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Alltag einer Hundetrainerin: "99,9 Prozent meiner Arbeitszeit betreue ich Menschen"
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Bellen, beißen, zerren: Wenn Hunde auffällig werden, ist das ein Fall für unsere Hundetrainerin. Hier erzählt sie, wer ihr im Job die größten Probleme bereitet - und welche Tiere Atemnot haben.

chewbakka 01.04.2019, 15:58
1. Die unangenehme Wahrheit ist:

für manche Hundehalter wäre die Schildkröte die bessere Wahl. Und ja, ich habe selber enen Hund. Der ist aber Hund in enem stabilen Rudelumfeld und tut überall gut - geht auch bei 70Kg nicht anders. Den Stress, einen unerzogenen Hund dieser Größe zu haben gebe ich mir und meiner Umgebung nicht.

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tuvalu2004 01.04.2019, 16:25
2. Gerne darf das jeder Hundebesitzer ...

... als Pflicht absolvieren. In meiner Gegend sind die Hunde oft gut erzogen, hören auf den Besitzer und kommen Fahrradfahrern nicht in die Quere. Bis auf Sa./So. oder Feiertagen. Dann sind viele Ausflügler aus einer Großstadt da und deren Hunde sind eben schlecht erzogen, springen Fahrradfahrer an, jagen Wildtiere, hören nicht, bellen und prügeln sich. Und die Besitzer mit ewig gleichen Ausreden, teil aggressiven Sprüchen. Mit nur ein wenig Training und Disziplin, Rücksicht auf andere Menschen und Hundebesitzer, könnte alles so einfach sein. Wie an Werktagen halt, wenn die Großstädter in der Stadt sind. Übrigens ein Bekannter wurde von einem Hund auf dem Fahrrad angesprungen. Milzriss, innere Blutungen, Notoperation. Der Hundebesitzer beginn Unfallflucht und lies meinen Bekannten einfach zurück. Vielleicht sollte man auch darüber nachdenken, aggressiven, unbelehrbaren Besitzern den Hund weg zu nehmen und ein Besitzverbot auszusprechen oder eben ein Trainingsgebot aufzuerlegen.

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sammilch 01.04.2019, 16:45
3. Kommentar

Wir haben einmal einen Hundetrainer beauftragt, wegen einer kleinen Macke unseres damaligen Rüden, andere Rüden anzubellen.

Die Dame hatte einen sehr effektiven Tipp, sie musste kein zweites Mal kommen.
Hatte sich damit also wirklich gelohnt.

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sammilch 01.04.2019, 16:48
4.

Zitat von tuvalu2004
Dann sind viele Ausflügler aus einer Großstadt da und deren Hunde sind eben schlecht erzogen, springen Fahrradfahrer an, jagen Wildtiere, hören nicht, bellen und prügeln sich.
Hier muss ich aus meinem Erfahrungsschatz sprechen, dass eher am Wochenende Dörfler in die Städte kommen und ihre nicht erzogenen Tiere mitbringen.
Da gibt es in der Stadt öfters Konflikte, weil manche Hunde nicht gewohnt sind zw. vielen Menschen zu sein, an der leine zu gehen oder: oftmals kennen die auch keine Artgenossen.

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OhMyGosh 01.04.2019, 17:04
5.

Das Problem befindet sich in der Regel auf der anderen Seite der Leine. Das habe ich durch und mit meinem Hund oft genug erleben "dürfen". Da gibt es Hundehalter, welche die Beißattacken ihres unerzogenen Caniden als normale Kommunikation ansehen. Wir haben einen freundlichen und defensiven Hund, der so schon einige Male von hündischen Rowdies lebensgefährlich verletzt wurde. Auf den zum Teil erheblichen TA-Kosten sind wir stets sitzen geblieben. Seitdem habe ich auf manchen strecken einen Stock dabei, den ich auch schon eingesetzt habe. Es reicht in der Regel, vor dem anderen Hunde mit lautem Rufen auf den Boden zu schlagen, das macht Eindruck...

