Forum: Karriere
Als Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf: "Der härteste Umbruch meines Lebens"
Silke Hoock/ SPIEGEL ONLINE

Zehntausende Lehrer fehlen künftig bundesweit - eine Chance für Seiteneinsteiger. Christian Wahle hat sich auf das Risiko eingelassen und erzählt, warum das nicht schief gegangen ist.

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fatherted98 11.04.2019, 11:20
10. lachhaft....

Zitat von Schleiter
Kürzlich las ich, dass uns in D in ländlichen Gebieten ein Ärztemangel droht. Hoffentlich kann ich dann auch meinen Lebenstraum verwirklichen und doch noch Ärztin, am liebsten Kinderärztin, werden. Studiert hab ich auch etwas und viel Erfahrung als Mutter von drei Kindern. Berufsbegleitend ein Tag in der Woche Nachqualifizierung ist okay.
....den Beruf des Arztes mit dem des Lehrers zu vergleichen. Sie sollten wirklich einmal die Woche eine Fortbildung machen....aber besser die Allgemeinbildung auffrischen und sich mal mit dem "Lehrerberuf" beschäftigen und mit dem "Fachpersonal" das an unseren Schulen so hochqualifizierten Unterricht erteilt.

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omop 11.04.2019, 11:25
11. @ Schleiter: ziemlich schräger Vergleich..

Sie wollen doch wohl nicht ernsthaft den Lehrer-mit dem Arztberuf vergleichen..bei Ärzten geht es mitunter um Leben und Tod (Fachwissen an erster Stelle), bei Lehrern wären mir derartige direkte Folgen unbekannt.

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chrismuc2011 11.04.2019, 11:25
12.

Deb besten Leher, den ich je hatte, war mein Biologie/Chemie/Biochemielehrer, der hauptberuflich bei BASF arbeitete und zweimal die Woche 300km (einfach) auf sich nahm, um uns zu unterrichten.

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MioMioMimi 11.04.2019, 11:26
13.

Mir teilten vor kurzen Lehramtsstudeten mit, dass sie völlig enttäuscht vom Studium sind. Die Schwerpunkte liegen ihrer Meinung nach falsch. Sie müssen mathematische Kenntnisse wie Einstein haben wohingegen Pädagogik und Didaktik viel zu kurz kommt.
Da kann es den Queransteigern nicht sonderlich an Wissen fehlen.

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astat 11.04.2019, 11:35
14. Quereinstieg gut möglich

Ich habe eine Zeit lang mit dem Gedanken gespielt, Lehrer zu werden. Da hatte ich schon ein Diplom in Naturwissenschaften. Ich habe eine Reihe von Vorlesungen im Bereich Didaktik besucht und auch an den Fachvorlesungen der Lehramtsstudenten teilgenommen.

Ich war nicht begeistert. Das Niveau der fachspezifischen Vorlesungen und Übungen war aus meiner Sicht viel zu niedrig.. Auch das Fachwissen der angehenden Lehrer war gering. Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon als Assistent Praktika im Grundstudium betreut und war erstaunt, wie wenig den Lehramtsstudenten abverlangt wurde. Auch die Didaktikvorlesungen waren für mich nicht zufriedenstellen. Ich habe das vermittelte Wissen als nicht hilfreich für die Praxis empfunden.

Als ich dann eine Promotionsstelle angeboten bekommen habe, hat sich das Thema für mich erledigt. Ich stehe seither aber dem Lehramtsstudium zumindest kritisch gegenüber. Ich meine, ein ambitionierter Quereinsteiger, der über gutes Fachwissen verfügt, kann mit etwas didaktischer Weiterbildung ein ebenso guter Lehrer werden wie ein voll ausgebildeter Pädagoge. Ich kenne dafür auch gute Beispiele aus dem Kreis meiner Kommilitonen. Wobei aber sicher für den Grundschulbereich etwas andere Regeln gelten, weil der Fokus da viel mehr auf der Didaktik liegt.

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tom_eitel 11.04.2019, 11:36
15. Diplom-Pädagogen trotz DaF keine Chance - Messlatten zu hoch

