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Zu viele Patienten: Die Not der Notaufnahmen
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Stundenlanges Warten, schlecht gelauntes Personal, pöbelnde Patienten. Die Notaufnahmen in Deutschland sind überfüllt. Ändern könnten das eine bessere Organisation - und die Kranken selbst.

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Klaus.Freitag 03.01.2017, 18:45
10. Alles nachvollziehbar,

aber die Behauptung, dass nur lebensbedrohlich Erkrankte in die Notaufnahme gehören, ist auch nicht richtig. Was ist mit Sportunfällen am Wochenende, der Verbrennung, dem Bienenstock.der allergische Reaktionen hervorruft.

Es stimmt-viele gaben dort nichts zu suchen, aber nur bei lebensbedrohlichen Krankheit. Das ist übertrieben, vor allem kommen die dann doch eher Sekten von selber in die Notaufnahme.

Abver-Respekt vor dem Personal dort muss man immer haben, die leisten dort Erhebliches

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ErichReichardt 03.01.2017, 18:46
11. Selbstverantwortung wäre ein Mittel!

Nach 40 Jahren im Außereuropäischen Ausland kann ich über die Deutsche Zustände im medizinischen Bereich und bei der Patientenversorgung den Kopf schütteln. Jedes Schwellen Land hat eine bessere Versorgung und schnelle gut funktionierende Notfallbehandlung.
Ihr Statistiken die man eh drehen und wenden kann, je nach Bedürfnis, sagen erst mal gar nichts. Fest steht: Von Freitag nachmittag bis Montag morgen gibt es so gut wie keine Haus ärztliche Versorgung. Jeder Patient der Fieber hat und damit eine Infektion im Körper, muss behandelt werden. Wohin gehen? Zur Notaufnahme! oder man müsste anfangen umzudenken und verschiedene, bis jetzt verschreibungspflichtige Medikament freigeben. Somit könnte der Patient, eventuell und falls notwendig mit einer kleinen Apotheker Beratung sich selbst, zumindest bis zum nächst möglichen Hausarzt Besuch, behandeln. Dem Patienten wird natürlich hier nichts zugetraut, obwohl in vielen Ländern es z.B. leicht möglich ist Antibiotika wie Zithromax 500mg x 3 Tage zu kaufen, um bakterielle Infektionen der Luft und Atemwege zu behandeln. Das sind 14 Euro (die die Kasse nachzahlen könnte), ein Einkauf und kurzes Gespräch beim Apotheker, dann 3 Tage etwas ausruhen und man ist wieder fit. Genau so könnte es auch mit anderen üblichen Krankheiten sein und der Patient hätte alle Möglichkeiten sich selbst zu gesunden. Anstatt dessen nimmt man es in Kauf, dass eine Notarztstation voll überlaufen ist, die Patienten wegen einer leichten Bronchitis 3 h warten, das Personal überbeschäftigt ist und die meist gar nicht so erfahrenen Notärzte, aus schwierigen Situationen nicht herauskommen. Es wird wahrscheinlich noch schlimmer werden, denn dem Menschen etwas Vernunft und Denkfähigkeit zu zugestehen, ist wahrscheinlich in unserem Land nicht möglich.

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behemoth1 03.01.2017, 18:46
12. Notaufnahme

Zitat von sozialismusfürreiche
Vom ärztlichen Notdienst 2 oder 3 Ärzte im Krankenhaus ansiedeln bzw. einen Pendeldienst einrichten und nur die wirklich wichtigen Leute in der Notaufnahme lassen. Das wäre mal eine Lösung. Eine besorgte Mutter die ihr Kind dort hin bringt oder jemand der wirklich Angst hat sich einen Wirbel angebrochen zu haben etc. ich selbst habe schon mit dem Knie beim Flutlicht-Skifahren einen 10cm Balken druchschlagen, bin einbeinig auf einem Ski unter größten Schmerzen den Berg herunter und habe mich von einem Freund in die Notaufnahme fahren lassen nur um dort zu erfahren dass es eine Prellung und Bluterguss ist ... Nächstes Mal lasse ich den Rettungswagen kommen, weil gehen konnte ich nicht mehr ... dann brauche ich wenigstens keine schlechtes Gewissen zu haben dass ich zu den 30-50% Unnützer Mitmenschen gehöre .... Mir ist das echt zu doof langsam .... Mir fehlen intelligente Einfälle ...
Wenn man den Zulauf zu den Notaufnahmestellen verrigern möchte, dann muss man andererseits eben mehr zur Verfügung stellen, es wird überall nur wegen Überlastung gejammert, aber an der Notwendigkeit der ärztlichen Versorgung tritt dabei in den Hintergrund.
Ich selbst musste mehrfach den Notdienst in Anspruch nehmen, weil nichts anderes zur Verfügung stand und die Ärzte auch nur auf die Notaufnahme in den Krankenhäuser hinwiesen, also sollten die Gesundheitsverantwortlichen erst mal ihre eigene Arbeit machen und nicht die Schuld bei anderen zu suchen.

