Forum: Karriere
200 Bewerbungen, fast nur Absagen: "Bin ich ein aussichtsloser Fall?"
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53 Jahre alt und auf Jobsuche: Was tun, wenn es monatelang einfach nicht klappen will? Der Karriere Coach Matthias Martens rät, sich die richtigen Fragen zu stellen - und selbstkritisch zu sein.

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tom2strong 18.06.2019, 11:19
140. @tonhalle

Vielen Dank für diesen Beitrag!

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mrotz 18.06.2019, 12:13
141.

Zitat von tom2strong
Die Anregungen von Herrn Martens sind gut und helfen. Leider wird das viel zu selten beherzigt. Eine gute Bewerbung kann mehrere Tage, oder Wochen Aufwand bedeuten. In dem Altersegment und in der Führungsverantwortung sollte man sich zudem professionelle Hilfe bei Headhuntern oder Outplacement Beratern holen. Das kostet eine Stange Geld, aber kann sich lohnen. Macht man im Idealfall bevor man betriebsbedingt gekündigt wird. Wer das versäumt, muss es erklären können, oder hat sein Leben nicht im Griff.
>In dem Altersegment und in der Führungsverantwortung sollte man
>sich zudem professionelle Hilfe bei Headhuntern oder Outplacement
>Beratern holen. Das kostet eine Stange Geld, aber kann sich lohnen.
>Macht man im Idealfall bevor man betriebsbedingt gekündigt wird. Wer
>das versäumt, muss es erklären können, oder hat sein Leben nicht im
>Griff.

Wow. Auf dass die Bullshit-Jobs weiter wuchern.....

mfg

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M.W. aus A. 18.06.2019, 12:57
142. Diese Ratschläge hören sich an, wie die,

die der Arbeitssuchende in den Bewerungstrainings bekommt, die als verpflichtende Maß durch das Jobcenter angeordnet werden, um die Leute für einige Zeit aus der Statistik zu bekommen. Und genau so sinnvoll sind sie auch.
Nach einer längeren Unterbrechung meiner "Karriere" durch persönliche Umstände (Pflege eines Angehörigen) habe ich auch versucht mit ca. 100 Bewerbungen wieder in meinen alten Beruf einzusteigen. Hat nicht geklappt. Lag natürlich nur an mir! Warum mußte ich denn auch "mein Hobby" meinem Beruf vorzeihen? Egal, ich habe es erkannt und arbeite heute, sagen wir mal, 3 Ebenen unter meinem alten Level. Das Gehalt ist dementsprechend, aber ich kann davon leben. Pünktlich lasse ich den Bleistift fallen; unbezahlte Überstunden - ohne mich; eMails am Wochenende bearbeiten - bin ich denn noch zu retten?; ein Diensthandy - nein Danke! Mein Ehrgeiz geht gegen Null und meine Lebensqualität geht steil in Richtung 100.

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masterrobin93 18.06.2019, 14:38
143.

geht mir genauso, bin in wenigen wochen auch 1 jahr arbeitslos, und bekomme viele absagen und 1-2 vorstellungsgespräche. in meiner ausbildung zum büromanagement konnte ich auch kaum berufserfahrung sammeln, nur theoretisch wurde mir viel beigebracht. kein wunder, dass ich keinen job finde, zudem mit meinem handicap. jens kann sich glücklich schätzen, dass er wenigsteens schon arbeiten konnte, für mich ist die stellensuche mittlerweile eine katastrophe

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pracz 18.06.2019, 14:55
144. Hr. Martens persönlich?

Zitat von tom2strong
Die Anregungen von Herrn Martens sind gut und helfen. Leider wird das viel zu selten beherzigt. Eine gute Bewerbung kann mehrere Tage, oder Wochen Aufwand bedeuten. In dem Altersegment und in der Führungsverantwortung sollte man sich zudem professionelle Hilfe bei Headhuntern oder Outplacement Beratern holen. Das kostet eine Stange Geld, aber kann sich lohnen. Macht man im Idealfall bevor man betriebsbedingt gekündigt wird. Wer das versäumt, muss es erklären können, oder hat sein Leben nicht im Griff.
Dieser Beitrag sieht aus, als hätte Hr. Martens ihn persönlich geschrieben.
Wenn man über 50 ist, Führungsverantwortung tragen kann und will, und ohne fremde Hilfe keine richtig gute Bewerbung schreiben kann, dann stimmt dort etwas nicht.
Wenn man die Homepage von Hr. Martens liest, wird dort ein Bewerbungsschreiben versprochen (unter Martens & Team bei der Dame), das ins Unterbewusstsein des Lesers eindringt und die Nachfrage nach dem Bewerber stimuliert. So kommen dann Ungeeignete (die eine gute Bewerbung nicht selbst schreiben können aber eine "Stange Geld" für den Berater haben) in Führungspositionen. War Hr. Martens nicht zufällig auch tätig als man diverse Führungsrollen für den Berliner Flughafen besetzt hat?
Übrigens ist meine Reaktion (als Unternehmer) auf Bewerbungen, die von solchen Beratern hochgepusht sind (an der Wortwahl erkennt man sie meistens schnell), ist ein kurzer Weg in den Papierkorb. Was soll ich denn von Bewerbern halten, die ihre Bewerbungen nicht selber schreiben können?