ich habe oft versucht, ins Lehramt quer einzusteigen: Das Hauptproblem beim Dipl.-Päd. (Sozialpädagoge Hauptstudium) ist das fehlende Fach. Im Berufsschulbereich (Lehrer für Sozialpädagogik) konnte man sich nicht vorstellen, dass ich als seltener Mann mit verstrittenen Lehrerinnen umgehen kann und sonst gab´s auch immer Absagen. Ich war immer wieder in befristeten Maßnahmen als Lehrer für Recht, Arbeitsrecht, für die Fortbildung von Kaufleuten, zum Erteilen von Mathematik und Deutsch in sehr schlecht bezahlten Jobs eingesetzt. In Berlin wollte man mich nicht, weil drei Semesterwochenstunden Psychologie für ein Zweitfach gefehlt haben, ein Baden-Württemberg teilte man mir mit, sei das Problem u. a., dass ich nicht den "Tübinger Weg" studiert hätte. Beide Bundesländer suchen ja so dringend Quereinsteiger :-))
Dann wurde ich Lehrer für Deutsch als Fremdsprache - ein toller Job! Das BAMF erhöhte die Honorare auf 35 Euro. Das macht etwa 1000 bis 1500 Euro netto, die bleiben als Scheinselbständiger mit vorprogrammierter Altersarmut. Als Berufsschullehrer liegt das Honorar meines Wissens bei etwa 65 Euro, in Berlin warben sie mit 5000 Euro brutto, als Grundschullehrer hat man das doppelte Netto als Einstiegsgehalt). Jetzt würde ich gerne ins Grundschullehramt einsteigen. Die zuständigen niedersächsischen Landesbehörden verweisen auf die Universität, an der ich studiert habe. Dort kommt man mir mit Anerkennungen von BAMF-anerkannten Fortbildungsleistungen grundsätzlich entgegen - vorausgesetzt, das Prüfungsamt würde VHS-Zertifikate anerkennen. Insgesamt habe ich das Gefühl, an der Uni freundlich und sonst mit "langen Zähnen" angeschaut zu werden. Aus meiner Sicht ist dieser gesamte Fachkräftemangel eine gigantische Lüge. Mit etwas mehr Flexibilität als beispielsweise ein trockenes Stück Knäckebrot mitbringt, das auf Biegung beansprucht werden soll, könnte man das gesamtdeutsche Problem lösen. Davon bin ich überzeugt. Schließlich sind mir einige DaF-Kollegen bekannt, die ebenso Hartz-IV-Erfahrungen gemacht haben, bis die Flüchtlingskrise kam. Auch die Bezahlung in der Erwachsenenbildung und die vorprogrammierte Altersarmut, die auch mich zu treffen droht, zeigen, wie wenig eigentlich ins Personal investiert wird. Aktuell läuft eine Petition zur Erwachsenenbildung - einem Teilbereich für Diplom-Pädagogen. Jahrelang versuchte ich mit Petitionen auch auf die schlechte Arbeitsmarktchance von vor allem auch männlichen Diplom-Pädagogen hinzuweisen. Ich wünsche mir endlich ein ehrliches Engagement und eine Aufgabe der m. E. Fachkräftelüge. https://www.change.org/p/anja-karliczek-bundesministerin-für-bildung-und-forschung-gebt-der-erwachsenen-und-weiterbildung-eine-zukunft

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cyberork 11.04.2019, 11:38
16. Seiteneinsteiger bessere Berufsvorbilder

Ich habe selber in den 80ern in der Oberstufe zwei promovierte Physiker als Lehrer gehabt, die Seiteneinsteiger waren.
Ihre starke Leidenschaft für die Physik hat sich auf uns Schüler so übertragen dass die Hälfte unseres Leistungskurses Physik studiert hat und ich habe dieses Studium nie bereut.
Ich denke dass Seiteneinsteiger für die Oberstufe im Gymnasium die besseren Vorbilder für eine spätere Berufswahl sind als "traditionelle" Lehrer, da diese neben mehr Leidenschaft für das Fach auch mehr "first-hand" Berufserfahrungen einbringen.
In der Oberstufe spielt Pädagogik imo sowieso eine eher untergeordnete Rolle. In den unteren Klassen, sowie für Schüler die Lernschwierigkeiten haben, warum auch immer, brauchen Schüler dagegen pädagogisch gut ausgebildete Lehrer.

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schmidt-post 11.04.2019, 11:38
17.

Zitat von MioMioMimi
Mir teilten vor kurzen Lehramtsstudeten mit, dass sie völlig enttäuscht vom Studium sind. Die Schwerpunkte liegen ihrer Meinung nach falsch. Sie müssen mathematische Kenntnisse wie Einstein haben wohingegen Pädagogik und Didaktik viel zu kurz kommt. Da kann es den Queransteigern nicht sonderlich an Wissen fehlen.
Das ist seit Jahren aber nicht mehr so...

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JoachimZ. 11.04.2019, 11:42
18.

Wo kann man in NRW entsprechende Stellen finden und sich bewerben?

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Lion 11.04.2019, 11:45
19. Ohne Konzept in unfaire Arbeitsverhältnisse

Die GEW lehnt sogar unbefristete Arbeitsverhältnisse für seit Jahren in Schulen bewährte Vertretungskräfte ab. Die GEW versteht sich inoffiziell als Vertretung für Lehrkräfte mit 2. Staatsexamen. Alle anderen laufen unter ferner Liefen und sind gedultet, solange sie dabei helfen, den verbeamteten Lehrern die Überstunden abzubauen . Der Quereinstieg in Hessen ist kaum möglich, auch nicht für Kräfte, die schon jahrelang in Schulen arbeiten und dort Lücken kompetent stopfen. Es ist konzeptlos und unfair.

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