Forum: Karriere
Alltag einer Landärztin: "Ich liebe meinen Job - aber die Umstände sind unerträglich"
Simone Brenke, Augenklick

Zehn Jahre arbeitete sie im Krankenhaus, dann übernahm sie eine Praxis in einem 1000-Einwohner-Dorf. Seither, sagt Ärztin Silvia Steinebach, verstehe sie, warum so wenige ihrer Kollegen auf dem Land arbeiten wollen.

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Leser161 17.07.2018, 10:02
1. Das ist die Moralkrise

An anderen Stellen auf SPON wird davon gesprochen das die Moral die Moral in der Krise ist und das nur noch die Masse statt dem Individuum gesehen wird. Ja das stimmt und es passiert direkt vor unserer Haustür.

Während die Person Ärztin sich um die Person Patient kümmert, sehen grosse Organisationen nur noch die Zahl und die Wirtschaftlichkeit.

Organisationen, die ja euigentlich auch aus mitfühlenden Menschen bestehen. Aber wir haben es geschafft die Menschen in diesen Organisationen soweit von der Situation vor Ort abzukoppeln das sie nur noch die Zahl sehen und nicht mehr die Individuen, was bewirkt das sie keine moralische Verantwortung mehr fühlen bei dem, was sie tun.

Das ist die Tragödie. Das wir uns so organisiert haben, das mitfühlende Menschen gefühllose Dinge tun ohne es zu bemerken.

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cruiserxl 17.07.2018, 10:05
2. schon der Anfang des Berichts lässt mich mit dem Kopf schütteln...

...das ist eine gebildete Ärztin, Sie will eine Praxis übernehmen, aber kann mit einer der Zentralsten Fragen wieviel Scheine kommen im Quartal nichts anfangen?

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heinrich.busch 17.07.2018, 10:11
3. Frau Kollegin Sie haben Recht und es ist noch schlimmer

Die KVen fordern rückwirkend über Jahre Geld zurück. Sie streichen pauschal mal schnell 20 oder 30% pauschal für 3 oder 4 Jahre. Da kommen ganz locker mal 100000 oder 200000 ? zusammen.
Aus meiner Sicht und Erfahrung sollte man es sich mehr als 3 Mal überlegen für ein System zu arbeiten, welches sich krebsgeschwürartig über die letzten 20 Jahre einen riesigen Verwaltungsapperat aus Versichertenbeiträgen aufgebaut hat. Die Rechtsbeugung und Bedrohungs- und Angsterzeugung der KVen sollte wird von vielen Kollegen im Sinne von Patientenverwaltung beantwortet was den Patienten wiederum vor kommt als ob die Ärzte keine Lust hätten oder nur an ihr Geld denken.Das System ist strenngenimnen bankrott.

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f-rust 17.07.2018, 10:14
4. Man kann nur DANKE sagen!

Danke an die Ärztin, die sich so regelrecht "aufopfert". Danke an Spon + Hr. Himmelrath, das einmal so plastisch darstellen zu lassen. Herr Spahn, übernehmen Sie jetzt!

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BuenaBanana 17.07.2018, 10:17
5. Weibliche Wehleidigkeit

Kann es sein dass diese Jammerartikel a la "mein Job ist so hart" fast ausschließlich von Frauen geschrieben werden? Ich beobachte das seit einiger Zeit. Egal ob Frauen bei der Polizei, Rettungsdienst, Frauen als Ärztinnen... Die Männer arbeiten genauso hart, beschweren sich aber nicht. Im Gegenteil einige prahlen erfahrungsgemäß mit den schwierigen Arbeitsbedingungen ihres Berufs (Navy Seals etc.).

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syt 17.07.2018, 10:21
6. wieso müssen wir noch dadrüber diskutieren ?

Wenn die Politik es nicht schafft,hilft einfach nur noch Streik.Wie lange sollen wir noch reden ? Ob nun bei den Ärzten,Hebammen,Pflegern,Handwerkern,.....Macht euren Job einfach nicht mehr . Wir sollten nicht so lange warten,bis es unerträglich ist.

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yehoudin 17.07.2018, 10:21
7. Und in der Großstadt ist es besser?

Leider geht der Artikel nicht darauf ein, warum es in der Großstadt so viel besser sein soll. Das könnte ich mir jetzt selbst Zusammenreimen, aber wenn ich einen Artikel lese will ich ja die Sicht und Erfahrungen anderer hören.

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yoda56 17.07.2018, 10:22
8. Und was ist mit dem selbständigen Handwerker?

Geht es dem etwa besser? Wer nicht mindestens 70 Stunden in der Woche arbeiten will, der darf sich nicht selbständig machen, schon gar nicht im medizinischen Bereich. Vor ein paar Wochen das Gejammere der 2 fachen angestellten Mutter im Klinikum Sonstwo, jetzt das! Mannomann, mein Vater war selbständiger "Landarzt", der hat nie gemotzt, auch nicht, wenn er Samstag Nacht zu einem Patienten musste. Wo sind wir eigentlich inzwischen angekommen.

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peter_pansen 17.07.2018, 10:24
9. Und was verdient die Gute monatlich?

Schöne Geschichte, allerdings für Informierte nicht gerade neu, dass "Landärzte" eben mehr tun müsse, als in ihren eigenen Räumlichkeiten zu behandeln.

Auch nicht gerade neu, das diese "Landärzte" sich darüber beschweren (sich allerdings über 1-2 Stunden per Woche Büroarbeit zu mokieren, festigt nur das Bild der "Götter in Weiß". Was meint die Gute, müssen andere Selbständige tun?).

Interessant ist doch aber auch die Frage, ob diese "Leiden" durch das Einkommen der Ärzte kompensiert werden. Wir sprechen hier ja auch von gesichertem Einkommen durch liquide Schuldner (=die Krankenversicherungen), der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht sei dank.

Als vor einigen Jahren tausende Ärzte auf die Straße gingen, um auf ihre wirtschaftlichen "Probleme" aufmerksam zu machen (hier wurde immer wieder das Bild des einzelnen Patienten bemüht, der ja viel zu wenig abrechenbaren Umsatz brächte), war darunter auch eine Ärztin aus unserer Kleinstadt.

Sie ist um die 50, wohnt in der besten Straße unserer Stadt mit großem Seegrundstück und wechselt alle Paar Jahre ihren Porsche gegen das jeweils aktuelle Modell. Ein Einzelfall? Glaube ich nicht, den anderen hier geht es auch nicht sooo schlecht, die tragen es aber zumindest nicht so plump nach außen.

Auch das ist die Wirklichkeit bei "Landärzten"...

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