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Zahnspangen für Kinder: Nutzen (noch) ungewiss
Stevica Mrdja/ EyeEm/ Getty Images

Trotz fehlender Daten und unklarem Effekt gibt es bislang keine Einschnitte beim Thema Zahnspangen. Zwar existiert jetzt ein Vier-Punkte-Plan - bis Ergebnisse vorliegen, werden aber noch Jahre vergehen.

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muckp 01.10.2019, 14:19
10. Hätte ich bloß damals eine Spange bekommen

in meiner Jugend hat der Zahnarzt es nicht für nötig befunden mir eine Zahnspange zu verpassen. Unten wurde einfach mal ein Zahn gezogen. Wächst danach alles gerade (was auch eingermaßen gestimmt hat). Nur oben hat er nichts gemacht. Das Resultat sieht man. Jetzt, 40 Jahre später, erzählt mir meine Zahnärztin, dass es immer noch zu korrigeren wäre. 3 Jahre lang eine Spange und anschließend eine Kieferoperation. Für die restliche Jahre meines Lebens tu ich mir das allerdings nicht an. Ich habe gelernt damit zu leben, bin aber mein damaligen Zahnarzt "sehr dankbar", dass ich keine Spange bekommen habe.
Meine Zahnärztin hat aber jetzt auf der obere Seite genug Arbeit ... bin Dauerpatient. Dabei kann ich natürlich nicht sagen ob es an der fehlende Zahnspange gelegen hat oder das ich einfach nur ein schlechtes Gebiss habe.

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brooklyner 01.10.2019, 14:30
11.

Jetzt bin ich verwirrt, ist es nicht seit den 70ern Gang und Gäbe bei Kindern mit schiefen Zähnen diese mit einer Spange gerade zu machen? Zumindest war das in den 70ern und 80ern so in Südwestdeutschland. Damals wurde allerdings die feste Spange mit brachialen Methoden mit Schellen, die über die Backenzähne geklopft wurden, befestigt, was bei vielen später zu kaputten Backenzähnen führte, die dann später mit Kronen gerichtet wurden. Es gibt zumindest in den USA seit langem feste Spangen, die an der Zahninnenseite befestigt werden, so dass man es nicht sieht. Allerdings muss das nicht zwingend im Kindesalter gemacht werden, das funktioniert auch noch später. Ich finde es sehr irritierend, wenn ich jemand mit einem Kraut und Rüben Gebiss gegenüber sitze und versuche bewusst nicht darauf zu starren. Gleiches gilt für lazy eyes, also nach aussen schielen oder eine Warze im Gesicht, alles Dinge, die man leicht beheben kann. Aber das ist natürlich meine subjektive Ansicht und weder setze ich Leute, die das an sich nicht stört, herab oder will diesen irgendwelche Ratschläge geben, jeder wie er/sie es mag.

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giftzwerg 01.10.2019, 14:42
12.

Es war als Jugendlicher eine harte Zeit mit der festen Klammer, besonders das regelmäßige Neu-Spannen oder diese fiesen Gummis, die zwischen Ober- und Unterkiefer gespannt wurden, aber heute als Erwachsener bin ich sehr froh und dankbar, dass meine Zähne gerade und ordentlich sind.

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Ortho4 01.10.2019, 15:27
13. Typische Spiegel-Kampagne

Wieder eine typische Spiegel-Kampagne mit den üblichen Pseudo-Experten. Einschließlich einer Autorin, die sich schon wiederholt zum Thema ausgelassen hat.
Wie wäre es denn mal mit einer oder einem der ca. 25 Lehrstuhlinhaber in Kieferorthopädie an deutschen Universitäten? Wahrscheinlich sind die vom vielen Fachwissen voreingenommen.

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anna cotty 01.10.2019, 15:50
14.

Zitat von Phil2302
Es sieht besser aus! Ich bin froh, dass meine Zahnlücke zwischen den Schneidezähnen korrigiert wurde.
Mein Sohn hatte so eine Zahnluecke, aber sie ist mit zunehmendem Alter voellig verschwunden und heute nicht mehr zu sehen.

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anna cotty 01.10.2019, 15:56
15.

