Forum: Karriere
"AGG-Hopper": Keine Entschädigung für Scheinbewerber
Court of Justice of the European

Das Spiel ging so: Eine Bewerbung schreiben, die garantiert abgelehnt wird - und dann wegen Diskriminierung klagen. Diesem Treiben der "AGG-Hopper" schiebt der Europäische Gerichtshof nun einen Riegel vor.

Seite 2 von 5
ohjeee 28.07.2016, 20:44
10.

Zitat von klock05
Sehe ich anders. Ich finde das Gesetz notwendig - und wie ich finde, hat das schon einiges gebracht. Dass man jetzt über Anonymisierungen nachdenkt oder sogar zum Teil schon umsetzt, liegt allein nur daran, dass es das AGG gibt - und Arbeitgeber dadurch umdenken müssen. Sie können ja gerne eine gut aussehende Frau einstellen, solange sie das sachlich rechtfertigen können. Z.B. bei Models oder Schauspieler ist das üblich und legal. Bei anderen Berufen oder Tätigkeiten wird das schon schwieriger. Mal so nebenbei: Wenn Sie eine gut aussehende Frau für Präsentationen brauchen, dann hat ihr Produkt/ihre Dienstleistung wohl eklatant starke Schwächen. Und wegen den "kräftigen" Kerle: Wer sagt, dass es keine Frauen gibt, die auch schwere Arbeit verrrichten können? Profi Tipp: Arbeiten Sie an ihrem Weltbild.
das AGG bringt absolut nichts, außer Kosten für Arbeitgeber. Wenn ich jemanden schon nach Durchsicht der Bewerbung nicht einstellen will, muss ich die Person u.U. trotzdem einladen, damit ich nicht wegen Diskriminierung eines bspw. schwerbehinderten Bewerbers eine Klage aufgehetzt bekomme.
Anschließend lehne ich den Bewerber trotzdem ohne Gründe ab. Nach AGG völlig korrekt, für den Arbeitgeber bedeutet das aber zusätzliche KOsten, zusätzlicher Zeitaufwand, aber kein Mehrwert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ohjeee 28.07.2016, 20:46
11.

Zitat von Tirila
Das entscheidende Kriterium muß doch sein, ob der Bewerber im Falle einer Zusage ablehnt bzw. ablehen würde. Und ob das damit rechnen abgelehnt zu werden sich nur auf die Diskriminierung bezieht. Nur ist es ja so, das im Deutschland ein Arbeitgeber einen Behinderten in der Regel scheut wie der Teufel das Weihwasser, da er diesen nämlich nur extrem schwer wieder los, wird.
Nein nicht zwingend. Auch schwerbehinderte Bewerber können wieder gekündigt werden, wenn es ausreichend begründet ist.
Ab einer gewissen Betriebsgröße müssen/sollten Sie schwerbehinderte Bewerber einstellen um Ausgleichszahlungen zu vermeiden.
Ergo: Je nach Stelle kann eine Behinderung nicht behindern und kann dem AG sogar noch Geld "sparen".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
voiceecho 28.07.2016, 20:51
12. @2 Friedrich der streitbare

Das ist eben das Problem, dass viele Arbeitgeber ein antiquiertes und klischeehaftes Vorbild haben und sich weder geistlich noch zeitgemäß entwickelt haben! Einen Menschen auf sein Geschlecht, Aussehen, Alter oder sexuelle Orientierung zu reduzieren, ist überholt, ignorant und unfair! Bei der Besetzung einer Stelle sollte nur die Qualifikation und Wesen des Bewerbers ein Rolle spielen, alles andere ist Unsinn! Wenn sie ein gutes Produkt haben, können sie eben mit der Qualität, Service und Preis/Leistung Verhältnis überzeugen! Ein blondiertes Model mit einer Tonne Schminke im Gesicht kann eventuell ein schlechtes Produkt kurzfristig aufwerten, auf Dauer wird sie ihn auch nicht retten können! Wir brauchen ein AGG und Mindestlohngesetz, um die Menschen vor Arbeitgeber zu schützen, die immer noch glauben, dass ihre Mitarbeiter auf dem Sklavenmarkt gekauft wurden!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Grorm 28.07.2016, 21:17
13. Ja!

Zitat von ohjeee
das AGG bringt absolut nichts, außer Kosten für Arbeitgeber. Wenn ich jemanden schon nach Durchsicht der Bewerbung nicht einstellen will, muss ich die Person u.U. trotzdem einladen, damit ich nicht wegen Diskriminierung eines bspw. schwerbehinderten Bewerbers eine Klage aufgehetzt bekomme. Anschließend lehne ich den Bewerber trotzdem ohne Gründe ab. Nach AGG völlig korrekt, für den Arbeitgeber bedeutet das aber zusätzliche KOsten, zusätzlicher Zeitaufwand, aber kein Mehrwert.
Es ist wirklich eine Unverschämtheit von diesen Behinderten, sich zu bewerben, gell? Denn eigentlich gehören die doch in eine beschützende Werkstatt, oder? Stören eh nur beim wohlverdienten Bureauschlaf oder eben beim Surfen im Netz während der Arbeitszeit: http://www.spiegel.de/forum/member-169688.html, besonders interessant ist der 20.Juli!

