Forum: Karriere
Arbeitsgerichtsurteil: Wer spontan in die Ferien fliegt, darf fristlos gekündigt werd
DPA

Eine Controllerin aus Düsseldorf flog nach Mallorca - und reichte ihren Urlaubsantrag erst von dort aus ein. Der Chef forderte ihre Rückkehr, doch sie blieb. Nun landete der Fall vor Gericht.

Seite 2 von 7
donatellab 11.07.2018, 14:49
10. Uncool

Sollte sie nicht kratzen. In diesem Bereich bekommt man schnell einen neuen Job.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lutz.altmann 11.07.2018, 14:51
11.

Ich hätte ihr erklärt, dass es nicht richtig ist und eine Ausnahme bleiben muss, hätte mich mit ihr über Ihr bestandenes Studium gefreut und ihr einen schönen Urlaub gewünscht.
Wer eine "Junior"-Controllerin nicht für ein paar Tage entbehren kann, hat in der Firma ein ganz anderes Problem. Ich vermute mal, die persönliche Beziehung zu der Dame war schon im Vorfeld angeknackst.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
genauerschauer 11.07.2018, 14:52
12.

ziemlich dumm vom AG. Die nun besser qualifizierte Dame wird sicher bald einen besseren Job haben als zuvor, und er darf sich eine neue Fachkraft suchen, um ihm Performanceberichte zu zaubern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jo125 11.07.2018, 15:00
13. Wo leben Sie denn?

Zitat von global.payer
Den spontanen Arbeitseinsatz am Wochenende oder eben mal 12 h Schicht ist man schon gewohnt. Als Arbeitnehmer die Flexibilität in Anspruch nehmen, die Arbeitgeber so selbstverständlich einfordern ist offenbar immer noch undenkbar. Die unentgeltlichen Überstunden, als Vertrauensarbeitszeit verschleiert, rufen jedenfalls keinen müden Kommentar hervor.
Spontane Arbeitseinsätze am Wochenende kann niemand anordnen. Zudem muss sowas vom Betriebsrat (wenn er denn existiert) genehmigt werden. Mal eben 12 Stunden Schicht geht auch nicht, in Ausnahmefällen darf die Arbeitszeit 10 Stunden betragen - und muss natürlich bezahlt werden. Vertrauensarbeitszeit gilt in beide Richtungen und betrifft eigentlich nur leitende Angestellte. Aber das Märchen vom Arbeitgeber als Ausbeuter hält sich hartnäckig in manchen Kreisen. Daraus abzuleiten, man könne sich einfach mal so in den Urlaub verabschieden - ohne Genehmigung - ist schon dreist. Ist mir auch in meiner 38jährigen beruflichen Laufbahn noch nie begegnet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
derBob 11.07.2018, 15:13
14. Stimmt

Zitat von jo125
Spontane Arbeitseinsätze am Wochenende kann niemand anordnen. Zudem muss sowas vom Betriebsrat (wenn er denn existiert) genehmigt werden. Mal eben 12 Stunden Schicht geht auch nicht, in Ausnahmefällen darf die Arbeitszeit 10 Stunden betragen - und muss natürlich bezahlt werden. Vertrauensarbeitszeit gilt in beide Richtungen und betrifft eigentlich nur leitende Angestellte. Aber das Märchen vom Arbeitgeber als Ausbeuter hält sich hartnäckig in manchen Kreisen.
Komischerweise wird das Märchen immer so erzählt, dass man nicht den Eindruck hat der Märchenonkel (oder -tante) habe aktuellen Einblick in die Arbeitswelt und deren rechtliche Rahmenbedingungen.

Wahrscheinlich schaukelt der (oder die) wohlgemut in der sozialen Hängematte und wehrt alle Arbeitsansinnen mit dem Hinweis auf die angebliche Ausbeutung ab.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Zauberhexe 11.07.2018, 15:15
15. Oder doch?

Zitat von donatellab
Sollte sie nicht kratzen. In diesem Bereich bekommt man schnell einen neuen Job.
Sind Sie sicher?
Ich würde so eine Person nicht einstellen. Wer weiß, welche "einsamen Entscheidung" sie in Zukunft trifft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jo125 11.07.2018, 15:16
16. Problematisch

