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Arbeiten und Sparen im Alter: "Wer im Beruf privilegiert war, ist es im Ruhestand auc
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Sie schonen ihre Kleidung und ihren Wohnraum, kochen vor und ein, werfen nichts weg und machen viel selbst. Eine Forschungsgruppe hat die Lebenslagen von Rentnerinnen untersucht - und gibt Tipps gegen Altersarmut.

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SasX 26.09.2019, 12:23
20.

Zitat von Sibylle1969
Es sollte heute allen Frauen klar sein, dass das klassische Modell (Mann arbeitet Vollzeit, Frau kümmert sich um die Kinder und arbeitet gar nicht oder Teilzeit) ein Armutsrisiko, insbesondere Altersarmut, bedeutet, vor allem bei einer Trennung. Es ist daher klug, finanziell möglichst auf eigenen Füßen zu stehen und sich nicht auf einen Mann zu verlassen. Das heißt auch, dass frau eine 50prozentige Beteiligung an der Kindererziehung und Hausarbeit einfordern muss.
Völlig richtig. Das bringt natürlich auch Eigenverantwortung mit sich, wie Sie ja schreiben. Das sollte meiner Ansicht nach schon bei der Auswahl des Partners (oder umgekehrt der Partnerin) mit bedacht werden, damit es da später nicht echte Konflikte gibt. Ich erlebe aber auch immer wieder Frauen, die darauf pochen, dass sie zu Hause bleiben und er arbeitet. Meine Schwester wollte ebenfalls nicht wieder arbeiten gehen, bis das Kind 18 war, und auch dann nur noch in Teilzeit.

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so-long 26.09.2019, 12:25
21. Männer

Zitat von Sibylle1969
Es sollte heute allen Frauen klar sein, dass das klassische Modell (Mann arbeitet Vollzeit, Frau kümmert sich um die Kinder und arbeitet gar nicht oder Teilzeit) ein Armutsrisiko, insbesondere Altersarmut, bedeutet, vor allem bei einer Trennung. Es ist daher klug, finanziell möglichst auf eigenen Füßen zu stehen und sich nicht auf einen Mann zu verlassen. Das heißt auch, dass frau eine 50prozentige Beteiligung an der Kindererziehung und Hausarbeit einfordern muss.
eignen sich nicht als Altersvorsorge.
Wobei ich mich bei „Alleinerziehenden“ immer frage: Wo ist der Vater der Kinder??? Ist anscheinend in D sehr einfach, sich davonzustehlen. Das müsste sehr rigide gehandhabt werden, anstatt die Lasten der Allgemeinheit aufzubürden.

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Neustädter_02 26.09.2019, 12:25
22. Das bedingungslose Grundeinkommen...

Zitat von SasX
Ich frage mich immer, wie das finanziert werden soll (und nicht wischiwaschi, sondern ganz konkret). Angenommen, wir hätten dieses Grundeinkommen von z.B. 1000€. Was hindert denn dann Arbeitgeber daran, dies beim Gehalt (im Falle eine Tarifvertrags auch bei den Traifverhandlungen) mit einzubeziehen und dem neuen Arbeitnehmer eben nicht mehr 3000€/Monat zu zahlen, wie bisher, sondern 2000€/Monat, da er ja bereits 1000€ Grundeinkommen hat und somit in der Summe wieder 3000€/Monat. Die Folge wären geringere Abgaben für die Sozialkassen beim AG und weniger in den Sozialkassen durch AG und AN, damit auch weniger in der Rentenkasse.
...gibt Ihnen einfach mehr Freiheit. Sie haben es, Ihre Frau hat es, die Kinder haben es. Arbeiten gehen Sie, weil Sie sich etwas finanzieren wollen, was über den Grundbedarf hinausgeht. Wenn Ihr Arbeitgeber Sie besch*en will, dann suchen Sie sich etwas anderes. Sie haben es ja nicht nötig...

Ich denke schon, dass 1000 Euro pro Nase in Deutschland finanzierbar ist, "Bedingungslos" heißt ja auch, dass jede Menge Bürokratie wegfällt, es muss keine Bedürftigkeit geprüft werden, keine qm in Ihrer Wohnung vermessen u.u.u. Sie kriegen das Geld einfach - analog dem heutigen Kindergeld...

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Negira 26.09.2019, 12:27
23.

