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Abfindung: Mit wie viel Geld können Arbeitnehmer rechnen?
Corbis

Ein Angestellter will bleiben, soll aber gehen. Die Trennung erkaufen Arbeitgeber dann oft durch eine Abfindung. Sie soll einen Neustart ermöglichen und Rechtsstreit verhindern. Geschicktes Verhandeln zahlt sich aus.

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maisa 20.09.2015, 12:39
1. Abfindung für AG

Warum sind Abfindungen so ein einseitiges Geschäft? Wenn nach Jahren der Einarbeitung und Weiterbildung ein AN einfach geht, bringt das echte Probleme für kleine Unternehmen mit sich. Da kommt seltsamerweise der Gesetzgeber nicht auf die Idee, dass der Kündigende eine Abfindung zahlen sollte.

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SpitzensteuersatzZahler 20.09.2015, 12:51
2.

Gäbe es diesen ganzen Kündigungsschutzsquatsch nicht, würde jedes Unternehmen viel eher neue MA einstellen, statt alle Möglichkeiten auszuschöpfen, da irgendwie drum herum zu kommen. Außerdem wäre diese ganze Befristungsthematik vom Tisch und gekündigte Mitarbeiter hätten innerhalb kürzester Zeit wieder etwas Neues, anstatt wie jetzt 100-200 Bewerbungen durch die Republik schicken zu müssen.

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karin.italienfan 20.09.2015, 12:57
3. Naive Vorstellung

Jahre der Einarbeitung und Weiterbildung? Soll das Ihr Ernst sein? Oft muss man sich selbst einarbeiten, da sich keiner die Zeit nimmt, neue Mitarbeiter einzuarbeiten. Und mit Weiterbildung sieht es in den meisten Unternehmen schlecht aus, auch da wird beim Mitarbeiter möglichst gespart.

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Freifrau von Hase 20.09.2015, 13:10
4. Abfindung?

Wo wird denn noch eine Abfindung bezahlt? Die 3 Monate Kündigungsschutz sitzt der AG auf einer Backe ab, die Hälfte davon ist eh Resturlaub und freie Tage, die noch zu nehmen sind.

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politik-nein-danke 20.09.2015, 13:20
5.

Zitat von maisa
Warum sind Abfindungen so ein einseitiges Geschäft? Wenn nach Jahren der Einarbeitung und Weiterbildung ein AN einfach geht, bringt das echte Probleme für kleine Unternehmen mit sich. Da kommt seltsamerweise der Gesetzgeber nicht auf die Idee, dass der Kündigende eine Abfindung zahlen sollte.
Es steht dem kleinen Unternehmen aber frei, mit dem Mitarbeiter entsprechende verlängerte Kündigungsfristen oder Schadenersatz bei teuren Weiterbildungen auszuhandeln. Das ist bei großen Unternehmen durchaus üblich, im Gegenzug für die Übernahme der Kosten z.B. bei eine Masterstudium verzichtet der AN die nächsten 5 Jahre auf eine Eigenkündigung oder erstattet anteilig die Kosten der Weiterbildung.

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KVDH 20.09.2015, 13:30
6. Steuerfreie Abfindung

Die Abfindung ist dann steuerfrei, wenn zum Zeitpunkt der Auszahlung, der AN in Deutschland weder einen gewöhnlichen Aufenthalt noch einen festen Wohnsitz hat. Die zuerst einbehaltene Steuer wurde in meinen Fall ca. 6 Wochen nach Auszahlung der Abfindung komplett erstattet. Allerdings muss die Abfindung dann in dem Land versteuert werden, in dem der AN gezogen ist. Bisher hat sich in meinem "Neuen Land" noch Keiner gemeldet deswegen (Nach 3,5 Jahren) Also komplett steuerfrei.

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klock05 20.09.2015, 13:34
7.

Zitat von Freifrau von Hase
Wo wird denn noch eine Abfindung bezahlt? Die 3 Monate Kündigungsschutz sitzt der AG auf einer Backe ab, die Hälfte davon ist eh Resturlaub und freie Tage, die noch zu nehmen sind.
Ähm, 3 Monate Kündigungsschutz? Wie kommen Sie darauf? Verwechseln Sie das gerade mit einer Kündigungsfrist?

Kündigungsschutz = Kündigung unwirksam, Arbeitsverhältnis besteht - unbefristet - weiter fort. Von drei Monaten ist im KschG keine Rede.

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mmnw 20.09.2015, 13:41
8. Abfindung bei Projektarbeit

Es gibt noch eine weitere Variante der Abfindung: bei befristeten Arbeitsverhältnissen mit unklarer Laufzeit, so genannten Projektbefristungen, kann man mit dem Arbeitgeber bereits bei Abschluss des Arbeitsvertrages eine Abfindung vereinbaren. Da bei solchen Projektbefristungen üblicherweise das Arbeitsverhältnis bei Wegfall des Anstellungsgrundes (Projektende) recht schnell beendet werden soll, möchte der Arbeitgeber gerne eine kurze Kündigungsfrist. Hier sollte man auf jeden Fall eine Abfindung verlangen, viele Arbeitgeber gehen darauf auch gerne ein.
Allgemein ist, wie im Artikel angedeutet, wichtig wie die Abfindung im Vertrag beschrieben wird. Hier sollte nichts darüber stehen, dass es als Ausgleich für entfallenes Arbeitsentgelt gezahlt wird, in diesem Fall verhängt dir Arbeitsagentur automatisch eine Sperrfrist und die Abfindung ist dann Sozialversicherungspflichtig. Besser sind Formulierungen wie "Entschädigung für Wegfall des Arbeitsplatzes".
Auch bei anderen Abfindungsvarianten ist es ein heikles Thema, ob die Abfindung sozialversicherungspflichtig ist oder nicht. Besteht ein Anspruch auf Arbeitslosengeld, sollte man darauf achten, dass keine Sozialversicherung abgeht (s.O. Formulierungen). Besteht dieser nicht, z.B. wegen einer Sperrfrist, kann es auch von Vorteil sein, wenn Sozialversicherung abgeht. Andernfalls muss man sich ja sowieso irgendwie privat versichern. Dann sollte die Abfindung aber entsprechend höher sein.
Abfindungen sind übrigens immer Einkommenssteuerpflichtig. Das sollte man auch nicht vergessen. Vor allem, wenn sich u.U. der Steuersatz erhöht.

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aha47 20.09.2015, 13:49
9. Steuerhinterziehung

Zitat von KVDH
Allerdings muss die Abfindung dann in dem Land versteuert werden, in dem der AN gezogen ist. Bisher hat sich in meinem "Neuen Land" noch Keiner gemeldet deswegen (Nach 3,5 Jahren) Also komplett steuerfrei.
Möchten Sie Steuerhinterziehung jetzt allen Ernstes schönreden?

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