Zitat von lutz.altmann
Ich hätte ihr erklärt, dass es nicht richtig ist und eine Ausnahme bleiben muss, hätte mich mit ihr über Ihr bestandenes Studium gefreut und ihr einen schönen Urlaub gewünscht. Wer eine "Junior"-Controllerin nicht für ein paar Tage entbehren kann, hat in der Firma ein ganz anderes Problem. Ich vermute mal, die persönliche Beziehung zu der Dame war schon im Vorfeld angeknackst.
Wer, wie ich, eine eigene Firma führt, weiß, dass das nicht so einfach ist. Sicher arbeiten in der betroffenen Firma mehrere Mitarbeiter. Und die passen genau auf, wie die Regularien sind und wer sie bricht. Wer ein Verhalten wie das der "Junior-Controllerin" duldet, bekommt schnell noch andere Probleme. Und ganz ehrlich, wer als Controller, dazu noch mit abgeschossenen Studium sich so verhält, ist ganz sicher keine große Leuchte. Das Arbeitsrecht lernt man doch schon in der Kaufmannsausbildung. Auf solche Leute kann ein Unternehmen gut verzichten. Die soll mal froh sein, dass sie noch eine Abfindung erhalten hat - nötig gewesen wäre das nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sam-berlin 11.07.2018, 15:31
17. Und ihr vielleicht noch Blumen geschickt???

Zitat von lutz.altmann
Ich hätte ihr erklärt, dass es nicht richtig ist und eine Ausnahme bleiben muss, hätte mich mit ihr über Ihr bestandenes Studium gefreut und ihr einen schönen Urlaub gewünscht. Wer eine "Junior"-Controllerin nicht für ein paar Tage entbehren kann, hat in der Firma ein ganz anderes Problem. Ich vermute mal, die persönliche Beziehung zu der Dame war schon im Vorfeld angeknackst.
Ich weiß ja nicht, in welchem Waldorf-Kindergarten Sie so arbeiten, aber wenn ich als Arbeitgeber so ein Verhalten auch noch unterstütze, kann ich mir sicher sein, dass demnächst alle Mitarbeiter Urlaub nehmen, wann es ihnen gerade so in den Sinn kommt. Das ist auch irre fair gegenüber den Kollegen. Dann viel Spaß damit! Das Verhalten und die anschließende Klage sprechen eigentlich Bände über die Geisteshaltung der Dame. So gesehen, kann der Arbeitgeber froh sein, sie so schnell los zu werden. Dafür sind dann auch die 4.000 Euro nicht zu viel (andernfalls müsste man sich diesbezüglich auch den Kopf fassen).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ksail 11.07.2018, 15:42
18. Nein, eher schlau vom AG

Zitat von genauerschauer
ziemlich dumm vom AG. Die nun besser qualifizierte Dame wird sicher bald einen besseren Job haben als zuvor, und er darf sich eine neue Fachkraft suchen, um ihm Performanceberichte zu zaubern.
1. Wenn man einen AN halten will, hätte man das nicht so gemacht - ergo wollte man sie eh loswerden
2. Ein AN, der "vergißt", einen Urlaubsantrag zu stellen, wird andere Arbeitspflichten auch nicht erfüllen (auch, wenn das als Controller vielleicht nicht so kritisch ist...)
3. Die gute Frau wird nicht unbedingt einen besseren Job haben, denn häufig gibt es einen Telefonanruf von neuem zu altem Chef. Und wie der abläuft, kann man sich vorstellen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lutz.altmann 11.07.2018, 15:52
19.

Zitat von sam-berlin
Ich weiß ja nicht, in welchem Waldorf-Kindergarten Sie so arbeiten, aber wenn ich als Arbeitgeber so ein Verhalten auch noch unterstütze, kann ich mir sicher sein, dass demnächst alle Mitarbeiter Urlaub nehmen, wann es ihnen gerade so in den Sinn kommt. Das ist auch irre fair gegenüber den Kollegen. Dann viel Spaß damit! Das Verhalten und die anschließende Klage sprechen eigentlich Bände über die Geisteshaltung der Dame. So gesehen, kann der Arbeitgeber froh sein, sie so schnell los zu werden. Dafür sind dann auch die 4.000 Euro nicht zu viel (andernfalls müsste man sich diesbezüglich auch den Kopf fassen).
Es ist kein Waldorf-Kindergarten und ich weiß auch nicht woher da bei Ihnen die Vermutung kommt.
Kein Arbeitgeber kann heutzutage froh sein einen Arbeitnehmer zu verlieren. Sie sind vermutlich nicht in der Rolle über Kündigungen zu entscheiden oder Arbeitnehmer rekrutieren zu müssen, sonst würden Sie Ihr Urteil nicht so schnell fällen. Mitarbeiter zu führen heißt nicht, sie gleich zu entlassen, wenn sie mal einen Fehler machen.
Dass der Arbeitgeber Abfindung zahlen musste, zeugt davon, dass eine außerordentliche Kündigung ohne vorherige Abmahnung nicht rechtmäßig war. Daher bleibt wie bereits erwähnt die Vermutung, dass es da vorher bereits zu Unstimmigkeiten zwischen den Personen gekommen ist und er sie loswerden wollte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 7