Forum: Gesundheit
Wartezeiten auf einen Therapieplatz: Wie ein Lobbyverband psychisch Kranken schadet
Studio Pong/ DER SPIEGEL

Psychisch Kranke müssen ewig auf einen Therapieplatz warten, weil das System eine Behandlung von Menschen mit geringen Leiden fördert. Besserung ist nicht in Sicht - ein mächtiger Lobbyverband verhindert jede Reform.

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marius.rubo 05.07.2019, 13:55
150. Verbale Entgleisung im 3Sat

Unglaublich, aber in diesem Video hat Herr Lütz nun tatsächlich vor laufender Kamera darüber gespottet, dass der "junge Werther" heutzutage eine Behandlung bekäme: https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/psychofalle-100.html Zur Erinnerung: diese Romanfigur hat sich am Schluss in den Kopf geschossen.

Herr Lütz beschwert sich, dass mit heutigen Behandlungsmethoden die "ganze Romanliteratur hinfällig" würde. Lieber Herr Lütz, warum fahren Sie nicht als nächstes eine Kampagne gegen die Diplomaten und Botschafter? Ohne Krieg und Völkermorde wären doch die Geschichtsbücher irgendwie langweilig, oder?

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ms_priv 11.07.2019, 07:44
151. Heuchelei

Heuchlerisch wird immer wieder der Ausbau der Therapiekapazitäten boykottiert.
Das probateste Mittel (noch weit besser, als Neuzulassungen), ist und bleibt die ersatzlose Abschaffung der Diskriminierung von psychisch erkrankten Patientinnen und Patienten durch ersatzlose Streichung des (zudem recht teueren) Gutachterverfahrens. Hier würden (je nach Psychotherapieverfahren) pro Woche zwischen sechs und zwölf Therapietermine pro voller Zulassung (also pro Therapeut) mehr angeboten werden können. Aber genau dies ist über eine Pseudo-Vereinfachung erneut 2017 verhindert worden.
Insofern ist real davon auszugehen, dass Politik (welche die Rahmenvorgaben macht), sowie die Vertreter der Ärzteschaft und der Krankenkassen (die den G-BA konstituieren, welcher die konkreten Regulierungen ausarbeitet und verabschiedet) überhaupt kein Interesse daran haben, die psychotherapeutische Versorgung für psychisch erkrankte Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Zu erwähnen sei auch noch, dass auch die aktuelle Psychotherapie-Richtlinie des G-BA keine supportive (also reich stützende) Therapie erlaubt, wie auch faktisch die Behandlung sehr schwer (chronisch) erkrankter Patientinnen und Patienten ausschließt (§26, Abs. 3).

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Ehm 12.07.2019, 15:09
152. Burn-out ist eine Krankheit

Die Behauptung, dass Burn-out keine Krankheit sei, halte ich für fragwürdig. In Kapitel 4 seines Buches "Arbeit - Warum sie uns glücklich oder krank macht" legt der Neurowissenschaftler und Psychotherapeut Prof. Dr. Joachim Bauer sehr detailliert und mit Belegen die Unterschiede zwischen Burn-out und anderen psychischen Erkankungen dar und liefert dafür empirische Belege.

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