Forum: Karriere
Arbeitsausfall: Psychische Probleme lassen Krankenstand steigen
DPA

Dreieinhalb Wochen sind deutsche Arbeitnehmer jedes Jahr krank - eine Woche mehr als noch vor wenigen Jahren. Körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen führen zu den meisten Ausfällen, doch gerade psychische Erkrankungen werden häufiger.

Seite 1 von 5
Kurbelradio 09.12.2014, 18:14
1. wen wundert´s

bei immer mehr Arbeit, in immer weniger Zeit, bei stagnierendem Gehalt, steigenden Kosten....da muss der Mensch krank werden.
Hierzulande wird sich mehr Gedanken gemacht, was tierfreundlich, artgerecht für Hund und Katz ist (was ja auch richtig ist). Aber was ist menschengerecht?
Ab 2 Jobs (was viele haben), kann das nicht mehr sein.

Immer wettbewerbsfähig, immer schneller, immer mehr.
Und dazu der Job noch unsicher, weil befristet.

Tja....irgendwo schlägt sich der Raubbau am Human Resource dann zu Buche.

Beitrag melden
doc.nemo 09.12.2014, 18:19
2.

Psychische Erkrankungen werden nicht häufiger, sie werden nur häufiger und vor allem bereitwilliger bescheinigt. Und es wird immer einfacher, aus ihnen einen sekundären Krankheitsgewinn zu erzielen: Krankschreibung, Reha, Kündigungsschutz, vorzeitige Rente (als Krönung)... etc. Die Häufigkeit psychischer Diagnosen hängt in der Regel ab von der Dichte des sozialen Netzes: je dichter, desto häufiger gibt es psychische Diagnosen. Das sogenannte Burn-Out-Syndrom ist vorwiegend eine Diagnose des etablierten Mittelstandes.

Beitrag melden
postit2012 09.12.2014, 18:23
3. Sie schreiben

"psychische Erkrankungen werden häufiger", aber richtiger wäre wohl "psychische Erkrankungen werden häufiger diagnostiziert", was ein gewaltiger Unterschied ist.

Deswegen ist auch völlig offen, ob das nun zu beklagen ist oder eher nicht.

Beitrag melden
mrs.cheeky.hobson 09.12.2014, 18:40
4.

Wo früher 10 Personen gearbeitet haben, müssen heute 5 Personen dieselbe Arbeit schaffen, möglichst noch für weniger Gehalt. Billigarbeitnehmer und Mobbing dabei allgegenwártig, ab 45 Jahren keine Chance mehr einen neuen Job zu finden, Abzüge, Steuern und neue Schein-umweltverordnungen schaffen das Übrige, um immer tiefer stechen und weiter werfen zu müssen, ja sogar, neben der schmalen Rente noch weiter "anschaffen" zu gehen, damit man über die Runden kommt. Dazu kommt unweigerlich die "Geiz-ist-geil" Mentalität: ... Kinderarbeit, Plastikmüll en masse, Gentechnologie, Umweltbelastung, All-Inklusive Urlaube, etc. wird alles toleriert !!! Ich bin doch nicht blöd ? Was auf der Strecke bleibt, ist die Gesundheit ! Oder das Leben ?

Beitrag melden
gunnarqr 09.12.2014, 18:43
5. Psychische Erkrankungen sind in ALLEN Kulturen statistisch immer ungefähr gleich häufig,

Zum Einen werden diese heute wahrscheinlich häufiger erkannt und damit behandelbar. Allerdings ist aber auch die zunehmende Arbeitsverdichtung bei weniger Mitarbeitern sicher ein Faktor für steigende Erkrankungszahlen. Zumindest bei Krankenpflege, Ärzten und Polizei führtdas zum 'Burnout' - im Prinzip eine Form von Depression und diese kann furchtbar werden.

Beitrag melden
lupulus 09.12.2014, 18:47
6. Burnouat

ist m.E. im Wesentlichen keine psychische Erkrankung, sondern eine körperliche Erschöpfung auf Grund von Fehl- und Mangelernährung und besonders hohem Verbrauch von Nährstoffen durch chronifizierte Infekte. Diese werden als Folge der Erschöpfung angesehen, aber höchstwahrscheinlich ist es umgekehrt, Stress gibt dem angeschlagengen Körper nur den Rest. Anstatt genauer auf die Funktionder Mitochondrien zu schauen, werden zu viele Patienten psychopathologisiert und geraten in eine Mühle dauernder Psychotherapie, ohne dass sich grundlegend etwas bessert.

Beitrag melden
meinemeinung: 09.12.2014, 18:50
7.

Ein weiterer Grund der die Problematik verstärkt wurde nicht genannt: Da die Behandlung sich schwerpunktmäßig auf Medikamente konzentriert, werden die zu Grunde liegenden Probleme und deren Verarbeitung kaum beachtet. Selbst die angewandten psychotherapeutischen Methoden sind meiner Erfahrung nach in vielen Fällen viel zu oberflächlich. Da die betroffenen Menschen häufig so nicht die Hilfe bekommen die sie benötigen, kann sich auch wenig ändern und so ist es kaum verwunderlich wenn die Probleme immer wieder auftauchen und es zu erneutem krankheitsbedingten Ausfall kommt.

Beitrag melden
kilix.brandenburg 09.12.2014, 18:58
8.

Zitat von postit2012
"psychische Erkrankungen werden häufiger", aber richtiger wäre wohl "psychische Erkrankungen werden häufiger diagnostiziert", was ein gewaltiger Unterschied ist. Deswegen ist auch völlig offen, ob das nun zu beklagen ist oder eher nicht.
Weshalb ist denn das völlig offen?
Mittlerweile hat sich doch wohl rumgesprochen, dass die Inflationierung von Diagnosen z.B. durch Vorsorgeuntersuchungen, der Volksgesundheit nicht zuträglich ist.
Gröhe, dieser plumpe Schattenmann der Pharmaindustrie will jetzt auch noch MEHR Vorsorgeuntersuchungen für Schulkinder.
Wo leben wir eigentlich?

Beitrag melden
monzaman 09.12.2014, 19:09
9.

Zitat von Kurbelradio
bei immer mehr Arbeit, in immer weniger Zeit, bei stagnierendem Gehalt, steigenden Kosten....da muss der Mensch krank werden. Hierzulande wird sich mehr Gedanken gemacht, was tierfreundlich, artgerecht für Hund und Katz ist (was ja auch richtig ist). Aber was ist menschengerecht? Ab 2 Jobs (was viele haben), kann das nicht mehr sein. Immer wettbewerbsfähig, immer schneller, immer mehr. Und dazu der Job noch unsicher, weil befristet. Tja....irgendwo schlägt sich der Raubbau am Human Resource dann zu Buche.
Hören Sie auf zu jammern.

Wieviele Stunde arbeiten Sie pro Wochen? 40?

Beitrag melden
Seite 1 von 5
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!