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"AGG-Hopper": Keine Entschädigung für Scheinbewerber
Court of Justice of the European

Das Spiel ging so: Eine Bewerbung schreiben, die garantiert abgelehnt wird - und dann wegen Diskriminierung klagen. Diesem Treiben der "AGG-Hopper" schiebt der Europäische Gerichtshof nun einen Riegel vor.

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monoman 28.07.2016, 18:22
1.

"...man wolle den Bewerber nun doch kennenlernen. Doch der wollte erst kommen, nachdem er seine Entschädigung bekommen hätte. "
Am besten wird man mit so jemand fertig, indem man ihn einfach einstellt ;-)

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Friedrich der Streitbare 28.07.2016, 18:30
2. AGG Augenwischerei

Dieses Gesetz ist ähnlich unsinnig wie das Gebot, in Arbeitszeugnissen nur Gutes zu berichten.

Was soll der Stuss ? Wenn ich als Arbeitgeber eine ganz bestimmte Vorstellung habe, sei es eine junge gut aussehende Frau für eine Präsentation oder einen kräftigen Kerl für anstrengende körperliche
Arbeit, dann werde ich, egal zu welchem nichtssagenden Ausschreibungstext ich gezwungen werde, genau meinen Wunschkandidaten auswählen.

Der ganze aufgezwungene Rest ist für alle Beteiligten nur unnütze Arbeit.

Viel sinnvoller wäre es, ein Verbot der Altersangabe sowie ein Verbot des Fotos festzuschreiben. Solche partiellen Anonymisierungen wären deutlich effektiver.

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DerBlicker 28.07.2016, 18:31
3. das ist unverständlich

Ein Betrug liegt mir Sicherheit nicht vor, denn die Diskriminierung ist verboten und der Schadenersatz ist unabhängig, ob die Bewerbung ernstgemeint ist oder nicht.

Keine der Firmen hätte zahlen müssen, wenn sie sie kein Unrechtsbewusstsein gehabt hätte. Das Geld sehen die Firmen nie wieder, zurecht.

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DHH 28.07.2016, 18:45
4. Nur die Qualifikation...?

"Wer sich für eine Stelle bewirbt, darf nur nach seiner Qualifikation bewertet werden."

Das ist schlicht unzutreffend. Ich darf alle möglichen Diskriminierungen vornehmen (zB bestimmte Mitarbeiter mit bestimmten Sternzeichen bevorzugen oder benachteiligen). Aus esoterischen Gründen Bewerber abzulehnen geht schon, nur für die aus ideologischen Gründen unerwünschten Diskriminierungen wird der Arbeitgeber bestraft.

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observerlbg 28.07.2016, 19:20
5. @DerBlicker: es liegt kein Betrug vor?

Ob juristisch wirklich der Straftatbestand des Betruges erfüllt ist, sei mal dahin gestellt. Ethisch ist es Betrug, wenn ich vorgebe eine Arbeitsstelle besetzen zu wollen, aber doch nur den Arbeitgeber eine Falle stellen will. Ich frag mich immer wieder, wie all die Juristen, die nur abzocken wollen, morgens noch in den Spiegel sehen können. Aber ich zetiere da mal Heinrich Heine: " ab einem gewissen Alter sind wir alle selbst für unser Gesicht verantwortlich".

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klock05 28.07.2016, 19:34
6.

Zitat von Friedrich der Streitbare
Was soll der Stuss ? Wenn ich als Arbeitgeber eine ganz bestimmte Vorstellung habe, sei es eine junge gut aussehende Frau für eine Präsentation oder einen kräftigen Kerl für anstrengende körperliche Arbeit, dann werde ich, egal zu welchem nichtssagenden Ausschreibungstext ich gezwungen werde, genau meinen Wunschkandidaten auswählen. Der ganze aufgezwungene Rest ist für alle Beteiligten nur unnütze Arbeit. Viel sinnvoller wäre es, ein Verbot der Altersangabe sowie ein Verbot des Fotos festzuschreiben. Solche partiellen Anonymisierungen wären deutlich effektiver.
Sehe ich anders. Ich finde das Gesetz notwendig - und wie ich finde, hat das schon einiges gebracht. Dass man jetzt über Anonymisierungen nachdenkt oder sogar zum Teil schon umsetzt, liegt allein nur daran, dass es das AGG gibt - und Arbeitgeber dadurch umdenken müssen.

Sie können ja gerne eine gut aussehende Frau einstellen, solange sie das sachlich rechtfertigen können. Z.B. bei Models oder Schauspieler ist das üblich und legal. Bei anderen Berufen oder Tätigkeiten wird das schon schwieriger.

Mal so nebenbei: Wenn Sie eine gut aussehende Frau für Präsentationen brauchen, dann hat ihr Produkt/ihre Dienstleistung wohl eklatant starke Schwächen. Und wegen den "kräftigen" Kerle: Wer sagt, dass es keine Frauen gibt, die auch schwere Arbeit verrrichten können?
Profi Tipp: Arbeiten Sie an ihrem Weltbild.

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ford_mustang 28.07.2016, 20:02
7. Solch ein klares Urteil...

hätte ich mir mal gegen die Abmahnanwälte der Musikindustrie gewünscht.

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Tirila 28.07.2016, 20:17
8. Zusagen sind entscheidend.

Das entscheidende Kriterium muß doch sein, ob der Bewerber im Falle einer Zusage ablehnt bzw. ablehen würde. Und ob das damit rechnen abgelehnt zu werden sich nur auf die Diskriminierung bezieht.
Nur ist es ja so, das im Deutschland ein Arbeitgeber einen Behinderten in der Regel scheut wie der Teufel das Weihwasser, da er diesen nämlich nur extrem schwer wieder los, wird.

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Tirila 28.07.2016, 20:18
9. Zusagen sind entscheidend.

Das entscheidende Kriterium muß doch sein, ob der Bewerber im Falle einer Zusage ablehnt bzw. ablehen würde. Und ob das damit rechnen abgelehnt zu werden sich nur auf die Diskriminierung bezieht.
Nur ist es ja so, das im Deutschland ein Arbeitgeber einen Behinderten in der Regel scheut wie der Teufel das Weihwasser, da er diesen nämlich nur extrem schwer wieder los, wird.

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