Liebe(r) prisma-4d,
ich kann nicht generell über das Thema sprechen, ich kann nur zu meiner Region etwas sagen. Bei uns in der Region ist die Ganztages - Kita so teuer, dass eine Vollzeitstelle schon sehr gut bezahlt sein muss, dass es sich lohnt. Hinzukommt dass je nach Job die Öffnungszeiten einfach nicht passen. Die meisten schließen um 16 Uhr.

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coloneltw 26.09.2019, 12:42
24. @SasX

aus dem gleichen Grund warum AG nicht heute schon in allen Berufen nur Mindestlohn zahlen.
Sie dürfen nicht vergessen, bei 1.000 € Grundeinkommen, können sie es sich leisten zu einem Jonabgebot NEIN zu sagen. Es steht ja keine Existenz auf dem Spiel. AG müssen jetzt schon um Fachkräfte betteln und diese Abwerben. Qualifiziertes Personal hat jetzt schon die Chance zu pokern.
Und auch eine Friseurin würde sich dann zweimal überlegen für 9,75 € die Stunde zu arbeiten.
So ein Grundeinkommen ändert ja nicht nur eine Stellschraube, sondern auch das Verhalten.
Denken sie mal an die Telefonflat...hat sich ihr Telefonierverhalten mit der Flatrate verändert?
Das Grundeinkommen kommt, definitiv. Die Frage ist nur wann und wie die Schritte dahin aussehen.

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goldenrome 26.09.2019, 12:47
25. Wer es im Leben zu nichts gebracht hat

schafft es auch in der Rente nicht mehr. Aha, ganz neue Erkenntnis. Wäre es nicht ziemlich unfair, wenn jemand, der regelmäßig 50h+ Wochen schiebt (und dementsprechend eingezahlt hat, also auf Deutsch -heutzutage- enteignet wurde) die gleiche Rente bekommt, wie jemand, der jahrelang in Teilzeit! arbeitet (würde ich gleich mal aus den 40 Jahren ausrechnen, teilzeit geht in Richtung beschäftigungsmaßnahme, paar Stunden jeden Tag etwas zu tun ist kein Arbeitsalltag!), und sich dann noch unbestimmte Zeit frei nimmt um sich den Kinderwunsch zu erfüllen und ihn dann auch genießt?!? Die nächste Generation wird gelernt haben wie man in einer Wegwerfgesellschaft zurecht kommt. Und wie man die Hand offen hält nachdem man sein Leben lang "nicht privilegiert" -also faul- war. Ausnahme im Niedriglohnsektor, da sollte tatsächlich Arbeitszeit (min. 7h/Tag) besser anerkannt werden, indem man einfach bestimmte Prozente auf die Grundsicherung pro Jahr Arbeitszeit dazu bekommt, o.ä.

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august2019spiegel 26.09.2019, 12:48
26.

Zitat von Sibylle1969
Das heißt auch, dass frau eine 50prozentige Beteiligung an der Kindererziehung und Hausarbeit einfordern muss.
Was dann lokal erst mal ein schlechteres Geschäft ist.

1.500 / 2 + 2.000 > 1.500 / 2 + 2.000 / 2. Es ist ja nicht so, dass man locker und flockig eine halbe stelle so kriegt, dass man jeden nur 2. Tag da ist und man sich abwechselnd um die Kinder kümmern kann.

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coloneltw 26.09.2019, 12:51
27. @wizzard74

