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Arbeitsmarkt Journalismus: Wie macht man Karriere in Krisestan?
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Einst war "irgendwas mit Medien" der beliebteste Jobwunsch. Heute streichen Verlage Stellen oder wollen gleich ganz ohne Redakteure auskommen. Lohnt es sich da noch, Journalist zu werden?

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peku32 02.01.2015, 12:15
1. Die Verlagskrise in Kurven

Die Verluste seit etwa 2001 sind enorm, manche Gazetten haben 80% der Auflage verloren, auch renommierte nicht nur Boulevard. Viele haben schon zugemacht, andere werden folgen. Und es ist kein Ende in Sicht, die Verluste gehen weiter. Hier

http://www.movie-player.de/demos/auflagen/

kann man grafisch die Verluste sehen und vergleichen. Wer da noch Journalist werden will, sollte sich das gut überlegen.

Und das Netz fängt doch nicht annähernd die Verluste auf. Erstens zahlt dort kein Leser und die Anzeigenpreise reichen auch kaum zum Leben.

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Trind1956 02.01.2015, 12:31
2. wir brauchen Journalismus

häufig werden die zahlreichen Gelegenheiten für Journalismus nicht erkannt und durch einfache Publizisten von kopierten Beiträgen ersetzt. Ich vermute Journalismus ist kein Produkt und entzieht sich der Vermarktung. Auch der SPON hat da kein überzeugendes Konzept.

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MichaelZetti 02.01.2015, 12:36
3. Tatsächlich noch so viele Journalisten...

unter den ganzen Lohnschreibern? Hätte ich ich nicht gedacht. Während die bereinigten Arbeitlosen- und Arbeitssuchendenzahlen mit zusammen rund 30 % dem Bild entsprechen, das die "Quallitäts"-Presse von sich gibt.

Halt einfach nur Billig.

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gumbofroehn 02.01.2015, 12:59
4. Es ist wie immer ...

... wenn ein Berufsfeld viele Interessenten anzieht und die formalen Eintrittshürden gleichzeitig gering sind (z.B. Sport, Musik, Schauspielerei) wird es immer einige wenige mit wirklichem Erfolg geben und dahinter Unzählige, die mehr schlecht als recht ihr Dasein fristen. Journalismus zählt auch zu diesen Feldern. Ich würde das meinen Kindern niemals empfehlen.

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itolduso 02.01.2015, 13:00
5. Würdeloser Akt

Ich bin selbst ausgebildeter Redakteur und froh, finanziell von meiner Arbeit nicht mehr leben zu müssen. Als freier Journalist seine Artikel anbieten zu müssen, das kann schon manchmal ein würdeloser Akt sein. Auch bei einigen Redakteuren von SPON habe ich da schon eine starke Überheblichkeit erlebt.

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lutzhunger 02.01.2015, 13:02
6. Nicht anders wie in der Industrie

So sehr unterscheidet sich die Medienwelt nicht von anderen, z.B. der Industrie. Qualität ist zu teuer, also versucht man preiswerter zu arbeiten und heute ist das meist damit verbunden, das man qualifizierte Mitarbeiter mit Preiswerteren tauscht. Sei es Leiharbeiter oder Freelancer. Irgendwann werden die Produkte, bei Journalisten die Zeitungen, nicht mehr gekauft. Neue Chefs mit höheren Gehältern werden eingestellt, die feststellen, das man die Kosten senken muss, also, also Löhne weiter runter, irgendwann will keiner mehr für das Geld arbeiten, aber Marktwirtschaft greift nicht, denn dann würden die Löhne nach oben gehen, nein es müssen weniger Leute immer mehr arbeiten, die immer mehr machen müssen und immer weniger motiviert sind, die Qualität geht in den Keller, die Qualität sinkt, die Absatzzahlen sinken, Kostensenkung steht an... Handwerk, Industrie, Journalismus, wo funktioniert es heute nicht so in D?

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spiegelinator 02.01.2015, 13:30
7. Unqualifizierte Artikel

Unqualifizierte Artikel werden immer öfter in Tageszeitungen veröffentlicht, die gratis von nicht ausgelasteten brachenfremden Hausfrauen und Rentnern von den Zeitungen mit Handkuss genommen werden. Das merken natürlich auch die Leser an nicht fundierten Artikeln meist ohne Sinn die vor Fehlern strotzen. Wen wundert's dann daß Zeitungen nicht mehr gekauft werden? Vielen Dank an die unfähigen Redaktionen!

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basiliusvonstreithofen 02.01.2015, 13:38
8. Journalisten, Bankmitarbeiter, Postboten...

...geht es jetzt so ähnlich wie den früheren Postkutschern: Man braucht sie nicht mehr, jedenfalls nicht mehr in dem Maße wie früher.

Das Internet macht mehr Berufe kaputt als man denkt.

Die Zeitschriften/Zeitungen in Papierform sterben aus, die Online-Ausgaben schreiben von den Agenturen ab.
Die Berichte in SPON, FOCUS oder SZ gleichen sich fast bis auf das Haar. Man muss es nur einmal vergleichen.

Und in den Agenturen lässt man schon aus Kostengründen kaum noch in Deutschland schreiben, die meisten Berichte werden in Lettland oder in Rumänien verfasst.

Journalist kann man in Deutschland des Schreibens wegen allenfalls noch für die örtliche Metzgerszeitung oder für die Kirchengemeinde sein, wobei Letztere nur Gottes Lohn bieten kann. Das reicht nicht mehr zum Leben.

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Hornblower 02.01.2015, 14:05
9. Tiefsinnig

oder hochfliegend kann ich darüber jetzt nicht schreiben.
Ich möchte nur festhalten, dass JournalistInnen die einzigen waren, mit denen ich mich öffentlich unterhalten konnte.
Nicht wahr, das zeigt es doch an.
Ich liebe die politische Auseinandersetzung und politische Öffentlichkeit.
Und genügend Distanz gab es auch immer.
Und dann diese enorme Intelligenz.
Auch das zeigt etwas an, nämlich dass Menschen, die versuchen in Dinge und Verhältnisse zu schauen, um sie zu vermitteln, darüber zu berichten, tagtäglich ihre Intelligenz schulen.
Deshalb haben wir ja mittlerweile das Problem der endlosen Anhänge bei Doktorarbeiten bzw. leider Plagiate.
Für das wissenschaftliche Arbeiten sind JournalistInnen mittlerweile unentbehrlich.
Für unser politisches System , unsere relativ freien Arbeitsmärkte sind Zeitungen u. a. Medien unerlässlich.
Eigentlich sollte der Bezug einer Zeitung auf Begehr bei Hartz IV gestellt werden.
Es geht nicht mehr ohne Zeitung, Fernseher und Internet.
Dorothee Sehrt-Irrek

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