Forum: Karriere
Ärzte und Pfleger: Total biegsam, total aufgerieben
privat

Jederzeit einsatzbereit, rund um die Uhr - von Klinikärzten, Pflegern und Hebammen wird bedingungslose Flexibilität verlangt. Ihre Arbeitslast ist oft zermürbend, das Privatleben bleibt auf der Strecke. Viele werden aber auch Opfer des eigenen Helfersyndroms.

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Mufflon 15.02.2012, 10:50
40.

Zitat von !!!Fovea!!!
Na ja, der Dokumentationsaufwand bei einer PEG ist ja auch nicht zu verachten, im Zusammenhang, was "unten" wieder herauskommt..., aber das wird ja von den Angehörigen nicht gerne gesehen. Ich kenne auch Leute, die können sich nur beschweren, die meinen, die nehmen dem Pflegepersonal die Arbeit ab, wenn sie ihren Angehörigen mal ein Essen füttern, aber wenn es dann zum Abführen kommt, dann schreien sie nach einer Schwester, da man sich ja nicht die Finger dreckig machen will, stimmts, obwohl, es gibt auch Handtücher, Wasser und Seife, Handschuhe, auch für Angehörige......, immer dieses pseudo Gequatsche von den Angehörigen..., am besten sind die, die vor 30 Jahren einen Erste - Hilfe Schein gemacht haben und dann den Schwester erzählen wollen, wie es richtig geht..., die sind die Besten....
Der Dokuaufwand einer PEG ist mir immer noch lieber, als am Ende der Schicht mir die Kalorieneinfuhr und Fluesigkeitseinfuhr komplett aus den Fingern zu saugen und das am besten noch an Uhrzeit gekoppelt.

Und die Doku macht mich fertig. An meinem letzten Arbeitsplatz waren mit mir 2 Wachkraefte auf dem Plan. Wie soll man da Frueh- Spaet- und Nachtdienst decken. Und trotz der knappen Zeit muss ich jedesmal 45 Minuten fuer die Doku abzwacken weil ja sonst der arme MDK nicht auf seine Existenzberechtigung kommt. Nicht nachvollziehbar, dass man dann von der Fachkraft erwartet auch noch laenger zu bleiben um den Dokubedarf nochzuholen.

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LeToubib 15.02.2012, 11:36
41.

Zitat von Mufflon
Zeigen sie mir einen Altenpfleger der eine PEG legen darf [...]
Schrieb ich das? Ich glaube nicht.

Zitat von
[...] Und ja, ich war sehr sehr sehr glücklich über jede PEG, die ich auf der Station hatte. Die Einfuhr so zu bilanzieren ist mir allemal lieber, als 20x am Tag Leute zum Essen auffordern. Das kostet nämlich auch Zeit und ist wenig erfolgversprechend.
Eben: Eine PEG als reine Pflegeerleichterung - nicht mehr und nicht weniger - ist medizinisch nicht indiziert! Wenn in der Uniklinik Freiburg ein Arzt deshalb eine gelegt hätte, wäre ihm fristlos gekündigt worden!
Zitat von !!!Fovea!!!
Na ja, der Dokumentationsaufwand bei einer PEG ist ja auch nicht zu verachten, im Zusammenhang, was "unten" wieder herauskommt..., aber das wird ja von den Angehörigen nicht gerne gesehen. Ich kenne auch Leute, die können sich nur beschweren, die meinen, die nehmen dem Pflegepersonal die Arbeit ab, wenn sie ihren Angehörigen mal ein Essen füttern, aber wenn es dann zum Abführen kommt, dann schreien sie nach einer Schwester, da man sich ja nicht die Finger dreckig machen will, stimmts, obwohl, es gibt auch Handtücher, Wasser und Seife, Handschuhe, auch für Angehörige...... [...]
Liegen da auch frische Bettwäche und Moltons?
Ansonsten lege ich meinen frisch gewaschen Angehörigen ja gleich wieder in seine Faeces!

