Forum: Gesundheit
Zu wenige Ausweise: Spahn ruft zum Nachdenken über Organspende auf
DPA

Mehr als 10.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Organ, Spender gab es im vergangenen Jahr nur 797. Jeder sollte sich selbstverständlich mit dem Thema auseinandersetzen, fordert Jens Spahn.

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watch15 29.05.2018, 11:17
1. Und die Politik hat's immer noch nicht kapiert

Gesetz ändern... Organspende automatisch... ausser man widerruft oder trägt einen Ausweis mit sich, dass man das nicht will. Mit blossen Appellen geht das bei uns nicht.

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taschenorakel 29.05.2018, 11:36
2. Falsche Fragestellung

Bevor man über die Pflicht zur Organspende nachdenkt, sollte man doch erst einmal die Grundthese prüfen und fragen, wer überhaupt bereit wäre, eine Organspende anzunehmen. Also jetzt im gesunden Zustand, nicht erst im Angesicht des sicheren Todes. Eventuell gibt es einfach deshalb so wenige Spender, weil - aus der Distanz - die Organspende an sich keinen gesellschaftlichen Rückhalt hat? Dann wäre es auch so langsam an der Zeit, dass die Politik dies akzeptiert. Umgekehrt könnte natürlich auch heraus kommen, dass eine bereite Bereitschaft Organspenden zu akzeptieren vorhanden ist. Wäre es dann verwerflich soziales Verhalten einzufordern und Organspenden vorzugsweise an Organspender zu vergeben?

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manicmecanic 29.05.2018, 11:51
3. automatisch Spender sein ?

Typisch deutsch wie sich gleich wieder die autoritären Undemokraten auf ein Zwangsmodell stürzen wie hier die Widerspruchslösung.Das widerspricht aber total jeder freien demokratischen Gesellschaft.Und das bei einem Thema das persönlicher nicht werden kann.Niemand hat das Recht zu sagen wann wer auch immer tot genug ist um dann den zu Allgemeingut erklärten Körper nach Belieben zu verwerten.Ich war selber schon schwerkrank und hab mich vom Sensenmann bedroht gefühlt,also bitte komme mir niemand mit wenn ich dran bin will ich doch.Nein,ich will auf keiner Seite Mitglied sein.

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Capetonian 29.05.2018, 11:56
4. @watch15 Nein, so geht es nicht

Markige Sprüche und Dampfplaudereien schaffen keine vernünftige Lösung. Den Einlassungen des Ärztepräsidenten Montgomery kann man nur noch mit Sarkasmus begegnen. Die Mehrheit der Kranken, die unter den Mangelsituationen des Gesundheitswesens leiden, verschweigt er geflissentlich. Die Beschäftigungssituation im Gesundheitswesen, wo mancher Pfleger kränker aussieht als der Patient, verschweigt er ebenfalls.
Das Widerspruchsverfahren ist zynisch und unehrlich. Eine Mangelsituation wird zum Richter über Behandlungsverfahren erhoben. Was ist mit den Schwerkranken, die wegen unzureichender Behandlung und/oder Personalnotstand zum "Spender" geworden sind? Mit brutalster Polemik werden alle ethischen und medizinischen Fragen abgewürgt.
Seriöse Aufklärung erkennt man an dem Hinweis auf die Patientenverfügung. Warum wird nie darauf hingewiesen, daß sich Patientenverfügung und Organspenderausweis widersprechen können?
Forderungen nach dem Widerspruchsverfahren, die den derzeitigen Zustand des Gesundheitswesens außen vor lassen sind, nützen den Betroffenen in keiner Weise. Im Gegenteil. Das Widerspruchsverfahren kann nur befürworten, wer sich den notwendigen ethischen und medizinischen Fragen entziehen will, denkfaul einen abartigen Automatismus schaffen will, der alle Mißstände des Gesundheitswesens bequem zudeckt.

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oidahund 29.05.2018, 11:59
5.

Zitat von watch15
Gesetz ändern... Organspende automatisch... ausser man widerruft oder trägt einen Ausweis mit sich, dass man das nicht will. Mit blossen Appellen geht das bei uns nicht.
Mit welchem Recht greift der Staat in eine persönliche Fragestellung ein? Wer garantiert, dass jemand, der nicht spenden will, auch seine Organe behält? - Frei nach dem Motto "den Widerspruch haben wir nicht gefunden". Ich will mich nach meinem Tod nicht ausweiden lassen. Natürlich trage ich einen Widerspruch im Geldbeutel bei mir, aber nur die jetzige Regelung garantiert auch, dass mein Wille respektiert wird. Sind einmal die Organe tranplantiert, dann ist eine Rückgängigmachung utopisch. Gerade die Skandale der letzten Jahre bei der Organtransplantation lassen für mich das System nicht vertrauenswürdig erscheinen.

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inmyopinion61 29.05.2018, 12:17
6. Typisch deutsche Diskussion.

Nur so wenig Spender und tödlich lange Wartelisten. Keine Diskussionen mehr. Die Widerspruchslösung muss her. Es geht um Leben und Tod. Jeder, der auf einer Liste steht und keine Aussicht auf ein Spenderorgan hat, ist Einer zuviel. Tote brauchen keine Organe!

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sternum 29.05.2018, 12:23
7. und es geht schon wieder los ...

Aus verschiedensten Gründen wird es abgelehnt selbst Organspender zu sein - und das ist ja auch nur in bestimmten Fällen überhaupt möglich.
Aber jetzt bitte mal Hand aufs Herz und überlegen, ob man eine Spende ablehnen würde, wenn man sie selbst benötigt - denn dazu kann es ja wohl auch kommen. Ich fände es beispielsweise nicht in Ordnung, wenn jemand meine Organe annimmt, der vor seiner Erkrankung nicht zu einer Spende bereit war.
Irgendwie vergisst hier jeder, dass er auch in so eine Situation kommen kann.

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grabenkaempfer 29.05.2018, 12:26
8.

Solange wie die Gesundheitsindustrie eine Industrie ist die von Firmen mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird bin ich gegen diese "Widerspruchslösung". Diesen Ausweis mit dem nein hat am Ende halt keiner gefunden.

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rieberger_2 29.05.2018, 12:29
9.

Kein Lebender ist einem auf eine Organspende angewiesenen Kranken irgendetwas schuldig. Denn keiner kann auf einen anderen Körper, auch nicht auf einen toten, Anspruch anmelden. Es ist jedermanns ureigene Entscheidung, was damit werden soll.
Einen Zwang zur Fremdverwertung der eigenen Organe ist staatlicherseits nicht zulässig.
Tatsächlich ist IMO entscheidend, dass sich jeder verantwortungsvolle Mensch die Frage stellen sollte, ob er für sich, seine Kinder und nächsten Verwandte im Falle einer Notwendigkeit fremde Organe wünschen würde. Wer diese Frage bejaht, ist moralisch verpflichtet, auch seine Organe im Falle seines Todes zu spenden.
So bin ich schon über 40 Jahre überzeugter Organspender.

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