Forum: Karriere
200 Bewerbungen, fast nur Absagen: "Bin ich ein aussichtsloser Fall?"
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53 Jahre alt und auf Jobsuche: Was tun, wenn es monatelang einfach nicht klappen will? Der Karriere Coach Matthias Martens rät, sich die richtigen Fragen zu stellen - und selbstkritisch zu sein.

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kumi-ori 19.06.2019, 01:20
150. Würd ich so nicht sagen

Zitat von BrigitteMatthews
Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie stark sich der Markt der Personaler entwickelt hat... Die Situation ist doch klar: Arbeitgeber wollen das Risiko, einen MA über 50 einzustellen, einfach nicht eingehen. Junge Leute sind doch viel günstiger und formbarer. Ratschläge wie, seinen Lebenslauf umzuschreiben nützen allemal dem Umsatz von externen Personalberatern. Solange Firmen von der wichtigen Erfahrung der Senioren nur reden und sie nicht umsetzen, bleibt als einzige Lösung, in seinem privaten Netzwerk fündig zu werden. Warum gibt es keine Einstellungsauflagen?
Erstens sind Arbeitnehmer über 50 keine Senioren. Zwar kann der Ü50 ausfallen, sagen wir wegen Prostatakrebs. Der U40 hingegen kann sich beim Snowboardfahren einen Bänderriss zuziehen und liegt genauso lange im Bett, vom Risiko der Schwangerschaft und Elternzeit ganz zu schweigen. Der Ü50 ist vielleicht nicht so formbar, aber er stellt manchmal die richtigen Fragen. Eine Firma braucht letzten Endes beides, die jungen Windhunde, die gleich losrennen, und die Alten, die sich das anschauen und danach sagen, warum es beim ersten Mal nicht geklappt hat und wie man es beim nächsten Mal macht. Wenn wieder für alle eine Google Drive Tabelle kommt, mach ich Copy-Paste und trage dasselbe ein wie beim letzten mal oder dasselbe wie mein Kollege ("MaFo" freut sich). Aber nach dem Meeting schnapp ich mir die Chefs, geh mit ihnen einen Rotwein trinken und sag ihnen, wie's wirklich läuft. Sie nehmen das gerne an, weil sie von mir altem Knacker nicht befürchten müssen, dass ich ihnen irgendwann in die Karriere grätsche. Meinen eigentlichen Job (Verkaufen) kann ich überhaupt nicht und meine Umsatzzahlen sind immer unter den schlechtesten. Aber in der Firma bin ich bekannt wie ein bunter Hund, und was ich sage, wird meistens am Ende gemacht, obwohl ich keinerlei Führungsverantwortung habe.

Was mir dabei geholfen hat? Fehler frühzeitig und proaktiv eingestehen und nicht auf andere zu schieben, nie über Kollegen tratschen, nie jemanden das Gesicht verlieren lassen.

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kumi-ori 19.06.2019, 01:38
151.

Zitat von ArnoNyhm1984
Würden wir über einen 53jährigen Möbelpacker sprechen, dann könnte man ja noch argumentieren "nicht mehr leistungsfähig genug". Bei einem Kaufmann sollte dagegen umgekehrt die Erfahrung eher noch aufwerten. Ist aber nicht -womit sich das übliche Wehklagegeschrei der Arbeitgeber von wegen "Fachkräftemangel" ad absurdum führt. Und wenn man die Ratschläge des "Experten" liest, dann weiß man auch, warum das so ist: Schuld ist ja der Abeitslose, weil er seine Ansprüche noch nicht genügend heruntergeschraubt hat. Toll.
Ansprüche runterschrauben geht gar nicht. Als ich noch suchte, warnte mich eine Kollegin: "Wenn du zu wenig verlangst, kriegst du nur die Scheiß-Jobs angeboten."

Recht hatte sie! Wenn wir in den Supermarkt gehen, und wir sehen die Flasche Rotwein für 1,50 Euro, dann denken wir, das kann ja wohl nicht sein. Wir kaufen lieber die für 9,99 Euro, obwohl da vielleicht genau das Gleiche drin ist.

