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Arbeitsmarkt in Deutschland: "Die Frauen haben aufgeholt, ohne die Männer einzuholen"
DPA

Frauen gehören mittlerweile zu den großen Gewinnern auf dem Arbeitsmarkt, wie eine Bertelsmann-Studie zeigt. Trotzdem liegen Männer beim Gehalt weit vorn. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe.

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draco2007 15.03.2019, 17:13
10.

Zitat von eurusiii
Es gibt auch Männer, die weniger als andere Männer verdienen, weil es am gewählten Beruf liegt ! Dass Frauen 21% weniger als Männer verdienen, liegt an den unterschiedlich gewählten Berufen. Bei identischen Berufen gibt es noch in Summe einen Unterschied von 3 bis 5%, daran sollte noch gearbeitet werden. Aber auch bei identischer Berufswahl gibt es auch bei den Männern untereinander unterschiedliche Gehälter. Grds. sollte es für gleiche Arbeit den gleichen Lohn geben, geschlechterunabhängig. Punkt.
Die realistischen (weil bereinigten) 3-5% Gender-Pay-Gap lassen sich aber auch ganz einfach erklären.

1. Frauen verhandeln in aller Regel defensiver, einzige Lösung Fixgehälter ohne Verhandlung. Muss aber Leistungsbezogen erfolgen
2. Kinder...ja Frauen bekommen Kinder, ist leider so, noch können Männer das nicht übernehmen. Wenn eine Frau in ihrem Leben EIN Kind bekommt und dabei 1 Jahr ausscheidet, so Arbeitet so arbeitet sie 2,2% ihres Berufslebens (45 Arbeitsjahre angenommen).
Das bedeutet ihr fehlt in der Zeit schlicht die Berufserfahrung, die der Mann so mehr bekommt. Sagen wir mal es gibt eben maximal 45 Jahre Berufserfahrung, so fehlen der Frau irgendwann ~2% Berufserfahrung.

Das sind schlichte Tatsachen an denen sich meiner Meinung nach nichts ändern wird und man erstrecht nichts forcieren kann.
Der Mann darf jetzt in Elternzeit, obs genutzt wird, ist die Entscheidung des Paares.
Rein leistungsbezogene Bezahlung ist schwer, wo sich Leistung nicht exakt messen lässt. Am Fliesband kann ich zählen, wieviele Teile am Ende rauskommen. Bei einem Softwareentwickler (ich) könnte man die Codezeilen zählen, ist aber eine beschissene Metrik für Leistung, andere Kennzahlen sind in dem Bereich schwer bis unmöglich.

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interessierter Laie 15.03.2019, 17:16
11. @JungUndFrei

und man kann ergänzend sagen: Männer verspüren offenbar einen hohen Druck, ihr Fell möglichst gewinnbringend zu Markte zu tragen. Vielleicht würde so mancher Mann auch lieber nach seiner Neigung entscheiden, tut es aber nicht. Und der Grund ist nicht zuletzt die Partnerwahl. Männer werden nach den Kriterien Zielstrebigkeit, Durchsetzungsstärke und (monetärem) Erfolg beurteilt. Bei Frauen wirken sind diese Eigenschaften bei der Partnersuche eher hinderlich.

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freigeistiger 15.03.2019, 17:18
12. Frauenqualifikation

Es gibt auch weniger Arbeitsstellen für Psychologinnen, Germanistinnen, Kunstgeschichtlerinnen und Sozialwiissenschaftlerinnen, als für Elektroingenieure oder Maschinenbauingenieure.

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draco2007 15.03.2019, 17:22
13.

Zitat von freigeistiger
Es gibt auch weniger Arbeitsstellen für Psychologinnen, Germanistinnen, Kunstgeschichtlerinnen und Sozialwiissenschaftlerinnen, als für Elektroingenieure oder Maschinenbauingenieure.
Da haben sie es doch, das ist doch diskriminierend!

Ich bin dafür, dass arbeitslose Germanistinnen genauso entlohnt werden wie Elektroingenieure! Kann doch nicht angehen!

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Phil2302 15.03.2019, 17:23
14. Einfache Lösung

Man muss anfangen, Frauen zu bestimmen Berufen zu zwingen, egal ob sie wollen oder nicht. Anscheinend traut man Frauen in der heutigen Zeit nicht zu, selbständig einen guten Beruf auszuwählen. Also, Schluss damit. Und fangt direkt im Studium an. Sonst wird das ja nie was.

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Crom 15.03.2019, 18:55
15.

Meine Frau ist froh, dass ich mehr verdiene. Würde ich weniger verdienen, bleibe weniger für die Familie. Zudem hat sie die Wahl, wenn Kinder kommen würden, kann sie sich entscheiden, daheim bleiben oder arbeiten. Bei mir könnten wir uns das nicht leisten.

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redneck 15.03.2019, 21:23
16. @14 Korrekt

....Frauen sich gegenseitig in Ihren Lohnforderungen unterbieten. Frauenberufe werden zu 100% von Frauen belegt.
Das Patriarchat hat nichts damit zu tun...die Parallelgesellschat Frau aber alles. Es existiert also ein Genderpaygap zwischen Frauen.

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ondrana 15.03.2019, 23:16
17.

Als eine Frau in Leitungsfunktion im Schulbetrieb habe ich noch eine andere Erfahrung gemacht:
Geht es um die Besetzung einer höherwertigen Stelle haben die Kollegien ein Mitspracherecht, das in die Beurteilung miteinbezogen wird.
Ich habe es vor 30 - bis etwa vor 10 Jahren immer weider erlebt, dass besonders Frauen den Frauen entweder nichts gönnen nach dem Motto "Ich selbst würde den Job nicht machen wollen, aber DIE soll ihn auch nicht haben" oder einfach nur unglaublich beeindruckt von einem Anzug- und Schlipsträger sind, unabhängig von Fähigkeit. Gefühlt hatte ich bei den Männern in den Kollegien eher weniger den Eindruck, dass das eine Rolle spielte.

Mittlerweile ist das kein Problem mehr. Schulleitungen lohnen sich nicht mehr. Nicht finanziell und nicht was die Arbeitsstunden für das Gehalt betrifft. Jetzt sind Frauen vorne dabei. Männer haben sich aus diesem Bereich mehrheitlich zurückgezogen, zumindest, was die Schulleitungen in den weniger lukrativen nichtgymnasialen Schulen betrifft.

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Mastermason 16.03.2019, 08:18
18.

„Doch die Studie zeigt auch: Der Weg bis zur Gleichberechtigung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt ist noch lang.“

Sie formulieren diesen Satz und etwas weiter unten werden zwei Gründe genannt, die nichts mit Geschlechterdiskriminierung zu tun haben. Wie auch, die Gehaltslücke ist ausschließlich das Ergebnis individueller Entscheidungen. Wie schaffen Sie es bei dieser Ausgangslage fehlende Gleichberechtigung anzubringen? Ist das eine Redaktionsdirektive?

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