Forum: Gesundheit
Zu viele Patienten: Die Not der Notaufnahmen
picture alliance / dpa

Stundenlanges Warten, schlecht gelauntes Personal, pöbelnde Patienten. Die Notaufnahmen in Deutschland sind überfüllt. Ändern könnten das eine bessere Organisation - und die Kranken selbst.

Seite 1 von 24
reflexxion 03.01.2017, 18:21
1. war in Berlin morgens um 6 in der Notaufnahme

außer mir keiner da, kam sofort dran (November 2016).
Alle waren freundlich und bis auf das Ergebnis der OP war auch alles Spitze, aber das ist ein anderes Thema.

Bitte nicht immer pauschalieren!

Beitrag melden
ludgermoritzer 03.01.2017, 18:31
2. ist denn ein Wunder....

Dass die gesundheitliche Versorgung eher einem Selbstbedienungsladen ähnelt, Viele gehen mit irgendeinem Wehwechen in die Notfallambulanz, oder in die Bereitschaftssprechstunde ins Krankenhaus. Wirkliche Notfaelle müssen warten, weil irgend jemand mit einer Erkaeltung den betrieb ins Stocken bringt. Aber das lässt sich ja nicht aendern, wie heisst es so schoen, jeder ist sich selbst der nächste, traurig aber wahr.

Beitrag melden
jung&jang 03.01.2017, 18:34
3. als Radiologieassistent (Mtra)

habe ich die Schnauze von solchen Patienten, die sich über eine Notaufnahme in einem Krankenhaus eine sofortige "Behandlung" Ihrer fragwürdigen Zipperlein erschleichen, gestrichen voll.
Das System ist krank, wenn Patient XY um drei Uhr wegen Rückenschmerzen den Notarzt ruft, wird in jedem Fall die große Diagnostik aufgefahren, Lunge wird geröngt, gesamte Wirbelsäule, eventuell noch ein CT - Mann/Frau "Arzt" will ja nichts über sehen, oder sich die Schelte der hochnäsigen Vorgesetzten am nächsten Morgen in der Besprechung anhören...
es ist zum KO....
Das System ist krank und die Patienten vollkommen maßlos in ihrem Anspruchs denken.
Ich mache beruflich mittlerweile was gescheiteres.

Beitrag melden
Maler 03.01.2017, 18:34
4. Ich werde nur vor Festtagen und an Wochenenden krank

Was soll man da machen, wenn der Hausarzt im Urlaub, auf dem Tennisplatz oder auf der Jagd ist?

So richtig schlechte Erfahrungen habe ich mit Notaufnahmen bisher allerdings nicht gemacht. Was generell fehlt ist die laufende Information der wartenden und mit Recht oft nervösen Patienten. Ob man jetzt 20 Minuten oder 2 Stunden warten muss, das Personal am Empfang scheint es zumeist nicht zu scheren.

Beitrag melden
ansv 03.01.2017, 18:35
5.

Die Probleme sind ja durchaus vielschichtig, denn wer keinen "Hausarzt" hat, bekommt schlicht keine Termine. Nicht nur beim Facharzt, auch Allgemeinärzte nehmen inzwischen keine Patienten mehr auf. Und das sage ich als Stadtbewohner, ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie das im ländlichen Raum aussieht. Dazu kommt, ich habe lange nach einer guten Hausärztin gesucht und war unterwegs auch bei Ärzten, die diese Bezeichnung kaum verdienen. Wer weiß, ob nicht so ein Anti-Ageing-Produtkvertrieb gerade Notdienst hat?

Und das, gepaart mit der heute modernen Vollkasko-Mentalität treibt die Menschen in die Kliniken.

Was spricht denn dagegen, dort eine 24h-Ambulanz anzusiedeln, wo man definitiv Zugriff auf jede mögliche Diagnoseinstanz hat? Als Kassenpatient wählt man sich gerne einmal die Finger wund auf der Suche nach einem Radiologie-Termin, auf den man nicht mindestens einen Monat (ja, die im Artikel genannten Wochen summieren sich hier gerne auf 4-8) wartet. Und natürlich bekommt man das Terminangebot immer erst, wenn man die Kassenfrage beantwortet hat.

