Forum: Karriere
Anschreiben 2014: Parade der Bewerbungspannen
Harvard Business Manager

Eine Kandidatin prahlt mit ihren "4 K's", einen "begleitet der Wald bis heute": Manche Anschreiben misslingen grotesk. Bewerbungshelfer Gerhard Winkler kommentiert die schönsten Schnitzer - und taucht in die fiktive Welt der Stegida-Bewerber.

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prefec2 08.01.2015, 21:55
50. Was soll das?

Ehrlich wenn sich Menschen nach dem Studium oder sonst einem Lebensabschnitt bewerben, dann u.a. deshalb, weil sie Geld verdienen sollen. Die meisten Jobs auf dieser Welt sind leider nicht so, dass man dort die Welt retten oder etwas fundamental Wichtiges tun würde.

Ein Controller ist ein Controller. Was soll der denn in seine Bewerbung schreiben? Ich konnte mich schon immer für Zahlen erwärmen? Rubbish!

Wer hunderte Bewerbungen empfängt wird natürlich viele ähnliche Bewerbungen bekommen und jeder wird versucht haben irgendwie mit seinem Durchschnittslebenslauf was Interessantes in das Anschreiben zu packen. Aber da ist ja nichts. Was soll da auch sein? 5-7 Jahren studiert. Abschluss gemacht. Praktikum hier. Auslandssemester/-jahr da. Bei den organisierten Auslandssemestern kommt aber oft keine Vertiefung der kulturellen Kenntnisse heraus.

Zudem was will ein Unternehmen mit einem der super ist. Der wird nicht lange auf der Position arbeiten. Also wie wäre es mal wenn die lieben Bewerbungstrainer den Leuten raten die Wahrheit zu sagen. Zum Beispiel:

ich habe gerade mein Studium in XY abgeschlossen und möchte mich nun in der Berufswelt orientieren. Ich kann mir vorstellen etwas in Richtung Z zu machen. Da ihr Unternehmen ARBEITSPLÄTZE/PRAKTIKA in dem Bereich anbietet und mir ihr Unternehmen gefällt, dachte ich, ich bewerbe mich bei ihnen.

Oder auch so: Sie brauchen X. Ich kann X und brauche Geld. Ergo freue ich mich auf ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Alles andere ist doch nur Geseier. Bewerbe ich mich bei Daimler und schreibe rein wie toll ich den Laden finde? Wozu? Die bauen Autos. Langweiliger geht es kaum. Will man dort Netzwerkadmin oder Softwareentwickler werden dann bewirbt man sich doch nicht, weil das Unternehmen so tolle Dinge macht. Sondern weil es ein hoffentlich ausfüllendes Arbeitsleben ermöglicht und einen sicheren Arbeitsplatz.

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ozenfant1 08.01.2015, 23:10
51. Im Gegensatz zu fast allen anderen Foristen hier...

...finde ich den Beruf des Bewerbungshelfers ganz außerordentlich wichtig. Wer sucht denn den Bewerbungshelfer auf? Doch sicherlich überwiegend diejenigen, die es nötig haben, weil sie offensichtlich mit ihren Bewerbungen erfolglos sind. Weil sie ohne Hilfe nicht in der Lage sind, ein Bewerbungsschreiben zu verfassen, das ihnen einen Job einbringt. Die Beispiele, die der Bewerbungshelfer hier mutig aufzeigt, sind doch erschütternd. "Was macht mich für Sie interessant?" - also wirklich! Da kann man doch nur Mitleid mit den armen Personalern haben, die so etwas Tag für Tag lesen müssen. Nicht auszudenken wie es um die Wirtschaft in unserem Lande bestellt wäre, wenn den Verfassern solcher Anschreiben Zutritt in unsere Unternehmen gewährt würde. Ich würde auch niemals, aber auch wirklich unter keinen Umständen jemanden für mein Unternehmen auch nur in Erwägung ziehen, geschweige denn kennenlernen wollen, der mir mit den 4 Ks kommt, oder der es wagt, sich im Anschreiben (!!!) als "zielstrebigen, offenen und fröhlichen Menschen" zu bezeichnen. Was wollen wir mit solchen Leuten? Nein, da würde ich lieber gar Niemanden einstellen. Weil das aber in der Regel auch nicht gut ist für ein Unternehmen und langfristig sicher auch zu einem human-resource Problem führen würde bin ich froh, dass es die Bewerbungsberater gibt. Denen haben wir es doch letztlich zu verdanken, dass Katastrophen wie die hier aufgezeigten verhindert werden. Aber was passiert hier? Statt den Autor zu loben, wird hier nur weinerlich auf ihm herumgehackt. Unerträglich!