Zitat von Alien13
Das Gebiss meines Sohnes war im Kindesalter eine einzige Katastrophe. Alles krumm und schief, die Schneidezähne zeigten in alle möglichen Richtungen. Mir war schnell klar, dass er als Teenager Komplexe entwickeln würde. Jeder, der mal jung war, kann sich vielleicht daran erinnern, wie kritisch der Blick in den Spiegel während der Pubertät war. Die Kieferorthopädin hat ganze Arbeit geleistet, mein Sohn ist ein hübscher Bursche geworden, der sich seines Lächelns nicht schämen muss. Insofern war die Behandlung auch für seine psychische Entwicklung von Bedeutung. Dieser Einzelfall ist sicher nicht repräsentativ, aber er macht die Unsinnigkeit der Diskussion m. E. deutlich. Es gibt wirklich fragwürdige „medizinische“ Leistungen (Stichwort Kügelchen), aber Kieferorthopädie gehört nicht dazu. Das scheint mir eher neidgesteuert, da diese Damen und Herren offensichtlich sehr gut verdienen. Sollen sie doch! Solange es hilft....
Die Zaehne meiner juengsten Tochter standen auch in alle Richtungen. Aber da wir hier jeden Pfennig fuer eine Klammer selber bezahlen muessen und einfach nicht das Geld dafuer hatten, haben wir nichts gemacht. Was man ja selten in Deutschland hoer: man kann selbst als Erwachsener seine Zaehne in Ordnung bringen lassen.
Aber das erstaunlichste war, dass sich die Zaehne von alleine begradigt haben. Als sie 17 war, meinte ihr Zahnorthopaede, dass sie ein ideales Gebiss hat und so ist es auch heute.
Mein juengster Sohn hatte eine grosse Luecke zwischen seinen beiden Schneidezaehnen. Auch die war, bis er 18 war, voellig verschwunden.
So frage ich mich, wie oft wuerde das bei anderen auch passieren.
Meine 3 Neffen/Nichten in Deutschland hatten alle eine Zahnspange. Meine 4 Kinder nicht. Meine Kinder haben eher bessere Zaehne, als ihre deutschen Cousins.
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Sleeper_in_Metropolis 01.10.2019, 16:33
16.

Zitat von DerAndereZauberer
Ein Nutzen ist der optische - und halbwegs gerade Zähne zu haben ist nun einmal schöner als alles krumm und schief. Ein Blick in andere Länder, wo solche Leistungen sich nur die Besserverdienenden leisten können, kann durchaus ratsam sein. Und dort meine ich - in den Mund des Durchschnittsmenschen.
Eben. Ich weiß nicht, warum gerade auf SPON immer wieder auf diesem angeblich "ungewissen Nutzen" herumgeritten wird. Wenn ein Kind vorher schiefe Zähne hat und nach der Behandlung nicht mehr, dann ist der Nutzen doch offensichtlich. Klar sollten Fälle, in denen Spangen nur verordnet werden weil sie die Taschen des behandelnden Kieferorthopäden füllen verhindert werden, aber eine generelle Einschränkung, gerade für Kassenpatienten darf dabei auf keinen Fall herauskommen. Sonst ist es nämlich irgendwann (wieder) so, das man den Geldbeutel am Gebiss erkennen kann.

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HansGluck 01.10.2019, 17:29
17. Hat sich gelohnt

Zahnspangen für Kinder lohnen sich wenn sie richtig getragen werden.
Nur wenn dies nicht geschieht sollte der Preis den Krankenkassen erstattet werden.
Ansonsten ist dies Leistung sehr sinnvoll, weil späte Kiefer -, Zahn - und Zahnfleischprobleme vermieden werden.

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Prokrastes 01.10.2019, 18:45
18. Daß Zahnspangen sinnvoll sein _können_

... konnte man Anfang der 90er Jahre sehen. Als nämlich viele Menschen aus der DDR im Westen herumliefen, die deutlich erkennbar nie eine Zahnspange getragen hatten. An sich hübsche Frauen, mit einem Horrorgebiss. Gab es eine wahrnehmbare Menge von.

Das aber ist das andere Extrem - gar keine Zahnspangen, gar keine Zahnfehlstellungskorrektur.

Irgendwo dazwischen, zwischen dem "jeder Kieferorthopäde druckt sich sein Geld selbst" und "Horrorgebisse" wird der sinnvolle Weg liegen.

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so-long 01.10.2019, 18:57
19. Mut zur Lücke

Zitat von omop
bekommen. Zum Thema Zahnspange: klar ist der optische Nutzen gegeben, andererseits finde ich jetzt eine Zahnlücke auch nicht hässlich. Die Frage ist doch, was passiert mit dem Zahnfleisch? Bevor ich mir das ruiniere, lasse ich eine Zahnlücke lieber eine Zahnlücke sein. Die Liste könnte man fortsetze prophylaktisches Röntgen oder professionelle Zahnreinigungen (wo der Nutzen bis heute nicht nachgewiesen ist), dienen m.E. eher dem Geldbeutel der Zahnärzte als dem Patientenwohl. Schon bemerkenswert zu sehen, wie in den letzten Jahren immer mehr neue "weisse" Paläste entstanden sind..
ist eine individuelle Entscheidung. Wenn Sie in jedem Handgriff nur Beutelschneiderei sehen, sollten Sie sich konsequenterweise selber behandeln.

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