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Arbeiten und Sparen im Alter: "Wer im Beruf privilegiert war, ist es im Ruhestand auc
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Sie schonen ihre Kleidung und ihren Wohnraum, kochen vor und ein, werfen nichts weg und machen viel selbst. Eine Forschungsgruppe hat die Lebenslagen von Rentnerinnen untersucht - und gibt Tipps gegen Altersarmut.

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Velbert2 24.09.2019, 11:04
1. Privilegiert

Im Beruf privilegiert hört sich so an, als wäre dieses Privileg gottgewollt. Viele Leute sind nur deshalb privilegiert, weil sie durch Fleiß und Ausdauer sind diese Privilegien erworben haben. "Im Beruf privilegiert" hört sich negativer an als es ist. Im übrigen: Privilegien können auch wieder verlorengehen, wenn man diesen Fleiß und diese Ausdauer nicht mehr aufbringt.

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t_mcmillan 26.09.2019, 10:30
2. "Privilegiert" ist relativ

Die erwähnte Lektorin kann einfach weitermachen. Klar. Aber der Punkt ist, dass sie, oftmals Akademikerin, so schlecht bezahlt war, dass sie keine Alterssicherung aufbauen konnte. Trifft viele in der Branche. Übersetzer, Lektoren o.ä.

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Stefnix 26.09.2019, 10:55
3. Nunja.

Zitat von Velbert2
Im Beruf privilegiert hört sich so an, als wäre dieses Privileg gottgewollt. Viele Leute sind nur deshalb privilegiert, weil sie durch Fleiß und Ausdauer sind diese Privilegien erworben haben. "Im Beruf privilegiert" hört sich negativer an als es ist. Im übrigen: Privilegien können auch wieder verlorengehen, wenn man diesen Fleiß und diese Ausdauer nicht mehr aufbringt.
Das möchte ich so nicht stehen lassen. Meine Mutter - heute 72 - kommt aus sehr einfachen Verhältnissen und mußte mit 14 anfangen zu arbeiten, um die Familie zu unterstützen. Sie hätte nichts lieber getan, als weiter zur Schule zu gehen und irgendwann Abitur zu machen. Aber die Wahl hatte sie nie.
Ergo: geringbezahlte Tätigkeit, dazu später Kindeserziehung und Teilzeit = unverschuldete Altersarmut.

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florixoehler 26.09.2019, 10:57
4. Wöchentliche Arbeitszeit überdenken - radikal

Egal, ob es um Rentnerinnen, Rentner, Familien oder auch andere Menschen im arbeitsfähigen Alter geht: im Zeitalter der Digitalisierung, Automatisierung und Produktivitätszuwächse muss es eine ernsthafte Diskussion um eine deutliche Arbeitszeitreduzierung bei annäherndem Lohnausgleich geben. Zielmarke wäre so etwas wie 20-30 Wochenstunden. Leider sind die Gewerkschaften nicht stark bzw. kompetent genug, das durchzusetzen (haben sie daran überhaupt noch ein Interesse?). Eine andere, schon deutlich einfacher umsetzbare Lösung wäre Home-Office, was nicht nur vielen Familien und Alleinerziehenden, sondern auch dem Klimaschutz zugute käme. Mit der CDU/CSU wird sich daran, wie an der Rentensituation, nichts ändern.

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Neustädter_02 26.09.2019, 11:08
5. Nein!

Zitat von Velbert2
Im Beruf privilegiert hört sich so an, als wäre dieses Privileg gottgewollt. Viele Leute sind nur deshalb privilegiert, weil sie durch Fleiß und Ausdauer sind diese Privilegien erworben haben. "Im Beruf privilegiert" hört sich negativer an als es ist. Im übrigen: Privilegien können auch wieder verlorengehen, wenn man diesen Fleiß und diese Ausdauer nicht mehr aufbringt.
Es gibt eine große Anzahl von Menschen, die sich nicht "privilegieren" können, auch mit Fleiß und Ausdauer nicht. Sie können nicht jede Putzfrau und jeden Straßenkehrer zur IT-Fachkraft ausbilden. Danken Sie Gott, wenn Sie mit einem guten Gedächtnis und einer raschen Auffassungsgabe gesegnet sind, aber hören Sie auf, die zu verurteilen, denen diese Begabungen fehlen, als "weniger fleißig und ausdauernd". Das sind die Leute nämlich ganz und gar nicht. Ihre Arbeit wird nur weniger wertgeschätzt - wie man an Ihrem arroganten Geschreibsel ja gut erkennen kann!

Und auch bei hoher Begabung gibt es sicher Lebensumstände, die verhindern, dass Menschen sich qualifizieren und hohe Rentenansprüche erwerben können. Gerade in meiner Elterngeneration war das bei Frauen fast grundsätzlich so, und in meiner Generation ist es oft so bei Freiberuflern, Alleinerziehenden, durch Pflege, eigene Krankheit etc. eingeschränkten Menschen. Es gibt keinen Grund, sich über irgendwen zu erheben, dem es nicht gelungen ist, sich die genannte Privilegien zu erarbeiten!

Deshalb hat die Dame völlig recht: Es muss ein Systemwechsel erstritten werden. In meinen Augen führt am bedingungslosen Grundeinkommen kein Weg vorbei, wenn man die Gesellschaft nicht vollkommen spalten will. Es zeigt sich nur immer häufiger, dass viele Menschen (Sie, zum Beispiel) diese Spaltung entweder nicht erkennen oder dass sie ihnen schlicht egal ist. Es ist fast wie in der Klimadiskussion: Was geht mich die Zukunft an, Hauptsache, für mich reicht es noch!

