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Alltag in einem Jobcenter: "Ich habe Kollegen, da möchte ich nicht Kundin sein"
DPA

Blick hinter die Kulissen eines Jobcenters: Martina Haase will Arbeitslosen helfen, doch kommt vor lauter Bürokratie kaum dazu. Verzweifelt steckt sie Menschen in Maßnahmen - auch wenn die sinnlos sind.

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damp2012 02.01.2015, 16:02
10. Es ist geradezu eine Farce...

... wie in dieser Behörde "verwaltet" wird. Aber: wir lassen uns das ja auch gefallen anstatt unseren Politikern Beine zu machen...

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gruenerfg 02.01.2015, 16:05
11. Neu

Das erweckt ja voll den Eindruck, daß es sich bei den Bearbeitern im Jobcenter um Menschen handelt. Wenn sich Banker/Polzisten/Fabrikarbeiter über ihre Arbeit unterhalten, wird es immer solche Ausnahmen geben. Und die Gesetze haben die Bearbeiter weiß Gott nicht gemacht, dort gilt es, Kritik anzusetzen.

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raynarsaurus 02.01.2015, 16:10
12. Geld

Kann denn ein Grund dieser ständig überfüllten und überlasteten Jobcenter, darin liegen, dass, grob geschätzt, die Hälfte gar keiner geregelten Tätigkeit nachgehen möchte?? Ich meine.. Wo ist für diese Leute der Anreiz? Die Meisten wissen ganz genau, dass sie am Ende nicht mehr Geld zum leben über haben, wenn sie irgendeiner Arbeit nachgehen würden.. Bewerbungen werden teilweise absichtlich so schlecht gestaltet, dass eine Absage vorprogrammiert und gewollt ist (Fall in der Familie...) und dazu die Fließbandarbeit der Angestellten im Jobcenter, bei der die Menschen gesichtsloses Gut sind für viele Mitarbeiter. Da überrascht mich die Demotivation kein bisschen.
400 Euro für kaum Aufwand oder 1360 Euro bei 40 Stunden die Woche, von denen ich nach Abzug aller Fixkosten denselben Betrag habe.
Ich habe da schon länger das Gefühl, dass das der Politik durchaus bewusst ist, aber es würde wohl zu viele Stimmen kosten, in diesem Segment die Zügel straffer anzuziehen und weitere Ausnahmeregelungen zu beschließen, um genau diese bewussten Ausnutzer des Sozialsystems in die Finger zu bekommen.

RB

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fridagold 02.01.2015, 16:14
13.

Zitat von Großer Bruder 1984
Daher immer die Eingliederungsvereinbarung nicht unterschreiben, mitnehmen und überprüfen lassen. Da es sich um einen "Vertrag" handelt dürfen sie dies. Gegenvorschläge machen und gegebenenfalls auf den Verwaltungsakt warten, da nur gegen diesen Widerspruch eingelegt und Klage erhoben werden kann nicht gegen den Vertrag. Daher drängen die ARG Mitarbeiter gerne auf dies Vereinbarungen, hilft Arbeit sparen. Gerne nenne ich die entsprechenden Aktenzeichen der Bundesgericht und die dazugehörigen Aktenzeichen.
Leider kriegt man aber ohne Unterschrift auf der Eingliederungsvereinbarung nichtmal die Antragsunterlagen fürs ALGII ausgehändigt, geschweigedenn einen Gesprächstermin. Wer hat schon den Nerv, zu prozessieren, wenn man nichtmal ALGII erhält?

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Palisander 02.01.2015, 16:16
14. Ich gebe es ungern zu.

Aber auch ich war mal "Kunde" bei der Hartz4 Abteilung. Die Erfahrungen und Schikanen die ich erlebt habe hatten ein super Ergebnis. "Nie wieder". Ich mache jede Arbeit und setzte mich im Zweifel lieber auf die Strasse bevor ich jemals dort wieder auflaufe. Ich denke das war die Idee dabei als man mich damals schmallippig und arrogant abgefertigt hat. Ich habe durch Krankheit meine Arbeit verloren. Aber das interessierte dort keinen. Und die Mitarbeiter können oftmals gar nichts dafür. Denn auch die haben nur befristete Arbeitsverträge und werden intern hin und her geschoben, damit sich keine persönlichen Beziehungen zu den Kunden entwickeln. So ist das. Und nun noch etwas zu Integration. Eine Bekannte hat eine Putzfrau aus Gahna die nebenbei putzen geht. Natürlich an der Steuer vorbei. Ihr deutsch ist miserabel und sie hat eine schlechte Aussbildung. Da klappt das mit den Leistungen sehr gut. Und wir wundern uns das immer Menschen an diesen unsäglichen Demos teilnehmen? Die Politik hat den Schuss nicht gehört. Sie gängelt die eigenen Bürger. Den Fremden wird die Tür weit aufgehalten. Wo ist das soziale Gerechtigkeit?