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Olaf 19.06.2019, 09:03
152. Köstlich

Zitat von SPON
Matthias Martens war zehn Jahre Personalleiter im Otto-Konzern,
Zitat von Matthias Martens
Wenn jemand mehr als zehn Jahre bei demselben Arbeitgeber in derselben Position ausharrt, wirkt das wenig überzeugend.
Gutes Beispiel für die Dampfplauderei, die mittlerweile von unserer sog. Elite kommt.

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bansky 19.06.2019, 09:42
153. Wohnortwechsel?

Genau...ich ziehe dann mal mit 53 mal aus und verlasse das Umfeld, mein Haus/Wohnung etc. - klingt nach dem besten Ratschlag ever. Das ist max. unrealistisch. Irrsinn.

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besorgte 19.06.2019, 09:58
154.

Ich habe mir jetzt nicht die Mühe gemacht, die 31 Seiten zu lesen.

Die Frage lässt sich ganz rinfach beantworten, ja, er ist zu alt, man sagte mit damals mit Mitte 30, willkommen in der Langzeitarbeitslosigkeit, und so war es.
Wenn man nichts macht, außer sich zu bewerben, ist man zu faul.
Wenn man die Zeit nutzt um sich weiterzubilden, isz man überqualifiziert.
Gesucht werden junge Arbeitssklaven, die für den Mindestlohn arbeiten, am liebsten noch drunter.

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Oskar der Pferdehändler 19.06.2019, 10:03
155. So ein Quastch

Wie strahlt der was aus. Der wird nicht eingeladen.
Spiegelt der Lebenslauf einm Kompetenzprofil wieder - ja aber nur für die Firma in der er war. Wieviele Wechsel - mit 53 wohl keine mehr. Das Problem ist das man einem 53 Jährigen eben keine flexibiliät glaubt.
"Ich bin Generalist, habe Leitungserfahrung in Einkauf, Logistik, Verkaufsinnendienst und Rechnungswesen" das nennt mein heute SAP Cloud.

Der Mann sollte einfach mal was "ganz" anderes machen. Im Angesicht von HariV - alles.

Das Problem ist eben das keine reinen "Generalist, habe Leitungserfahrung in Einkauf, Logistik, Verkaufsinnendienst und Rechnungswesen" sucht.
Es aber sicher eine Firma gibt die einen Einkäufer für saure Gurken sucht der den Markt kennt und die Ware aufgrund seiner Kontakte billiger bekommen würde.
Oder einen Logistiker der den Chef von DHL kennt und Rabatte mitbringt.

Im TV läuft doch gerade eine Werbung in der man erklärt bekommt das Bewerbungen nur 70 Sekunden geprüft werden. Das ist ein Ich "Generalist, habe Leitungserfahrung in Einkauf, Logistik, Verkaufsinnendienst und Rechnungswesen " eben nur einer von vielen.

200 Bewerbungen und 3 Gespräche sagen doch nur aus das die Bewerbungen sche... sind

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lotoseater 19.06.2019, 11:33
156.

Zitat von sandmann888
Ich bin Naturwissenschaftler und bewege mich hauptsächlich in diesen Kreisen. Der Bedarf ist enorm und wenn Sie das anders sehen, dann machen Sie was falsch. Vielleicht mal über den Tellerrand schauen. Und wie gesagt, als 68jähriger bin ich gefragt wie nie und nicht nur ich!
Können Sie einige der gängigen Agenturen in dem Bereich nennen, die Chemiker vermitteln? Ich hatte damit bisher keinen Kontakt, könnte mir das für die Zukunft aber auch vorstellen.

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Olaf 19.06.2019, 12:02
157.

