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Wirkstoff-Kopie statt 1000-Dollar-Pille: Hepatitis-C könnte für 50 Dollar geheilt wer
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Das Medikament Sovaldi gegen Hepatitis C ging als 1000-Dollar-Pille in die Geschichte ein. Heute ließe sich für 50 Dollar eine ganze Therapie finanzieren - doch kaum ein Patient profitiert davon.

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COLLOT 02.11.2017, 22:50
40.

Entwicklungskosten, Herstellungskosten, Quersubventionierung, angemessener Gewinn...Alles schön und gut. Aber die sehr hohen Milliardengewinne der Pharmaunternehmen sprechen eine deutliche Sprache, dass die Preise einfach überhöht sind.

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eifrigerleser 02.11.2017, 22:56
41. Der Preis ...

Zitat von micromiller
ist moralisch, ethisch zu rechtfertigen, wenn nur dadurch menschliches Leid beendet werden kann. Ein sinnvoller Weg wäre jedoch, wenn sich die Gesundheitspolitiker der G20 mit dem Hersteller auf eine kostengerechten Preis einigen könnte. G20 könnte dann außer Kosten und Kravalle auch etwas sinnvolles generieren.
ist kostengerecht. Denn der Wirkstoff eines Medikamentes hat nach der Markteinführung nur ca 10 bis max. 15 Jahre Zeit, Gewinn zu erwirtschaften. Dann kommen die Generika-Produzenten, weil das Patent abgelaufen ist.

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Paul Lenz 02.11.2017, 22:59
42. @ schrumpel500

Dass die Entwicklungskosten hereingeholt werden müssen, erklärt noch lange nicht die seltsamen Auswüchse im Preissystem von Medikamenten. Nehmen wir zum Beispiel Pramipexol (100 x 0,7 mg), das verkauft der Originalhersteller immer noch für 300 Euro, obwohl es zahlreiche Generika gibt, die genau so gut wirken. Wie kann er den Preis auf dem Markt durchsetzen? Ein Generikum kostet 112 Euro, ein anderes nur 65 Euro. Ich glaube nicht, dass dieser Unterschied mit Herstellungskosten erklärt werden kann. Diese Preise sind pure Willkür.

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Benjowi 02.11.2017, 23:36
43. Überbordender Reibach mit der Gesundheit der Menschen!

Das ist leider nach neueren Untersuchungen ziemlicher Unsinn. Auf dem Markt für Krebsmedikamente laufen gerade ähnliche Exzesse ab. Dabei hat ein Hersteller mit einem Medikament, das genauer betrachtet wurde, mittlerweile über 100 Milliarden Dollar kassiert-mit Hinweis auf die Entwicklungskosten. Diese erwähnten Untersuchungen brachten allerdings zu Tage, dass die Entwicklungskosten in dem Fall, wie auch bei vielen anderen Medikamenten großzügig gerechnet bei ca. 6 Milliarden Dollar lagen.
Sowas ist ethisch unvertretbar, disqualifiziert das ganze Wirtschaftssystem und das gilt auch für das Hepatitis-Medikament.

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stephanengelhardt 02.11.2017, 23:39
44. extralegal ist ein toller begriff

Wenn ich mir demnächst extralegal zugriff auf Ihr Geld verschaffen kann, muß ich endlich keine überteuerten Medikamente mehr an Sie verkaufen um mein Auskommen zu haben.
Wer sich an dem Begriff stört, sollte sich vor Augen halten, das dies nur zu meinem besten geschieht.
Eine quasi gute Sache also.

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Benjowi 02.11.2017, 23:41
45.

Zitat von kumi-ori
Für ein Auto blättern die Leute das locker hin. Wenn es darum geht, ein Menschenleben zu retten, dann soll das jenseitss des guten Geschmacks sein? Wieviel zahlen die Leute für ein I-Phone? Wieviel für einen Kaffee im Pappbecher, bei dem überhaupt nichts neu entwickelt wurde, sondern nur einmal auf einen Knopf gedrückt wird?
Das Dumme ist nur, dass die Leute, die diese Preise für Autos zahlen nicht die Gleichen sind, die solch ein Medikament brauchen. Möglicherweise sind das sogar diejenigen, die das Medikament zu Mondpreisen verkaufen, denn die Entwicklungskosten und auch die Kompensationen für nicht erfolgreiche Entwicklungen liegen nach neueren Erkenntnissen bei Weitem und mit riesigem Abstand nicht so hoch, wie immer behauptet wird!

