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Zusatzangebote: Wird bei der Schwangerschaftsvorsorge übertrieben?
Corbis

4D-Ultraschall, spezielle Bluttests, Akupunktur: Eine Studie legt nahe, dass fast alle Schwangeren in Deutschland Zusatzangebote zur Vorsorge nutzen. Experten sehen das kritisch.

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kaisergarten 27.07.2015, 12:03
10. Studien......

12 Untersuchungen gelten als normal. Ab 12 + 1 gelten die Frauen als "Überversorgt".

Die Schlussfolgerung aus der Studie "Das Überangebot an Untersuchungen schürt die Angst der Frauen vor der Geburt und möglicherweise auch ihren Wunsch nach einer vermeintlich sicheren Kaiserschnitt-Entbindung" ist auch interessant. Wie ist die Frau Prof. den darauf gekommen? Könnte ja genau umgekehrt sein. Das viel Information zu mehr Sicherheit führt. Ich sehe allerdings die ganzen Tests die man heute machen kann auch als kritisch an. Denn was fängt man mit den ganzen Infos an? Das Kind wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:398 behindert, normal wäre 1:410. Was nun?

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norsail 27.07.2015, 12:08
11. Druck durch Ärzte

spielt mit Sicherheit eine grosse Rolle bei diesen zusätzlichen Untersuchungen. Meine Frau hat uns 3 wunderbare gesunde Kinder geboren nach normaler Schwangerschaft. Was ihr Gynäkologe ihr immer wieder an Untersuchungen als dringend geboten "anpries", war unglaublich. Nun sind meine Frau und ich "vom Fach" und konnten diesem ständigen Anpreisen widerstehen. Aber welcher besorgte Laie kann das schon? Laut Gynäkologenrechnungen waren die Schwangerschaften trotzdem alle Risikogeburten...

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sarah_h 27.07.2015, 12:09
12. Naja.

Die Aerzte muessen einem da nicht viel aufdringen, man ist ja selber gespannt ob denn nun alles in Ordnung ist, und jeder Termin, der einem versichert "alles okay" gibt wieder etwas mehr Seelenfrieden. Ich habe meine Kinder im Ausland bekommen, wo es solche Extras nicht gibt wenn alles normal aussieht - auser Blutdruckmessen und 3 Ultraschalls bei einer Hebamme wird von den Kassen nichts angeboten, einen Gynaekologen sieht man meistens gar nicht, einen 'normalen' Arzt erst bei der Geburt im Krankenhaus. Abstriche, Herztoene oder 4D-Ultraschalls werden gar nicht angeboten. Das tut der Gesundheitsversorgung gut (spart Geld), mir waere etwas mehr Ueberwachung allerdings lieber gewesen.

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NoTarget 27.07.2015, 12:09
13. Unkomplizierte Schwangerschaften

Hier werden mehr als drei Ultraschalluntersuchungen oder CTGs bei unauffällig verlaufenden Schwangerschaften moniert.

Ob diese allerdings wirklich unkompliziert verläuft lässt sich mit Sicherheit erst im Nachhinein feststellen. Und Komplikationen können auch durchaus plötzlich und erst in der Spätphase eintreten. Hier ist eine erweiterte Diagnostik also durchaus aus präventiven Gründen sinnvoll, zumal das Alter der Schwangeren immer weiter ansteigt und diese Frauen ihr erstes (und inzwischen oft wohl letztmögliches...) Kind nicht riskieren wollen.

Das 3D/4D Bild dient dabei auch weniger der Diagnostik, als vielmehr dem privaten Fotoalbum der werdenden Eltern. Wenn man dies auch so verkauft, dann sehe ich da nichts anrüchiges in derartigen Angeboten.

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dasrichi 27.07.2015, 12:11
14. Durchaus sinnvoll

"Das Überangebot an Untersuchungen schürt die Angst der Frauen vor der Geburt und möglicherweise auch ihren Wunsch nach einer vermeintlich sicheren Kaiserschnitt-Entbindung", sagt Rainhild Schäfers von der Hochschule für Gesundheit in Bochum, eine der Studienautorinnen.

In wie fern schürt das die Ängste? Eine These in den Raum zu werfen ohne Argumente beizufügen hat null Erkenntnis.
Meiner Meinung und Erfahrung nach, beruhigen solche Untersuchungen einen sogar. Sofern mit der Entwicklung alles nach "Plan" läuft, beruhigt einen das.
Der Wunsch nach Kaiserschnitt wird nur durch eine grundlegende Angst genährt. Die basiert auf zu wenig Aufklärung und objektiver Betrachtungsweisen der Betroffenen. Hebammenpraxen leisten da einen wunderbaren Beitrag übrigens!

