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WHO-Studie: Warum Männer kürzer leben
DPA

Die Weltgesundheitsorganisation wollte wissen, warum Frauen überall auf der Welt älter werden als Männer. Aus ihrer globalen Studie lassen sich diese sechs Erkenntnisse ableiten.

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underdog 05.04.2019, 14:49
110.

Zitat von Kampfgeist
Männer arbeiten härter und mehr. Das beinhaltet eine andere Art von Verschleiß. Aber natürlich kein Wort davon im Artikel, weil das den Genderpaygap rechtfertigt. Aufgrund der Rollenverteilung fühlt sich der Mann für die Versorgung der Familie und die Gewährung von Freizeit für die Hausfrau und Mutter verantwortlich.
Lassen wir mal die Geschlechter außen vor und halten einfach nur mal folgendes fest:
Ein Teil der Gesellschaft verdient statistisch (im Durchschnitt!) mehr als der andere. Allerdings gibt der statistisch besser verdienende Teil gesamtgesellschaftlich betrachtet einen erheblichen Anteil seines Verdienstes zur Versorgung des statistisch schlechter verdienenden Teils aus und trägt dazu in vielen Haushalten die finanzielle Haupt- oder gar Alleinverantwortung. Interessanterweise ist zudem der statistisch schlechter verdienende Teil der mit der weitaus größeren Kaufkraft. D.h. NETTO sieht es mit der finanziellen Mittelverteilung am Ende des Tages doch etwas anders aus. Wäre es nicht unredlich, diese Tatsache unter den Tisch fallen zu lassen?

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shekina_niko 05.04.2019, 14:51
111.

1. @ Keene Ahnung: "Ich kenne etliche Männer, die gern Grundschulpädagogik studiert hätten, aber nur hohe 1,X Abinote hatten und keine niedrige und es aussichtslos war sich überhaupt zu bewerben. Könnte man ja auch mal über Quoten nachdenken!"

2. @ mark.muc: "Er behauptet implizit aber, daß auch im Bildungsbereich Macht ausgeübt wird. Übrigens auch in der weiblich dominierten familiären Erziehung."


Zu 1.: Dass es derart gute Abi-Noten braucht fürs Grundschulstudium war mir nicht bewusst. In diesem Fall wären Quoten tatsächlich angebracht. Es darf nicht sein, dass Jungs in der Grundschule benachteiligt sind durch ein Unterrichtssystem, auf das Mädchen besser ansprechen. Ich habe männliche Grundschullehrer schmerzlich vermisst in der Schulzeit meiner Söhne.

Ebenso war das in der Kindergarten und später Kita. Kein einziger Erzieher, kein Kinderpfleger war in den Einrichtungen tätig, die meine Söhne besuchten. Da kann man aber sicherlich nicht von einer zu großen Hürde wegen Abi-Noten sprechen. Bisher habe ich als Erklärung für das dortige Fehlen von Männern stets die dürftige Entlohnung und das geringe Prestige erhalten.

Zu 2.: Dass mit Erziehung und Bildung Macht ausgeübt werden kann, bestreitet wohl niemand. hexagon behauptet aber, dass im Bildungssystem "das Matriarchat Männer unterdrückt". Das halte ich tatsächlich für lächerlich, denn dies insinuert, dass die Entwicklung des Bildungssystems irgendwie von dunklen feministischen Kräften gesteuert wurde.

Weder in Familien noch in Kitas gibt es eine geheime Verschwörung von Frauen, die Männer davon abhält sich einzubringen, Jungs zu unterstützen und zu fördern. Ebenso halten keine militanten Matriarchinnen Wache, damit Väter von Elternabenden fernbleiben oder sich nicht in Elternbeiräten engagieren. Dort waren in der Schulzeit meiner Söhne viel seltener Väter anzutreffen, manchmal auch gar keine.

Dass sich Väter vor dem Umgang drücken oder sich aus der Betreuungs- und Erziehungsarbeit heraushalten, kommt wesentlich häufiger vor, als dass Mütter die Kinder von ihnen fernhalten wollen. Kürzlich ergab eine Umfragen, dass ein Großteil der deutschen Väter lieber ihrer Berufstätigkeit nachgehen, als Zeit mit ihren Kindern zu verbringen.

