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Arbeit und Karriere: Warum man für seinen Job nicht brennen muss
DPA

Jeder kennt sie, die inspirierenden Geschichten von Menschen, die ihrem Herzen folgen und in neuen Jobs glücklich werden. Alles Quatsch, sagt Buchautor Volker Kitz: Letztlich ist Arbeit nur ein Tausch von Zeit gegen Geld.

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Boesor 10.12.2015, 10:44
100.

Zitat von Cotopaxi
... Moment mal, das heißt ja dann, dass Lehrer auch gute Lehrer sein können wenn sie nicht für ihre Beruf "brennen"!... Danke für diesen Artikel.
Zuviel Leidenschaft (je nach definition) ist schätze ich bei Lehrern auch ein Problem, bzw. kann zu einem werden.
Die Trennung zwischen Arbeits- und Freizeit ist ja fließender als bei einem Fabrikarbeiter. Da kann zuviel Leidenschaft schonmal zu fehlender Abgrenzung führen. Und ein "permanent im Job sein" ist selten gesund.

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analyse 10.12.2015, 10:49
101. Wie so oft,ist Richtiges mit Falschem vermengt:

Natürlich gibt es nicht Wenige,die im Beruf ihre Erfüllung finden und auch glücklich sind, Für die Mehrheit trifft zu,was Herr Kitz schreibt.Trotzdem sind Bestrebungen, den Mitarbeitern die Last der Arbeit zu erleichtern,richtig ! Im Übrigen:Eine erhellende Argumentation gegen die Illusion ,eines bedingungslosen Grundeinkommens !

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hockeyversteher 10.12.2015, 10:55
102. Dem kann ich mich

Zitat von stinkfisch1000
.... Auch philosophisch halte ich den Ansatz für etwas verkürzt. Wer mal Hannah Ahrendt gelesen hat, weiß, dass Arbeit das ist, was uns zum Menschen macht, was uns vom Tier unterscheidet und was über das Individuum hinausreicht. .... Was uns in unserer Gesellschaft verloren gegangen ist, ist der Stolz auf einfache und ehrliche Arbeit, auch wenn sie einfach ist, und man dafür nicht studiert haben muss. Und diesen Stolz haben der gesellschaft ausgerechnet Sozialdemokraten und Gewerkschafter ausgetrieben, die aus stolzen Arbeitern und Handwerkern in falsch verstandener Fürsorge weinerliche Bittsteller und Anspruchsberechtigte gemacht haben. Kein Wunder, in der SPD-Führung gibts gar keine Arbeiter mehr. Wer soll den Stolz da noch spüren? Ein dicklicher Gesamtschulleher und Wirtschaftsministerdarsteller?
... nur anschließen.

Und wir sind weiter dabei, Arbeit zu entwerten. Sinkende Bildungsniveaus, weniger Berufsausbildung, Verlust des Meisterstatus, Abwertung körperliche Arbeit zum Beispiel als Bäcker, Fleischer, Landwirt oder Maurer als "Frondienst", alles Dinge, die die Gesellschaft zur Deckung des Grundbedarfs benötigt, bei gleichzeitiger Glorifizierung des "Kreativen", "Sozialen" führen zu immer weiter fortschreitender ethischer Entwertung der Arbeit. Dazu sinkende Reallöhne in diesen Berufen Maximierung der Sozialleistungen führt natürlich zu der Frage:"Warum noch arbeiten?" Das funktioniert aber wirklich nur in dekadenten reichen Gesellschaften. In Namibia würde niemand diese Frage stellen.

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ag999 10.12.2015, 10:56
103. Arbeit

Für viele Leute ist es einfacher wenn man der Arbeit einen tieferen Sinn gibt oder Spaß dabei empfindet. Für manche mag das zutreffen, bei den meisten Arbeitnehmern ist die Arbeit aber zu 90% Routinemist der einfach nur abgearbeitet wird. Die Sinnhaftigkeit von Tätigkeiten hinterfrage ich schon lange nicht mehr, die Aufgabe wird entsprechend der Anweisung zu 100% umgesetzt und ich hab meine Ruhe und geh um halb 5 heim. Man kann davon halten was man will, mit der Schiene fahr ich am besten und hab am wenigsten Diskussion zu führen. Eine Identifikation mit einem Unternehmen kann ich mir nicht vorstellen, außer es wäre mein eigenes. Ich bin ein Söldner, der Geld gegen Zeit tauscht.

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abby_thur 10.12.2015, 10:59
104.