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cleos 02.11.2017, 23:54
46. Die ganze Geschichte (mit den Entwicklungskosten) gab's beim Stern

Den ganzen Hintergrund zu der Gilead-Hepatitis-Geschichte hat schon vor Monaten der Stern im Detail ausgeleuchtet. Im konkreten Fall sind die Entwicklungskosten letztlich auch nur ein verschwindend kleiner Bruchteil der Kosten. https://www.stern.de/gesundheit/wie-die-pharmaindustrie-ihre-marktmacht-missbraucht-6510110.html
Wenn man die ganze Stern-Geschichte liest, wird man zwar erst mal sehr traurig, versteht aber auch, wie ein großer Teil unserer Weltwirtschaft heute funktioniert. Schade, dass die Autorin die Erkenntnisse von der Konkurrenz nicht mit einbezieht. Hätte für die Geschichte und für die SPON-Leser Sinn ergeben und 80% der Kommentare wären glatt überflüssig gewesen.

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fred_m 03.11.2017, 00:38
47. Ja ja, die arme Firma Gilead, . . . .

Gilead hat Solvaldi nicht selbst entwickelt, sondern die Firma Pharmasset, die es entwickelt hat, in 2011 für 11 Milliarden dollar gekauft. Einzelheiten im Spiegel und Wikipedia:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sovaldi-warum-eine-pille-700-euro-kosten-darf-a-984738.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Gilead_Sciences#Kritik
Beide Artikel übersehen die Tatsache, dass der Marktwert von Gilead durch den Kauf von Pharmasset um mehr als 11 Milliarden gestiegen ist, so dass Gilead im Grunde Sovaldi gratis bekommen hat.
Wenn man liest, wie Foristen Gilead verteidigen, weil die Firma ihre horrende Entwicklungskosten zurückverdienen muss, dann kommen einem wirklich die Mitleidstränen. vor allem wenn man sich auch noch realisiert, dass Gilead jährllich ein vielfaches von den angeblichen Entwicklickungskosten mit Sovaldi verdient.
Für die Preispolitik von Gilead gibt es nur eine einzige richtige Bezeichnung: legalisierte Erpressung.

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kumi-ori 03.11.2017, 01:28
48.

Zitat von micromiller
ist moralisch, ethisch zu rechtfertigen, wenn nur dadurch menschliches Leid beendet werden kann. Ein sinnvoller Weg wäre jedoch, wenn sich die Gesundheitspolitiker der G20 mit dem Hersteller auf eine kostengerechten Preis einigen könnte. G20 könnte dann außer Kosten und Kravalle auch etwas sinnvolles generieren.
Warum lassen dann die Gesundheitspolitiker nicht selbst ein Medikament auf Auftragsbasis entwickeln, das sie dann so kostengerecht abgeben können, wie sie wollen?

Oder warum gründen die Pharmakritiker nicht auf Crowd-Funding-Basis eine eigene Firma, die ein Medikament entwickelt, das Kostengünstiger abgegeben werden kann?

Ich kann es Ihnen sagen: weil es gar nicht so unendlich viel kostengünstiger geht.

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mvaugusta8 03.11.2017, 04:01
49. unethisches Verhalten

Gilead hat mit Sovaldi in 3,5Jahren nach Expertenrechnungen ca. 30-35mrd Gewinn erzielt. Forschung und Zulassung sind sehr teuer und viele Testreihen werden niemals auf den Markt gebracht, sind also mit immensen sunk costs verbunden, dennoch wird mit diesem Medikament Wucher zu Lasten der Patienten und Gesundheitssysteme betrieben. Die Gewinne der Firma sind seit 2014 explodiert, alleine 2015 hat Gilead bei 32mrd Umsatz 18mrd Gewinn eingefahren, wobei ca. 12-15mrd Gewinn alleine auf Sovaldi zurückzuführen sind. Zudem hat sich der Börsenwert des Unternehmens seit 2013 vervielfacht, so dass sowohl das Unternehmen als auch die Shareholder königlich von dem Medikament profitiert haben. Vor diesem HIntergrund ist das rabiate Auftreten gegen Patentverletzungen in Entwicklungsländern sowie das Festhalten an den Mondpreisen in den Industrienationen einfach unethisch und sollte durch entsprechende Gesetze geregelt werden.

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