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Arbeitgeber-Ranking: Mit dem ersten Job sinken die Erwartungen
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Viele Studenten träumen von einer Karriere bei Daimler - mit hohem Gehalt und guten Aufstiegsmöglichkeiten. Wer schon einige Jahre in der Branche arbeitet, glaubt nicht mehr daran.

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mmmc126668331558129 04.05.2016, 23:23
40.

Zitat von Sugafoot
"hohe Gehälter, eine gute Work-Life-Balance und spannende Karriereperspektiven" zu erwarten ist voellig falsch, das Erste schliesst naemlich automatisch das Zweite aus. Es bewerben sich jedes Jahr sehr viele Berufsanfaenger bei Audi, BMW und Daimler und diese Unternehmen haben noch eine beachtliche Stammmannschaft. Wie koennen die jungen Berufsanfaenger erwarten, dass sie sofort die Karrierleiter raufklettern? Da stehen bereits etliche Andere drauf mit dem genau gleichen Ziel und versperren den Weg.
Na da habe ich aber eine andere Sichtweise.In meiner Welt setzen sich hervorragende Arbeitsergebnisse immer durch. Egal ob Stammmanschaft oder Newcomer. Ich habe 18 Jahre lang in der Automobilindustrie ueberdurchschnittlich performed und musste zusehen, wie hochgejubelte Neffen, Enkel, Soehne, Schwiegersoehne, etc. ohne irgendwelche Arbeitsergenisse in die Nachwuchsgruppe kamen und ohne jegliche Prozesskompetenz in Entscheiderpositionen gelobt wurden. Ich bin jetzt bei Siemens Abteilungsleiter nach 3 Jahren ueberdurchschnittlicher Arbeitsergebnisse. Das ist eben eine andere Firmenkultur. Und ueber die Life/work balance kann ich nur schwaermen. Gute Arbeitsergebnisse sind naemlich nicht an der Zeit der Arbeitsstunden zu messen, sondern nur und ausschliesslich am Prozentsatz der Zielerreichung. Das ist fuer Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermassen fair. Dieser Fairness ermangelt es in der Automobilindustrie leider.....noch immer...

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mats73 04.05.2016, 23:53
41. Wahrnehmungsfrage

Zitat von lassmabessersein
Endlose Meetings, 8 Vorgesetzte über einem, mit 10 verschiedenen Meinungen. Man lernt ganz schnell bloß nicht zu viel zu plaudern, denn sofort kommt einer mit einer weiteren "brillanten" Idee, zu einem Thema, wo er eigentlich keine detaillierte Ahnung hat, die getroffene Entscheidungen wieder zunichte macht. Anwesenheit zählt oft mehr als Kompetenz und Fleiß. Wichtig ist es, abends als Letzter das Büro zu verlassen. Das beeindruckt die Vorgesetzten und viele Kollegen. Am Monatsende gibt es ein Schmerzensgeld. Das ist nicht übel. Aber das ist auch alles, wofür sich dieses Hamsterrad lohnt. Wer für höhere Ziele arbeiten möchte, sollte Konzerne meiden und eine kleine Kreativbude suchen. Da ist das Gehalt viel kleiner, aber evtl. macht es trotzdem glücklicher. Habe es noch nicht versucht, denn ich bin jung und brauche das Geld.
Alles eine Frage der Wahrnehmung!

Natürlich hält jeder seine Ideen für die brilliantesten... kompetent und fleissig ist man vor allem selbst....alle Anderen sind sowieso ahnungslos...genau das ist der Grund, warum Viele nicht weiter kommen!

Das ist aber realistisch betrachtet auch gar nicht schlimm, denn es kann nicht nur Häuptlinge geben.
Von 100 engagierten Neueinsteigern können schon rein statistisch gesehen nur 10-12 mal Häuptling werden, bei Einigen dauert die unterste Häuptlingstufe bis kurz vor Renteneintritt. Von den kleinen Häuptlingen kommen dann nur ganz wenige wiederum eine Stufe weiter...

