Forum: Gesundheit
Zahlungen an Ärzte: Keiner ist so nett wie der Pharmareferent
DPA

Eine Essenseinladung hier, ein Honorar da: Selbst kleine Geldsummen beeinflussen Ärzte bei ihren Entscheidungen. Auch wenn sie es selbst nicht glauben wollen.

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felisconcolor 26.07.2016, 15:19
1. Ich habe

beim "Arzt meines Vertrauens" einmal eine Pharmareferentin erlebt.... Leute verzeiht mir aber ich bin eben auch nur ein Mann. (so wie der Arzt auch)

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brehn 26.07.2016, 15:31
2. jaja

alles nichts neues.
Man schaue sich nur mal die Rolle des Pharmareferenten gespielt von Georg Schramm an (bei verschiedensten Anlässen).

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o-w 26.07.2016, 15:34
3. Ich für meinen Teil...

kann das nicht bestätigen. Das Generikum des Präparats Sobelin verschreibe ich nicht, weil es stärkere Nebenwirkungen hat als das Original. Kugelschreiber, Essen ect. kann ich selbst bezahlen und für Pharmareferenten habe ich keine Zeit. Aber wie siehts denn aus, wenn Journalisten mit der Kanzlerin im Flugzeug sitzen. Kochen die da selber...?

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helm 26.07.2016, 15:40
4. Schmiergeld

Also ich kenne einen Arzt in Spandau der locker jeden Monat 4000 - 6000 Euro von der Pharmaindustrie für seine "Studien", so nennt man in diesen Kreisen dieses Bestechungsgeld, erhält. Unfassbar, das dies für niedergelassene Ärzte immer noch nicht verboten ist.

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Pinon_Fijo 26.07.2016, 15:42
5.

Nunja, Fortbildungen und die dafür notwendigen Gebürhen sind ohnehin ein Thema für sich - und zwar branchenunabhängig.
Wenn ich als ein Ingenieur ein interessant erscheinendes zweitägiges Seminar besuchen möchte, kann ich das gar nicht, ohne Finanzierung des Arbeitgebers. Solche Seminare kosten nämlich gleich 1.000 bis 2.000 Euro. Ergo muß man seinem Chef das ganze schmackhaft machen. Umgekehrt wird man dann teilweise von der Firma zu Seminaren geschickt, die einen kein Stück interessieren und fachlich auch nur bedingt weiterbringen. Aber Cheffe findet das Seminar halt so gut....

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TS_Alien 26.07.2016, 15:46
6.

Das Wort Beeinflussung trifft es nicht. Es ist ein korruptes System, das letztendlich von den Patienten bzw. deren Krankenkassen finanziert wird.

Bei wirkstoffgleichen Medikamenten absichtlich das wesentlich teurere Medikament zu verschreiben, ergibt keinen Sinn. Wer das als Arzt macht, ist eine Marionette der Pharmaindustrie.

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nochnbier 26.07.2016, 15:49
7.

Transparenz ist gut. Aber das Kind ist doch längst in den Brunnen gefallen und es wird sehr, sehr schwer fallen am bestehenden System etwas zu ändern. Das sich Pharmareferenten in einer "Grauzone" aus Zuwendungen am Rande der Korruption bewegen ist kein Geheimnis. Für die Firmen ist es in der Regel sehr leicht Personal zu rekrutieren, die sich für diese "Machenschaften" hergeben. Nach §75 AMG ist ein akademischer naturwissenschaftlicher Abschluss erforderlich um als Pharmaberater arbeiten zu dürfen. Weil es in diesem Bereich an Universitäten kaum Dauerstellen gibt, wenn überhaupt nur prekäre und befristete Beschäftigung, verkaufen insbesondere Biologen aus dem "Life Science" Bereich aus der Not heraus ihre Seele und machen mehr oder weniger willig mit. Bei Erfolg gibt es sogar Schweigegeld in Form von relativ guter Bezahlung und protzigem Dienstwagen. Das geht schon seit Jahren so. Etwas verwunderlich, dass es dem Spiegel erst jetzt auffällt ...

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grandpalais 26.07.2016, 15:51
8. Journalistenrabatt

Auch auf die Gefahr hin, dass dieser Post gleich rauszensiert wird: es ist sehr schade, dass der SPIEGEL sich über nunmehr fast 2 Wochen auf dieses Thema eingeschossen hat. Klar kann Ärztebestechung ein Problem sein, und das, was in den 80er Jahren zwischen Pharmazie und Ärzten stattgefunden hat, war schlichtweg ekelerregend. Allerdings geschah und geschieht dies auch in anderen Branchen, das ist kein arztspezifisches Problem. Abgesehen einmal davon, dass pharmazeutische Forschung mit Ärzten durchgeführt und dabei auch Geld an die Institution (=Krankenhaus) fließen muss - stellen Sie sich einmal den Skandal vor, wenn ein Pharmaunternehmen mit einer Uniklinik ein Medikament im Rahmen einer Studie erforschen würde und dafür kein Geld an die Uniklinik zahlen müsste. Da sähe ich schon die nächste SPIEGEL-Überschrift: "PHARMAUNTERNEHMEN FORSCHT AUF KOSTEN DES STEUERZAHLERS!".

Zu guter Letzt wäre es an der Zeit, auch die Verfahren näher zu beleuchten, mit denen Journalisten bestochen werden. Allen voran nämlich der gute alte Presserabatt, der einem beim Auto gut und gern 30% des Preises sparen kann, und bei der Deutschen Bahn bis vor kurzen noch die Bahncard zum halben Preis beschert hat. Woher ich das weiß? Weil ich zu einer Spezies gehöre, die von beiden Welten "profitiert": ich bin Arzt UND habe einen Presseausweis!

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Hammes 26.07.2016, 15:54
9. Aufhören bitte

Wann hört der Spiegel endlich auf, über diesen vermeintlichen Skandal zu berichten, der - erstens - keiner ist und - zweitens - der niemanden interessiert (siehe beispielsweise überwiegende Forumsbeiträge zu diesem Thema).

Man meint mittlerweile, dass da ein paar Journalisten mit persönlicher Abneigung gegen die Ärzteschaft krampfhaft versuchen, dem guten Ruf der Mediziner zu schaden.

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