Forum: Karriere
Als Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf: "Der härteste Umbruch meines Lebens"
Silke Hoock/ SPIEGEL ONLINE

Zehntausende Lehrer fehlen künftig bundesweit - eine Chance für Seiteneinsteiger. Christian Wahle hat sich auf das Risiko eingelassen und erzählt, warum das nicht schief gegangen ist.

Seite 10 von 10
grotefend 14.04.2019, 09:38
90. Mit Verlaub!

Zitat von kuschl
Natürlich sind Seiteneinsteiger ein Gewinn für die Schulen, weil sie nicht nur Ihren Lehrplan herunterplappern, sondern auch Exkurse ins reale Leben bieten können. Das interessiert Schüler viel mehr als die zwölfte auswendig gelernte Interpretation von Emilia Galotti.
Die Qualitäten, die Sie Seiteneinsteigern zuschreiben finden Sie bei den allermeisten konventionellen Lehrern auch. Diese schwarz-weiß Denke ist ziemlich lächerlich. Sie werden es zudem nicht glauben: ich habe auch schon etliche Seiteneinsteiger erlebt, die eine Katastrophe waren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
grotefend 14.04.2019, 09:46
91. Lustig!

Zitat von Flachlandprophet
bei denen es nicht zu mehr reicht...als zum Lehrer - und gerade diese Gruppe ist von Seiteneinsteigern relativ leicht zu ersetzen.
Ihnen ist schon klar, dass die aktuelle Einstellungsquote am Gymnasium verschwindend niedrig ist (in Bayern etwa 15%). Da werden eben keine Leute eingestellt, „bei denen es nicht zu mehr reicht“, sondern die Absolventen mit den besten Examen (Studium UND Referendariat).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
goodcharlotte 14.04.2019, 09:47
92. Umzug

Zitat von flars1985
Viele wünschen sich Seiteneinsteiger wegen der angeblich vorhandenen, größeren Lebenserfahrung, aber was ist denn diese Erfahrung in vielen Fällen? Lehrer müssen mit dem Vorwurf leben, sie hätten außer Schule und Universität nichts gesehen, da stellt sich die Frage, was haben denn die Seiteneinsteiger so gesehen? Die meisten Seiteneinsteiger die ich erlebt habe kamen aus den Bereichen Mathe und Physik und waren vor ihrem Wechsel in den Lehrerjob an der Uni angestellt, haben dort an einem Lehrstuhl gearbeitet und als sie in ein Alter kamen wo der Vertrag nicht mehr verlängert wurde nach einer Alternative gesucht. Auch deren Lebenserfahrung besteht aus Schule und Universität. Aus der Zeit in der ich Nachhilfe gegeben habe, kann ich berichten, dass mehrere dieser Seiteneinsteiger massive Probleme hatten ihr Wissen in einer gymnasialen Unterstufe zu vermitteln. Das Halten einer Übung an der Uni mit ausschließlich Studenten die sich das Fach ausgesucht haben ist eben nicht mit einer Schule vergleichbar. Ein positives Beispiel aus meiner Schulzeit war ein Lehrer der vor dem Studium eine Ausbildung absolviert hat, ich bezweifle allerdings, dass es vor allem diese Ausbildung war die ihn zu einem besseren Lehrer gemacht hat. Und seien wir mal ehrlich. Seiteneinsteiger mit Erfahrung außerhalb von Schulen und Uni werden absolute Ausnahmen bleiben. Denn warum sollte man an eine Schule wechseln, wenn man vorher im Beruf erfolgreich war?
Bei uns an der Schule sind alle Seiteneinsteiger/innen in Akademikerehen, der Liebe wegen umgezogen und mussten sich daher beruflich neu orientieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
grotefend 14.04.2019, 09:57
93. Falsch!

Zitat von andre_36
Studenten der Chemie, Physik, Germanistik etc. erhalten eine weit umfangreichere Ausbildung, als die entsprechenden Lehramts-Studenten. Und die erhalten sie auf langwierigen, teuren Wegen.
Sorry, aber das ist schlichtweg falsch! In Bayern zumindest absolvieren Lehramtsstudenten die gleiche Ausbildung wie ihre Kommilitonen, die eine Bachelor- oder Masterabschluss anstreben. Man besucht ebenfalls Hauptseminare, Oberseminare usf. Schlechter ausgebildet sind Lehrer hier in keinem Fall. Im Gegenteil: Sie verfügen noch über ein zweijähriges Referendariat, um das Handwerk des Unterrichtens zu lernen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
grotefend 14.04.2019, 10:00
94. Naja

Zitat von nordwega
fraglich ist ja auch, ob die type mit geisteswissenschaftlichen fächern als quereinsteiger so gern gesehen wäre. Ausserdem wäre es toll, wenn mir einer erklären könnte, weshalb so viele naturwissenschaftliche rektoren und konrektoren am gymnasium zu finden sind, obwohl doch gerade in den mint-fächern lehrkräftegesucht werden? Die haben dann nämlich keinen vollen lehrauftrag mehr in ihrem Fächern. Find ich persönlich dann doch paradox.
Ich kenne etliche Geisteswissenschaftler als Schulleiter. Ob man das wird hängt nämlich kein bisschen vom Fach ab. Und davon ab: soll ein Naturwissenschaftler keinen Posten in der Schulleitung übernehmen dürfen?! Was ist das denn für eine Vorstellung?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
goodcharlotte 14.04.2019, 10:09
95. Bildung immer noch elternabhängig

Könnte an dieser Stelle jemand erklären, wie im Jahr 2019 noch immer der Bildungserfolg eines Kindes derart von den Eltern abhängen kann? In den 70ern waren wir da im Westen schon weiter. Noch immer reicht ein Blick auf die Eltern bei der Einschulung, um einschätzen zu können, was sie abliefern. Warum machen wir nicht mehr daraus?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
grotefend 14.04.2019, 10:35
96.

Zitat von goodcharlotte
Könnte an dieser Stelle jemand erklären, wie im Jahr 2019 noch immer der Bildungserfolg eines Kindes derart von den Eltern abhängen kann? In den 70ern waren wir da im Westen schon weiter. Noch immer reicht ein Blick auf die Eltern bei der Einschulung, um einschätzen zu können, was sie abliefern. Warum machen wir nicht mehr daraus?
Waeum an dieser Stelle? Was hat das denn mit dem Thema zu tun?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mazzmazz 19.04.2019, 15:33
97. ...also ich würde mir das schon überlegen

Habe 2 Schulkinder, 25 Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Positionen, zu Beginn parallel zum Studium, führte über Jahre erfolgreich zwei eigene Unternehmen und habe mein Geld mit nun 46 Jahren so gut wie verdient.
Als Führungskraft bin ich hoch geschätzt und didaktisch durch jahrelange Trainings auch in Asien weit vor dem durchschnittlichen Lehrer.
Der bayerische Mathe LK, meine übrigen Skills und das BWL Studium qualifizieren mich für Mathe, Englisch, Wirtschaft, Erdkunde, Sozialkunde und zur Not auch Deutsch in allen Schularten und Stufen.
Würde man mir eine Verbeamtung und 4.500 EUR brutto anbieten, wäre ich dabei. Bei 14 Wochen Ferien p.a. und einem Halbtagesjob viertle ich mein Gehalt gerne. Freizeit und Sinnhaftigkeit im beruflichen Tun sind wertvoller.
Angebote im Umkreis München Süd bis GAP gerne über SPON.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 10 von 10