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Arbeitsmarkt-Studie: Darum haben Migrantenkinder schlechtere Jobchancen
DPA

Die Herkunft entscheidet: Kinder von Migranten haben auf dem deutschen Arbeitsmarkt massive Probleme. Eine neue Studie zeigt, woran das liegt.

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egoneiermann 19.12.2018, 11:03
10.

Zitat von leseoma
Es ist die Pflicht der Eltern, ihre Kinder so früh wie möglich in Bildungseinrichtungen zu geben, damit ihnen keine Möglichkeit verbaut wird. Wenn sie das - warum auch immer- ablehnen, ist das nicht die Schuld der Gesellschaft.
Man kann sich zumindest darum kümmern. Beispielsweise Schulsozialarbeit, die notfalls die Kinder am Schwänzen hindern, oder auch einfach täglich zu hause abholen, wenn der Druck der Eltern nicht ausreicht (passiert häufiger bei Mädchen, da ist ja selbst in D. noch veraltete Denke in einigen Köpfen, dass die ja sowieso nur heiraten und Kinder kriegen).
Das Geld ist hier gut investiert, jede Laufbahn in die Sozialhilfe kostet mehr.

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dannyinabox 19.12.2018, 11:04
11.

Ja es ist gerade angesagt dieses Thema immer wieder aufzuwärmen schon klar. Nur werden auch nicht Migranten in der Schule diskriminiert. Wenn es darum geht wer ins Gymnasium darf, wird oft das Kind bevorzugt, dass Eltern hat die studiert haben. Würden sich zwei Kinder gleich gut eignen, wird meist das Kind genommen dessen Eltern bereits einen akademischen Grad besitzen.

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steueragent 19.12.2018, 11:04
12. Ja, diese Legenden kenne ich auch.

Zitat von MiguelD.Muriana
werden neben den genannten Problemen, dass bereits in den Schulen Kinder mit ausländischen Namen schlechter bewertet werden als solche mit „normalen“ Namen. Das setzt sich bei der Jobsuche fort. Identische Bewerbungen nur mit „fremd“ klingenden Namen erhalten signifikant weniger Einladungen zu einem Vorstellungsgespräch. Das ist die Kehrseite der hier genannten Probleme. Alle Probleme müssen aufgezeigt und gelöst werden, auch im Interesse der deutschen Kevins, Mandys etc. Interessant wäre daher auch ein Vergleich mit deutschen Kindern aus Anteilig den gleichen sozialen Schichten und damit auch der Vergleich der Bildungschancen der jeweiligen sozialen Schichten, die in Deutschland sehr ungleich verteilt sind. Da drückt nämlich durch das jahrelange Kaputtsparen der Schuh am meisten...
Nur stimmt das meistens nicht. Nicht wenige Firmen freuen sich regelrecht über ausländische Bewerber, da es z. B. bei einer Krankenkasse von großem Vorteil sein kann, wenn jemand auch türkisch spricht. Nur haben die Bewerber mit ausländisch klingendem Namen auch leider oft die schlechteren Zeugnisse.

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f00b4r 19.12.2018, 11:07
13. Völlig falsche Denkweise

Zitat von leseoma
Es ist die Pflicht der Eltern, ihre Kinder so früh wie möglich in Bildungseinrichtungen zu geben, damit ihnen keine Möglichkeit verbaut wird. Wenn sie das - warum auch immer- ablehnen, ist das nicht die Schuld der Gesellschaft.
Betrachten Sie es mal aus der Sicht des Kindes, das sich seine Eltern nunmal nicht aussuchen kann, dann merken Sie schnell, dass nicht besonders weit gedacht war.

Wir dürfen es als Gesellschaft doch nicht dem Zufall überlassen, ob ein Kind eine Chance bekommt, oder nicht. Wenn die Gesellschaft nicht auffangen kann, dass Eltern versagen, dann wird sie ihrer Verantwortung schlicht und einfach nicht gerecht.

Ganz persönlich kann ich auch auf diese Art von "Gesellschaft" völlig verzichten, wenn man nicht gemeinsam für alle einsteht, gibt es nämlich plötzlich mehrere "Gesellschaften". Und das hat, wie wir aus der Geschichte lernen können, noch nie besonders gut funktioniert.

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leseoma 19.12.2018, 11:22
14. Ja, Herr egoneiermann.

Ich stimme Ihnen zu. Aber dieses Spielchen sehe ich seit 50 Jahren, als unsere Kinder keinen Kindergartenplatz bekamen. Die Kinder der Ausländer wurden vorrangig genommen, damit sie die Sprache lernen. Wir haben das alle verstanden und gebilligt. Wenn sie heute immer noch nicht Deutsch können, liegt das nicht an der Gesellschaft.

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itzenflitz 19.12.2018, 11:26
15. Auch hier fehlt die Differenzierung

Das Statistische Bundesamt verzeichnet z.B. für das Schuljahr 2013/2014, dass 47,2 Prozent der deutschen und 64,4 Prozent der vietnamesischen Jugendlichen ein Gymnasium besuchten. Auch im späteren Leben gelingt Vietnamesen der soziale Aufstieg spielend. https://www.nzz.ch/gesellschaft/vietnamesen-integrationswunder-ld.1311265?reduced=true
Nicht der Migrationshintergrund oder das angeblich undurchlässige deutsche Bildungssystem ist für den Bildungserfolg und den sozialen Aufstieg entscheidend. Vielmehr sind es Faktoren wie die soziale Verantwortung und der Stellenwert, den Bildung in den Familien und jeweiligen sozialen Milieus besitzen...

