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100 Jahre Acht-Stunden-Arbeitstag: Sechs Stunden pro Tag reichen völlig aus
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Seit hundert Jahren arbeiten wir acht Stunden täglich: Das ist längst nicht mehr zeitgemäß. Warum der Sechs-Stunden-Tag die Lösung vieler Probleme wäre.

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Nillerich 15.11.2018, 15:44
30. Modern und alltagstauglich

Eine moderne und alltagstaugliche Idee! Es kann sich jeder einen Reim darauf machen, warum in Deutschland die Geburtenraten zurück gehen - sicher ist die mangelnde Zeit für viele ein Aspekt?!
Die derzeitige 8-Stunden-Regelung ist eine willkürliche Festlegung, die den Tag in 3 gleiche Stücke teilt - so, wie er früher in 2 Stücke geteilt wurde und man hatte einen 12-Stunden-Arbeitstag. Damals wurde sicher genauso der Untergang des Abendlandes befürchtet - und aus heutiger Sicht ist das unverständlich!
Den Tag nun in 4 gleiche Stücke zu teilen ergibt einen 6h- Arbeitstag. Warum sollte das nicht gehen?
Bei konzentrierter Arbeit kann man sicher (fast) genauso viel schaffen wie in 8. Und selbst, wenn das mit Lohneinbußen einher gehen sollte (was ich anzweifle) - haben wir eventuell einen zu hohen Anspruch? Würde ein zurückschrauben im Lebensstil nicht vieles positiv beeinflussen? Muss es immer "höher, schneller, weiter, mehr, mehr, mehr..." sein? Ich persönlich halte das Ganze für eine grandiose Idee - einhergehend mit einem bedingungslosen Grundeinkommen. So kann man den Entwicklungen in der Gesellschaft vernünftig Rechnung tragen!

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sabinaz 15.11.2018, 15:44
31. Ich lese da einen gewisse Missmut heraus

Zitat von abufrejoval
Ich arbeite als Informatiker auf völlig unterschiedliche Weisen: Solange es um Mitarbeitersachen geht, Meetings, hier mal ein wenig Recherche, da mal etwas geplant etc., läßt sich das ganze schön stückeln und man kann das auch nach ein paar Stunden oder Tage später fortsetzen. Wenn ich aber tief an einem Projekt am programmieren war, brauchte ich schon ein oder zwei Stunden Ruhe, um das Problem sozusagen wieder in meinen Kopf zu laden und habe dann, mal abgesehen von der einen oder anderen kleinen Wartungspause auch 10 oder 12 Stunden durchgearbeitet und dann eben so lange auch wieder Pause gemacht: Das war höchst produktiv auch wenn es nicht einmal ansatzweise kindergartenkompatibel war. Das war teilweise deswegen kein Thema, weil ich keine Kinder hatte. Als dann aber die Drillinge kamen, war es auch wieder ok, weil meine Frau und ich in der Anfangsjahren eh 24x7 operieren mußten. Man kann sich nicht für oder gegen Drillinge entscheiden: Manche Herausforderung oder auch Gelegenheit ergibt sich halt. Dann ist aber weder Frauen noch Männern gedient, wenn ihnen 6-Stunden Arbeitstage oder eine paritätische Arbeitsteilung vorgeschrieben wird. Ich habe immer versucht, meine Frau zu Arbeiten zu schicken und sie in allem unterstützt (z.B. Beendigung des Studiums, Fortbildungen), was sie dabei qualifiziert. Aber zunächst war es ihr einfach wichtiger, den schließlich vier Kindern den optimalen Start zu ermöglichen und später hatte sie schlicht keine Lust, irgendetwas außer ihrem Traumjob (Opernsängerin) zu machen. Da hilft es nicht, ständig mit feministischer Propaganda überhäuft zu werden, wenn die Ehefrau einfach keine Lust auf gleiche Pflichten hat und ihr die aktuellen Rechte völlig reichen. Könnten wir zur Abwechslung mal Artikeln von Frauen haben, deren Hausmänner den Job seit 10 Jahren schmeißen oder die die Kindererziehung hinter sich haben? All diese Theoretikerinnen hier nerven gewaltig.
Also erstens: Wenn Sie sich über eine Ehefrau ärgern, die ihre Pflichten nicht wahrnimmt, sondern bloß auf ihre Rechte pocht - na wie wär's dann, wenn Sie sie mal darauf hinweisen? Bin immer überrascht, was sich Männer diesbezüglich alles bieten lassen. Zweitens muss ich Ihre Frau in diesem Fall verteidigen: Vier Kinder und hierzulande arbeiten? No Way. Es gibt die Ganztagesinfrastruktur einfach nicht, die das ermöglichen würde, und dabei geht es nicht nur um das Kindergarten-/Schulangebot. Es geht um die Einstellung des Umfelds. In skandinavischen Ländern wäre das kein Problem, fast alle Frauen arbeiten dort Vollzeit. Dort gilt aber auch: Nach 17/18 Uhr gehen alle heim. Es klappt also, wenn man will, und alle mitziehen. Und meiner Meinung nach wären auch in der Gastronomie und in den Kliniken/Altenheimen Arbeitszeitverkürzungen sinnvoll. Wenn man Arbeitnehmer nicht mit zu vielen Arbeitsstunden überfordert, dann melden die sich auch nicht ständig krank (was im Moment in genau diesen Branchen passiert, und die Unternehmen richtig teuer kommt).

