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Arbeitgeber im Netz: "Bewerber möchten keine Zeit verschwenden"
Corbis

Nur ein Klick, und das Online-Profil wird an den Arbeitgeber überspielt - ist das die Bewerbung der Zukunft? Berufsanfänger sind ungeduldig. Eine Studie zeigt, welche deutsche Unternehmen es klugen Köpfen leicht machen.

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moneysac123 05.02.2015, 13:04
1.

Warumüberhaupt "bewerben"? Warum tun wir so als ob Arbeit knapp wäre um die man sich bewerben müsste? Müssen sich nicht die Unternehmen um die besten Köpfe bewerben? Volk emanzipiere dich!

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charly993 05.02.2015, 13:31
2. also ich gehöre

ja eher zur Generation X + aber auch ich finde es ätzend, wenn ich für die Online-Bewerbung länger brauche als für eine althergebrachte Bewerbung.

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kommentor 05.02.2015, 13:56
3. Anschreiben abschaffen!

Das größte und nervigste - und zeitfressendste - Hindernis bei einer Bewerbung ist nun mal das Anschreiben. Ein völlig überflüssig aufgebauschter Tanz um den angeblich wichtigsten Aspekt der Selbstdarstellung, aber fragt man 5 Personaler, wie's denn aussehen soll, kriegt man 11 Antworten. Schlußfolgerung: Es ist nicht beantwortbar. Schlußfolgerung daraus: Weglassen! Überflüssig! Verzichten! Abschaffen! Bestenfalls einen objektiven Bezug auf die Ausschreibung, damit man über dieselbe Stelle redet.

Was der Kandidat gemacht hat und wie und ob er grundsätzlich für die Stelle geeignet ist, ergibt sich aus seinem Werdegang, seiner Vergangenheit, seinen Zeugnissen und Referenzen. Ein blödes Einleitungsblabla, das von der 45. Bewerbung zur 89. sowieso nur noch in Details variiert wird, trägt Null zum Informationsgewinn bei.

Interessante Stelle gefunden? Profil hinschicken. Bei Interesse des Gegenübers Gespräch und Kennenlernen. So wär's optimal.

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realewelt 05.02.2015, 14:12
4. Ich hoffe, dass ist ironisch gemeint...

Zitat von moneysac123
Warumüberhaupt "bewerben"? Warum tun wir so als ob Arbeit knapp wäre um die man sich bewerben müsste? Müssen sich nicht die Unternehmen um die besten Köpfe bewerben? Volk emanzipiere dich!
Wir haben nämlich keine Fachkräftemangel sondern sehr wohl einen Arbeitsplatzmangel.
Und das Job-Wunderland für die Generation Y gibt es nicht. Arbeitgeber können sich heute fast alles erlauben, weil zu genug Bewerber haben. In den meisten Bereichen kommen auf 100 Stellen bis zu 4000 Bewerber, die Stellen, wo es knapp wird, kann man an zwei Händen abzählen.

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tlatz 05.02.2015, 14:28
5. Bewerbung

Im Grunde eine gute Entwicklung. Die allgemeinen Daten kann man auf einem Profil im Internet speichern, Zeugnisse und Bescheinigungen kann man - wenn gefordert - per Email hinterher schicken und dadurch dass man nun nur per Button sein Interesse an der Stelle bekunden muss, entfällt die eine, ärgerliche Aufgabe, die bislang immer nötig war: Das persönliche Anschreiben.

Nicht dass ich ein Problem damit hätte eine oder anderthalb A4-Seiten zu tippen aber es ist dennoch immer absoluter Unsinn. Da muss man auf die Stellenausschreibung eingehen, herausstellen, dass man zumindest einige der relevanten Punkte beherrscht und dann muss man noch erklären, warum man gerne für das Unternehmen arbeiten möchte. Gerade letzteres ist der unsinnige Punkt. Ich habe in dem Unternehmen, bei dem ich mich bewerbe, noch nie gearbeitet, weiß nicht, wie die Unternehmenskultur ist, kenne lediglich ein paar der Produkte oder weiß grob, was man dort macht, weil ich mich auf der Internetseite der Firma informiert habe und soll nun erklären, warum genau das genau das ist, was ich suche.

In Wahrheit ist es natürlich so, dass ich mit meinem aktuellen Job aus welchen Gründen auch immer nicht mehr richtig zufrieden bin und was anderes suche, nun eine Stellenausschreibung einer mir vielleicht kaum oder gar nicht bekannten Firma finde, dem Profil nach aber denke, dass das vielleicht was sein könnte. Das wissen auch die Personaler, dennoch bestehen sie auf dieser Aktion.

