anderes. Sie können doch auch den Wunsch haben, wenn Sie große Schmerzen haben sich das Leben zu nehmen. Aber dieses Medikament Ihrem Vater oder Mutter selbst zu geben wird sicher nicht so einfach sein. Es geht nicht darum Menschen leiden zu ersparen, sondern: Warum sollen Ärzte zum Henker werden. Warum nicht ein Familienangehöriger ? Warum nicht jemand, der vom Staat bestellt wird ? Ein Jurist z.B. ? Der Patient ist danach erlöst, aber wie sieht es mit dem Arzt danach aus. Der muss weiter leben in dem Bewusstsein einen Menschen umgebracht zu haben.
Hier versuchen viele Foristen, die Verantwortung für den Freitod auf jemanden anders abzuwälzen, namentlich auf die Ärzte

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aliof 19.02.2019, 15:08
23. Sie bringen da offenbar etwas durcheinander

Zitat von deufin
Die Möglichkeit für einen humanen Suizid sollte ein Grundrecht sein. Es ist geradezu Absurd, daß mir die Freiheit zu sterben nicht per Gesetzt zugestanden wird. Ich bin jetzt 41 und ich habe schlichtweg nicht vor ewig zu leben. Sobald meine körperliche oder geistige Leistung nicht mehr zulässt selbstständig zu leben, dann will ich bitte das recht haben mein Leben zu beendenm, weil ich es dann selbst nicht mehr als lebenswert erachte. Selbstbestimmt leben heißt eben auch, selbstbestimmt sterben zu dürfen.
.. denn sich selbst zu töten ist ERLAUBT , und wird auch getan. In manchen Lebensphasen ist es die häufigste Todesursache.

Warum aber wollen Manche von uns dazu den Segen von Anderen, oder gar, daß Andere sie töten?
Ich denke, daß das für Andere eine lebenslange Belastung wäre.
Und ich denke, daß es keinesfalls in den Aufgabenbereich von Ärzten gehört, Menschen zu töten.

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Bondurant 19.02.2019, 15:08
24.

Zitat von Kanalysiert
Unfassbar, dass man Menschen absprechen will, selbst über die Erträglichkeit ihres Leidens zu entscheiden. Ähnlich wie Organspendenverweigerer, bis sie auf einmal selbst Hilfe brauchen....und dann kommt die große Erkenntnis.
da sprechen Sie ein gutes Thema an: die Kannibalisierung unter den Menschen, die Nutzung eines Mitmenschen als Ersatzteillager, wird als moralisch hochstehend gewertet, die Assistenz beim Suizid als einem selbstbestimmten Lebensende dagegen verdammt. Der Widerspruch ist evident.

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aliof 19.02.2019, 15:09
25. Rechtlich , und dann sachlich gesehen ..

.. gibt es in D keine erlaubte Form aktiver Sterbehilfe,

.. anders als zB in einigen unserer Nachbarländer .. CH , NL und B. Wobei auch dort nach vollzogener Tötung eine staatsanwaltschaftliche Untersuchung , weil Tod aus nicht natürlicher Ursache , stattfindet.

Auch in den Niederlanden ist es nach wie vor jedem einzelnen Arzt erlaubt, dazu eine ganz eigene Meinung zu vertreten, und sich an einer Tötung auf Verlangen NICHT zu beteiligen.

Sachlich gesehen scheint mir das Töten von Menschen aber auch nicht wirklich eine ärztliche Tätigkeit zu sein.

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hal5000 19.02.2019, 15:11
26. Interessant...,

dass noch nicht ein Schreiber auf den eigentlichen Punkt Bezug genommen hat - nämlich auf die Tatsache, dass das Bundesgesundheitsministerium sehenden Auges gegen geltendes Recht, hier in Form höchstrichterlicher Rechtsprechung, verstößt. Und die Bundesärztekammer richtet sich in diesem offensichtlich rechtswidrigen Zustand bequem ein...

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Bondurant 19.02.2019, 15:13
27.

Zitat von aliof
.. gibt es in D keine erlaubte Form aktiver Sterbehilfe,
es geht um Beihilfe zur Selbstötung und die ist in der BR Deutschland seit jeher straffrei. Das ist eben keine aktive Sterbehilfe.

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Bondurant 19.02.2019, 15:15
28.

Zitat von aliof
Sachlich gesehen scheint mir das Töten von Menschen aber auch nicht wirklich eine ärztliche Tätigkeit zu sein.
Der Arzt soll nicht töten, sondern dem Selbsttötungswilligen die angemessenen Mittel zum Suizid zur Verfügung stellen. Das ist etwas anderes.

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Methusalixchen 19.02.2019, 15:16
29. Schon Eugen Roth wußte, worum es beim Arzt geht:

Was bringt den Doktor um sein Brot?
a) die Gesundheit, b) der Tod.
Drum hält der Arzt, auf daß er lebe,
Uns zwischen beidem in der Schwebe.

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