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Jongleur1 01.04.2019, 18:26
6. Die unendliche Dämlichkeit

zeigt mein Erlebnis mit einer Hundebesitzerin. Ich fuhr mit meinem Fahrrad auf dem Weser Fuß/Radweg bekleidet mit einem gelben Sweatshirt. Ein mittelgroßer Hund rannte neben mir her, und schnappte ständig nach meinem rechten Fuß. Die Hundebesitzerin rief laut hinter mir her " Der Hund denkt Sie sind der Briefträger". Noch weitere Fragen?

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virtuteetanimo 02.04.2019, 11:00
7. Rücksichtnahme

Als Allererstes: Ich habe selbst zwei größere Hunde aus dem Tierschutz. Ich habe viel Energie investiert, um die fehlende Erziehung bei den Beiden nachzuholen, meiner Ansicht nach sehr erfolgreich. Leider ist diese Bereitschaft für entsprechende Erziehungsarbeit nicht bei allen Hundehaltern gleichermaßen ausgeprägt, manche können es aufgrund ihrer eigenen charakterlichen Disposition auch schlicht und einfach nicht. Siehe hierzu den alleresten Satz des allerersten Posts. Dann sind Konflikte vorprogrammiert, ausbaden dürfen es dann alle Hundehalter gemeinsam, sowie die Menschen, die mit Hunden eigentlich nichts zu tun haben wollen. Und genau das ist der Knackpunkt: Ich habe genau diese Einstellung zu akzeptieren, kein Mensch sollte in Situationen gebracht werden, in denen er meine Hunde tolerieren oder gar ertragen müsste. Wenn Jogger oder Radfahrer kommen, gehen meine Hunde bei Fuß, wenn kleine Kinder in der Nähe sind, unterbreche ich die Spielereien, die die Hunde untereinander veranstalten. Nicht weil die böse wären, sondern weil es kräftige Tiere sind, die ein Kleinkind halt mal ohne Probleme aus Versehen über den Haufen rennen könnten. Den Unrat meiner Tiere räume ich weg. Eigentlich Selbstverständlichkeiten, sollte man meinen... Sind sie leider nicht. Ich ärgere mich persönlich über eine bestimmte Sorte Hundehalter weit mehr, als über jeden "Hundehasser", der vielleicht aus unangenehmen Erfahrungen mit Ersterem erst zu einem solchen geworden ist.

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MissMorgan 02.04.2019, 17:46
8. Klar,

der Hund sollte keine Gefahr darstellen. Winter folgende Situation. Es war dunkel, mein Hund mit einem leuchtenden Halsband ausgestattet, schnüffelte auf dem Feldweg links, während ich rechts ging. Plötzlich raste aus dem Wald kommend ein unbeleuchtetes Fahrrad ohne Vorwarnung (Klingel!) an uns vorbei. Mein Hund, der beim Vorbesitzer schon zweimal von einem Fahrradfahrer angefahren wurde und dem mühsam die Angst abgewöhnt wurde, erschrak und verfolgte bellend den Fahrradfahrer. Gut, ich weiß, dass er dann nichts tut - das kann aber der Fahrradfahrer nicht wissen. Über die ausgestoßenen Drohungen, Verunglimpfungen und Beleidigungen rede ich jetzt nicht. Aber Tatsache ist doch, dass auch der Fahrradfahrer hier an dieser Situation nicht unschuldig war. Dunkel, schwarz gekleidet, ohne Licht, ohne Klingel, Affenzahn ... Übrigens, wäre mein Hund an der Leine gewesen, wäre der Radfahrer über diese gestürzt.
Es ist ein MITeinander. Ich freue mich auch immer, wenn wildfremde Menschen sich an meinen Hunden erfreuen. Aber ist es da nicht traurig, dass sie keine Leckerlis mehr annehmen dürfen? Weil es eben kranke Menschen gibt, die Giftköder verteilen? Neulich las ich von einem Hundetrainer, dessen Hunde im eigenen Garten vergiftet wurden. Hundeführerschein für Hundebesitzer - und für Mitmenschen?

Übrigens muss ein Hundetrainer nach Paragraph 11 Tierschutzgesetz eine Prüfung bzw. eine Überprüfung (= Sachkundeprüfung) über sich ergehen lassen, bevor er/sie an den Start darf.

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