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hmueller0 26.09.2019, 11:26
6. Privileg Vollzeit Arbeit

Eigentlich dachte ich immer, es wäre ein privileg nicht Vollzeit arbeiten zu MÜSSEN. Aber sei's drum: Vielleicht muss man nicht immer alles auf die Gender-Frage trimmen - vielleicht ist es nämlich auch so richtig: es war mal möglich, eine Familie mit einem Gehalt durchzubringen - und das war vielleicht sogar eher die Regel, als die totale Ausnahme (natürlich gab es auch immer am unteren Ende Menschen, wo es auch nicht ging). Jetzt ist es eben so, dass man Probleme haben wird über die Runden zu kommen, wenn nicht beide Vollzeit arbeiten - und zwar in einem gut bezahlten Job. Das jetzt als Gendergerechtigkeit und Emanzipation zu verkaufen ist natürlich sehr viel netter, als einfach zu sagen dass die Abgaben und Lebenshaltungskosten derart hoch sind, dass den Menschen einfach keine andere Wahl bleibt. Nach dem Motto "schwimmen ist gesund" klingt auch besser als "rette sich wer kann".

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moritz27 26.09.2019, 11:31
7. Bei jemandem

der überwiegend in Teilzeit arbeitet fällt der Rentenanspruch gering aus. Was für eine Erkenntnis. Und wie gestern bei "Maischberger" die eine Dame so schön gesagt hat: "Da kommen dann die schriftlichen Renteninformationen. Da wirft MAN einen kurzen Blick drauf und dann werden die abgeheftet." Da muss MAN eben nicht nur einen kurzen Blick draufwerfen. Sondern SIE muss das lesen, damit sie begreift, dass von ihrer hochgerechneten Bruttorente auch noch Geld für die Krankenversicherung, die Pflegeversicherung und eventuell sogar für die Steuer abgezogen werden wird. Danach sollte sie (wie in diesem konkreten Fall) prüfen, ob sie es sich überhaupt leisten kann, mit deutlichen Rentenabzügen auch noch Altersteilzeit zu wählen, um anschließend in einer Fernsehsendung über eine geringe Rente zu jammern . Manchmal verschlägt es mir richtiggehend die Sprache.

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isar56 26.09.2019, 11:40
8.

Zitat von Neustädter_02
Es gibt eine große Anzahl von Menschen, die sich nicht "privilegieren" können, auch mit Fleiß und Ausdauer nicht. Sie können nicht jede Putzfrau und jeden Straßenkehrer zur IT-Fachkraft ausbilden. Danken Sie Gott, wenn Sie mit einem guten Gedächtnis und einer raschen Auffassungsgabe gesegnet sind, aber hören Sie auf, die zu verurteilen, denen diese Begabungen fehlen, als "weniger fleißig und ausdauernd". Das sind die Leute nämlich ganz und gar nicht. Ihre Arbeit wird nur weniger wertgeschätzt - wie man an Ihrem arroganten Geschreibsel ja gut erkennen kann! Und auch bei hoher Begabung gibt es sicher Lebensumstände, die verhindern, dass Menschen sich qualifizieren und hohe Rentenansprüche erwerben können. Gerade in meiner Elterngeneration war das bei Frauen fast grundsätzlich so, und in meiner Generation ist es oft so bei Freiberuflern, Alleinerziehenden, durch Pflege, eigene Krankheit etc. eingeschränkten Menschen. Es gibt keinen Grund, sich über irgendwen zu erheben, dem es nicht gelungen ist, sich die genannte Privilegien zu erarbeiten! Deshalb hat die Dame völlig recht: Es muss ein Systemwechsel erstritten werden. In meinen Augen führt am bedingungslosen Grundeinkommen kein Weg vorbei, wenn man die Gesellschaft nicht vollkommen spalten will. Es zeigt sich nur immer häufiger, dass viele Menschen (Sie, zum Beispiel) diese Spaltung entweder nicht erkennen oder dass sie ihnen schlicht egal ist. Es ist fast wie in der Klimadiskussion: Was geht mich die Zukunft an, Hauptsache, für mich reicht es noch!
Danke für Ihren Beitrag. All das erinnert mich an meine inzwischen verstorbene Schwiegermutter. 42 Jahre am Fließband waren 700,— Euro Rente. Ohne ihren Mann hätte Sie aufstocken müssen. Privilegiert war sie nicht, denn sie musste sofort nach dem Hauptschulabschluss arbeiten, damit ihr Bruder das Gymnasium besuchen und studieren konnte. Das betrifft alte Frauen hunderttausendfach. Meine Mutter musste während des Krieges für ihre jüngeren Geschwister sorgen und dafür von der Realschule abgehen. Wer da mit „selber schuld“ daher kommt, kann auch afrikanische Kinder einbeziehen. Wären sie halt woanders geboren.

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eurusiii 26.09.2019, 11:43
9. @5 bedingungsloses Einkommen

.... haben wir in Deutschland doch schon. Hartz4 inkl. Miete ohne etwas für die Gemeinschaft zu tun. Fragen Sie mal die alleinstehende Friseurin mit zwei Kindern, die 40-50 Stunden die Woche arbeiten geht und im Vergleich zum Hartz4 Empfänger schlechter gestellt ist. Ja, man kann als Hartz4 Empfänger keine großen Sprünge machen, geschweige denn Urlaub, der auch immer wieder eingefordert wird. Aber man hat ein Dach überm Kopf und muss nicht hungern. Auf der anderen Seite empfinde ich die Entlohnung der Friseurin als zu gering. Siehe auch Pflegeberufe. Aber stets alles immer nur schlechtzureden hilft auch keinem weiter.Einwohner anderer Länder hätten gern diese Sorgen, die wir haben. Für diese Menschen ist es geradezu wie ein Wunder, dass sauberes Wasser aus dem Hahn kommt.

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