Zitat von
[...] immer dieses pseudo Gequatsche von den Angehörigen..., [...]
Ich bin gar kein Angehöriger, ich begleitete lediglich eine gute Bekannte zu ihrer Mutter und beobachtete alles, was es eben so in einem Pflegeheim zu beobachten gibt.

Meine Eltern hatten nämlich zu Hause sterben dürfen.

Zitat von
[...] am besten sind die, die vor 30 Jahren einen Erste - Hilfe Schein gemacht haben und dann den Schwester erzählen wollen, wie es richtig geht..., die sind die Besten....
Nein, erst vor zwanzig, dann aber gleich den Erste-Hilfe-Lehrgang!
Brauchte ich nämlich für's Physikum.

Manchmal ist der Nickname nämlich nicht einfach nur ausgedacht ...

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Mufflon 15.02.2012, 13:18
42.

Zitat von LeToubib
Eben: Eine PEG als reine Pflegeerleichterung - nicht mehr und nicht weniger - ist medizinisch nicht indiziert! Wenn in der Uniklinik Freiburg ein Arzt deshalb eine gelegt hätte, wäre ihm fristlos gekündigt worden! ...
Ich weiss nicht, ob das so ganz richtig ist, ich hab etliche Jahre gepflegt und ich bekam so viele Demente aus dem KH mit PEG zurueck, bei denen keine medizinische Indikation vorhanden war, ausser, dass man sie 3x am Tag unter Aufsicht fuettern musste. Da stand dann immer im Bericht, dass regelmaessige Nahrungs- und Fluessigkeitsaufnahme anders nicht gewaehrleistet werden konnten.

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süßnase 15.02.2012, 16:43
43.

20 jahre war ich Krankenschwester...dann war mein Rücken total kaputt. Ich war so eine verrückte Florence Nightingale...Rückblickend kann ich mich nur als verrückt bezeichnen...es gibt keine Anerkennung im Pflegeberuf nur Ausbeutung.

Dass heute manche Pflegende es mit der Pflege nicht so genau nehmen, sollte uns nicht wundern. Wer informiert ist, geht nicht in die Pflege...also bleiben die Langzeitarbeitslosen oder Ungelernten, die zur Pflegeausbildung mehr oder weniger gezwungen werden...welch Wunder, dass die dann nicht die "richtige" Einstellung haben...

Pflege ist Beruf....jedoch wird einem die Berufung systematisch ausgetrieben...die Umstände sind nicht auszuhalten...
Man sollte sich einfach rechtzeitig von der Brücke stürzen...bevor man auf Pflege im Alter angewiesen ist.
Eine Gesellschaft kann man nach dem beurteilen, wie sie mit ihren Alten, Kranken und Tieren umgehen.
In Deutschland sieht das nicht gut aus....

Kapitalismus in Reinkultur, da ist kein Platz für Mitgefühl und Anteilnahme. Und die, die für die Gesetze etc. zuständig sind, können sich eine Privatkrankenschwester leisten....
Man kann gar nicht soviel essen wie man kotzen möchte...

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Pflegeengel 16.02.2012, 08:20
44.

Zitat von conny2
Ich habe zuweilen den Eindruck. Das bietet sich jedenfalls als Entschuldigung an - oder als Ausrede, je nachdem. Das trifft fraglos zu. Deshalb behaupte ich: An der Altenpflege wird viel Geld verdient. Zwar verdient das Pflegepersonal wenig, dafür umso mehr die Heimbetreiber. Das habe ich reiflich erwogen; aber es geht nicht. Abgesehen davon bin ich allerdings der Ansicht, dass man für € 3.300,00 monatlich eine gute Pflege erwarten darf. Oder ist das schon zuviel verlangt? Das tue ich im Rahmen des zeitlich Möglichen. Ich habe aber den Eindruck, dass meine Hilfe nicht immer willkommen ist.
Ihre Hilfe ist deswegen nicht immer willkommen, weil Angehörige immer nur die Außenhülle von dem ganzen Chaos sehen: "Das Pflegepersonal steht DEN GANZEN TAG BEIM RAUCHEN".... oder: "HIER IST JA NIEMAND AUF STATION als Ansprechpartner".... bla - bla - bla...
Sind Sie nicht auch jemand, der sich empfindlich aufregen würde, wenn der Beitrag zur Pflegeversicherung ordentlich ansteigen würde, damit die PflegerInnen mehr verdienen?