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wauz 18.06.2019, 15:39
145. Falsche Annahmen

Es gibt bei den wenigsten Firmen feste Stellenzahlen, so wie bei einer behörde oder dem Militär. Beim Militär ist klar: ein Bataillon braucht soundso viele Offiziere, Unteroffizier und Mannschaften.
Aber selbst da wird variiert. Wenn es für einen Zugführerpsoten eben keinen Oberfeldwebel oder Oberleutnant gibt, dann macht das eben eine Feldwebel oder Leutnant. Mit Sicherheit wird man aber keinen Major zum Zugführer machen...
bei Firmen ist es ein wenig anders. natürlich gibt es da Stellen, die irgendwie besetzt werden, z.B. Abteilungsleiter. Aber in den seltensten Fällen ist da eine bestimmte Karriere Voraussetzung. man besetzt als nach Günstigkeit.
Deswegen gibt es auch praktisch nirgends Stellen für ü50. Das heißt, ein Bewerber dieses Alters konkurriert mit allen anderen. Und da zählen eben nicht nur Fachwissen und dgl, sondern auch die Nebenaspekte.
Nehmen wir mal das Beispiel Alkohol. Ein 25-Jähriger, der seit fünf Jahren trinkt, hat wahrscheinlich nioch nicht so viele sichtbare Anzeichen für den Alkoholmissbrauch an sich. Wenn er sich also nicht verplappert, fällt das gar nicht auf.
Wenn dieser gute Junge dann mit 45 arbeitslos wird und damit seit 25 Jahren trinkt, sieht die Sache schon anders aus.
Ähnlich ist das mit anderen Beeinträchtigungen. Nicht das Alter an sich ist der nachteilige Faktor, sondern die Tatsache, dass eben so mancher 50-Jährige erkennbar nicht mehr so frisch ist wie ein 25-Jähriger.
Dazu kommt: personaler stehen unter hohem Druck: sie dürfen sich nicht all zu viel "Ausfälle" erlauben, sonst sie auch auf der Abschussliste. Es ist also für den personaler in jedem Falle günstiger, ein "verkanntes Genie" laufen zu lassen und dafür "solides Mttelmaß" zu empfehlen.
Und ich sage es noch einmal, weil in vielfältigen variationen im bekanntenkreis schon erlebt. Die "Guten" werden fast nie von Arbeitslosigkeit überrascht. Sie haben längst gemerkt, wenn etwas im Busch ist. Zweitens: genau diese leute haben auch ein Netzwerk um sich. Es kommt daher durchaus vor, dass so jemand schon frühzeitig Stellen angeboten bekommt, weil eben seine "peers" das mitkriegen und ihm Tipps geben, bzw Firmen auf ihn aufmerksam machen.
Fazit: Wenn jemand in so eine situation kommt, wie dieser "jens", dann ist schon viel früher etliches nicht gut gelaufen.
Diese leute müssen nicht "schuld" sein. Aber sie sollten sich verschärft Gedanken machen über ihre "Vermarktbarkeit" und sich dazu (professionelle) Hilfe holen. Die Selbsthilfevereine sind alle nur Jammerclubs, das bringt nichts!

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mrotz 18.06.2019, 16:15
146.

