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100 Jahre Acht-Stunden-Arbeitstag: Sechs Stunden pro Tag reichen völlig aus
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Seit hundert Jahren arbeiten wir acht Stunden täglich: Das ist längst nicht mehr zeitgemäß. Warum der Sechs-Stunden-Tag die Lösung vieler Probleme wäre.

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eng 15.11.2018, 15:17
20.

....." Großer Nachteil: Das Ganze ist teuer. Wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter nur sechs Stunden am Tag beschäftigen, brauchen sie mehr Personal, zumindest in den Branchen, wo eine gewisse Anzahl an Menschen immer vor Ort sein muss, wie etwa in der Pflege, in Kitas oder in Krankenhäusern.

Aber sollte es das den Unternehmen nicht wert sein?......"
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In den oben genannten Branchen gibt es doch jetzt schon Fachkräftemangel..............
Und was soll man unter " das sollte es den Firmen wert sein " verstehen? Die Träger der Pflege werden das sicher nicht aus eigener Tasche zahlen können. Die erheblichen Personalmehrkosten, so man denn genügend qualifiziertes Personal findet in der Pflege, müssten ja wieder von Kostenträgern, u. a. dem Staat und den Sozialversicherungsträgern, eingefordert werden, mit entsprechenden Auswirkungen auf Steuersatz und Höhe der Versicherungsbeiträge.

Es wird dann darauf hinauslaufen, dass die Menschen zwar nur noch sechs Stunden arbeiten, wenn dies aber bei vollem Lohnausgleich geschehen soll, werden die Kostensteigerungen, höhere Steuern und Sozialabgaben ( denn die höheren Personalkosten muss ja jemand bezahlen ) dazu führen, dass Netto genau das Teilzeitgehalt heraus kommen wird, wie wenn man im Bestandssystem die Arbeitszeit um 25 % reduziert hätte, mit entsprechend geringerem Gehalt. Und das langt dann halt vom Geld wieder vielen Arbeitnehmern nicht. Denn sonst würden wahrscheinlich viel mehr Menschen in Teilzeit arbeiten.

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adamk 15.11.2018, 15:20
21. Gute Idee

Ich arbeite auch seit Jahren im Schnitt 6 Stunden. Hatte aber noch nie den Anspruch, trotzdem für 8 bezahlt zu werden. Wie kommt man darauf? Ich glaub ich geh jetzt einfach Heim und mach mir da mal Gedanken drüber.

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TedRuler 15.11.2018, 15:22
22. Auslaufmodell

Lohnarbeit ist ein Auslaufmodell. Der 6-Stunden Tag ist dabei nur ein erster Schritt. Bedingungsloses Grundeinkommen eine logische Konsequenz. Da Maschinen sehr bald mehr als die Hälfte aller Lohnarbeitstätigkeiten übernehmen werden (was übrigens ein echter Segen sein könnte), brauchen wir ein völlig neues Gesellschaftsmodell, dass die Arbeit gegen Lohn nicht mehr in den Vordergrund steelt sondern sinnstiftende Alternativen bietet. Könnte eine schöne Utopie sein...wahrscheinlich siegt am Ende aber doch die Dystopie.

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k.rik 15.11.2018, 15:25
23. Volle Zustimmung!

Wir müssen weg von der Gewinnmaximierung hin zu einem bedürfnisorientierten, kooperativen Wirtschaftssystem.

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VormSpiegel 15.11.2018, 15:28
24. Schicht-Arbeit 8x3 = 24

Schichtbetrieb wird in 8x3 Stunden gemacht.

Wer das auf 6 verringern will schiebt eine extra Schicht rein, ergo es braucht 25% mehr Mitarbeiter um das zu bewältigen.

Heute gibt es schon zu wenige Mitarbeiter für viele Stellen, wie genau stellt man sich das vor, wenn man plötzlich 25% mehr Mitarbeiter bräuchte weil die nicht mehr voll arbeiten wollen.

So oder so, die Jobs die es zulassen das man mal so vor sich hin verrottet sind ohnehin Jobs bei denen man sich fragen muss ob der Mitarbeiter überhaupt etwas produktives tut.
Zeit absitzen ist so oder so Quatsch, auch wenn das einige Chefs gern so sehen würden.
Nur weil jemand 8 Stunden irgendwo rum sitzt passiert in der Zeit ja nicht wirklich etwas.

Wenn der Job es also hergibt das man dem Mitarbeiter einfach Aufgaben gibt und der macht die dann egal wann, dann zählt am Ende nur das die Arbeit erledigt ist, EGAL wie viel Zeit das gebraucht hat.
Wenn es in 1h machbar ist, super, dann war es wohl einfach zu wenig und zu simpel.
Wenn es 8h und länger dauert, dann sind eventuell Überstunden angebracht, weil diese Aufgabe/Projekt einfach wichtig sind ; auf Dauer ist hier die Planungsfähigkeit der Chef-Etage gefragt, die müssen einfach besser einschätzen was ihre Mitarbeiter tatsächlich leisten können und was die Aufgaben letztlich an Aufwand bedeuten.
Darauf zielt ja praktisch jede Planungsfähigkeit ab, Jobs die immer das gleiche tun kann man das sehr einfach abschätzen, komplexere Arbeit wiederholt sich nicht und die Abschätzung ist immer schwammig.