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TS_Alien 15.11.2018, 15:46
32.

Es ist sinnvoll, die Arbeitszeit zu verkürzen. Denn das schafft mehr Arbeitsplätze, zufriedenere Mitarbeiter, gesündere Mitarbeiter und mehr Einzahler in die Sozialkassen.

Wenn nicht gerade Spezialwissen verlangt wird, können sich vier Mitarbeiter drei Stellen teilen. Die Mehrkosten für den Arbeitgeber liegen selbst bei vollem Lohnausgleich im überschaubaren Bereich. Und wenn man den Managern deutlich weniger bezahlen würde oder die Besitzer der Firmen (auch Aktionäre) etwas bescheidenere Geldansprüche hätten, wäre mehr als genug Geld vorhanden.

Es ist mehr als genug Geld vorhanden. Das Geld ist nur absurd ungleichmäßig verteilt.

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msmobile 15.11.2018, 15:48
33. Abseits der Realität

Selten so ein BS in letzter Zeit gelesen. Abseits von jeglicher Realität.
Diskutiert ihr mal weiter so in D. Wir geraten international immer mehr ins Hintertreffen.

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lollopa1 15.11.2018, 15:48
34. klar, voll praktikabel das

Ich kann mir das bei vielen Bürotätigkeiten sehr gut vorstellen, ich habe da auch ein paar Kollegen wo ich echt nicht weiss was die den ganzen Tag so machen, wenn die mal nicht da sind vermisst die auch keiner. Was mein Malermeister aber dazu sagt dass er seine Leute 100% bezahlen soll aber nur 75% der Arbeit gemacht werden, ergo er dann das auf seine Kunden umlegen muss, ich muss ihn mal fragen. Die Antwort kenne ich denke ich mal. Leider leben wir in einer Leistungsgesellschaft, d.h. gutes Geld für gute Arbeit, dieses Geschwafel über bedingungsloses Grundeinkommen kann ich nicht mehr hören.

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Spiegel-Ei 15.11.2018, 15:57
35. Wunderbar!

Kaum hat Merkel ihren Rückzug angekündigt, kommt wieder Schwung in die politische Debatte! Auch beim Spiegel. Ich freue mich schon, wenn der neue wirtschaftsliberale Parteichef Merz sich mit den Fragen fortschrittlicher Arbeitszeitregelungen und weiteren Gerechtigkeitsthemen auseinandersetzen muss. Es wird höchste Zeit, es ist nicht mehr alles alternativlos.

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-william- 15.11.2018, 15:58
36.

Schon witzig wie manche das gleich als völlig irrsinnig ansehen. Wenn wir einfach das Kapital besser verteilen würden, wäre das 6 Stunden Modell überhaupt kein Problem. Ein paar Milliardäre weniger. Vorstands-, Fußballergehälter etc. durch eine Reichensteuer wieder auf ein vernünftiges Maß schrauben. Dieses Geld wieder in das Gemeinschaftssytem (Pflege etc.) rein pumpen.
Außerdem ein Segen für Leute die Probleme mit Ihrem Biorythmus und den Arbeitszeiten haben. Dadurch könnten sicherlich einige Schlafstörungen, Krankheiten etc. reduziert werden.
Weiterhin ein großer Schritt zu mehr Glücklich- und Ausgeglichenheit. Genau dafür sollte eigentlich unser modernes Wirtschaftssystem da sein.

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oli1893 15.11.2018, 15:58
37. Arbeitseinstellung

Wer täglich nur sechs Stunden im Büro ist, wird trotzdem mit den Kollegen reden, Kaffee holen, SPON lesen und seine Zeit in mehr oder weniger sinnvollen Meetings verbringen. Ich habe Zweifel, dass die Mehrheit dann sechs Stunden konzentriert arbeiten würde. Aber ich gebe dem einen oder anderen Vorredner recht: wir sind mitten in der digitalen Revolution, die Jobwelt ändert sich in vielen Branchen radikal. Ein Umdenken muss her und dieser Beitrag ist ein wichtiger Denkansatz. Die Probleme in Medizin-, Pflege- und Kinderbetreuungsberufen werden durch die 30-Stundenwoche allerdings nicht gelöst.

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widower+2 15.11.2018, 16:00
38. Zustimmung!

Der Artikel trifft ins Schwarze. Zumindest für die Branchen, in denen es auf produktive, anspruchsvolle geistige Arbeit ankommt. Für Jobs, in denen Anwesenheit der wichtigste Faktor ist - zum Beispiel einen Pförtner oder Nachtportier - trifft das natürlich weniger zu.

Wer aber behauptet, er könne mehr als sechs Stunden täglich Höchstleistung auf geistig anspruchsvollem Niveau bringen, ist entweder eine seltene Ausnahme oder er lügt sich selbst in die Tasche.

Als Freiberufler konnte ich das bei mir selbst und bei vielen anderen Kollegen beobachten. Spätestens nach der fünften Stunde sank der - in meiner Branche eindeutig messbare - Output rapide bei gleichzeitig steigender Fehlerquote.

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roflxd 15.11.2018, 16:02
39.

Überzeugt mich nicht. Ein Sechsstundentag ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Ein Tag, an dem man weder richtig arbeitet noch sich richtig erholen kann, ist nicht mein Ding. Da arbeite ich lieber 4 Tage die Woche "richtig" und habe am 5. Tag frei.

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