Es ist eben anstrengend und oft frustrierend, für seine Ideen gegen unterschiedliche Interessen zu kämpfen und diese auch durchzusetzen.
Und mal ehrlich: Wenn man sich genau umschaut, gibt es immer wieder Neueinsteiger, die schaffen das trotzdem! Und komischerweise können die sich mit ihren Ideen überall durchsetzen, und nicht nur bei einzelnen Chefs...da muss man vielleicht mal reflektieren (ich hab jetzt einen verdammt guten Job, ich verdiene als Einsteiger bereits mehr, als der Durchschnitt, die Arbeit ist sicher und anspruchsvoll - aber es reicht einfach nicht, um groß aufzusteigen. die Plätze sind rar, und anders als in der Schule gewohnt, sind hier viele besser als man selbst!)
==> diese Erkenntnis ist natürlich ernüchternd - nicht der Job an sich

PS: Diese Absolventen stehen bereits auf der Sonnenseite des Arbeitslebens!
Man ist zufriedener mit sich, wenn man diese Tatsache erkennen kann und zu schätzen weiß!

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mats73 05.05.2016, 00:02
42. ??

Zitat von x+n
Kommt auf den Standort an. Kosten für Wohnung, ggf. Kinderbetreuung etc.
mal bitte auf den Teppich kommen!
Es geht ums Einstiegsgehalt für Ings, nicht das Salär für Werksleiter... da sind 60k plus Jgehalt natürlich schon total grenzwertig... ja neee, is klar!

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RamBo-ZamBo 05.05.2016, 00:11
43. asdf

Die Ernüchterung kommt, sobald man feststellt, dass man im Unterschied zum Studium permanent hart arbeiten muss und man nicht mehr über die eigene Zeit verfügen darf.

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Spiegelleserin57 05.05.2016, 08:10
44. Sie träumen halt...

Zitat von Sugafoot
"hohe Gehälter, eine gute Work-Life-Balance und spannende Karriereperspektiven" zu erwarten ist voellig falsch, das Erste schliesst naemlich automatisch das Zweite aus. Es bewerben sich jedes Jahr sehr viele Berufsanfaenger bei Audi, BMW und Daimler und diese Unternehmen haben noch eine beachtliche Stammmannschaft. Wie koennen die jungen Berufsanfaenger erwarten, dass sie sofort die Karrierleiter raufklettern? Da stehen bereits etliche Andere drauf mit dem genau gleichen Ziel und versperren den Weg.
Ihre Darstellung ist korrekt! Die jungen Leute müssen die Realität erst kennenlernen. Karriere heißt harte Arbeit und die Taube fliegt nicht in den Mund. Diese Leute müssen verstehen dass sie mal wieder am Anfang stehen und erst mal wieder lernen müssen. Die Früchte können sie wenn überhaupt erst später ernten. Eine gewisse Naivität sei ihnen doch am Anfang verziehen.

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cm1 05.05.2016, 08:24
45. Unternehmertum statt Managerlaufbahn

Statt von einer Angestelltenkarriere zu träumen, sollte man in Deutschland das Unternehmertum stärker fördern, dann ist man stärker selbst in der Verantwortung seine Vorstellungen zu realisieren.

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vaclav.havel 05.05.2016, 08:48
46.

Bestimmte Unternehmen und auch bestimmte Sparten werden für Berufsanfänger, allen voran Jungakademiker, gemeinhin als „sexy“ gesehen und ihnen so verkauft.

Dieses Bild wird überwiegend durch unsere, inzwischen eher dem Boulevard und dem äußeren Anschein dienenden Medien ins öffentliche Bewusstsein transportiert.

Das führt dazu, dass den dort Beschäftigten mittelbar ein höherer (sozialer) Status zugesprochen wird als den Beschäftigten anderer Unternehmen, die weniger „sexy“ sind oder sein sollen.

Die Lebenswirklichkeit, sprich der berufliche Alltag, so wie er sich in der Praxis tatsächlich zeigt, kann mit solch inszenierten Bildern gemeinhin nicht mithalten.

Werbung, ob mittel- oder unmittelbar, zeigt nie ein realistisches Bild vom beworbenen Produkt.