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theodtiger 05.04.2019, 14:51
112. unreflektiert und zynisch

Zitat von Clara Effing
Hier erzählen, dass der Artikel die Sachlage verkürzt darstelle, und dann selbst nur halbgaren hier absetzten: "viel höherer Arbeitsstress": von Frauen wird erwartet, dass sie arbeiten UND Kinder gebären und sich um diese kümmern UND alternde / kranke Verwandte pflegen UND dann auch noch Zeit für ihren Partner haben. Das ist 24/7, ohne Urlaub. Bekommt man auch keinen Preis für. "viel häufiger Opfer von Gewalttaten, bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen," nicht, dass es auch fast ausschliesslich Maenner sind, die Gewalt und Krieg anzetteln und auch noch befeuern. Da kommt eins zum anderen. "schwierige und gesundheitsgefährdende Jobs z.B. im Straßenbau, Bergbau, Stahlindustrie, Müllabfuhr" - bitte, auf welchen prozentuellen Anteil der Bevölkerung trifft das zu (Ich buchstabiere mal aus: Im Artikel geht es darum, dass Männer STETS früher sterben)? Und typische Frauenberufe die körperlich und psychisch belastend sind wie etwa in der Pflege, an Fliessbändern und in Fabriken kann man ja auch einfach mal ausschweigen. "Prägend ist auch, dass sich Frauen in der Partnerwahl im sozio-ökonomischen Status eher nach "oben" orientieren, wo es für den Partner stressiger ist)" - Bitte im neuen Jahrtausend ankommen. Danke.
Das obige ist unreflektiert und zynischer und zudem sexistisch. Entgegen der Behauptung pflegen längst nicht alle Frauen Angehörige oder gebähren und erziehen kleine Kinder. Dafür gibt es auch Mutterschutz, Erziehungszeiten, Pflegeversicherung und das Einkommen von Partnern. Also stimmt es nicht generell, dass Frauen das oben Beklagte müssten. Geradezu zynisch ist es, den Kriegstoten, die oft in Armeen gepresst wurden, zu sagen, "dass es auch fast ausschliesslich Maenner sind, die Gewalt und Krieg anzetteln" - sie also quasi selbst schuld seien. Der Anteil am Schüren von Auseinandersetzungen und Kriegsbegeisterung von einigen (oder vielen) Frauen kann auch nicht einfach so vernachlässigt werden. Und was der Quatsch vom "im neuen Jahrtausend ankommen" soll, erschließt sich auch nicht. Nach allen bisherigen mir bekannten Untersuchungen ist die Aussage empirisch zutreffend - auch wenn sie mancher Feministin nicht passen mag. Schließlich sollte immer beachtet werden, dass es bei Gesundheit und Lebenserwartung um das Schicksal einzelner Menschen geht. Dabei sind ideologische Zusammenfassung zu Gruppen fehl am Platze, mit denen dann in sexistischer Weise allein aufgrund des Geschlechts argumentiert wird (selbst schuld am Tod im Krieg, weil deine Geschlechtsgenossen diesen angezettelt haben)..

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shekina_niko 05.04.2019, 15:34
113. Zusatz zu 111.

Gerade ist dieser Artikel erschienen, der die Situation in der Schweiz aufzeigt, die mit der in Deutschland vergleichbar ist:
https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/wo-die-wenigsten-maenner-unterrichten/story/20617629

Auch dort fehlen Männer in Kindergärten, Kitas und Grundschulen (Primarschulen genannt). Es gibt aber keine Abiturnoten-Hürde, das Problem wird offenbar einzig auf das zu geringe Gehalt und das niedrigere Prestige zurückgeführt:

Zitat Ron Halbright, Präsident des Vereins «Männer an die Primarschule»: «Es ist aber schwierig, die Gymnasiasten für den Primarlehrerberuf zu begeistern», sagt er – weil die jungen Männer andere Ziele vor Augen hätten, aber auch, weil Primarlehrer vielerorts noch immer 20 Prozent weniger verdienen als ihre Kollegen auf der Sekundarstufe I. Und: Weil der Primarlehrerberuf an Gymnasien wenig gelte.