Zitat von wauz
Es gibt bei den wenigsten Firmen feste Stellenzahlen, so wie bei einer behörde oder dem Militär. Beim Militär ist klar: ein Bataillon braucht soundso viele Offiziere, Unteroffizier und Mannschaften. Aber selbst da wird variiert. Wenn es für einen Zugführerpsoten eben keinen Oberfeldwebel oder Oberleutnant gibt, dann macht das eben eine Feldwebel oder Leutnant. Mit Sicherheit wird man aber keinen Major zum Zugführer machen... bei Firmen ist es ein wenig anders. natürlich gibt es da Stellen, die irgendwie besetzt werden, z.B. Abteilungsleiter. Aber in den seltensten Fällen ist da eine bestimmte Karriere Voraussetzung. man besetzt als nach Günstigkeit. Deswegen gibt es auch praktisch nirgends Stellen für ü50. Das heißt, ein Bewerber dieses Alters konkurriert mit allen anderen. Und da zählen eben nicht nur Fachwissen und dgl, sondern auch die Nebenaspekte. Nehmen wir mal das Beispiel Alkohol. Ein 25-Jähriger, der seit fünf Jahren trinkt, hat wahrscheinlich nioch nicht so viele sichtbare Anzeichen für den Alkoholmissbrauch an sich. Wenn er sich also nicht verplappert, fällt das gar nicht auf. Wenn dieser gute Junge dann mit 45 arbeitslos wird und damit seit 25 Jahren trinkt, sieht die Sache schon anders aus. Ähnlich ist das mit anderen Beeinträchtigungen. Nicht das Alter an sich ist der nachteilige Faktor, sondern die Tatsache, dass eben so mancher 50-Jährige erkennbar nicht mehr so frisch ist wie ein 25-Jähriger. Dazu kommt: personaler stehen unter hohem Druck: sie dürfen sich nicht all zu viel "Ausfälle" erlauben, sonst sie auch auf der Abschussliste. Es ist also für den personaler in jedem Falle günstiger, ein "verkanntes Genie" laufen zu lassen und dafür "solides Mttelmaß" zu empfehlen. Und ich sage es noch einmal, weil in vielfältigen variationen im bekanntenkreis schon erlebt. Die "Guten" werden fast nie von Arbeitslosigkeit überrascht. Sie haben längst gemerkt, wenn etwas im Busch ist. Zweitens: genau diese leute haben auch ein Netzwerk um sich. Es kommt daher durchaus vor, dass so jemand schon frühzeitig Stellen angeboten bekommt, weil eben seine "peers" das mitkriegen und ihm Tipps geben, bzw Firmen auf ihn aufmerksam machen. Fazit: Wenn jemand in so eine situation kommt, wie dieser "jens", dann ist schon viel früher etliches nicht gut gelaufen. Diese leute müssen nicht "schuld" sein. Aber sie sollten sich verschärft Gedanken machen über ihre "Vermarktbarkeit" und sich dazu (professionelle) Hilfe holen. Die Selbsthilfevereine sind alle nur Jammerclubs, das bringt nichts!
>Die "Guten" werden fast nie von Arbeitslosigkeit überrascht. Sie haben
>längst gemerkt, wenn etwas im Busch ist. Zweitens:
> genau diese Leute haben auch ein Netzwerk um sich.

Nein. Die Kommunikativen. Das müssen nicht die Guten sein, sofern der Job nicht Kommunikation ist.

mfg

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markus_wienken 18.06.2019, 17:39
147.

Zitat von mrotz
>Die "Guten" werden fast nie von Arbeitslosigkeit überrascht. Sie haben >längst gemerkt, wenn etwas im Busch ist. Zweitens: > genau diese Leute haben auch ein Netzwerk um sich. Nein. Die Kommunikativen. Das müssen nicht die Guten sein, sofern der Job nicht Kommunikation ist. mfg
Wer - wie das Beispiel in dem Artikel - in leitender Position nicht kommunikativ ist zählt sicherlich nicht zu den Guten.

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odapiel 18.06.2019, 17:47
148. Menschenbild

Was ist das eigentlich für ein Menschenbild, automatisch davon auszugehen, daß jeder säuft?

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MadeleineL 18.06.2019, 18:14
149. traurig, traurig, wie hier der Mythos Bewerbung zementiert wird.

Ich bin entsetzt, dass an so prominenter Stelle wieder der Mythos geschürt wird, dass Bewerbungen der Weg zum Job sind. Dabei ist es so: wer erst einmal in einem Stapel liegt, hat schon verloren. Denn man ist einer von vielen. Dieser Stapel wird anschließend nach mehr oder weniger plausiblen Kriterien reduziert. Nach einer (wenn auch älteren) Studie gab es auf eine Stellenausschreibung durchschnittlich 160 Bewerbungen. Nur 24 wurden überhaupt näher angeschaut (also nach Zeugnisbewertungen etc.), 7 wurden durchschnittlich eingeladen, einer bekommt den Job. ALLE ANDEREN ERHALTEN ABSAGEN! Bewerbungen sind also in Hinblick auf die Erfolgschancen eigentlich die schlechteste Methode überhaupt, einen Job zu bekommen, vor allem für Jobsuchende mit "bewerbungstechnischen Handicaps".
Der kurze Hinweis auf Kontakte, der hier genannt wird (ohne diesen zu präzisieren: was GENAU soll man hier tun, um nicht in eine unangenehme Bittstellerrolle zu geraten) ist für alle Jobsuchenden, aber besonders für Nicht-Idealkandidaten, der eigentliche Königsweg zum Job.
Traurig, traurig, dass ein offenbar weitgehend von Statistiken unbeleckter "Experte" Menschen in einer Notsituation hier so menschenverachtend abfertigt.

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