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Weltgesundheitsorganisation: So viel sollten sich Kleinkinder bewegen
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Die WHO empfiehlt erstmals, wie lange sich Kleinkinder bewegen und wie viel Zeit sie vorm Bildschirm verbringen sollten. Bei bis zu Zweijährigen gilt eine strikte Vorgabe.

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maikäfer 24.04.2019, 17:31
1. Der Anblick

von Kleinstkindern, die teilnahmslos in Tablet oder Smartphone starren macht mich unendlich traurig. Die Hauptnahrung des kindlichen Gehirns sind konkrete, eindeutige Umweltdaten und keine diffus-visuelle Datensoße. Die daraus resultierende Handlungsunfähigkeit des betroffenen Menschen ist somit angezüchtet.
Spitzer, ick hör Dir trapsen....

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austromir 24.04.2019, 17:33
2. Reiseverbot

Im Prinzip spricht die WHO ein Reiseverbot für Kinder unter 5 Jahren aus. Das wird wohl bei vielen nur Kopfschütteln auslösen.

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madameping 24.04.2019, 17:35
3. Ich verstehe dieses Problem nicht

Als Kleinkind, als Vorschul-Kind bin ich den ganzen Tag draußen gewesen. Wir haben - jeweils dem Alter entsprechend - in den Gärten getobt oder auf Wiesen oder auf Feldern oder bei schlimmen Regen in einem eigens für uns geschaffenen Raum im Keller mit einer tollen Höhle aus alten Decken Blödsinn gemacht. Wir haben im Dreck gewühlt und uns nach allen Regeln der Kunst eingesaut. Ob bei Schnee oder Sonnenschein oder Kälte oder Hitze. Wir waren draußen und auch keineswegs ständig unter sorgenvoller Aufsicht. Unsere Mütter wurden deswegen nicht wegen schwerer Kindesmisshandlung oder Vernachlässigung an den Gesellschaftspranger gestellt. Wir sind gerannt, gelaufen, sind auf Bäume geklettert, heruntergeflogen, mit dem Dreirad und später mit dem Fahrrad hingefallen, sind wieder aufgestanden, haben uns gehauen, geheult und wieder vertragen und haben uns über was auch immer schlappgelacht. NIEMAND, nochmals - niemand hat dabei Schaden erlitten.
Auch als Schulkind oder später als Jugendliche waren wir nach der Schule und den Schularbeiten draußen - und haben uns bewegt.
In der Schule haben wir nicht umhergezappelt und im Restaurant sind wir auch nicht über Tische und Bänke gesprungen oder den Kellnern in die Beine gerannt - denn wir waren erzogen und körperlich ausgelastet.
Ich verstehe beim besten Willen nicht, was den heutigen Kindergenerationen angetan wird. Stattdessen missbraucht man sie einerseits als Statussymbol und andererseits als Provokationsmittel. DAHINTER verbirgt sich die wahre Kinderfeindlichkeit. Hierüber sollte endlich einmal reflektiert werden.

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fred.heine 24.04.2019, 17:40
4. Sitzt er schon, spricht er schon?

"Und wie geht es Ihrem Sohn? Sitzt er schon? Spricht er schon?" Loriot: "Mein Sohn ist 16 Jahre alt. Er sitzt und spricht."

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ekel-alfred 24.04.2019, 17:46
5. Dito!

Zitat von madameping
Als Kleinkind, als Vorschul-Kind bin ich den ganzen Tag draußen gewesen. Wir haben - jeweils dem Alter entsprechend - in den Gärten getobt oder auf Wiesen oder auf Feldern oder bei schlimmen Regen in einem eigens für uns geschaffenen Raum im Keller mit einer tollen Höhle aus alten Decken Blödsinn gemacht. Wir haben im Dreck gewühlt und uns nach allen Regeln der Kunst eingesaut. Ob bei Schnee oder Sonnenschein oder Kälte oder Hitze. Wir waren draußen und auch keineswegs ständig unter sorgenvoller Aufsicht. Unsere Mütter wurden deswegen nicht wegen schwerer Kindesmisshandlung oder Vernachlässigung an den Gesellschaftspranger gestellt. Wir sind gerannt, gelaufen, sind auf Bäume geklettert, heruntergeflogen, mit dem Dreirad und später mit dem Fahrrad hingefallen, sind wieder aufgestanden, haben uns gehauen, geheult und wieder vertragen und haben uns über was auch immer schlappgelacht. NIEMAND, nochmals - niemand hat dabei Schaden erlitten. Auch als Schulkind oder später als Jugendliche waren wir nach der Schule und den Schularbeiten draußen - und haben uns bewegt. In der Schule haben wir nicht umhergezappelt und im Restaurant sind wir auch nicht über Tische und Bänke gesprungen oder den Kellnern in die Beine gerannt - denn wir waren erzogen und körperlich ausgelastet. Ich verstehe beim besten Willen nicht, was den heutigen Kindergenerationen angetan wird. Stattdessen missbraucht man sie einerseits als Statussymbol und andererseits als Provokationsmittel. DAHINTER verbirgt sich die wahre Kinderfeindlichkeit. Hierüber sollte endlich einmal reflektiert werden.
Echt? Und das haben Sie alles überlebt?
Aus Ihren Zeilen lese ich, dass wir zur gleichen Generation gehören. Auch ich hatte diese tolle Kindheit und konnte draußen im Dreck spielen. Vermutlich hat das mein Immunsystem gestärkt und ich muss mir heute keinen Kopf um irgenwelche Allergien machen.
Generation "Wischen" wird dieses Glück später wohl nicht haben.