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katj.steinb 05.04.2019, 15:40
114. Männer und Frauen nicht vergleichbar...

Männer haben mehr Stress, regieren die Welt, kontrollieren das Wirtschaftsleben, erfinden ständig neu dinge,
haben mehr Hobbies, treiben mehr riskante Sportarten, usw.
...Frauen dagegen machen den ganzen Tag nichts anderes ausser telefonieren und mit dem Smartphone spielen , klar , daß man länger lebt aber auch langweiliger lebt!!!

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ernst b. 05.04.2019, 17:39
115. Alles im Lot

Da es sich um ein statistisches Mittel handelt, ist es mir das Thema eigentlich wurscht. Und mein Leben im letzten Viertel noch mal abzusoften? Nein danke. Ich habe bisher gern als Mann gelebt - mit allen Macken und ein wenig unvernünftiger. . Und dass meine Frau ggf 5 Jahre länger auf diesem Planeten verweilt, gönne ich ihr. Sie ist eh 11 Jahre jünger und kann mit den 16 Jahren ohne mich noch mal gut etwas anfangen.

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22tango 05.04.2019, 18:41
116. Evolution

Es gibt noch ein anthropologisches Argument: Während alte Frauen in der Steinzeit wichtige Aufgaben in der Sippe übernahmen, waren alte Jäger zu nichts zu gebrauchen. Die waren seit Alters her unnütze Esser, die in ihrer Höhle nur auf dem Sofa lagen. Das hat die Evolution auf ihre Weise geregelt.

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steffen.mueller 05.04.2019, 19:54
117.

Zitat von theodtiger
In dem Artikel werden wesentliche Faktoren der kürzeren Lebenserwartung von Männern etwas verkürzt dargestellt. Zum einen werden Männer viel häufiger Opfer von Gewalttaten, bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen, als Frauen. Außerdem bedeutet die immer noch gesellschaftlich geprägte Männerrolle als Hauptverdiener in Beziehungen und Familien einen deutlich höheren Arbeitsstress (schwierige und gesundheitsgefährdende Jobs z.B. im Straßenbau, Bergbau, Stahlindustrie, Müllabfuhr,etc mit längerer Wochenarbeitszeit und mehr Überstunden sowie mehr Einsatz zwecks Aufstieg) einen schnelleren "Verschleiss" und weniger Zeit für Gesundheitsvorsorge und rechtzeitiger Behandlung von Krankheiten. (Prägend ist auch, dass sich Frauen in der Partnerwahl im sozio-ökonomischen Status eher nach "oben" orientieren, wo es für den Partner stressiger ist). Das Korrelat davon ist der sogenannte "gender pay gap", der für die Männer allerdings teuer - oft auch zugunsten von Partnerin und Familie - erkauft ist.
Sehr gut zusammengefasst. Das müsste in Broschüren verfasst und ans Frauenministerium verschickt werden.

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h.kuebler 06.04.2019, 01:20
118. Das war einmal

Zitat von Andalusier
Viel Frauen jammern über ihre Benachteiligung in unserer Gesellschaft. Aus dieser Statistik könnte man entnehmen, dass Frauen in unserer Gesellschaft bevorzugt behandelt werden. Warum dürfen Frauen früher in Rente gehen ? Eigentlich müssten Frauen länger arbeiten als Männer, da sie auch einige Jahre mehr Rente bekommen. Ist dieser Schluss provokativ ? Ich finde ihn einfach nur logisch.
Es ist Ihnen offenbar entgangen. Schon vor vielen Jahren wurde das unterschiedliche Renteneintrittsalter für Männer und Frauen abgeschafft. Beide Geschlechter arbeiten bis 67. Ab 63 kann man abschlagsfrei in Rente gehen, gilt natürlich auch gleichermaßen für Mann und Frau.

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