Forum: Gesundheit
Weltweite Analyse: Umweltverschmutzung verkürzt jedes sechste Leben
REUTERS

Jährlich neun Millionen Todesfälle weltweit hängen mit einer verschmutzten Umwelt zusammen, zeigt eine aktuelle Analyse. Auch in Deutschland fordert sie jährlich Tausende Leben. Schuld ist vor allem belastete Luft.

Seite 3 von 5
Stefan_G 20.10.2017, 12:22
20. zu #12

Zitat von sandmann888
Wo kommen eigentlich diese Zahlen her? Irgendwo habe ich gelesen, dass es sich hier "nur" um statistische Angaben handelt, die auf Basis "vermuteter" Auswirkungen hochgerechent wurden. Daher meine Frage: gibt es klinische Studien, die eindeutig einen Zusammenhang hinsichtlich Grad der Luftverschmutzung und Todesraten belegen? Mir sind keine bekannt. Es sollte ja nicht so schwierig sein, anhand von epidemiologischen Daten in Deutschland eine Korrelation zwischen dem Grad der Luftverschmutzung und den Todesraten basierend auf den "hypothetischen" Auswirkungen herstellen zu können. Dann hätte man wenigstens mal einen Hinweis, der aber dann immer noch nicht zwingend sein muss. Bisher ist das doch alles Kaffeesatzleserei - zumindestens was die Situation in Deutschland angeht. Spielt aber natürlich gewissen Gruppierungen in unserer Gesellschaft wunderbar in die Karten.
Die hier vorgelegten Zahlen beruhen auf epidemiologischen Daten in Deutschland, ihre Forderung ist insofern bereits erfüllt.
Aber: Es gibt keine klinische Studie zu diesem Thema, denn eine solche müsste über z.B. 40 Jahre angelegt sein und z.B. je 100.000 Personen aus einer stark und einer wenig umweltbelasteten Region in Deutschland einschließen. Die Kosten beliefen sich im Bereich eines 1stelligen Mrd-Betrags, bisher war niemand willens, eine derartig breite angelegte Untersuchung zu bezahlen, um eine Binsenweisheit zu bestätigen "Umweltverschmutzung kann lebensverkürzend wirken".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
marianne.weber 20.10.2017, 12:24
21.

Manchmal frage ich mich, wie die Leute dazu kommen, bei einem solchen Artikel schockiert nach Luft zu schnappen, aber dann mit ihrem Euro 5 Diesel zum Kiosk fahren, eine Stange Zigaretten kaufen, den Müll achtlos auf den Boden werfen und das Auto anschließend in der eigenen Einfahrt zu waschen.
Alle regen sich über die Politik auf und bedanken sich bei Merkel, haben hinsichtlich ihres eigenen Beitrags zu diesen tödlichen Umweltproblemen aber die Scheuklappen auf...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
k.michael62 20.10.2017, 12:33
22. Kernpunkt aller Umweltprobleme

was ich heute am meisten vermisse in den gesamten Diskussionen, ist es wirklich nachzugehen, wo ein eingesetzter Euro den meisten Effekt erzielen könnte.
jenseits ideologischer Blendung einfach nachzudenken oder maximale Effekt bei minimalem Einsatz erzielt werden kann.
nicht ein "du darfst nicht", sondern ein "wenn wir das hier tun", dann können wir viel bewegen.
allerdings lassen sich damit keine zusätzlichen Steuern rechtfertigen oder heben, das wird das tiefere Problem sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Stefan_G 20.10.2017, 12:43
23. zu #16