Zitat von ge1234
... begriffen hat der nix, außer, wie er auf Kosten anderer "das wahre Leben genießt"!
Steht Ihnen ja auch frei.
Ich kann mit Menschen, die sich ihren Freiraum nehmen, sehr gut leben. Besser als mit diesen Arbeitstieren.

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xvxxx 10.12.2015, 11:04
105. im Prinzip richtig.

ich denke es ist richtig, dass der kern der Arbeit Zeit gegen Geld ist.
Aber es ist so, dass unsere Zeit auf der Erde begrenzt ist, d.h. es ist auf jeden Fall besser, die Zeit gegen Geld und Freude zu tauschen als nur gegen Geld.
Wobei unstrittig in den meisten Berufen mehr als der Tauschhandel nicht drin ist. Und die Einstellung beugt sicher auch psychischen Erkrankungen vor.
Aber jeder Bauer weis, dass die Kuh mehr Milch gibt wenn sie glücklich ist. Sie gibt auch Milch wenn man sie mit Minimalen Aufwand "funktioniere" lässt. Aber auch im Beruf ist es so, dass man wenn man glücklich ist, i.d.R. besser leistet, d.h. die "Ware" wird für den Arbeitgeber besser.
Ich denke, dass die Wahrheit dazwischen liegt. Ich würde das "gesunde Distanz" zum Beruf nennen.

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black-mamba 10.12.2015, 11:09
106. @srw 1988 #6

Wenn ich erst ein Buch kaufen müsste um richrig zu deuten (?) was ein Redner gemeunt haben könnte und wenn eine Rede - scheinbar - dermaßen interpretierbar ist, ist die Rede und damit auch der Redner im Kontext überflüssig. Ich denke, dass so mancher Zieleguru gern Geschichten erfindet, oder heraussucht um seine Thesen besser verkaufen zu können. Mir sind da solche Leute wie Herr Kitz dann doch lieber. Solche Leute, die eben den Kern einer Aussage in der Aussage zu suchen scheinen und nicht in der Peripherie der Aussage.

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roncobuster 10.12.2015, 11:09
107. Danke....

...für den ersten wirklich normalen Bericht hier zum Thema Arbeit. Es gibt kein "Leben" in der Arbeit! Egal auf welcher Hirachieebene man ist - man (n) - Frau auch - wird "durchgereicht" wie ein Stück Ware, das täglich 10 Stunden lang bei 150% funktionieren muss!!! Ansonsten wird ausgesondert. Aber andere machen es auch nicht besser!

Ich gehe in die Arbeit weil es meine Familie ernährt und meine Rechnungen bezahlt. Ich würde Morgen nicht mehr gehen, wenn das Geld jeden Monat auch so kommen würde! Diese Zeit kann sinnvoller eingesetzt werden!

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stonecold 10.12.2015, 11:17
108.

Zitat von mrotz
...und der Rest verbringt sein Leben mit Wissenschaft, Musik, Kunst, Sport und sonstigen Hobbies. mfg
Sehr idealisiertes Menschenbild, fürchte ich)))

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Widerstandsgewächs 10.12.2015, 11:20
109. ein weiterer Artikel

für den man dankbar sein sollte und der den von den Nazis offenbarten Zynismus, dass Arbeit frei macht, gleich mit widerlegt. Schon Adam Smith hat erkannt, dass Arbeitsteilung und Spezialisierung zur geistigen Eingrenzung der Menschheit führt, was von Betriebswirtschaftlern gerne verschwiegen wird. Selbst moderne Befreiungsbewegungen, wie der Feminismus gauckeln ihren Anhängerinnen gerne Befreiung durch Arbeit vor, erwähnen aber nicht, dass die Flucht aus dem Joch der Ehe für die große Mehrheit nur die Flucht in Lohnarbeit, mit der fatalen Konsequenz eines Überangebotes an Arbeit ist, was soziologisch zu einem Log in der Situation führt und irgendwann jeder arbeiten muss. Sie verdienen sich jetzt eine miese Rente und werden im Alter von mieser Verdienenden gepflegt werden können. Eine Lösung der Misere ist nur in Sicht, wenn die Hälfte der Männer an den Herd flüchten würden und ihre Frauen sie dabei unterstützen! Aber da Staat ganz gewiss kein Interesse, denn Familienarbeit, Hausarbeit und den dabei tasächlich gewonnenen Wohlstand kann der Staat nicht besteuern! Aber es ist noch ein langer Weg, bis die Mehrzahl der Menschheit, die davon betroffen ist, merkt jede notwendige Arbeit die man selber erledigen kann, ist letztendlich günstiger, wenn man sie selber tut und daher ein doppelter Gewinn, der von Zeit und Geld!

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