Und am Geld kann es m. E. nicht liegen. Höchstens an der fehlgeleiteten Mittelverwendung.

Beitrag melden
widower+2 03.01.2017, 18:36
6. Nur lebensbedrohliche Fälle?

Diese Aussage im Artikel finde ich etwas schlicht. Ich war gestern abend mit meiner Tochter nach einem Reitunfall in der Notaufnahme. Der Ellenbogen war ganz offensichtlich ausgerenkt und der Arm gebrochen. Sie schrie zeitweise vor Schmerzen. Unmittelbar lebensbedrohlich war das wohl nicht, aber wo hätte ich sonst hinfahren sollen? Die Wartezeit war übrigens im Rahmen und die Behandlung ausgesprochen kompetent und freundlich. Wenn ich das hier darf, möchte ich den Ärzten, Ärztinnen und Pflegern/Pflegerinnen nochmal meinen ausdrücklichen Dank aussprechen.

Beitrag melden
manicmecanic 03.01.2017, 18:37
7. Einstufung nach Fall schön aber

Das klappt zumindest im Krankenhaus Bergheim null.Ich bin da eingeliefert worden mit extremsten Bauchschmerzen.Dann wurde mal kurz geguckt,man parkte mich auf einer Liege UND GING DANN WIEDER ZU DEN VERSTAUCHTEN KNOCHEN um die zu Ende zu behandeln.Wie sich später herausstellte war mein Blinddarm schon geplatzt,was mich dank dieser Notfallversorgung nach OP erst auf die Intensivstation und dann fast ins Jenseits gebracht hat.PS.Die Notfallstation war zu dem Zeitpunkt fast leer!

Beitrag melden
Hamberliner 03.01.2017, 18:45
8. Nur bei Lebensgefahr? Nö.

Die Aussage, dass man nur bei Lebensgefahr in die Notaufnahme gehört, kann ich so nicht nachvollziehen. Ich habe mir einmal eine Fingerkuppe fast ganz abgetrennt, die musste replantiert werden, und ein anderesmal hab ich mir den Fuß gebrochen, es war Wochenende, ich konnte mich nur auf allen vieren fortbewegen (auf Knien) und brauchte allermindestens Krücken. In anderen Ländern bezeichntet man rund um die Uhr offene Ambuzlanzen oder Praxen gar nicht erst als Notaufnahme. In Spanien nennt man das z.B. "Dispensario". In Griechenland bin ich mal in eine Glasscherbe getreten, das musste genäht werden - sollte ich etwa 48 Stunden mit der Wunde und ohne Thetanus-Spritze im Hotelzimmer herumliegen bis ein Arzt sich herbequemt?
Die sollen sich nicht so anstellen. In den USA scheinen noch ganz andere Fälle vorzukommen, Ich kannte mal eine amerikanische Krankenschwester, die hatte mal in der Notaufnahme mit folgendem Fall zu tun: Patient kommt herein, bekommt zu hören :"Wunderschönen guten Abend, bitte nehmen Sie doch Platz, wir sind gleich für Sie da." und antwortet: "Ja, aber genau das ist doch mein Problem!!! Ich kann überhaupt nicht Platz nehmen! Mir steckt nämlich eine Weinflasche hinten drin!"

Beitrag melden
axel_roland 03.01.2017, 18:45
9. Selbstbeteiligung wie bei den privaten Versicherungen

Würden alle Patienten eine gewisse Selbstbeteiligung pro Jahr zahlen müssen wie bei den meisten privaten Versicherungen wäre das Problem sicherlich schon entschärft. Dann müssten die Notaufnahmen zusätzlich höhere gebühren Verlangen als der ärztliche Notfalldienst. Dann überlegt man es sich dreimal, ob man hingeht. Ewiges warten-müssen hat zwar einen ähnlichen Effekt aber eben die Nebenwirkung, dass man wie im Artikel beschrieben die wirklich kranken Patienten leicht übersieht und das ist fatal.

Beitrag melden
Seite 1 von 24
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!