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Zwangsimplantation: Darf man ein gehörloses Kind gegen den Willen der Eltern operiere
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Ein gehörloses Kleinkind könnte durch ein Cochlea-Implantat hören und sprechen lernen. Weil seine Eltern dem Eingriff nicht zustimmen, hat der Arzt das Jugendamt eingeschaltet.

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rieberger_2 29.11.2017, 15:48
1. Kindeswohl

Das Kindeswohl kann das Elternrecht brechen. In diesem Fall sehe ich es deshalb als verhältnismäßig an, dass das Kind auch gegen den Willen der Eltern behandelt wird.

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juergen.albrink 29.11.2017, 15:57
2. Chance auf ein normales Leben

Auch wenn ich selber gehörlos wäre, würde ich alle tun, um meinem Kind ein "normales" Leben zu ermöglichen. Auch wenn man sich mit der Gebärdensprache verständlich machen kann, bleibt einem doch die Kommunikation mit millionen von Menschen verwehrt. Und trotz aller Bedindertengesetze wäre eine berufliche Karriere zumindest erschwert. Wie im Artikel erwähnt, hier zählt nur das Kindeswohl! Die Eltern kann ich überhaupt nicht verstehen. Sie handeln nach dem Motto wenn ich nichts hören kann, musst du es auch nicht.

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reviloland 29.11.2017, 16:07
3. Egoismus der Eltern

Die Eltern machen hier ihr Kind zum bloßen Objekt ihres Willens. Damit verletzen sie die Menschenwürde des des Kindes. Das Jugendamt und die Gerichte müssen hier das Kindeswohl durchsetzen.

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KlausKoe2 29.11.2017, 16:14
4. Risiken

Allein da normale Risiken der Operation bestehen und die Operation nicht notwendig im Sinne von lebensrettend ist, sollten die Eltern entscheiden. Das Hören und Sprechen lernen ist dem nachrangig.

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dolomite123 29.11.2017, 16:15
5. Eltern sollten entscheiden

Nach ausführlicher Beratung aller medizinischer Optionen sollten doch die Eltern letztendlich entscheiden was mit ihrem Kind geschieht, nicht irgendwelche fremde Leute/Ämter/Behörden.

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Le Commissaire 29.11.2017, 16:19
6. Gedankenexperiment

Angenommend, das Kind wird nicht oder nicht rechtzeitig operiert und muss dann später erfahren, dass es hören und sprechen könnte, wenn operiert worden wäre. Ich würde mich da von meinen Eltern verraten und mißbraucht vorkommen.

Zur Frage, ob es einem gehörlosen Kind schlechter als einem Kind mit Gehör geht folgendes Gedankenexperiment: Angenommen, wir müssten unser Leben noch einmal beginnen und müssten entscheiden, ob wir mit oder ohne Gehör ausgestatte sind -- für was würden wir uns entscheiden? Ich bin sicher, dass sich auch die meisten Gehörlosen -- zumindest außerhalb einer aufgeheizten Debatte -- für ein Leben mit Gehör entscheiden würden (vorausgesetzt natürlich, dass Gehör arbeitet gut).

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marty_gi 29.11.2017, 16:21
7. Kindeswohl geht vor Elternwille

Leider ist es oft so, dass der Elternwille das wirkliche Kindeswohl ueberwiegt (man schaue sich nur religioese Indoktrination an, und manchmal auch damit einhergehende koerperliche Unversehrtheit). Ich kann die Eltern zwar verstehen, gerade auch da ja alle Eltern fuer sich in Anspruch nehmen, nur das beste fuer ihr Kind zu wollen. Dennoch dem Kind schon heute zu ermoeglichen, eine weitere Erfahrungswelt zu haben (in mehr als dieser einen Welt aufzuwachsen), sollte ueber dem Elternwillen stehen.

Interessanterweise gibt es zu dem Thema schon ein Theaterstueck, welches ich im Oktober gerade auch gesehen habe: https://en.wikipedia.org/wiki/Tribes_(play)

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holdom 29.11.2017, 16:21
8.

Zitat von juergen.albrink
Auch wenn ich selber gehörlos wäre, würde ich alle tun, um meinem Kind ein "normales" Leben zu ermöglichen. Auch wenn man sich mit der Gebärdensprache verständlich machen kann, bleibt einem doch die Kommunikation mit millionen von Menschen verwehrt. Und trotz aller Bedindertengesetze wäre eine berufliche Karriere zumindest erschwert. Wie im Artikel erwähnt, hier zählt nur das Kindeswohl! Die Eltern kann ich überhaupt nicht verstehen. Sie handeln nach dem Motto wenn ich nichts hören kann, musst du es auch nicht.
Was ist ein "normales" Leben? Nur wenn man gut hört? Wie im Artikel erwähnt kommt es auf die Kultur darauf an in der man aufwächst. Ein CI ist ein Hilfsmittel und ermöglicht zwar Höreindrücke aber man bleibt damit hörbehindert. Das Hören mit CI erfordert viel Training und bleibt oft anstrengend. Vor einer Operation weiss man nicht wie es herauskommt, ob man damit einen Nutzen hat oder nicht. Ich selber bin mit dem CI sehr zufrieden, auch weil ich in einer hörenden Umgebung lebe und die Gebärdensprache nicht beherrsche. Die Eltern im beschriebenen Fall hier kann ich gut verstehen, warum soll das Kind nicht mit der Elternsprache aufwachsen? Zudem ist mittlerweile erwiesen, dass Kinder, welche zuerst die Gebärdensprache lernen gleichzeitig oder auch später noch die Lautsprache dazulernen können.

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rookie_haufic 29.11.2017, 16:22
9.

Krass. Ohne die Eltern zu kennen, wird hier der Stab über sie gebrochen. Wahnsinn.

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