das wollen aber viele Frauen nicht. Bzw. nicht immer. In der Partnerschaft wünschen sie sich, dass die Männer voll mitmachen. Nach einer Trennung wollen sie lieber den Kindesunterhalt, der bei einem Wechselmodell regelmäßig entfällt.
Und da dieses selbstgewählte Kindergroßziehen ja die Arbeitsleistung verhindert, sollen andere das ausgleichen.
Ich denke als Gesellschaft müssen wir an vielen Schrauben drehen nicht an der, dass die Männer anfangen Windeln zu wechseln, sondern auch am Verständnis der Frau für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und auch mal (Haus, Kinder...) Arbeit abzugeben.
In Bayern habe ich Familien kennengelernt mit studierten Frauen, die mit dem Kind plötzlich dauerhaft daheim waren. Ihre Männer erwarten das so und die Frauen finden das so auch nicht schlecht.
Nach einer Trennung geht dann das Geschrei um Unterhalt los.
Diese Frauen gucken meine SIS ganz verwundert an, warum sie mit Kind wieder arbeiten geht. Naja sie hat eben nicht studiert um nach 5-6 Jahren aufzuhören und nur noch Kinder im Kopf zu haben. Also Kind in die Krippe/Kita und wieder los.
Ach ja - mein neffe entwickelt sich Prima, geht gern in die Krippe und spricht mit seinen 2 Jahren besser als meine 2 Jungs, die erst mit drei in die Kita kamen und zuvor von Mama großgezogen wurden.
Kita heißt nicht abschieben sondern Unterstützung!
Auch hier muss ein Umdenken her - denn das Ablehnen von Kita und Krippe muss man sich eben leisten können, muss als Luxus verstanden werden, der eben Geld kostet (Rentenpunkte). Dies kann man vor einer Schwangerschaft mit dem Partner besprechen und auch einen Ausgleich vertraglich vereinbaren. Nicht erst mit der Trennung sondern eben vorher!

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BabelHuber 26.09.2019, 13:05
28. Das ist zwar richtig, aber...

Zitat von eurusiii
Fragen Sie mal die alleinstehende Friseurin mit zwei Kindern, die 40-50 Stunden die Woche arbeiten geht und im Vergleich zum Hartz4 Empfänger schlechter gestellt ist. Ja, man kann als Hartz4 Empfänger keine großen Sprünge machen, geschweige denn Urlaub, der auch immer wieder eingefordert wird. Aber man hat ein Dach überm Kopf und muss nicht hungern. Auf der anderen Seite empfinde ich die Entlohnung der Friseurin als zu gering. Siehe auch Pflegeberufe.
... bei Friseuren ist das Grundproblem, dass es so gut wie unmöglich ist, die Produktivität zu steigern. Ein Herrenhaarschnitt dauert ca. 20 Minuten, bei Damen kann man eher 1 Stunde veranschlagen.

Mehr kann ein Friseur kaum leisten.

D.h. wenn diese Dame wenig verdient, dann liegt das vielleicht daran, dass ihre Kunden nur wenig bezahlen (wollen?) und dass sie keine höheren Preise verlangen kann.

Da sollten sich vielleicht einige Kunden an die eigene Nase fassen ob ihres Geizes.

Wenn man selbst wenig Geld hat kann man sich natürlich keinen teuren Friseur leisten, aber nicht jeder der hier Geld spart ist auch arm.

Ich zahle übrigens €26 bei meinem Friseur für ca. 20 Minuten Haarschnitt. Das finde ich auch fair, er leistet gute Arbeit und soll auch nicht leben wie ein Hund.

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wrkffm 26.09.2019, 13:11
29.

Zitat von Velbert2
Im Beruf privilegiert hört sich so an, als wäre dieses Privileg gottgewollt. Viele Leute sind nur deshalb privilegiert, weil sie durch Fleiß und Ausdauer sind diese Privilegien erworben haben. "Im Beruf privilegiert" hört sich negativer an als es ist. Im übrigen: Privilegien können auch wieder verlorengehen, wenn man diesen Fleiß und diese Ausdauer nicht mehr aufbringt.
Altersarmut ist nicht Gott gewollt und auch nicht selbst verschuldet, sondern politisch so verankert. Es können nicht alle in hochdotierten Berufen arbeiten, es muss auch die schlecht bezahlte Arbeit gemacht werden. Im Einzelhandel, in Krankenhäusern und Pflegeheimen, in Kindergärten, in der Gastronomie, usw. da wo überwiegend Frauen diese Arbeiten verrichten, sind sie auch für eine modernedigitalilsierte Gesellschaft unverzichtbar. Der aber damit erworbene Rentenanspruch ist ein Witz. Ständig steigende Preise (Mieten/Immobilien/Energie) und den einhergehenden Nebenkosten, fressen systhematisch diesen Lohngruppen die Altersvorsorge weg. Hier auf selbsverschuldete Armut durch Unfähigkeit/Verweigerung zu einer höherer Qualifizierung, auch durch Weiterbildung, zu proklamieren, ist ein Schlag in´s Gesicht aller jener, die jeden Tag ihr Bestes für unsere Gesellschaft geben, nämlich ihre Arbeitskraft in diese Bereichen, damit der Laden läuft.

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