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Zu viele Patienten: Die Not der Notaufnahmen
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Stundenlanges Warten, schlecht gelauntes Personal, pöbelnde Patienten. Die Notaufnahmen in Deutschland sind überfüllt. Ändern könnten das eine bessere Organisation - und die Kranken selbst.

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Jack-in-the-box 04.01.2017, 14:12
230. Im Hamburger UKE

geht der Weg ins Krankenbett auch für chronisch Kranke grundsätzlich über die Notaufnahme. Und dies, obwohl der Befund klar ist und eine Einweisung des Hausarztes vorliegt. So verbringt mein achtzigjähriger Vater regelmäßig fünf, manchmal sechs Stunden in seinem Rollstuhl in der Notaufnahme und wird dort von meiner Mutter gepflegt mit künstlicher Ernährung und allem drum und dran. Irgendwann geht es dann weiter auf Station. Dabei wäre es für alle entspannter, wenn diese Kranken gesondert an anderer Stelle aufgenommen würden. Sie haben in der Notaufnahme nichts zu suchen, tatsächlich gibt es wirkliche Notfälle genug.

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sa7ra9 04.01.2017, 14:16
231. @ Kommentar 181

"Im übrigen liegt das auch vielfach daran dass die Niedergelassenen Ärzte ihre Arbeitszeiten leider immer noch nicht der arbeitenden Bevölkerung anpassen..." Stimmt wenn Sie von der Arbeit kommen - sind die meisten Ärzte* schon am Golf spielen und sich am Eier graulen ... oh man wie naiv.
1. Haben auch Weißkittel ein Leben
2. Verwaltungskram etc. macht sich auch nicht von alleine
3. Soll es auch zumindest bei einigen auch Hausbesuche geben

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odapiel 04.01.2017, 14:17
232.

Zitat von sponcon
Ich wohne im gleichen "Kartenabschnitt" wie Sie. Meine Erfahrungen sind aber ganz anders. Wenn ich mit Hausmittelchen nicht mehr weiterkomme gehe ich zum Hausarzt, komme auch dran. Ist es dringend und er kann nicht helfen, ruft er selber den Facharzt an. Muss operiert werden, kam schon vor, hat der Facharzt alles eingeleitet. Außerhalb der Sprechzeiten des Hausarztes gibt es noch den Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 oder wenn es ganz gefährlich aussieht die 112.
Mein Hausarzt weigert sich strikt - auch auf dringende Anfrage - den Facharzt zu benachrichtigen. Im Krankenhaus wurde ich dann bereits einmal regelrecht zusammengesch...n, weil ich einen Zustand verschleppt hätte, der sofort behandelt gehört hätte.

Termin beim Hausarzt: mindestens 6 Wochen Wartezeit, alle Folgetermine jeweils nach 8-12 Wochen. Anderer Hausarzt ist Fehlanzeige, es nimmt niemand mehr auf.
Termin beim Facharzt: regelmäßig (außer Zahnarzt) über 4 Monate Wartezeit. Niedliche Nummer bei Erblindung bzw. Verdacht auf tiefe Beinvenenthrombose!
Der Bereitschaftsdienst hilft mir nicht die Bohne, wenn ich nachts in irgendein Kaff quer über Land fahren soll, aber keinen PKW habe, es keinerlei öffentliche Nahverkehrsverbindung gibt (weils die eh nicht gibt, bzw. weil ab 6 Uhr abends kein Bus mehr geht) und an Geld fürs Taxi mangelt.

Und den tollen Vermittlungsdienst der KV habe ich zweimal versucht in Anspruch zu nehmen. In einem Fall gabs keinen Termin (tja, wenn man keine neue Facharztpraxis vor Ort zuläßt, dann fehlt derselbe halt), im andern Fall sollte ich über 100 km nach Dresden, weil die einzige (!) Facharztpraxis dafür so überlaufen ist, daß im gleichen Jahr nicht ein Patient dazwischen geschoben werden konnte. Der Fahrt mit Bus und Bahn nach Dresden steht allein schon wieder die Frage entgegen, was man da macht, wenn man weder Geld noch Zeit für eine solche Weltreise hat.

Ich glaube nicht, daß wir in der selben Ecke wohnen. Aber schön für Sie, daß sie keine Probleme haben.

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juri. 04.01.2017, 14:42
233. Für ein Verbot von mehr als einem gleichem Interpunktionszeichen hintereinander.

Zitat von laureen17
Haben sie den Artikel selbst überhaupt gelesen? Das frage ich mich hier bei 80% der Kommentare! Eine Krankschreibung kann aktuell noch (und ich mache dafür xxx Kreuze) nicht durch eine Krankenhaus erfolgen und DAFÜR IST ES NICHT DA! Haben sie irgendetwas zum Thema "ärztlicher Bereitschaftsdienst" gelesen?
Ja, ich habe den Artikel gelesen. Ja, mir ist bewusst das die ZNA nicht zu Krankschreibungen befähigt ist, und das hängt auch vor und in jeder anständigen ZNA dick gedruckt auf buntem Zettel aus, je nach Lokalität auch mehrsprachig, zusammen mit dem Hinweis auf die Bereitschaft und 116117.

Wenn der Schaum vorm Mund weg ist, bitte meinen Post nochmal lesen, mit dem Augenmerk auf dem nordeuropäischenn System der eigenmächtigen Krankschreibung; in Schweden muss man z.B. erst ab dem 6. Tag eine Krankschreibung vorlegen; 1 Tag Pause (also arbeiten), und man kann sich selbst wieder krank schreiben...

