Forum: Karriere
Alltag eines Busfahrers: "Die Leute schauen mich oft nicht mal an"
DPA

Er kurvt gerne durch die Stadt und bringt Menschen von A nach B. Aber von seinem Gehalt kann er seine Familie nicht ernähren. Ein Busfahrer erzählt von den guten und schlechten Seiten seines Jobs.

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crazy_swayze 18.01.2018, 08:25
20.

Zitat von schwachewade
liegt darin, dass ein normal arbeitender Familienvater sich und seine Familie nicht ernähren kann. Und das geht nicht nur Busfahrern so. Da darf man gespannt sein wie weit die Gesellschaft auseinanderdriftet, wenn diese Art von Job im Getriebe von Industrie 4.0 ganz wegfällt.
Seitdem sich die Arbeitskraft in Deutschland verdoppelt hat (Eintritt der Frauen in die Berufstätigkeit), war klar, dass der Preis der Arbeit sich dadurch halbieren wird.
Angebot und Nachfrage.
Und seitdem hat die Politik keinen Finger gekrümmt. Es ist also gewollt.

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Henk-van-Dijk 18.01.2018, 08:31
21. Berlin ist aber auch die Busfahrerhölle

Berliner Busfahrer haben den Ruf, ruppig und unfreundlich zu sein. Wundert mich nicht. Die Beschreibung des Alltags im Text oben ist sicherlich noch freundlich formuliert. Ansonsten kämpfen sich die tapferen Frauen und Männer täglich durch Stau, kotzendes Partyvolk, zugeparkte Busspuren, schlecht gelaunte Fahrgäste und rücksichtslose Verkehrsteilnehmer. Das ringt mir als Fahrgast jedes mal Respekt ab, dass die trotzdem nicht Amok laufen... Und dann für das Gehalt? Der Busfahrermangel lässt die BVG hoffentlich diesbezüglich umdenken!

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thomas4toro 18.01.2018, 08:32
22. 19Bridgeview

Habe ein paar Jahre in Kanada gelebt. Selbst in jeder Großstadt grüßt der Fahrgast den Fahrer beim Einsteigen und bedankt sich beim Aussteigen. Mache ich seither in Berlin auch und freue mich über den Gruß oder ein Lächeln zurück. Beschämend, dass ich nicht selbst drauf gekommen bin.

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chronoc 18.01.2018, 08:33
23. Der Busfahrer, das Musterbeispiel für Ausbeutung

Das Busfahrer so schlecht bezahlt werden, entspricht dem Standard in unserem eigentlich schwerreichen Land. So geht es sehr, sehr vielen Menschen. Aber das ist natürlich auch nötig. Nur so kann ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung extrem reich werden. Die Arbeitsbedingungen sind offenbar absurd schlecht. Natürlich betrifft das auch andere Branchen. Man kann hier sehr gut erkennen, wir man die Bedingungen nach und nach immer weiter verschärft und die Löhne runter fährt. Allein schon der Umstand, dass man so oft in der Schicht die Linie wechseln muss, ist eine Frechheit. Aber so kann man natürlich wieder sparen. Sehr, sehr wichtig! Wenn dann der Busfahrer eines Tages die Füße hoch reißt, können sich die Hinterbliebenen wenigstens noch einen Pappsarg und einen Strauß Blumen leisten. Reicht doch!

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ansv 18.01.2018, 08:36
24.

Zitat von ra_lf
... es sagen zu müssen, aber diesen Job wird es in ein paar Jahren nicht mehr geben. Durch den zu erwartenden Mobilitätswandel werden sicher neue Jobs entstehen, aber Fahrer werden in absehbarer Zeit nicht mehr gebraucht. Autonomie im Verkehr wie Robotik in anderen Bereichen machen es nicht nur nötig, andere Arbeitsfelder zu entwickeln, sondern das überholte Konzept der bisherigen Erwerbstätigkeit völlig zu überdenken. Bedingungsloses Grundeinkommen (UBI) kann evtl. ein Schlüssel sein, dass wir uns mehr sozial sinnvollen Beschäftigungen widmen können.
In ein paar Jahren?

Ihr Optimismus in allen Ehren, aber von rein autonomem Fahren sind wir, vor allem im innerstädtischen Bereich, noch meilenweit entfernt.