Zitat von nostalgikerin
Statistik schön und gut, aber wie wird eigentlich in diesen sog. "Sterbeursachen" gezählt? Etwa doppelt? Hat jemand Lungenkrebs: geraucht und an einer vielbefahrenen Ausfallstraße gelebt? Jemand stirbt vorzeitig, hat geraucht, getrunken, fett gegessen, sich nicht bewegt, auch noch genetisch vorbelastet, Feinstaub eingeatmet , und kommt dann bei einem Verkehrsunfall um - in welcher Statistik wird er denn jetzt gezählt? Daher: solange man nicht weiß, wie lange die Person gelebt hätte, wenn sie all diese Dinge NICHT gemacht hätte, sind solche Statistiken Schwachsinn, auch wenn hier einige sagen, dass Statistik "wissenschaftlich" ist. Das einzige, was man - durch Studien belegt - wissenschaftlich beweisen kann, ist ein erhöhtes Risiko, aber mit Sicherheit keine fixen Zahlen aufgrund von irgendwelchen Statistiken.
Wie Sie richtig erkannt haben, ist es (außer beim Verkehrsunfall) nicht möglich, sich hinsichtlich der Todesursache einer konkreten Person zweifelsfrei festzulegen. Das wird im Rahmen einer solchen epidemiologischen Untersuchung aber auch nicht gemacht.
Im Rahmen solcher Untersuchungen vergleicht man die Sterblichkeitsrate innerhalb großer Personengruppen miteinander.
Man nimmt z.B. eine Gruppe von 100.000 Leuten (m/w je 50%), Durchschnittsalter 58 Jahre, alles Nichtraucher mit einer vergleichbaren Gruppe aus Rauchern. Man wartet dann z.B. 5 Jahre ab und zählt in jeder Gruppe die inzwischen Verstorbenen. Das werden bei den Rauchern deutlich mehr sein, man kann aus der Differenz abschätzen, wie stark lebensverkürzend das Rauchen ist. Natürlich nicht beliebig präzise, immerhin hat man es mit 200.000 Individuen zu tun, von denen jeder sein eigenes Leben lebt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
runningstar 20.10.2017, 13:18
24. Wir haben in Deutschland pro

Jahr im Schnitt etwa 860.000 Tode derzeit. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/156902/umfrage/sterbefaelle-in-deutschland/
Das durchschnittliche Sterbealter betrug dabei 2015 bei den Männern 75,6 Jahre und bei den Frauen 82,2 Jahre, Tendenz stark ansteigend.
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Sterbefaelle/Tabellen/SterbealterDurchschnitt.html

Ein heute geborener wird in Deutschland vermutlich als Frau 93 Jahre alt und als Mann immerhin noch 90 Jahre alt im Schnitt.

Diese dieses oder jenes verursacht angeblich so und so viel Tote im Jahr finde ich recht albern. Wir sind tagtäglich tausenden von Risiken ausgesetzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand deshalb stirbt, weil er an einem Dieselauspuff geschnuppert hat oder in der Küche Schmorbraten kocht, dürfte so dermaßen gering sein, dass es nicht relevant ist. Es gibt viele Feinstaube in der Küche. In Deutschland kocht den größeren Anteil an Zeit die Frau. Trotzdem werden Frauen deutlich älter.

Mir scheint es eher so, dass mit Gewalt versucht werden soll, etwas besonders schlecht zu reden, damit die Leute Angst bekommen. Angst bekommen sollte man aber eher vor denen, die ständig mit ihrem gehobenen Zeigefinger durch die Gegend laufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
guidomuc 20.10.2017, 13:24
25.

Zitat von Andraax
Eine Frechheit, dass sich unbedarfte Zeitgenossen über wissenschaftliche Methoden auslassen, von denen sie nichts verstehen. Statistik ist DIE wissenschaftliche Technik um Vorhersagen aus begrenzten Daten zu generieren. Die Statistik folgt dabei genau festgelegten wissenschaftlichen Standards. Wenn Sie Statistik in Frage stellen, stellen Sie jeden wissenschaftlichen Fortschritt der letzten Jahrhunderte in Frage!
Bitte kein Bashing. Die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens sind mir vertraut, es ist vielleicht noch etwas komplizierter als beschrieben. Ich wende mich aber gegen Alarmismus und Sensationsjournalismus. Das Thema ist Ihnen wichtig, das sieht man an Ihren vielen Kommentaren, und ich respektiere das. So ist Ihnen sicher auch nicht entgangen, dass gem. UBA seit dem Jahr 2000 die Emissionen u.a. von Stickoxiden deutschlandweit um 50% zurückgegangen sind. Damit sind statistisch schon mal nur die Hälfte der Menschen gestorben wie noch vor 17 Jahren an der Todesursache "Stickoxidvergiftung". Das ist doch schön, aber darüber schreibt niemand, es verkauft sich nicht, im Gegenteil wird z.B. wegen der NOx Emissionen gegen die Automobilindustrie* gehetzt als würde morgen die Welt untergehen. Sicher es gibt umwelttechnisch noch viel zu tun, aber bleiben wir sachlich...

