Forum: Karriere
Arbeitslos mit 57 Jahren: Herr Rohrmann, was wurde aus Ihrer 7000-Kilometer-Wanderung
Privat

Mehr als hundert Bewerbungen hatte er erfolglos verschickt. Dann beschloss Thomas Rohrmann, vom Nordkap nach Sizilien zu wandern, um Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen. Ist ihm das geglückt?

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kumi-ori 24.12.2017, 20:11
20.

Zitat von deka88
...er durch diese Aktion die Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer demonstrieren wollte, aber das genaue Gegenteil eingetreten ist. Eigentlich schade. Naja und zur allgemeinen Leistungsbereitschaft ist das Alter nicht unbedingt ausschlaggebend. Es gibt junge "hungrige" AN sowie alte faule und umgekehrt
Das Wort "hungrig" im Zusammenhang mit der Jobakquise finde ich äußerst unglücklich. Es hört sich an nach Motivationsgeschwätz und könnte den Reden der vielen Fallschirmspringer und Extrembergsteiger entsprungen sein, denen wir regelmäßig bei den Betriebsweihnachtsfeiern zuhören müssen. Wenn Sie sich mit 18 Jahren als Regal-Einräumer bewerben, dann kann Ihnen der "Hunger" (auch "Arbeitswut") einen Vorteil bei der Bewerberauswahl und ein vorzeitig ramponiertes Kreuz bescheren. Mit Ü50 sollte man vor allem Strukturiertheit, Führungsqualität, Abschätzungsvermögen und Einfühlen an den Tag legen. Mit den Gabelstaplerfahrern im Lager muss man sich dann nicht mehr balgen.

Es gibt wohl kaum ein Alter, für das es keinen Job mehr gibt, aber der Job muss immer zum Alter passen, und der Mensch zu den Anforderungen.

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Stefan_G 24.12.2017, 20:26
21. zu #12

Zitat von deka88
Peinlich weil er durch diese Aktion die Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer demonstrieren wollte, aber das genaue Gegenteil eingetreten ist. Eigentlich schade. Naja und zur allgemeinen Leistungsbereitschaft ist das Alter nicht unbedingt ausschlaggebend. Es gibt junge "hungrige" AN sowie alte faule und umgekehrt
Peinlich, wenn man die Qualifikation eines Außendienstmitarbeiters darin sieht, ob er 200 km pro Woche wandern kann.

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frankfurtbeat 24.12.2017, 20:46
22. zwar ...

zwar war er mal in den Schlagzeilen doch hat er sich wohl selbst überschätzt. nach zwei Stunden Spaziergang an der Elbe wegen Knieproblemem aufgeben - nun ja das ist schon eine Nummer angesichts des gesamten Vorhabens.
Auch mit 56 bekommt man sehr schwierig einen fair bezahlten job ... sollte ich eventuell eine Fahrradtour durch Deutschland planen und diese zuvor medienwirksam präsentieren?

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Olli68 24.12.2017, 23:55
23. Glückwunsch - Gutes Marketing. Aber kein Aushängeschild für Fitness...

Es ist immer gut, nochmal was Neues anzufangen und in Zukunft wird man immer mehr auf die Potentiale älterer Arbeitnehmer angewiesen sein... Die meisten können mit 55+ noch extrem gut mithalten. Ich frage mich nur, ob jeder Bock hat, bis 70 zu arbeiten, selbst wenn er könnte und seine Energie den Arbeitgebern zur Verfügung zu stellen. Vor 15 Jahren habe ich in Südfrankreich einen wie 45 aussehenden Urlauber vor seinem 150 000 Francs Wohnmobil getroffen. Er war TGV Lokführer und konnte mit etwas über 50 in seine gutbezahlte Rente. Er schien nicht allzu unglücklich mit seiner Situation...
Ein Aushängeschild für körperliche Fitness ist Herr Rohrmann wohlgemerkt nicht gerade. Reinhold Messner ist mit 58 2000 km zu Fuß durch die Wüste Gobi marschiert, weitgehend autark...Ein Kumpel von mir kletterte mit 56 seine schwerste Route, knapp 10-, in etwa das Niveau, das Thomas Huber momentan auch noch hat...

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clkr 25.12.2017, 01:19
24. Ob er die Reisekosten als Werbungskosten absetzt?

Die Bundesagenten wreden sie ihm jedenfalls nicht erstatten. Obwohl - oder gerade weil - sie zum Ergebnis führten.

Lieber "Eingliederungsvereinbarungen" abschließen. Und wenn Rohrmann dank dieser "Betreuung" in den Rechtskreis SGB II gerutscht wäre, wären solche Aktionen sowieso unmöglich. Erstens wegen Stallzwang und zweitens, daß er dann sein Kapital erst einmal hartzgemäß verzehren dürfte. Vorhanden sein mußte es ja, denn vom "Schonvermögen" ließe sich sowas bestimmt nicht mehr finanzieren. Und würde er es dann so verbreauchen, wäre ihm eine Totalsperre wegen "sozialwidriger Herbeiführung der Bedürftigkeit" sicher.