Ach, am besten, Sie verbringen einfach mal einen ordentlichen, geteilten Dienst im Pflegebereich mit allem Drum und Dran. Aber nicht nur EINEN popeligen Tag, sondern am besten IHREN JAHRESURLAUB, damit Sie wissen, wie es sich anfühlt, total ausgelaugt und unterbezahlt auch noch Angehörige wie SIE zufrieden stellen zu müssen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis für alle Pflegekräfte
SIE brauchen bestimmt auch irgendwann einmal jemanden.
Da freu ich mich schon heute.
Gruß Pflegeengel.

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hermine1 16.02.2012, 16:05
45.

Zitat von sysop
Jederzeit einsatzbereit, rund um die Uhr - von Klinikärzten, Pflegern und Hebammen wird bedingungslose Flexibilität verlangt. Ihre Arbeitslast ist oft zermürbend, das Privatleben bleibt auf der Strecke. Viele werden aber auch Opfer des eigenen Helfersyndroms.

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hermine1 16.02.2012, 16:23
46. Statt von Helfersyndrom zu sprechen

Aus unseren Krankenkassenbeiträgen ist für eine anständige Bezahlung der freien Hebammen zu sorgen.

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Anvil2k8 16.02.2012, 18:32
47. Wie man in den wald hineinruft...

Zitat von Mufflon
Ich weiss nicht, ob das so ganz richtig ist, ich hab etliche Jahre gepflegt und ich bekam so viele Demente aus dem KH mit PEG zurueck, bei denen keine medizinische Indikation vorhanden war, ausser, dass man sie 3x am Tag unter Aufsicht fuettern musste. Da stand dann immer im Bericht, dass regelmaessige Nahrungs- und Fluessigkeitsaufnahme anders nicht gewaehrleistet werden konnten.
PEG's werden nicht einfach 'mal so' gelegt,
besonders bei menschen unter betreuung ist
das ein erheblicher verwaltungsaufwand auf
den wir oft verzichten koennten wenn altenpflege
mehr als nur verwahr(los)ung waere.

mit aushilfskraeften kaempfend denen noch keiner
gesagt hat, das eine gesunde fuetterung des alten
menschen oft mehr zeit braucht als bei einem
kleinkind und wohl auch aus einer duennen personaldecke heraus,
wird aus zeitmangel ganz schnell die einweisungsdiagnose
"nahrungsverweigerung". die verwandten stimmen dem eingriff
oft zu, weil sie den personalmangel selbst erleben und sich
eine verbesserung fuer ihren angehoerigen erhoffen.

gerade in dieser erwartungg lege ich die meisten PEG's. oft
dieselben heime schicken aber dann die patienten dann
irgendwann wieder rein. diesmal oft mit aspiration oder erbrechen
weil nun in weiterer zeitersparnis diese patienten nun so schnell
wie mastgaense abgefuellt werden.

es gibt heime in denen schon ein subkutanes fluessigkeitsangebot,
eigentlich ein teil der richtlinien, unbekannt oder bewusst
abgelehnt wird. diuretika werden aber immer 'tapfer' weiter gegeben.
folge sind wiederholte einweisungsrunden "exsikkose" mit schmerzen
bei den blutentnahmen und stress und angst in fremder lauter umgebung.

leider fehlt in Deutschland ein oeffentlich zugaengiges
bewertunsgsystem wie in anderen laendern. es verhindert zumindest
teilweise, das heime und altenpfleger die eine schande fuer ihren
beruf darstellen, sich weiter unkontrolliert bedienen koennen.

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