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kleinbürger 02.01.2015, 16:16
15. gegenteil

ich könnte mir vorstellen, dass es genug jobvermittler gibt, die genau gegenteiliges zu berichten haben, über "kunden", die man lieber nicht als kunden haben möchte.

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GoBenn 02.01.2015, 16:18
16.

Na immerhin hat es bis zu Kommentar Nr. 14 gedauert, bis es das erste "Schmarotzer"-Bashing gab. Lieber "raynarsaurus", Ihnen besonders wünsche ich ein schönes, erfolgreiches und jobgesichertes neues Jahr! Bleiben sie oben, nicht, dass Sie mal tief fallen.

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mac4me 02.01.2015, 16:22
17. Würgeschlinge um die Hälse der Betroffenen

Zitat von kai kojote
In dieser Zeit lernte ich auch ALG-II-Bezieher kennen denen seit vielen Jahren die Chance auf Umschulung oder ähnlich sinnvolles verwehrt wird und die schon 4 mal oder öfter ein und die selbe Maßnahme (Bewerbungs"training" etc) hintereinander gemacht haben... . Deutsche, die in "Integrationskurse" gesteckt wurden, und ITler, die Gartenarbeit-Fortbildungskurse besuchten etc.. ein Graus.
IT-ler als Gartenarbeiter - wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die durch alle Medien gejagte "Fachkräfteknappheit" eine Erfindung der Industrielobby ist, um die Vergütungen zu drücken, hier ist er.

Ich habe in meinem engsten Umkreis erlebt, wie eine 60-jährige mit GbB in eine sinnlose Maßnahme gedrückt wurde, die sie bereits einmal erhalten hatte und deren Inhalt, nämlich Bewerbungstraining, sie bereits beherrschte. Die Vermittlerin entschuldigte sich, weil ihr ebenso klar war, dass die ganze Sache sinnlos war, sie sei aber von den Vorschriften her dazu gezwungen.

Ich frage mich, wie ignorant muss Politik sein, um solche Zustände zuzulassen! Was muss eigentlich noch passieren, damit diese Leute, die soetwas festlegen, endlich zur Verantwortung gezogen werden! Wenn SPD und CDU am gleichen sinnlosen Hartz IV - Strang um den Hals der Betroffenen ziehen, nur um die Ausgaben möglichst klein zu halten, ein anderes Ziel scheint ja nicht mehr zu bestehen.

"Fördern und Fordern" - das ist angesichts solcher Zustände an Arroganz und Zynismus nicht mehr zu überbieten.

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brux 02.01.2015, 16:23
18. ++++++++++

Na ja. Ich war mal 10 Monate arbeitslos und durfte mich beim Amt vorstellen. Leider war die Dame ziemlich unfähig auch nur ansatzweise meine Qualifikation als Ingenieur zu begreifen. Ich habe ihr also Wissen aus der Berufswelt vermittelt, sie mir aber keinen Job. Den habe ich mir dann selbst gesucht.

Ob die interviewte Soziologin wirklich Fachqualifikationen jenseits ihrer eigenen Meinungswissenschaft erkennen kann, darf man bezweifeln. Wer auf diese Vermittler angewiesen ist, gehört wohl eher nicht zu den Gewinnern.

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yomow 02.01.2015, 16:34
19. Sinnloses Bewerbungstrainings

Ich war nach meinem Studium für 10 Wochen arbeitslos gemeldet. Als erstes wurde ich in eine Maßnahme zum Bewerbungstraining gesteckt. Totaler quatsch, aber Hauptsache man macht irgendwas. 1 Woche Verhaltens- und Formulierungsregeln, dazu Selbstreflexion (was im Ansatz noch etwas sinnhaftes hatte). Und was kostet so ein Wochenkurs? Ich weiß es nicht, aber das Geld wäre bei wirklichen Problemfällen sinnvoller angelegt. Freunden von mir erging es ähnlich, nur musste nicht jeder diese Maßnahme machen, mit der Begründung, dass Sie ja eh bald einen Job finden werden, was ja auch richtig ist.

Die scheinen das dort zu Würfeln, wer denn nun so ein Training machen muss und wer nicht.

Und diese "Bildungseinrichtungen" verdienen sich eine goldene Nase an den ganzen Arbeitslosen, die aus sinnlosem Aktionismus dorthin geschickt werden.

Ein bürokratisches Monster...

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