Und nun im Ernst:
Erinnern Sie sich eigentlich an die Zeit, als anständige Arbeitgeber eingeladenen Bewerbern noch deren Fahrtspesen ersetzten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Grorm 28.07.2016, 21:28
14. Naja

Zitat von voiceecho
[...] Bei der Besetzung einer Stelle sollte nur die Qualifikation und Wesen des Bewerbers ein Rolle spielen, alles andere ist Unsinn! Wenn sie ein gutes Produkt haben, können sie eben mit der Qualität, Service und Preis/Leistung Verhältnis überzeugen [...]
Als Klinikarzt würde ich jetzt auch keinen ungepflegten Punk (und ja, davon gibt es einige in der Medizin) oder einen Quasimodo look-alike contest Gewinner einstellen, ganz egal, wie gut seine Zeugnisse wären. Ein Arzt sollte schon alleine mit Aussehen, Charme und seiner Art Vertrauen bei seinen Patienten gewinnen können ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
conocedor 28.07.2016, 21:43
15. Wo leben Sie?

Zitat von klock05
Sehe ich anders. Ich finde das Gesetz notwendig - und wie ich finde, hat das schon einiges gebracht. Dass man jetzt über Anonymisierungen nachdenkt oder sogar zum Teil schon umsetzt, liegt allein nur daran, dass es das AGG gibt - und Arbeitgeber dadurch umdenken müssen. Sie können ja gerne eine gut aussehende Frau einstellen, solange sie das sachlich rechtfertigen können. Z.B. bei Models oder Schauspieler ist das üblich und legal. Bei anderen Berufen oder Tätigkeiten wird das schon schwieriger. Mal so nebenbei: Wenn Sie eine gut aussehende Frau für Präsentationen brauchen, dann hat ihr Produkt/ihre Dienstleistung wohl eklatant starke Schwächen. Und wegen den "kräftigen" Kerle: Wer sagt, dass es keine Frauen gibt, die auch schwere Arbeit verrrichten können? Profi Tipp: Arbeiten Sie an ihrem Weltbild.
Und wenn sich dann ein zuvor anonymer Bewerber und der Personaler gegenüber sitzen und dem letzteren die Nase des ersteren nicht gefällt, wird dieser die Stelle eben doch nicht bekommen- trotz bester Referenzen in der fotofreien Bewerbermappe. Unnütz Zeit verschwendet für beide Beteiligten.
Zum Ihrem Post insgesamt mein Profi Tipp:
Gehen Sie mal raus in die reale Arbeitswelt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hh4 28.07.2016, 21:56
16.

Die Gerichte sind gegenwärtig - mit wenigen Ausnahmen - auf Seiten der Wirtschaft, ebenso wie die Regierung. (Historisch gesehen sind die Gerichte immer auf Seiten der Regierung.)

Wenn jemand in der EU die Wirtschaft zu eigenen Gunsten schädigen will, hat er schlechte Karten - auch wenn er gesetzeskonform handelt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
HighFrequency 28.07.2016, 22:03
17.

Zitat von DerBlicker
Ein Betrug liegt mir Sicherheit nicht vor, denn die Diskriminierung ist verboten und der Schadenersatz ist unabhängig, ob die Bewerbung ernstgemeint ist oder nicht. Keine der Firmen hätte zahlen müssen, wenn sie sie kein Unrechtsbewusstsein gehabt hätte. Das Geld sehen die Firmen nie wieder, zurecht.
Da vertraue ich den juristischen Fachleuten doch mehr als irgendeiner Foren-Knackwurst.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schadland 28.07.2016, 22:10
18. Das Konstrukt

des AGG lautet doch, dass zu Unrecht nicht zm Vorstellungsgespräch eingeladene Schwerbehinderte eine Entschädigung in Höhe von bis zum xfachen der Monatsbezüge verlangen können. Jetzt sind Schwebehin derte ja weder per se blöd noch tatsächlich gleichberechtigt.
Wen verwundert es denn, dass bei so einer einladenden Rechtslage es viele, die sonst keinen Job kriegen versuchen? Und Erfolg haben, weil man mit wenigen Bewerbungen zumindest im Vergleichsweg ohne viel Mühe einige Tausender "nebenbei" verdienen kann?
Nicht jeder beklagte Arbeitgeber hat Nerven, Zeit und Kapazitäten/Finanzkraft, sich gegenüber den Ausnutzern durchzusetzen.
Um es mit der Bundeskanzlerin auszudrücken; die verhöhnen die Klientel, die eigentlich geschützt werden sollte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
alternativloser_user 28.07.2016, 22:22
19. Hmm...

Mir stellt sich da die Frage woran man denn nun einen Scheinbewerber erkennen soll. Welche Kriterien müssen da denn genau erfüllt werden, und vor allem muss das ja auch beweisbar sein.

Ist jemand wenn er die Anforderungen einer Stelle nur zu 80% erfüllt schon Scheinbewerber ? Oder ist man Scheinbewerber wenn man sich auf einen anderen als den gelernten Beruf bewirbt ?
Oder ist man schon Scheinbewerber wenn man zu alt ist, schwarz oder weiblich ?

Eine Folge dieses Urteils könnte sein, dass das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz mitsamt Diskriminierungsverbot aufgeweicht wird und man mit dem Argument "Das ist ein Scheinbewerber" weiter Leute diskriminieren darf.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 5