BtW:
Wie hat die Menschheit eigentlich ohne WHO überlebt?

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rover600 24.04.2019, 17:49
6. Gut zu wissen!

Irgendwann bekommen wir auch noch den Ratschlag, dass man Kinder nicht in die Mikrowelle stecken darf...
Ich bin Vater von zwei (inzwischen erwachsenen) Kindern, und ich kann nur staunen, dass wir das geschafft haben ohne die ganzen Ratgeber!

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gehdoch 24.04.2019, 17:53
7. Ich könnte schreien...

Als Erstes: ja ich habe selber Kinder (8 und 11) und damit sind sie in einem Alter, dass sie eine Welt ohne Smartphones gar nicht kennen (vor allem wegen uns Erwachsenen). Ich weiß also um die Verlockungen und die Schwierigkeiten, irgendeine form von Konsequenz in das Ganze zu bringen. Ich glaube, wir haben das ganz gut hinbekommen ...bisher...
Unser Großer hat vor Kurzem (Zur Einschulung in die fünfte Klasse eines Gymnasiums) sein erstes Handy bekommen. Er hat keinen Vertrag mit mobilen Daten, sondern nutzt es außer Haus nur der Erreichbarkeit wegen. Whatsapp, ja, aber nur im heimischen WLAN und abends bleibt das Handy bei uns.
Warum ich finde, dass wir das gut hinbekommen haben?
Weil er noch nicht einmal Anstalten gemacht hat, daran etwas ändern zu wollen. Ihn nervt das ständige Gebimmel, wenn in seiner einzigen Whatsappgruppe (Nur ausdrücklich ihm Bekannte Freunde) Abends noch hin und her chatten, er hat da nicht mal Bock drauf. Auch Internet unterwegs hat er noch nie vermisst und Fortnite spielt er auch nicht (Er findet Shooter doof).
Notwendig war dafür, dass vor allem ICH in den letzten Jahren mein Handyverhalten grundlegend geändert habe und es somit nicht ständig präsent ist in unserem Haushalt und bei Mahlzeiten sogar strikt Tabu. Meine Frau ist da eh immer schon ablehnend unterwegs.

Was ich kürzlich in einem Familienhotel im Urlaub erlebt habe, hat mir einfach nur noch unendlich viel Angst gemacht:

Eine Familie setzt sich an den Tisch. Der ca. 12 Jährige mit Handy vor den Augen, die Mama auch und das KLEINKIND (ca. 8 Monate) Mit Schnuller im Kindersitz hat ein Handy auf dem Tisch stehen, auf dem Cartoons laufen... Das ganze Essen über. Ach ja, Papa tatsächlich nicht, der hat ordentlich reingehauen :)

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zzipfel 24.04.2019, 17:54
8. Und machen Sie Kleinstkinder, die teilnahmsvoll

Zitat von maikäfer
von Kleinstkindern, die teilnahmslos in Tablet oder Smartphone starren macht mich unendlich traurig.
auf Tablet oder Smartphone starren, unendlich fröhlich? Wenn ja, warum und wieso unendlich?

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vera gehlkiel 24.04.2019, 17:55
9.

Ich mag die WHO und ihre Empfehlungen. Wenn man den substantiellen Unterschied zwischen Empfehlung und Befehl verstanden hat, ist das wohl unvermeidlich. Niemals war mehr gelebte täglich tätige Demokratie, als sie solche grossen NGO's erschaffen können. Wenn ich selbst an "meine Kindheit" denke, sind ausnehmend alle artefaktischen Bildbeschwoerungen "draußen". Mein Bruder und ich sind ziemlich frei aufgewachsen, und ich kann den Artikel nur insoweit bestätigen, dass ohne elterliche Regressionstendenz Kinder permanent raus wollen, oder draußen bleiben, drinnen nur was geholt, angemalt oder überklebt wird. Es war bei uns jedenfalls ganz genau so. Für mich ist bis heute "Draußensein" identisch mit "Glück". Fatal am Bildschirm ist halt die Draussenillusion, welche er unvermeidlich erzeugt. Kinder von so einem Ding wieder wegzukriegen ist wirklich ein Kreuz. Aber ein sich entschieden verlohnender "Kampf ums Eingemachte", daran glaube ich fest.

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