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uhrentoaster 03.01.2017, 18:46
13. Eine Mischung aus Desinformation und Pragmatik

Das ist alles eine Sache der Information. Als ich in der Apotheke wegen eines Medikamentes nachgefragt habe, wurde mir gesagt, dass das ein Arzt verschreben muss und sie haben mir empfohlen, die Notaufnahme aufzusuchen. Das hat mich gewundert, weil ich dachte, dass das ein Fall für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst wäre. Da ich die Notaufnahme in 5 Minuten zu Fuß erreichen kann, während der Bereitschaftsdienst etwa 15 Minuten mit dem Auto entfernt ist, habe ich natürlich die Notaufnahme gewählt, zumal mir dies ja empfohlen wurde. Wenn es in jedem Krankenhaus einen Bereitschaftsarzt gäbe, würde sich das Problem vielleicht einfacher lösen lassen. Manchmal geht es ja auch nur um einen ärztlichen Rat.

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jkbremen 03.01.2017, 18:46
14. ..die längst der Facharzt hätte

behandeln können, schreiben Sie.

Ja, aber nur unter Inkaufnahme von noch mehr Wartezeit.

Lieber in der Notaufnahme 3 h warten, als auf einen Facharzttermin 3 Monate.

Selbst schuld, liebe Ärzteschaft!

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herrschläfer 03.01.2017, 18:47
15. Thema verfehlt

Der Patient muss wieder herhalten für eine verfehlte Politik mit falschen Anreizen. Eine humane medizinische Versorgung unter marktwirtschaftlichen Bedingungen kann nicht funktionieren. Wenn zwangsläufig das wirtschaftliche Überleben von Ärzten und Krankenhäusern über das Gemeinwohl gestellt wird, kommt es zu solchen, zugegebenermaßen unschönen Zuständen. Schuld ist aber nie der Patient sondern immer das System mit seinen völlig fehlgeleiteten Anreizen. Krankheit und Schmerzen kennen keine Gewinnoptimierung und werden sich dieser auch nie unterordnen lassen.

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Grummelchen321 03.01.2017, 18:50
16. Landkreis oder Stadt

ist meistens der Krankenhausträger.Der Notdienst von der Kassenärtzlichen Verieinigung.Und alle streiten sich ums Geld.Einzige lösung die Bereitschaftpraxis in das Krankenhaus integrieren.In Wolfenbüttel funktioniert das Konzept.Das schon seit März 2012.

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odapiel 03.01.2017, 18:51
17. Was für ein Witz!

Ich wohne im Osten (jeder mag mal da auf die Karte schauen!) und warte für einen einfachen Hausarzttermin bereits 3-4 MONATE, nicht etwa Tage. Beim Facharzt gehts 6-8 Monate, einige bis zu einem Jahr. Am gleichen Tag in die Hausarztpraxis? Unmöglich. In die Facharztpraxis? Keine Chance. Nur Zahnärzte hats hier wie Sand am mehr.

Ich war in den letzten vier Jahren sechsmal akut krank. Ich bin jedesmal in der Notaufnahme gelandet, u.a. weil ich es meist nicht mehr geschafft hätte, 50km über Land in die ausgewiesene Notfallpraxis zu fahren. Auch wenns kein Herzinfarkt war.

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Nordstadtbewohner 03.01.2017, 18:53
18. Vollkaskoproblem.

Der hohe Andrang in den Notaufnahmen ist in erster Linie der Vollkaskoproblematik der gesetzlichen Krankenversicherten geschuldet. Dort sind etliche Leistungsempfänger kostenfrei mitversichert, so dass es eine große Kluft zwischen Beitragszahlern und behandelten Personen gibt. Würde man dieses System ändern und nur noch Beitragszahler behandeln, gäbe es diesen Massenandrang in den Notaufnahmen nicht. Das funktioniert in vielen englischsprachigen Ländern sehr gut und wäre auch in Deutschland angebracht.

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Wulff Isebrand 03.01.2017, 18:54
19. Currywurst mit Stern

Ich habe früher in der Arztrufzentrale gejobt. Das war früher schon so,daß einige Zeitgenossen bis nach Praxenschluß warten um sich den Arzt quasi nach Hause zu ordern. Sehr viele Ausländer darunter mit einem Anspruch?! Die Ärzte haben sich dann die Daten geben lassen und bei vielen wußten die schon Bescheid.
Bei den jüngeren Verunsicherten heute schlägt wohl die zunehmende Verblödung durch, gepaart mit gefährlichem Halbwissen aus dem Internet, oft von einer Seite einer Pharmafirma . Wenn dann der Arzt nbicht spurt wird noch in der Praxis das Smartphone gezückt mit einer vernichtenden Kritik auf irgendeiner Bewertungsseite. Wetten?
Das sind für mich die klassischen Currywurst Kunden mit Sterne Attitüde. Nicht nur in der Gastronomie sehr verbreitet

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