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Lycaenini 04.01.2017, 15:15
234. Inkompetenter Bereitschaftsdienst

Ich war letztens an einem Samstag beim ärztlichen Bereitschaftsdienst, weil sich meine Ohrspeicheldrüse entzündet hatte. Das hatte ich bereits vor anderthalb Jahren einmal, darum wusste ich Bescheid. Erlebnis: Untersucht wurde die Speicheldrüse nicht (vorsichtig ausdrücken). Meine Frage nach Speichelsteinen wurde ungeduldig abgekanzelt. Stattdessen bekam ich Antibiotika, die zu niedrig dosiert waren!! Das stellte mein Ohrenarzt fest, bei dem ich am darauffolgenden Montag war, weil es immer schlimmer wurde statt besser. Folge: Ich musste 10 Tage eine hohe Dosis des Antibiotikums nehmen und mir mehrmals täglich unter starken Schmerzen die Speicheldrüse selbst ausstreichen. Fazit: Den Bereitsschaftsdienst hätte ich mir sparen können und besser stattdessen selbst Antibiotika Zuhause gehabt und gegoogelt, wie ich die Entzündung behandele. Unter diesen Umständen verstehe ich gut, warum Menschen lieber in die Notaufnahme gehen!

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DenkenKannHelfen! 04.01.2017, 15:31
235. Einfache Lösung

Man sollte sich selbst die Frage stellen: Würde ich für mein Leiden auch den Rettungswagen rufen?
Wenn die Antwort "nein" lautet, hat man in der NOTaufnahme auch nichts zu suchen.
Als Klinik würde ich in der Notaufnahme überhaupt niemanden mehr akzeptieren, der nicht mit dem RTW eingeliefert wird.

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widower+2 04.01.2017, 15:52
236. Einfache Lösung?

Zitat von DenkenKannHelfen!
Man sollte sich selbst die Frage stellen: Würde ich für mein Leiden auch den Rettungswagen rufen? Wenn die Antwort "nein" lautet, hat man in der NOTaufnahme auch nichts zu suchen. Als Klinik würde ich in der Notaufnahme überhaupt niemanden mehr akzeptieren, der nicht mit dem RTW eingeliefert wird.
Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich vermeintlich einfache Lösungen oft als ziemlich hanebüchen, weil das Leben nicht so einfach ist und die Lösungen es daher auch gar nicht sein können. Sie würden in der Notaufnahme also die folgenden Fälle direkt abweisen: 1. Den direkt vor der Notaufnahme niedergeschossenen Menschen, der von Passanten in die Notaufnahme getragen wird. 2. Den Patienten mit akutem Herzinfarkt, der von einem Verwandten im Auto gebracht wir. 3. Den Heimwerker, der sich einen Finger abgesägt hat und mit diesem Finger selbst zur Notaufnahme fährt. 4. Mich und meine Tochter vorgestern, deren Ellenbogen nach einem Sturz vom Pferd in unmöglichem Winkel abstand, wobei ich mir ausrechnen konnte mit dem vor Schmerzen schreienden Kind schneller in der Notaufnahme zu sein als ein Rettungswagen, den ich erst hätte rufen müssen (und das auch noch ohne Handy).

Denken kann wirklich manchmal helfen, bevor man völlig unausgegorene Vorschläge als "einfache Lösungen" verkaufen möchte.

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DenkenKannHelfen! 04.01.2017, 16:03
237.

Zitat von widower+2
Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich vermeintlich einfache Lösungen oft als ziemlich hanebüchen, weil das Leben nicht so einfach ist und die Lösungen es daher auch gar nicht sein können. Sie würden in der Notaufnahme also die folgenden ......
Natürlich gibt es solche Ausnahmen, aber die sind eben genau das: Ausnahmen. Damit kann man umgehen.
Die Klinik hätte mit einer solchen Regelung jedenfalls die rechtssichere Möglichkeit, alles was kein lebensbedrohlicher Notfall ist, direkt weiterzuschicken.

P.S.: Drei von deinen vier Ausnahmen wären sowieso im Rettungswagen besser aufgehoben, nur mal nebenbei.

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widower+2 04.01.2017, 16:15
238. Ihr Beitrag war einfach zu lang für eine einfache Lösung

Zitat von DenkenKannHelfen!
Natürlich gibt es solche Ausnahmen, aber die sind eben genau das: Ausnahmen. Damit kann man umgehen. Die Klinik hätte mit einer solchen Regelung jedenfalls die rechtssichere Möglichkeit, alles was kein lebensbedrohlicher Notfall ist, direkt weiterzuschicken. P.S.: Drei von deinen vier Ausnahmen wären sowieso im Rettungswagen besser aufgehoben, nur mal nebenbei.
Hätten Sie es bei dieser Aussage belassen: "Man sollte sich selbst die Frage stellen: Würde ich für mein Leiden auch den Rettungswagen rufen? " hätte ich Ihren Beitrag vollends unterschreiben können. Wenn man diese Frage guten Gewissens mit Ja beantworten kann, ist man tatsächlich meistens ein Fall für die Notaufnahme. Dann kommt es aber nicht mehr darauf an, wie man tatsächlich zur Notaufnahme gelangt. Was wirklich ein Notfall ist, hat letztlich einzig und allein das medizinische Fachpersonal in der Notaufnahme zu entscheiden. Und das wird sich hüten, einen echten Notfall wegzuschicken, weil er nicht mit dem RTW eingeliefert wurde. Ich denke, dass unsere Standpunkte gar nicht so weit von einander entfernt sind.

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