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vultorianus 08.01.2015, 23:44
52. So besser?

Aus den Meinungen meiner werten mit Foristen entnehme ich, dass Floskeln aus Bewerbungsratgeber heute unangebracht sind?
Ich frage mich, welche Bewerbungsratgeber so etwas vorschlagen. Erst vor Kurzem durfte ich mi ch auch bewerben und in meinem (gratis) Ratgeber stand, man solle das Anschreiben als eine Art "Vorbereitung" oder Ausformulierung des Lebenslaufes, speziell an die ausgeschriebene Stelle angepasst, begreifen. Dem entsprechend standen in meinem Lebenslauf nur kurze Phrasen, z.B. von XX bis YY: wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl ZZ. War die Arbeit, die ich dort in dieser Zeit erfüllt habe in irgendeiner Weise für die Stelle relevant, so habe ich diese im Anschreiben ausformuliert. Ähnlich ging ich mit Praktika und dem Studieninhalt im Allgemeinen um.

Floskeln habe ich leider nicht ganz vermieden, diese bezogen sich aber dann auf die Firma ("Sie sind ja so toll" und "ich sehe tolles Entwicklungspotenzial"), aber immer mit dem Versuch klar darzustellen, dass ich mich über die Firma informiert habe (Geschäftsbereiche angesprochen, teilweise auch etwas Literatur dazu gesucht).

Vielleicht helfen diese Ausführungen ja jemanden, ich würde mich auch über Kritik an meinem Bla freuen :)

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Laulo 09.01.2015, 00:01
53. Welch stilistisch schlechter Artikel, gepaart mit Überheblichkeit und Anmaßungen

Wow, Herr Winkler. Nach Lektüre dieses Artikels weiß ich zumindest, dass ich sicherlich niemals ihre Bewerbungs-Beratungsangebote annehmen werde.
Haben Sie eigentlich eine gesonderte Qualifikation dafür? Dieser -mit Verlaub- Stuss lässt nicht darauf hindeuten!

(P.S. Ich habe mich grad extra im Forum angemeldet, weil ich diesen Artikel unbedingt kommentieren musste, ließ mich nicht los. Normalerweise würde ich sowas gar nicht machen)

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mittekwilli 09.01.2015, 01:06
54. Wie wäre es mal wieder mit der Wahrheit?

Eine Bewerbung völlig ohne Adjektive, und Zeugnisse ohne Steigerungsformen, die es garnicht gibt, nur auf Zeugnisch, wäre mein Vorschlag. Und Ehrlichkeit ohne den eigenen Charakter zu verleugnen, die kann auch helfen. Warum sind alle DDR Zeugnisse nach heutigem Stand nur noch maximal mit Note 3 zu bewerten?

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Selberimbewerbungsmodus 09.01.2015, 09:50
55. Das kranke Bewerbungssystem der 90iger...

hebt sein hässliches Haupt und führt noch einmal eindrucksvoll vor, wegen welcher Egoismen in pervertierten Bewerbungssystemen Menschen(!) aussortiert wurden und nach Auffassung des Autors selbstverständlich auch nach wie vor noch ausgemerzt gehören.
Wie gestrig! In Bayern ist es heute schon so, dass Flüchtlinge/ unbegleitete Jugendliche über das Berufsintegrationsjahr von der bayerischen Wirtschaft mit Heißhunger aufgesaugt werden, obwohl deren Deutsch hundertmal schlechter sein dürfte, als in den Bewerbungsbeispielen, mit denen der Autor hier sein arrogantes Spiel treibt. Die Wirtschaft braucht diesen Unsinn nicht mehr. Arbeitskräfte müssen dringend her und mittlerweile: Egal woher! Jetzt muss es nur noch der Autor begreifen...Licht aus für "Stegida"!