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chardon 27.07.2015, 12:16
15. Ganz bestimmt

wird übertrieben. Genauso wie in anderen Fragen übertrieben wird: "man ist gegen Antitiotika", "man ist gegen Impfung", zumeist ohne zu wissen warum. Nur Angst, vor was? Die Menscheit hat in tausenden von Jahren so manches überstanden, überlebt, Seuchen, Kriege, seit jeher gibt es im Leben auch Gefahren. Heuzutage gilt der Glauber, gegen alles "versichert" zu sein. Keine Sorge, das gleiche Ende ist uns allen sicher, bis dahin sollte jeder zuerst einmal leben, sich seines Lebens freuen. Scheint in Deutshland aus der Mode gekommen zu sein. Es wird masochistisch/hypochondrisch nach Negativem gesucht, oder sehnen sich manche gar danach? Ist das vielleicht "die deutsche Seele"?

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bert1966 27.07.2015, 12:22
16. Die

... hat einen klaren Bias: geantwortet auf den Fragebogen haben höchstwahrscheinlich genau diejenigen Frauen, die auch sonst alle Angebote doppelt und dreifach nutzen und nicht die "typischen, häufig Entbindenden".

Das Ergebnis bezogen auf die Zahl der von Schwangeren genutzten Vorsorgeuntersuchungen ist damit vermutlich falsch zu hoch.

Wenn nur 42 Prozent der Frauen auf den rückkehrenden Bögen mehr als 12 Vorsorgeuntersuchungen wahrnahmen und 12 gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen sind, dann haben allein 58 Prozent der FRAGEBOGENRÜCKSENDERINNEN die empfohlenen 12 Vorsorgetermine NICHT wahrgenommen, die Zahl dieser Vorsorgeverweigerer wird höchstwahrscheinlich in der Gruppe der Nichtteilnehmer oder gar der nicht Befragten noch weitaus höher liegen.

Damit wäre die richtige Interpretation der Untersuchung viel eher: es steht zu befürchten, dass die Zahl der vorgesehenen 12 Untersuchungen für gesetzlich Versicherte von einem Großteil der Frauen NICHT ausgeschöpft wird. Eine bedenkliche Zahl, denn die Empfehlung von 12 Vorsorgeuntersuchungen hat ja ihren Sinn.

Damit ist diese Veröffentlichung und insbesondere ihre Fehlinterpretation bestenfalls ein weiterer Versuch der kranken Kassen, miese Stimmung zu machen, wieder einmal gegen die Beschäftigten im Gesundheitswesen: Ärzte, Hebammen, etc.

Viel nachforschenswerter wäre dagegen die Frage: wer hat die Studie bezahlt, warum und aus welchen Mitteln? Gibt es eine gesetzliche Grundlage dafür, dass die GKV Mittel aus dem Versichertentopf für solche Pseudountersuchungen abzweigen dürfen?

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billhall 27.07.2015, 12:32
17.

Zitat von peter_rot
Da wird eine Studie veröffentlicht, die nicht repräsentativ ist und schon kommt das in allen Nachrichten. Was will man damit bewirken? Ist denn die Leistung der gesetzlichen Krankenkassen das non plus ultra? Mit Sicherheit nicht. Und wenn Frauen nun interessiert sind möglichst eines sichere Schwangerschaft zu haben - was soll dann diese Kritik? Natürlich werden von Ärzten gerne Igel Leistungen angeboten, die nur dem Arzt nützen und nicht den Patienten - aber das ist bei vielen Ärzten so.
Eine gesunde Frau ohne Vorerkrankungen benötigt in der Regel überhaupt keinerlei Vorsorgeuntersuchungen. Ein par Verhaltenstips während der Schwangerschaft reichen völlig aus. Das was während der Schwangerschaft mit dieser übervorischtigen Überversorgung angerichtet wird, sind völlig verunsicherte Frauen in einer Art Dauerpanikstimmung - und das schädigt das Kind mit Sicherheit.

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max_schwalbe 27.07.2015, 12:34
18. Kapitalisierung des Gesundheitswesens ist grundsätzlich falsch

Wieder ein bemerkenswertes Beispiel dafür, dass profitgeleitete Interessen im Gesundheitswesen nichts zu suchen haben sollten/dürfen. Es werden Kosten verursacht, die nicht nötig sind, und die Geburt eines Kindes rückt in ein unnötig kompliziertes Licht, kostet Zeit, Arbeitskraft und Nerven.

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breakthedawn 27.07.2015, 12:35
19. Wo ein Markt ist, ist auch ein Anbieter.

Hinzu kommt noch, dass für Familien die meisten Leistungen auch noch umsonst sind.
Wen wundert es da noch, dass die Beiträge steigen und steigen.

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