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cobaea 19.12.2018, 11:29
16.

Zitat von steueragent
Nur stimmt das meistens nicht. Nicht wenige Firmen freuen sich regelrecht über ausländische Bewerber, da es z. B. bei einer Krankenkasse von großem Vorteil sein kann, wenn jemand auch türkisch spricht. Nur haben die Bewerber mit ausländisch klingendem Namen auch leider oft die schlechteren Zeugnisse.
Das ist keine Legende, dass BewerberInnen mit ausländisch klingenden Namen schlechtere Jobchancen haben. Es gibt dazu diverse Untersuchugen, die genau zu diesem Ergebnis kamen: ausländisch klingende Vor- und oder Nachnamen vermindern die Chance einen Job zu erhalten. Bei den Untersuchungen wurden jeweils identische Bewerbungsunterlagen verschickt. Der einzige Unterschied waren die Namen. Ergebnis: BewerberInnen mit ausländischen Namen hatten deutlich weniger Bewerbungserfolg als solche mit nicht ausländisch klingenden Namen. Und: am schlechtesten waren die Chancen bei kleinen und mittleren Betrieben.
Selbstverständlich wäre es schön, wenn auch diese Firmen begriffen, dass es sich auch für die Firma wirtschaftlich lohnen kann, Angestellte mit z.B. türkischen Sprachjkenntnissen zu beschäftigen. Hat sich aber anscheinend noch nicht rumgesprochen...

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jupp78 19.12.2018, 11:29
17.

Der Hauptgrund liegt wie einmal mehr im Elternhaus. Dort findet die eigentliche Ungleichbehandlung statt, denn es ist nicht nur die Aufgabe von Schule und Staat Bildung zu vermitteln, sondern auch Aufgabe des Elternhauses, insbesondere in der Vorschulzeit ist das der Fall.
Und wenn das Elternhaus hier nicht liefert, dann hat das Kind nun einmal Pech gehabt. Dabei ist es natürlich durchaus Aufgabe der Gesellschaft diese Mängel des Elternhauses so weit wie möglich aufzufangen und auszugleichen, aber da darf man sich auch nichts vormachen, ein gutes Elternhaus ist nicht durch den Staat zu ersetzen.

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specchio8 19.12.2018, 11:34
18.

Einige der Kommentatoren denken hier in Kategorien der Schuld oder bedienen kulturalistische und rassistische Ressentiments.... Um dem Mal ein paar gesicherte Erkenntnisse der Wissenschaft entgegenzusetzen, und diese sind bei Weitem nicht neu: Die Faktoren Einkommen und Migrationshintergrund sind was den Bildungserfolg betreffen entscheidend. Eltern mit geringen Einkommen und oftmals selbst nicht hohen Bildungsgrad sind oftmals garnicht in der Lage ihre Kinder entsprechend zu unterstützen. Die Gleichbehandlung von Kindern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen führt letztlich zur Ungleichheit. Das ist ein im übrigen ein gesellschaftlicher REproduktionsprozess, man nennt das Selektion und Allokation. Es ist überhaupt nicht das Ziel alle Menschen zu hochqualifizierten Ärzten, Anwälten oder Ingenieuren auszubilden. Was man allerdings tun kann ist Kinder aus Bildungsfernen und Einkommensschwachen Schichten möglichst früh zu fördern. Es gibt einige sehr vielversprechende Projekte wie zum Beispiel das "Erste Schritte" Projekt von Prof. Dr. Meurs. Einfach mal googlen. Es gibt auch eine Untersuchung von James Heckmann, Nobelpreisträger, die ermittelt hat, dass 1€ in die frühkindliche Entwicklung investiert später ca. bis zu 18 € spart. Also nicht labern, investieren!

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fab64 19.12.2018, 11:34
19. Geeignete Maßnahmen?

Zitat von f00b4r
Betrachten Sie es mal aus der Sicht des Kindes, das sich seine Eltern nunmal nicht aussuchen kann, dann merken Sie schnell, dass nicht besonders weit gedacht war. Wir dürfen es als Gesellschaft doch nicht dem Zufall überlassen, ob ein Kind eine Chance bekommt, oder nicht. Wenn die Gesellschaft nicht auffangen kann, dass Eltern versagen, dann wird sie ihrer Verantwortung schlicht und einfach nicht gerecht. Ganz persönlich kann ich auch auf diese Art von "Gesellschaft" völlig verzichten, wenn man nicht gemeinsam für alle einsteht, gibt es nämlich plötzlich mehrere "Gesellschaften". Und das hat, wie wir aus der Geschichte lernen können, noch nie besonders gut funktioniert.
Welche geeigneten Maßnahmen würden Sie denn vorschlagen, wie eine Gesellschaft das (wie Sie schreiben) Versagen der Eltern auffangen kann? Erwägen Sie hier ein stärkeres Eingreifen der Gesellschaft / des Staates in die elterliche Erziehung? Ich persönliche denke, niemand kann zu Bildung gezwungen werden. Als Gesellschaft / Staat können wir nur den Zugang zu Bildung für jedermann anbieten. Und da lässt sich vermutlich auch noch einiges verbessern. Aber: Ob und wie dieser Zugang genutzt wird, ist in der Verantwortung eines jeden Einzelnen.

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