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Olaf 09.01.2015, 09:53
56.

Zitat von numey
Die übelste Bewerbung, die ich je zu Gesicht bekommen habe, wurde in einem durch die ARGE angeordneten, vierstündigen "Bewerbungstraining" unter der Aufsicht von "Fachkräften" erarbeitet. Sie sah ungefähr so aus: ___ Bewerbung als Fachkraft für Lagerlogistik Sehr geherte Damen und Herren Hiermit möchte ich mich bei ihnen als Fachkraft für Lagerlositik zu, berweben. Ich bin zuverlässig fleißig, und pünktlich. Ich habe meine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik noch nicht erfolgreich abgeschloßen, zwecks Umzug. Ich bin hoch motiviert dies, bei ihnen in ihren Unternehmen, zu beenden. Ich freue mich sehr, auf ihre Einladung auf ein persönliches Bewerbungsgespräch als Fachkraft für Lagerlogistik freue ich mich schon sehr. Mit freundlichen Grüßen, ___ Dagegen sind die Beispiele aus dem Artikel nun wirklich kalter Kaffee.
Na ja, jemand kann ja ein guter Lagerarbeiter sein und trotzdem seine Schwächen in geschäftlicher Korrespondenz haben.

Wenn ich jemanden suche der Kisten in Regale stellt oder Gabelstapler fährt sollten andere Qualitäten im Fokus stehen.

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und_nun? 09.01.2015, 10:04
57. Berufsauffassung?

Zitat von eunegin
Nein, als Personaler eines großen deutschen Unternehmens muss ich widersprechen. [...] Ich investiere viel Zeit und Kraft in die Bewerberauswahl. [...]
Sie beschweren Sie sich gerade darüber, dass Sie bei der Ausübung Ihrer Tätigkeit tatsächlich etwas tun müssen ... ?!?

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Pless1 09.01.2015, 10:09
58. Bewerbungshelfer / Inhalt von Anschreiben

@#52:

Natürlich sind Bewerbungshelfer wichtig. Das Problem ist, das viele (nicht alle) wirklich nichts taugen, ein Betätigungsfeld für andernorts Gescheiterte. Manche bieten sogar an, die komplette Bewerbung inkl. Anschreiben zu erstellen, lt. seiner Homepage auch der Autor dieses Artikels. Letztlich müssen aber Bewerber und Unternehmen zueinander finden. Was sagt ein von einem Profi in geschliffenstem Deutsch ausformuliertes Schreiben, wenn im Gespräch dann jemand sitzt, der so spricht wie in den Stilblüten beschrieben oder kaum der Sprache mächtig ist (bei weitem nicht nur ein Phänomen bei Migranten)? Am Ende sucht das Unternehmen nicht die beste BewerbUNG sondern den besten BewerbER. Eine gute Bewebung ist nur der Türöffner für das Vorstellungsgespräch. Kommt man dort dann ganz anders rüber ist sie nutzlos geblieben.

@#53:

Sehen Sie, mir hat man geraten, dass das Anschreiben gerade KEINE Ausformulierung des Lebenslaufes sein soll - dafür gibt es ja die CV. Man kann aber z. B. auf bestimmte Projekte Bezug nehmen, die man gemacht hat und den möglichen Bezug zum Zielunternehmen und dem augeschriebenen Job herstellen. Das muss aber auch passen, bei einfacheren Tätigkeiten wirkt sowas dann auch lächerlich oder herbeigezogen

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abby_thur 09.01.2015, 10:12
59. lesen

Zitat von ozenfant1
...finde ich den Beruf des Bewerbungshelfers ganz außerordentlich wichtig. Wer sucht denn den Bewerbungshelfer auf? Doch sicherlich überwiegend diejenigen, die es nötig haben, weil .....
"Bewerbungshelfer" sind für die Leute da, die offensichtlich nicht lesen können.
Es gibt einige gute Bewerbungsbücher aus dem Markt.

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