D.h., das Sozialsaystem ist einzig und allein darauf ausgerichtet, sich siene Klientel gefügig, aber vor allem zu erhalten als Daseinsgrund der Ämtler.

Das strukturelle Problem der Arbeitslosigkeit Älterer (von der ca 1 Mio Ü50 haben mindestens 300000 nachgewiesene Qualifikation und Berufserfahrung) wird durch solche Einzelaktionen aber nicht gelöst. Der nächste müßte schon verkünden, barfuß übers Mittelmeer zu wandeln (und dann mindestens spektakulär ins Wasser plumsen), um noch einen Personaler hinterm Ofen vorzulocken.

Daß man bei dem Mittelständler von Rohrmann nichts gewußt haben wollte, liegt nur daran, daß der den Arbeitgeberservice der sog. Bundesagentur nicht nutzen will. Über den läßt sich fast jeder aus dieser Personengruppe ziemlich zielgenau finden.

Das wiederum liegt daran, daß die Personalaquise in D allein daraus ausgerichtet ist, preisgünstige Absolventen durch ein Traineeprogramm zu schleifen (dessen Berufserfahrene nicht bedürfen), anschließend auf Verschleiß zu nutzen und mit Mitte 40 zu entsorgen. Work-Life-Balance nennt sich das, glaube ich.

Also ließe sich dieses Problem nur dadurch angehen, daß die gewerblichen und öffentlichen Arbeitgeber genauso kujoniert werden wie die Arbeitssuchenden.

Anders als die Arbeitssuchenden haben sie aber wirksame Mittel, genau das zu verhindern.

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pirx64 25.12.2017, 05:56
25.

Er hätte sich still und heimlich über seinen Job freuen sollen statt sich mit seinen Fehlplanungen, unrealistischen Einschätzungen und seinem Spaziergang als das zu outen, was er ist : Schwätzer. Aber vielleicht ist das ja sogar Voraussetzung für seinen Job. Falls das nicht auch so ein Geschwätz ist.

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tubolix 25.12.2017, 07:32
26. Titel

Er hat etwas getan, hatte damit Erfolg und nur das zählt. Hätte er auf dem Sofa gesessen und auf den Vorruhestand gewartet würden wir ihn jetzt nicht kennen.
@Olli68: Der Lokführer hätte sich sicher etwas besseres leisten können, aber viele Leute lieben es halt spartanisch. Darunter zähle ich auch Wohnmobile der 25.000-Euro-Klasse.

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svizzero 25.12.2017, 09:04
27. Genau richtig gemacht

Wenn der Suchende bei Firmen nachfragt ist die Chance grösser, als übers Internet. Gute Vorbereitung, sauberes Dossier, richtiges Auftreten... das hinterlässt bereits am Empfang, bei der Sekretärin, beim Stellvertreter, oder gar beim Chef selbst, einen guten Eindruck. Wenn es nicht klappt, jedesmal sich fragen, was man besser machen könnte. Mit der Zeit kommt Routine in die Sache und somit das sichere Auftreten. Und noch etwas, sollte bei der Firma kein Job frei sein, nachfragen, wo etwas frei sein könnte. Gerade Inhaber kleinerer Unternehmen sprechen oft miteinander. Zudem haben sie Zulieferer und Abnehmer. Vielleicht ist dort etwas frei. Viel Glück!

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der_weisse_wal 25.12.2017, 10:01
28.

Zitat von Lotus Driver
Entschuldigung, aber das ist wirklich schwer erträglich: Der Herr Vertreter will also unter Medien-Hype 7.000 km quer durch Europa laufen, scheitert schon zu Beginn kläglich, fährt wieder heim und schafft es dort gerade mal 2 Stunden in Deutschland zu wandern bevor er völlig zusammen bricht. Ich sag mal so: sie sind ein sehr sehr kontraproduktives Aushängeschild für ältere Arbeitnehner und ihr Anliegen deren Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Ich hätte sie nicht eingestellt, große Klappe, absolut nichts dahinter
Immerhin hat er es versucht. Mancher scheitert schon am Gedanken daran. Da ist die Klappe beim Lästern über andere auch meist noch größer.
Und offenbar ist er doch ein besserer Vertriebler als Wanderer.
Und sein Chef als Personaler wohl auch besser als Sie.

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twofingersloth 25.12.2017, 11:13
29. ... an alle Besserwisser auf dieser Welt

Ja, die Wanderung war sicherlich schlecht vorbereitet, na und ? Ich glaube viele haben die Message aus dieser Geschichte nicht verstanden. 1. Jeder kann völlig unerwartet in ein tiefes Loch fallen 2. Nur mit Bewegung kann ich mich verändern. Das Leben besteht halt mal nicht nur aus Show Plastik und Neonlicht Karrieren. Ganz schnell ist man plötzlich nicht mehr gefragt und dann trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Auch wenn Trekking Touren offensichtlich nicht seine Kernkompetenz ist, so kann man von dieser Geschichte viel Lernen! Frohe Weihnachten!

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