Das gilt natürlich auch für das öffentlich inszenierte Image von Unternehmen.

Bei den Gehaltsvorstellungen und der Wirklichkeit zeigt sich die nächste Enttäuschung.

Nach meiner Erfahrung schafft es nur jeder 10. Jungakademiker in den großen Unternehmen relativ zeitnah in die Einkommensbereiche vorzustoßen, welche in der betrieblichen Praxis den älteren Beschäftigten vorbehalten sind.

Denn diese älteren Beschäftigten sind in diesen Unternehmen in der Mehrheit und an der Macht.

Sie sind die Verteiler und sie begünstigen im Zweifelsfall eher sich selbst und ihre Generation.

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jagenauundso 05.05.2016, 09:37
47. Grundeinstellung

Man sollte eventuell ein wenig darauf schauen, um welche Gruppe es hier geht, nämlich BWLer und Wirtschafts"ingenieure".
Die kann man schlecht in einen Topf mit richtigen Ingenieuren oder auch technischen Produktdesignern und Technikern werfen.
Die angesprochene Gruppe ist tendenziell auf Karriere und viel Geld ausgerichtet und hat normalerweise wenig bis nichts mit den technischen Dingen am Hut, also mit dem kreativen, innovativen Anteil der Autoentwicklung.

Da mag dann die Enttäuschung darüber, dass es mit der Karriere nicht vorwärts geht, deutlich größer sein als bei denen, die Freude am Konstruieren und Entwickeln haben.
Aber auch an der entwickelnden Basis ist Frustration über die sandigen Getriebe in Konzernen wie Daimler durchaus spürbar, weil festgefahrende Strukturen, Systembefriedigung und "hauptsache ich habe meinen Hintern im Trockenen"-Verhalten von Führungskräften mitunter lähmend sind.

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mintyapple 05.05.2016, 09:50
48.

Meiner Beobachtung nach schieben Ingenieure und MINTler sowieso ein ganz anderes Anspruchsdenken vor sich her als 0815-BWLer oder gar Geistes- und Sozialwissenschaftler. Dieses wird ja von der Wirtschaft auch geradezu heran gezüchtet und die kann wunderbar dort anknüpfen, wo Schule und Uni bereits die Vorarbeit geleistet haben à la ihr seid die besten und die tollsten, alle anderen Fächer sind für Loser, nur Mathe ist richtig schwer und vielleicht noch Physik. Es wundert mich kein bisschen, dass für viele dieser Herrschaften beim Eintritt ins Arbeitsleben eine Art Entzauberung einsetzt, wenn sie entdecken, dass sie ihre "Genialität" dem Betrieb anpassen müssen und nicht etwa umgekehrt.

Zitat einer Bekannten von mir nach 8 Monaten in einer IT-Firma als Entwicklern: am Anfang sei die Lernkurve so hoch gewesen, jetzt würde sich schon mindestens zwei Monate alles wiederholen. Solche Probleme hätte ich zu dem Zeitpunkt (2. befristeter Vertrag) auch mal gerne gehabt. Als ich dann meinte, ich glaube fast, die haben dich primär fürs Arbeiten nicht fürs Lernen eingestellt, erntete ich einen entgeisterten Blick.

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gutes_essen 05.05.2016, 09:54
49.

Zitat von emperordiablo
Hab mich mit 3-4 Jahren Berufserfahrung vor einem guten Jahr bei einem Automobilhersteller beworben und bin mit ERA12 eingestellt worden. Wenn man nicht genommen wird oder als Leiharbeiter versauert, sollte man sich überlegen ob die eigene Qualifikation dem überhaupt ausreicht.
Ich hasse solche arroganten Menschen.

Es gibt mittlerweile auch Leiharbeitsfirmen die sich auf Akademiker spezialisiert haben - alles unterqualifizierte?

Sie haben Glück gehabt. So wie ich.
Ich käme aber NIE auf die Idee, meinen Fall auf andere zu beziehen. Ich kenne sehr viele, die sind höher qualifiziert als ich und müssen sich alle 2 Jahre, wenn ihr befristeter Vertrag ausläuft Sorge um die Zukunft machen.

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