Mit der Weiterentwicklung der Erwerbstätigkeit mögen Sie Recht haben - aber hier würde ich zunächst auf bessere Bezahlung der sozial sinnvollen Beschäftigung setzen.

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crunchy_frog 18.01.2018, 08:54
25.

Zitat von valmel
In Sachen Pünktlichkeit kann man Südafrika zum Vergleich nehmen. Man kann aber auch Japan nehmen, wo Züge auf die Sekunde genau kommen und Verspätungen praktisch nicht existieren.
Genau das dachte ich mir auch. Zumal Pünktlichkeit ein sehr wichtiger Faktor für Busse ist, die Fahrgäste müssen ihrerseits ebenfalls oft pünktlich sein. Da ist es wenig zielführend, durch negative Beispiele zu relativieren, man sollte sich eher an positiven Beispielen orientieren, um besser zu werden. Und bei aller Liebe für Lateinamerika: deren Mentalität was Organisation angeht ist nicht im gerinsten mit der von uns vergleichbar.

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agztse 18.01.2018, 08:56
26. @meihan

"Man sollte soviel Verantwortung haben und auch an die zu befördernden Fahrgäste denken. "
Tatsache? Vieleicht sollten die Verkehrsbetriebe soviel Verantwortung haben Busfahrer so zu entlohnen das sie von ihrem Gehalt leben können. Freiwillig macht der das sicher nicht.

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jhea 18.01.2018, 08:59
27. ist immer lustig...

wie sich alle beim aussteigen bedanken in Kanada und Down Under.
Ich sage - Schwachsinn - oder besser, kommt auf den Bus an.

In Deutschland steige ich vorn beim Busfahrer ein, dann sehe ich den, zeige ihm meinen Ausweis und sage ein freundliches Moin/Morgen/Hallo/whatever. weil er eben direkt vor mir steht (besser sitzt).

Beim Aussteigen steige ich hinten aus, da sehe ich ihn nicht und werde garantiert nicht durch den ganzen Bus DANKE brüllen. - das mach ich bestenfalls wenn ich um 21:30 als quasi letzter im Bus unterwegs bin und nen guten Tag hatte.

Wenn es so ein lustiger 4 Personenbus ist, auch Nachtbus oder schlichtweg Taxi genannt ist, dann kann ich auch Danke sagen, weil der Fahrer in Zimmerlautstärkenreichweite liegt.
Es hat auch was mit Rücksicht zu tun, nicht herumzubrüllen. Abends wenn man nach hause kommt, und den Bus zum Pendeln nutzt um zur Arbeit zu kommen, sind sicher viele Leute ein wenig müde, abgespannt und lustlos.
Da ist es sicher ganz toll, wenn an den 10+ Bushaltestellen auf dem Weg nach hause, alle 40 Personen die da aussteigen (also ca 4 pro Station ;D ) DANKE rufen.
Das geht einem schon nach dem dritten auf die nerven und da ist man erst eine Station weiter... und 9 to go.


Ich klatsche übrigens auch nicht bei der Landung des Flugzeugs... Warum? Das ist deren Job, dafür zahl ich meine knapp um 90 - 100 Euro pro Monat.

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Olaf 18.01.2018, 08:59
28.

Zitat von Sueme
Bitte was ? Sie haben den Artikel schon gelesen und verstanden, oder ? Soweit man das dem Artikel entnehmen kann ist der Mann Alleinverdiener mit Kind, bedeutet vermutlich SK 3 + voller Freibetrag für das Kind, dann reden wir über ungefähr 1800€ Brutto, im Schichtdienst. Das ist definitiv keine Summe die man als VIEL für einen Vollzeitjob bezeichnen sollte.
Ja, habe ich schon gesehen. Ein Tippfehler von mir, es fehlt natürlich das "nicht" . Leider kann man im Nachhinein nichts mehr editieren.

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frank_n_furter 18.01.2018, 09:08
29. Es gibt solche und solche.....

Die Qualitätsunterschiede bei Bussen und Fahrern sind eklatant. Oft sind auch nur rudimentäre Sprach- und Netzkenntnisse vorhanden. Aber es gibt auch sehr positive Beispiele. Was mir negativ auffällt: wenn ich beim Einsteigen vorne grüße, bleibt das meist unerwidert. Insgesamt hat Busfahren bei uns ein Armutsimage, damit einher geht die mangelnde Akzeptanz des Angebotes und der Tätigkeit...leider.

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