Am Ende des Tages macht es einfach keinen Sinn diese Jobs nach Stunden zu bezahlen, sondern nach erledigten Aufgaben ; das in € umzuwandeln fällt schon viel schwerer, vor allem weil das ja dann auch Schwankungen hätte, kein fixes Gehalt.
Das macht jede Abrechnung komplizierter und und und

Aber am Ende des Tages will man ja immer weniger Arbeiten und dafür das gleiche Geld bekommen.
Eine 4 Tage Woche mit 8 Stunden pro Tag ist für viele auch viel angenehmer, andere Arbeiten lieber 4 Stunden pro Tag, dafür 7 Tage die Woche ; wenn der Job so eine flexible Arbeitszeit hergibt und am Ende der Woche nur zählt das die Aufgaben erledigt sind, dann steht dem ja eigentlich nicht viel im Weg.

Will man aber das sich Menschen im Unternehmen treffen und nicht jeder arbeitet wann er Lust hat, gibt es Kernzeiten , widerspricht dem völlig flexiblen Konzept dann, aber was will man machen.
Wenn jeder nach belieben Home-Office machen kann und jeder kommen und gehen wie man will, ist das die maximale Flexibilität, wenn das bedeutet die Aufgaben werden jede Woche erledigt, tja, dann passt das ja auch.

Das lässt sich natürlich alles nur dann machen wenn der Job das hergibt.
Eine Schicht-Arbeit in einer Fabrik lässt das einfach nicht zu, da gibt es den Luxus eben nicht.

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Vergilius 15.11.2018, 15:33
25.

Ich bilde mir ein, sehr produktiv und zielorientiert zu sein. Meine Arbeit als IT-Spezialist habe ich immer sehr schnell erledigt. Die restliche Zeit geht für Administration, Ablage und Trödeln drauf. Ich denke, es würde sich auch für den Arbeitgeber lohnen.

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CancunMM 15.11.2018, 15:37
26.

Zitat von seniorfd
Ich kann da nur voll und ganz zustimmen,habe vor ein paar Jahren meine Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden reduziert. Das Geld ist mir egal,verbringe die Zeit viel lieber mit meinen Kindern. Ich kann sagen seither geht es mir deutlich besser!
Klar, wenn man es sich leisten kann. Aber viele brauchen 2 Jobs um über die Runden zu kommen. Und wer soll denn eigentlich deren Rente bezahlen ?

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Dr. Metro 15.11.2018, 15:41
27. Ich plädiere zuerst mal auf erheblich höheren Mindestlohn

auch weil Freizeit Geld kostet und dieses erstmal real erzielt werden muss. Wir sollten uns also vielmehr von Billiglöhnen verabschieden, bevor weitergehende Schritte angedacht oder gar geplant werden. Wer GUT bezahlt, darf auch qualitativ gute Arbeit erwarten. Da spielt die Dauer eher eine untergeordnete Rolle, so meine feste Überzeugung.

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spiegeldidi 15.11.2018, 15:42
28. Muss auch passen

Ich halte den Ausbau des Home Office für einen guten Weg. Keine 3 stündige Anfahrt vom Land in die Stadt. Mal hat ein Tag 4 Stunden, mal 14 Stunden.
Und ja, auch das muss passen und geht nicht für einen Feuerwehrmann, Krankenschwester, Maschinenbediener, ...
Ob 6 oder 8 Stunden, man muss in Zukunft sowohl als Arbeitgeber und Arbeitnehmer flexibler werden.
Insbesondere auch der Arbeitgeber, will er auch in Zukunft gute Mitarbeiter!

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greeneye 15.11.2018, 15:42
29. wünschenswerte Veränderung

Diesen Vorschlag finde ich für die Arbeitsplätze bei denen es möglich wäre, äußerst wünschenswert. Jeder arbeitende Mensch muss so oder so seine Aufgaben erledigen. Da wo es möglich ist, d.h. der Arbeitnehmer / -in ist nicht auf eine Ablösung angewiesen, kann seine Aufgaben in 5 oder 6 oder 8 Stunden erledigen. Ich verstehe sowieso nicht, warum die Gewerkschaften seit gefühlt Jahrzenten bei jedem Tarifstreit um zehntel Prozent Lohnerhöhung monatelang kämpfen. Und am Ende hat der Arbeitnehmer davon nur wenige Euros mehr in der Kasse. Stattdessen sollten auch die Gewerkschaften mal die veränderten Lebensbedingungen vieler Arbeitnehmer/ innen berücksichtigen und wieder Arbeitszeitverkürzungen fordern. Das dies möglich ist, sieht man schon in manchen Industriebetrieben (Automobil). Dieses Verschlafen der Gewerkschaften einer Berücksichtigung der immer wichtiger werdenden Work-Life-Balance der arbeitenden Gesellschaft ist für mich ein Hauptgrund des großen Rückgangs der Mitgliederzahlen.

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