Immerhin bin ich ganz gut darin und bin bisher tatsächlich jedes Mal zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden während viele andere so weit nicht kommen, vielleicht sollte ich daher also besser den Mund halten, wird hier doch eine Kompetenz von mir weggeredet, die mir einen Vorteil verschafft. Aber bloß weil ich es passabel kann, muss ich es ja doch nicht mögen.

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a.wuechner 05.02.2015, 14:50
6. was soll das

wenn man ohnehin schon die Bewerungsmappe hat mit allem drin und dann soll man es online einfach nochmal alles eintippen und kopieren. Da wird man ja bescheuert. Nichts gegen ein paar Fragen, aber doch nicht so.

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vlado13 05.02.2015, 15:48
7. Anschreiben sind nicht so doof

Seit ich auf der anderen Seite sitze und gelegentlich Leute einstelle (seit ca. zehn Jahren), habe ich Anschreiben schätzen gelernt. Aus einem Anschreiben kann man einiges über den Menschen erfahren, dass weder im Lebenslauf noch im Zeugnis steht, wie z.B. die Fähigkeit, vollständige und korrekte deutsche Sätze zu formulieren, auf 15 bis 20 Zeilen einigermaßen auf den Punkt zu kommen und nicht zu schwafeln etc.
Beim ersten Durchgang verlierene viele Bewerber schon aufgrund des Anschreibens wertvolle Punkte. Hab auch schon erlebt, dass jemand nach Lebenslauf und Zeugnissen wunderbar passte, und ich ihn trotz des seltsamen Anschreibens eingeladen habe. Das Gespräch passte dann eher zum Anschreiben und nicht zu den übrigen Papieren.
Und wer keine Lust hat, mir einen halb- bis dreiviertelseitigen Brief zu schreiben (mehr bleibt ja nach Abzug von Briefkopf etc. nicht übrig, und wer mehr schreibt, schreibt eh am Thema vorbei), soll auch nicht erwarten, dass ich mir Zeit für ihn nehme.

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fatherted98 05.02.2015, 16:21
8. Klar...

Zitat von moneysac123
Warumüberhaupt "bewerben"? Warum tun wir so als ob Arbeit knapp wäre um die man sich bewerben müsste? Müssen sich nicht die Unternehmen um die besten Köpfe bewerben? Volk emanzipiere dich!
....wenn man an das Märchen der Vollbeschäftigung und des Fachkräftemangels glaubt...dann wäre das so...aber eben nur im Märchen.

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kfp 05.02.2015, 18:19
9.

Zitat von vlado13
Aus einem Anschreiben kann man einiges über den Menschen erfahren, dass weder im Lebenslauf noch im Zeugnis steht, wie z.B. die Fähigkeit, vollständige und korrekte deutsche Sätze zu formulieren,
Wie war der Spruch mit dem Glashaus doch gleich? Ach ja, dass mit dem Das is ja so schwähr...

Zitat von
Beim ersten Durchgang verlierene viele Bewerber schon aufgrund des Anschreibens wertvolle Punkte.
Und wie viele gewinnen aufgrund eines Anschreibens? Ach ja, ich vergaß, beim Bewerben geht's nicht ums Aufspüren guter Kandidaten, sondern vorrangig ums Aussortieren von den ersten paar Dutzend, damit der Stapel der ernsthaft anzuschauenden Kandidaten überschaubar wird...

Zitat von
Und wer keine Lust hat, mir einen halb- bis dreiviertelseitigen Brief zu schreiben (mehr bleibt ja nach Abzug von Briefkopf etc. nicht übrig, und wer mehr schreibt, schreibt eh am Thema vorbei), soll auch nicht erwarten, dass ich mir Zeit für ihn nehme.
Und wie lange Zeit nehmen Sie sich für Ihre Einschätzung? In etwa die mehrere Stunden, die ja auch der Bewerber damit zugebracht hatte, das Anschreiben möglichst persönlich auf das Unternehmen und die angepriesene Tätigkeit zu trimmen (und das immer wieder von Grund auf neu bei all den Dutzenden Unternehmen, bei denen er sich in der Regel bewerben muss und jedem verkaufen soll, dass genau nur dieses und kein anderes Unternehmen seinen absoluten Traumjob bietet). Oder werden doch eher fast alle Bewerber in ein paar Sekunden Drüberschauen abgehakt?

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