Zitat von BrigitteMatthews
Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie stark sich der Markt der Personaler entwickelt hat... Die Situation ist doch klar: Arbeitgeber wollen das Risiko, einen MA über 50 einzustellen, einfach nicht eingehen. Junge Leute sind doch viel günstiger und formbarer. Ratschläge wie, seinen Lebenslauf umzuschreiben nützen allemal dem Umsatz von externen Personalberatern. Solange Firmen von der wichtigen Erfahrung der Senioren nur reden und sie nicht umsetzen, bleibt als einzige Lösung, in seinem privaten Netzwerk fündig zu werden. Warum gibt es keine Einstellungsauflagen?
Es hat schon eine gewisse Ironie, dass gerade die Arbeitgeberverbände die Rente mit 67 als Fortschritt feiern (es gibt sogar Forderungen für die Rente mit 70), andererseits aber über 60jährige als nicht vermittelbar gelten, weil niemand sie einstellen will.

https://arbeitgeber.de/www/arbeitgeb...E_Rente_mit_67

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sven_apitzsch 19.06.2019, 13:25
158. Ich bin im Mai

52 Jahre alt geworden und noch vor 1,5 Jahren etwa sagte mir meine Jobcenter Beraterin, dass es so langsam mal an der Zeit wäre, doch endlich mal eine Vollzeit Stelle zu bekommen!!! Sogar meine Mutter hatte mich die letzten 2 Jahre fast damit genervt, dass es wieder wichtig sei, einen Vollzeitjob zu kriegen, dass ich mittlerweile die 50 überschritten habe, merkte Sie noch gar nicht!! Erst vor einigen Wochen sagte meine Mutter völlig überraschend, dass ich das "Unternehmen" Vollzeitjob wohl allmählich vergessen kann mit 52 Jahren! Selbst meine Jobcenter Beraterin hat jetzt so langsam gecheckt, dass es mit Anfang 50 fast unmöglich ist, einen Vollzeit Job zu finden.....ich fahre seit einigen Monaten auf Neben Job Basis Sushi aus, bin in diesem Laden Lichtjahre vorraus auch der älteste Sack, meiner Chefin ist das zum Glück egal, trotzdem, Vollzeit werde ich bei Ihr nie Arbeiten werden, da Sie mich nicht Vollzeit bezahlen kann. Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden, eben nur noch diesen Job zu machen....auch, dass ich mich leider nie mehr so ganz vom Jobcenter lösen kasnn, auch damit habe ich mich abgefunden!! Und, wenn ich dann immer wieder diese Aufkleber an zig und massig TRansportern hier in Berlin Sehe, dass Mitarbeiter gesucht werden....das ist fast der blanke Hohn!!! Als BVG - Busfahrer hatte ich mich vor 2 Jahren sogar 2 mal bei der BVG beworben, OHNE Grund 2 Absagen!! Sogar bei der Tochtergesellschaft der BVG - 2 Absdagen!! Heute gibts massig Aufkleber an den Bussen, dass Fahrer/innen gesucht werden....da komme ich mir auch total veräppelt vor!! Aber, wie hat mal jemand zu mir gesagt: mit 52 Jahren nimmt die BVG keinen Quereinsteigerr mehr auf, ich sei eben viel zu alt!!

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Marion 56 19.06.2019, 14:03
159. Leere Tipps

Ich bin 56 Jahre, seit 1,5 Jahren schreibe ich Bewerbungen, 80% antworten nicht.
Der vorherige Arbeitgeber des Herren haben mich trotz aller mitgebrachten Qualifikationen abgelehnt.
Ich habe selber 25 Jahre Personal vermittelt, dann wurde die Firma verkauft, ich war zu teuer und bin das Risko der Kündigung eingegangen.
Fakt ist; die Arbeitgeber nehmen ab 50 Jahre keine Mitarbeiter an, wenn sich genug jüngere, günstige Kräfte bekommen können. 12,50€ Brutto bei einer normalen Bürokauffrau/Sachbearbeitung mit Englisch.
Meine Verwalterin vom Arbeitsamt ruht sich darauf aus, das ich in 6 Monaten in Harz4 falle und mein Lebensgefähte für mich aufkommen muß. DANKE SPD!
35 Jahre Steuern gezahlt und nun ab in den Keller.
Ach, und ich habe schon mehrere Bewerbungsseminare mitgemacht. Noch Fragen

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