*Ja, die haben beschi... und das gehört bestraft, hier geht es aber um was anderes

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Andraax 20.10.2017, 13:31
26.

Zitat von runningstar
Jahr im Schnitt etwa 860.000 Tode derzeit. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/156902/umfrage/sterbefaelle-in-deutschland/ Das durchschnittliche Sterbealter betrug dabei 2015 bei den Männern 75,6 Jahre und bei den Frauen 82,2 Jahre, Tendenz stark ansteigend. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Sterbefaelle/Tabellen/SterbealterDurchschnitt.html ... Mir scheint es eher so, dass mit Gewalt versucht werden soll, etwas besonders schlecht zu reden, damit die Leute Angst bekommen. Angst bekommen sollte man aber eher vor denen, die ständig mit ihrem gehobenen Zeigefinger durch die Gegend laufen.
Ihre Sterbetafeln haben mit wissenschaftlicher Aufarbeitung der Sterbeursachen nichts zu tun. Die Zusammenhänge zwischen Lebenserwartung und Risiken, die Sie dekonstruieren, können Sie durch keinerlei Analyse untermauern. Reine Kaffesatzleserei ohne Bedeutung, um Leute zu diskreditieren, die Sie nicht mögen ("die ständig mit ihrem gehobenen Zeigefinger durch die Gegend laufen", womit Sie sicher die Grünen meinen).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
williamh.bonney 20.10.2017, 13:45
27. Werde mich mal über die Methodik informieren

Zitat von Andraax
Wenn es Sie interessiert, dann lesen Sie die Publikation aus dem Lancet, die im Artikel verlinkt ist, und die Grundlage für den Artikel darstellt. Diese 50-seitige (das ist rießig für solche Fachartikel) Publikation scheint sehr gut ausgearbeitet. Ich habe nur überflogen keine Zeit alles zu lesen, das Abstrakt reicht um die zentralen Aussagen zu verstehen. Falls Sie Zweifel an der wissenschafftlichen Methodik und der Statistik dahinter haben, lesen Sie den Abschnitt "Methods", dort wird genau dargelegt, wie die Daten erhoben wurden, welche Kategorisierungen vorgenommen wurden, welche statistischen Techniken zur Anwendung kamen. Statistik sagt immer aus, dass Ergebnisse mit einer bestimmten Irrtumswahrscheinlichkeit zutreffen (hier mit einem Konfidenzintervall von 95% für die meisten Ergebnisse). Da diese 95% den augenblicklich besten Wissenstand darstellen, sollte man danach Entscheidungen treffen - das ist Wissenschaft!
Ich spiele ich auch kein Lotto

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jjcamera 20.10.2017, 13:55
28. Statistiker am Werk

Vor einiger Zeit kam die Meldung, dass Überernährung bei weitem die häufigste Todesursache weltweit ist, noch vor der Unterernährung (SPON). Und dann erst als Drittes kommt die Umweltverschmutzung. Wobei es schwierig ist, die Todesursache eines überernährten und alkoholsüchtigen Rauchers, der an einer viel befahrenen Straßenkreuzung lebt, zu eruieren. Er taucht in allen drei Todesursachen-Statistiken auf.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karl-felix 20.10.2017, 14:07
29. Versuchen

Zitat von k.michael62
was ich heute am meisten vermisse in den gesamten Diskussionen, ist es wirklich nachzugehen, wo ein eingesetzter Euro den meisten Effekt erzielen könnte. jenseits ideologischer Blendung einfach nachzudenken oder maximale Effekt bei minimalem Einsatz erzielt werden kann. nicht ein "du darfst nicht", sondern ein "wenn wir das hier tun", dann können wir viel bewegen. allerdings lassen sich damit keine zusätzlichen Steuern rechtfertigen oder heben, das wird das tiefere Problem sein.
Sie doch erst gar nicht die Leute zu verdummen nur um bei sich selbst nichts zu ändern . .
Es ist ganz simpel : Wenn jeder vor seiner eigenen Haustür fegt, wird es überall sauberer. Also fahren Sie morgen mit dem Fahrrad zum Bäcker oder gehen Sie zu Fuss. Das ist mehr für die Umwelt getan als einen Euro für Diesel auszugeben .

Sie verstehen ? Für 80% der Umweltzerstörung sind 20% der Menschen verantwortlich , wir die Industriestaaten .

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 5